Dör gnödige Hörr,
1. November 2005
auch bekannt als „Herr von Sauerstein“, seines Zeichens Herzensbrecher und stets halbverhungertes Kätzchen:
Und feines Futter gab es heute: Nudeln mit gedünstetem Thunfisch, leicht püriert.
Grund war nicht etwa die Einsicht, dass Dosenfutter der allerletzte Müll für einen zarten Katermagen (so denkt die Katze) ist oder dass Dosenfutter stinkt wie der allerletzte Müll (so denken die Menschen). Nein, schlicht und ergreifend: der stinkende Müll war alle, leergefressen. Da aber nun hier der allerheiligste Feiertag ist, haben die Geschäfte geschlossen, im Gegensatz zu kleinen, halbverhungerten Katermägen, die niemals geschlossen haben.
Herr von Sauerstein speiste dann zwar nicht ganz standesgemäß von weißem Porzellan sondern aus quietschgrünem (Ikea-)Plastik, allerdings mit dem allergrößten Vergnügen. Anfangs war er durchaus misstrauisch, dass er freiwillig „Menschenfutter“ serviert bekam (für uns in leichter Abwandlung mit Knoblauch und Sahne). Jetzt aber liegt er mit wohlgefülltem, runden Bäuchlein auf dem Sofa, das Schnurren klingt eine gute Oktave tiefer und die Blicke, die er mir ab und an zuwirft, möchte ich fast als verliebt bezeichnen.
Sollte er die Nacht kotzfrei überstehen und die sonstigen Ausscheidungen nicht allzu grauselig duften, gelobe ich hiermit feierlich, dass das Katerchen öfter mal bekocht wird. Schon allein der verliebten Blicke wegen *schmelz*
Memo an mich:
1. November 2005
größer, schneller, weiter
1. November 2005
und noch toller.
Sollte er jetzt sein, der Rechner. Er bekam eine größere Festplatte spendiert, nachdem auf die alte kein noch so winziges Bild mehr passte.
Noch sind die Bilder nicht überspielt, Kamera und Kabel liegen neben dem Rechner; allein- die Lust fehlt. Vielleicht bräuchte ich auch eine größere Festplatte oder wenigstens einen größeren Akku. Aber besser nicht, sonst knattere ich auch so merkwürdig wie der Rechner. Muss wohl den Support noch mal an die Kiste bitten.
Und bis dahin bin ich wieder „off“. Auch ganz nett.
wenn …
29. Oktober 2005
an einem Samstag morgen um zehn Uhr das Telefon klingelt, dann bedeutet das nichts Gutes.
Wenn der Chef des besten Vaters meiner Kinder freundlich nachfragt, ob es allen gut geht, dann bedeutet das nichts Gutes.
Ganz aktuell bedeutet es, dass der beste Vater meiner Kinder spontan für zweieinhalb Wochen in die Staaten fliegt. Und zwar pünktlich zum Schulbeginn der Kinder. Schade, das. Noch schader, dass der Geburtstag des Großen in diese Zeit fällt. Und diverse Schulelternbeiratssitzungen. Und Klassenelternstammtische. Und eine Einladung zum Essen. Und die ersten Weihnachtsfeiern. *seufz*
Meine besonderen Gedanken gehen heute ins Grazerlei, IHR Strohwitwen-Dasein geht doch bedeutend länger.
heute morgen
26. Oktober 2005
sage und schreibe 26 mails im Postfach. Frau … äh … Mutti jubiliert und denkt darüber nach, Autogrammkarten zu gestalten. (und verfällt in leichte Panik, denn heute kommt die Familie zurück und die Zeit zum Antworten ist dann stark beschnitten).
Ein genauerer Blick ins Postfach zeigt: 24 spam-Warnungen.
Sehr erfreulich, keine Antwort erforderlich. Aber manchmal würde ich schon gerne ….
Nein Danke, ich bin gesund und wenn ich krank bin, gehe ich in die Apotheke.
Ich habe keinen Penis und der mir bisweilen anvertraute hat keine Potenz- oder Größenprobleme.
Danke, mein Computer funktioniert prima, sollte ich ihn aufrüsten wollen, muss es nichts, aber auch gar nichts von den mir angebotenen M*cros*ft-Produkten sein.
Lieber Mr. Adibesuistdasdumm, leider stehen mir kurzfristig keine 30.000 Dollar zur Verfügung, um Ihr Land zu retten. Dennoch danke ich für Ihr Vertrauen. Sollte ich jemals die erforderliche Summe zur Verfügung haben, werde ich einen netten Urlaub machen, in einem anderen Land.
Liebe Sp*rda/De*tsche/P*stbank, ich habe tatsächlich ein Problem mit meinen Daten in ihrem Institut: Ich kenne sie selbst nicht! Vielleicht hilft es Ihnen weiter, wenn ich Ihnen direkt mein Gesamtvermögen überweise?
Hallo Herr Onl*ne-Cas*no! Herzlichen Dank für die Spielchips im Wert von 100 Euro. Aber warum lautete der Betreff der mail: „Mahnung!!!“, auch noch mit gleich drei Ausrufezeichen versehen?!!! Sollte es tatsächlich sooo lange her sein, seit ich das letzte mal einen wirklich vergnüglichen Abend in ihrem Etablissement hatte?
Bob, Diana, John, Jim, Ellen, May und wie Ihr alles heißt. Danke. Einfach nur Danke. Ich weiß zwar selbst, dass meine Seite die beste, informativste und schönste ist und dass ich da wirklich einen „great job“ getan habe, aber es tut einfach gut, dies immer mal wieder von fremder Seite zu hören. Noch dazu so international. Ich fühle mich geehrt!
Sehr geehrter Herr „gut bezahlter Job“! Ich finde es unglaublich, dass Sie meine Qualifikation für diesen einzigartigen, leichten aber überdurchschnittlich gut bezahlten Job allein durch das Auslesen meiner email-Adresse erkannten. Eine solche Menschenkenntnis sollte honoriert werden: ich bin zu doof für diesen Job. Sorry.
Aber ich glaube fast, dass dies vergebliche Liebesmüh wäre. Muss ich eben weiter löschen und leeren. Abrufen, schauen, löschen, leeren. *seufz*