Das dürfte die gestern am häufigsten gestellte Frage gewesen sein.

Frau … äh … Mutti, die Freundin, die nie Zeit hat und die Freitagsfreundin hatten  tatsächlich (und doch schon) einen Termin gefunden, um die unzähligen Bilder unseres viertägigen Hamburgurlaubs zu bewundern. Und weil uns jeder Anlass zum Feiern recht ist, feierten wir ein kleines „Weisst du noch“-Fest. Der beste Vater meiner Kinder buk Franzbrötchen, den Sekt gab es, ganz Hamburg-traditionell und zum Entsetzen der nicht dabeigewesenen Gatten, aus Wackelpuddingbechern, die zum allergrößten Vergnügen der hinreissenden Bestien – genau wie damals ins Hamburg – ohne Löffel geleert werden mussten. Die Bilder gab es dann weitestgehend doppelt, denn die Freitagsfreundin und ich standen oft nebeneinander, da in Hamburg. Zum Abendessen hatten wir alles an Nordseekrabben aufgekauft, was es in unseren Gefilden zu erstehen gab, um ein ähnlich beladenes Krabbenbrötchen wie „Weisst du noch, damals in Hamburg“ zu basteln. Es gelang uns auch beinahe.

 

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Zum Abschluss des wunderbaren Hamburgfestes klickten wir uns durch sehr, sehr, sehr viele Bilder der vergangen Gartenpartys und ich wurde ein bißchen wehmütig. Und beinahe übermütig. Aber nein, es wird keine Gartenparty mit meinen besten 600 Freunden von Facebook geben. Die Erinnerung ist mir zu verdächtig rosa gefärbt. Es ist wohl wie mit dem „Hach, diese niedlichen Babys, wie sie duften und die schlafen ja auch den ganzen Tag“-Erinnerungen. Zuviel Verdrängung dabei.

 

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Das Wochenende war insgesamt ein ausgesprochen hübsches, voll Leckereien und amüsanten Gesprächen.

Am Freitag abend lösten wir eine Einladung zum Essen ein, die der beste Vater meiner Kinder und sein holdes Weib jeweils zum Geburtstag geschenkt bekommen hatten. (von der Freundin, die nie Zeit hat und ihrem Mann, der eigentlich noch weniger Zeit hat)

Nach Ingelheim, ins Brauhaus „Goldener Engel“ ging es. Zugegeben, die Logo-Gestaltung lässt zunächst an ein Energiesparmodell denken, aber das Restaurant dahinter ist eine Empfehlung wert. Hausmannskost und ein paar ausgefallenere Speisen, dazu selbstgebrautes Bier -> prima!

Wie es sich für eine ordentliche Bloggerin gehört: Futterknippsen!

In den Gläschen von links nach rechts: eingelegte Champignons (und Paprika obendrauf), Tomatenbutter, Zucchini-Tartar. Dazu köstliches Brot. Und ein Dunkles.

Zum Nachtisch wieder Gläschen, denn mit Essen in Gläschen kann man mich wirklich glücklich machen. So glücklich, dass das Futterknippsen beinahe vergessen wurde.

In den Gläschen von links nach rechts: Haselnusscreme, gewürzte Orange, warmer Schokoladenkuchen

Hätte nicht eine Migräne in meinem Kopf gewummert, wäre der Abend noch vergnüglicher gewesen.

 

Die Migräne hatte sich dann am nächsten Tag beinahe verzogen, geblieben war nur ein „wundes Gefühl“ im Schädel, deshalb war der Samstag Abend ein gemütlicher, obwohl die spontan kinderlosen Herr Skizzenblog und Mme Ouvrage vergnügungssüchtig waren. Aber alte Menschen vergnügen sich auch vor dem Feuer auf dem Sofa. (das regionale Vergnügungsprogramm beschränkt sich derzeit sowieso eher auf Fastnachtssitzungen und diverse Ü-Partys)

 

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Die Tochter ist überglücklich und fiebert dem Austausch entgegen. 24 Tage Wisconsin und Chicago, einen Tag nach ihrem Geburtstag im Herbst geht es los. Die Kosten für den Flug sind so hoch, dass sich die Geburtstagsgeschenke für die nächsten zehn Jahre auch erledigt haben.  Der Gegenaustausch findet nächstes Jahr im Juni statt und wenn der jüngste Sohn bis dahin beschlossen hat, sein Zimmer gegen mein Nähzimmer zu tauschen, wird das Gastkind auch gut untergebracht werden können. (sollte er nicht tauschen wollen, werden wir den Nähtisch in das Zimmer des Großen räumen und das Schlafsofa in die entstandene Lücke schieben. Wird schon, passt schon)

 

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Der beste Vater meiner Kinder kränkelt und ich hoffe sehr, dass es nicht an einer in Marokko gepuhlten Nordseekrabbe aus dem Niersteiner Supermarkt liegt.

