Wenn
26. Juni 2006
das jüngste Kind noch einmal einer Schnecke Haustier-Asyl gewährt, werde ich dieses Kind vermutlich einen Kopf kürzer machen.
Schneckenschleimspuren auf rotem Teppich glitzern zwar wunderhübsch, fühlen sich aber unter nackten Füßen genauso eklig an, wie im Garten.
Was lange währt
26. Juni 2006
wird endlich gut?
Seit drei Nächten schläft das jüngste Kind – unfallfrei – ohne Windel.
Sollte dieser Zustand anhalten, wird es mir eine große Freude sein, den streng riechenden Eimer aus dem Bad zu entfernen.
Sollte dieser Zustand andauern, ist die Ära des Windeln Wechselns nach zehneinhalb Jahren endlich abgeschlossen.
Sollte dieser Zustand anhalten, frag ich mich, warum dieses Kind tagsüber immer noch und immer wieder in die Hose pinkelt.
Sollte dieser Zustand anhalten habe ich im Flur eine (windel)freie Schublade, die ich umgehend mit Krusch füllen kann.
Sollte dieser Zustand anhalten bin ich einfach richtig froh.
Hoch beim Tief
25. Juni 2006
Mit der Tochter auf dem Terrassentisch sitzen, die Beine baumeln lassen, über Saltkrokan und Geierrestaurants reden, in den Himmel schauen, Schwalben und Blitze zählen und zusehen, wie das Gewitter immer näher kommt.
Einen Blick nacht links werfen und sich fragen, wann dieses schöne Kind mit den lustigen Sommersprossen und den klugen Augen so groß geworden ist.
Ins eigene Kind mächtig verliebt sein.
Zeitreise
24. Juni 2006
ins Schwimmbad meiner Kindheit.
Viel verändert hat sich nicht. Es riecht nach Chlor und altem Fritierfett. Letzteres ist wohl seit zwanzig Jahren in Gebrauch. In der Pommesbude hängt immer noch das aufgeblasene Flugzeug, Ketchup und Mayo gibt´s aus dem Eimer.
Die Toiletten schwimmen und stinken und wenn es Toilettenpapier gibt, ist es grau und kratzig. (Und wellig am Rand). In die Kabinenwände sind Löcher gebohrt, manche sind mit einem Kaugummi verstopft.
Die dicken Jungs springen Bomben vom Rand, die halbwüchsigen Mädchen sitzen so dicht wie möglich am Dreimeterbrett und beschweren sich kichernd über Wasserspritzer der größeren Jungs, die zeigen, was sie draufhaben.
In diesem Schwimmbad habe ich Kinder im Rahmen des Ferienprogramms betreut, habe innigst mit einem zwei Jahre jüngeren, äusserst hübschen Kerl geknutscht und, unter einem großen Handtuch versteckt, „Es“ gelesen, ziemlich in einem Rutsch. Ich bin viele, viele Kilometer dort geschwommen, habe Transportschwimmen (ziehen oder schieben) geübt, Streckentauchen und ein paar Ringe habe ich auch hochgeholt. Dafür gab´s dann das Rettungsschwimmerabzeichen.
Heute habe ich dem Großen Streckentauchen OHNE Nase zuhalten beigebracht, mit dem Kleinen im Wasser rumgetobt, innigst mit einem ein Jahr jüngeren, äusserst hübschen Kerl geknutscht und festgestellt, dass der Kopfsprung noch klappt.
Aber das Schwimmbad war viel leerer als damals. WM sei Dank.
erwischt!
23. Juni 2006
Beim Sensen aufgescheucht:
geknippst und wieder weggeschlichen, das Sensen hat Zeit.