morgen

25. Oktober 2005

kommt die Familie wieder heim.

Ich freue mich. Aber – ganz ehrlich – ich würde es auch noch ein paar Tage allein aushalten.

Und mit dieser Aussage wird mir der goldene Mütterorden am Band wieder aberkannt. Sei´s drum.

Ich freue mich

24. Oktober 2005

auf den Frühling :-)

Nicht, dass das Wetter gar zu herbst-gruselig wäre oder gar die ersten Fröste mich zartes Wesen quälen … im Gegenteil!
Strahlender Sonnenschein weckte Frau … äh … Mutti und da ringsherum behauptet wird, dass dies nun garantiert die allerletzten Sonnenstrahlen vor der ewigen Winterfinsternis seien, beschloss sie in den Garten zu gehen.
Frau … äh … Mutti ist eine begeisterte Gärtnerin. Theoretisch. In der Praxis sieht es oft so aus, dass sie volle Enthusiasmus sät und zwei Wochen später zarte Pflänzchen ausrupft. In der meist irrigen Annahme es handele sich um allergemeinstes Unkraut. (politisch korrekt: Wildkraut) Und so gestaltet sich der Garten nach dem „try and error“-Prinzip:Viele Versuche, viele Fehlschläge.
In immerhin fünf Jahren sollte der Garten nun im nächsten Frühjahr in üppiger Tulpen-, Osterglocken-, Hyazinthenpracht erstrahlen, bisher hatte die ambitionierte Gärtenerin stets spätestens im September die Schippe ins Unkraut, pardon Wildkraut, geschmissen und frustriert aufgegeben.
Heute aber hat sie 200 Blumenzwiebeln unter die Erde gebracht. Ein gutes Dutzend rutschte direkt durch den Wühlmausgang in die Vorratshöhle des gefrässigen Viehzeugs. Drei Zwiebeln wurden elegant mit einem Stich der Schaufel gespalten. Ähem, war nicht so geplant, ich glaube, die vermehren sich von allein. Der Rest liegt hoffentlich geborgen da, wo er hin gehört.
Um dem hohen Perfektionsanspruch der Gärtnerin gerecht zu werden, wurden die Zwiebeln farbsortiert in ansprechenden Gruppen positioniert, gelb zu pink, rot zu blau. Und die, die übrig waren kunterbunt dazwischen :-)

Sollte sich im nächsten Frühjahr, welches ich nun mit noch größerer Ungeduld erwarte, wieder Erwarten KEINE blühende Pracht zeigen ….
( x ) größtmögliche Drohung in Richtung Garten, Wetter und sonstige widrige Umstände

geplatzte Träume

23. Oktober 2005

Auf der Kante des Misthaufens sitzend, die Sonne im Nacken und auf dem Scheitel der die beiden dicken, blonden Zöpfe teilte, verschrammte, braungebrannte Beine, inmitten einer Hühnerschar.
Mit der alten Blechgabel Kartoffeln mit Haferflocken und einem Schuss Milch in der noch älteren Blechschüssel zerdrücken und zu den Hühnern bringen. Die kannten den Klang von Blech auf Blech und gackerten aufgeregt an der Gehegetür.
Ein warmes, frischgelegtes Hühnerei in der Hand.
Mit der viel zu großen Mistgabel den Misthaufen umsetzen, damit die Hühner an die krabbelnden Köstlichkeiten herankamen.
Himbeeren teilen.
Weberknechte fangen, schaudern und verfüttern.
Den Hahn verscheuchen. Weinen, wenn er in den Nacken flog und unbarmherzig zuhackte.
Küken streicheln.
Löwenzahn pflücken und verfüttern. Hühnerschnäbel sind glatt und schmerzen nicht.

Ich wollte mir ein schönes Stückchen Kindheit zurückholen. Meinen Kindern ähnliche Erfahrungen schenken. Doch jetzt lese ich bei ihr und ihr.

Und weiß, dass es sich ausgeträumt hat. Jedenfalls für den kommenden Frühling.

Wenn …

23. Oktober 2005

draußen ein herrlicher Herbsttag lacht, dann bastelt Frau … äh … Mutti am Adventskranz.

Hah! Soll keiner behaupten, ich würde alles auf den letzten Drücker machen.

Der Adventskranz wird übrigens einer von der nadelfreien Sorte, er wird gefilzt. Und sollte ich jemals damit fertig werden und sollte er tatsächlich so aussehen, wie ich ihn mir vorstelle, gibt´s ein Bildchen.
Hm. Ob ich eine CD mit Weinachtsliedern einlege? Plätzchen backen?

zwingende Logik

21. Oktober 2005

Wenn der beste Vater meiner Kinder mitsamt der hinreissenden Bestien für fünf (5!) Tage verreisen möchte, Frau … äh … Mutti somit fünf (5!) wunderbar ruhige, entspannte Tage ins Haus stünden, dann …?

( x ) … dann  plant sie, ganz pubertär, eine Riesenparty, bei der das Haus komplett verwüstet wird und wilde Orgien in den Kinderzimmern stattfinden.

( x ) … dann schreibt sie ein Buch und verdient damit Millionen.

( x ) … dann entwirft sie ihre eigene Kollektion und verdient damit Millionen.

( x ) … dann wandelt sie mal eben die Wildnis vor der Tür in einen gepflegten, englischen Garten um.

( x ) … dann putzt sie das Haus bis es blitzt und blinkt, lackiert rasch ein paar Möbel, räumt etwas um, näht neue Kissenbezüge und kümmert sich um eine jahreszeitlich angemessene Dekoration.

( x ) … dann kocht sie all die Gerichte, die bei den Kindern sofortigen Würgereiz auslösen und genießt sie bei Kerzenschein und einem Glas Wein auf dem Sofa am liebevoll gedeckten Tisch.

( x ) … dann schmiedet sie tausend Pläne, wie sie den üblichen Stressfaktor auf gewohntem Level halten kann – und verwirft sie wieder

( x ) … dann versucht sie, diese dämliche Erkältung loszuwerden, da Husten, Schnupfen, Heiserkeit die Realisierung aller hochtrabenden Pläne vereitelt. Gott sei Dank.

Frau … äh … Mutti wird also in allergemütlichster, völlig unspektakulärer und modisch völlig indiskutabler, Kleidung auf dem Sofa liegen, auf dem dicken Schaffell, unter zwei Decken. Statt Wein gibt es literweise Tee, statt raffinierter Mahlzeiten Obst und noch mehr Obst. Das Buch wird nicht geschrieben, sondern gelesen (Hilfe, ich brauche Lesestoff!), die Kollektion wird im Katalog begutachtet (und belächelt). Wilde Orgien, welcher Art auch immer, finden dann allenfalls in der Phantasie statt, wenn das Fieber steigen sollte. Der Garten wuchert auch ohne Hilfe und die jahreszeitliche Dekoration kommt von allein. Immerhin sind dann Herbstferien und die Kinder langweilen sich.

Pfft. Mag keinen Schnupfen haben.