 

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(arschkalt. Jaja, ich weiß. Winter muss und Februar ist der kälteste Monat und der Garten und die Landwirtschaft und überhaupt. Ist trotzdem gut jetzt, ich hab nicht genug warme Klamotten und immer in eine Decke wickeln und vor dem Feuer sitzen geht ja auch nicht.)

10 Kommentare zu “Weisste noch, da in Hamburg?”

  1. Maufeline sagt:

    Essen in Gläschen ist toll- zumindest wenn man älter als 1- 1 1/2 Jahre alt ist :-)

    Ich bin ja nicht so der Fan von „Ooooooh, wir haben etwas Gemeinsam, Jubilatio Maximalis!!!“ Posts- so bin ich einmal in einen Lachanfall ausgebrochen, als ich irgendwo einen verzückten Kommentar in einem Blog gesehen habe: „Ooooooooh, Deine Zeigezehen (sozusagen, die Kommentatorin nannte es anders…) sind ja ganz genau wie meine!“ Ist das nicht hübsch? So eine tolle Gemeinsamkeit. Man hörte quasi die Frage heraus: Warum sind wir bisher noch keine Freunde gewesen, obwohl unsere Zehen sich ähneln?!?

    Jetzt sitze ich hier, in eine Decke gehüllt, vor dem Kaminfeuer, mit einem leicht wunden Gefühl im Kopf wegen der langsam verschwindenden Migräne und muss wie irre grinsen. Ist DAS nicht eine tolle Gemeinsamkeit??? Migräne UND ein Sofa UND eine Decke. Boah, krass!!! …und man hörte die ungeschriebene Frage…

    Nein, ist ein Scherz ;-)
    Und in Wirklichkeit musste ich deswegen wie irre grinsen, weil mir durch diese Unglaublich Erstrebenswerten Gemeinsamkeiten (UEG) die witzige Zehengeschichte wieder eingefallen ist.
    Das musste ich jetzt mal loswerden…

    Ich weiß, wegen solcher Labertaschendinger habe ich einen eigenen Blog, aber irgendwie wars mir grad danach, Ihr Gästebuch vollzuspammen…

    Alles Gute und einen dicken Pulli wünscht
    Maufeline

  2. moni sagt:

    Prima Empfehlung für das Ingelheimer Brauhaus, Danke. Ist ganz in meiner Nähe und wird – sobald wir uns wieder in den Plusgraden befinden – aufgesucht.
    KrankheitssymptomeMarokkokrabben aus Nierstein, das klingt schon sehr, sehr verdächtig. Da sollte sich mal der Verfassungsschutz drum kümmern, so zwischen der Linken-Überwachung und so!
    Danke mal wieder für diesen schönen Artikel und die ersten Schmunzler am Montag morgen. :)
    Lieben Gruß
    moni

  3. christjann sagt:

    *lach* liebe Maufeline, mir hat mal jemand geschrieben, der bereit war, mich zu heiraten, weil wir soooo viele Gemeinsamkeiten hätten, da könne gar nichts schief gehen. Die beiden allergrößten Gemeinsamkeiten waren, dass er im gleichen Jahr geboren ist wie ich UND als Deutscher im Ausland lebt … ich war leider zu zögerlich… ;)

  4. Maufeline sagt:

    Waaas, Du hast den NICHT geheiratet, TROTZ dieser unübersehbaren Gemeinsamkeiten??? Wirklich überraschend, ehrlich… *gggg*
    Leute gibts!

  5. mondblume sagt:

    Oh, die Erinnerungen an Hamburg lesen sich schön und welch Trost derzeit für hier: Hamburg ist noch kälter als Rheinhessen…und so lecker gefüllte Gläschen machen Appetit, nein, tatsächlichen Hunger!…ja, und mit der Kälte ist gut, lasse inzwischen schon entsprechenden Mutmachsong ;-)
    http://www.youtube.com/watch?v=pABlWqgiwCs&feature=share
    rauf-und runterdudeln zum Aufwärmen…die Hoffnung auf wärmeres Wetter stirbt zuletzt…

    Grüße aus dem sonnigen und dennoch kalten Südhessen
    Anette

  6. Brigitte sagt:

    Ich habe heute auch säuerlich gelächelt nachdem ich von der Abbeit nach Hause zurückkehrte und eine Nachricht von meiner Schwiegermutter auf meinem AB vorfand, wonach es auch schon früher kalte Winter gegeben hätte usw. usf. Diese Nachricht aus ihrem warmen Wohnzimmer (das sie nicht verlassen muss, weil ihr alles angeliefert wird) heraus gesprochen, vermochte mich nicht wirklich über diese Schweinekälte hinweg zu trösten.

  7. caterina sagt:

    danke für den wunderbaren blogeintrag (und den blog überhaupt – genuss-lektüre und ablenkung in katastrophensituationen).
    darf ich daran erinnern, dass in absehbarer zeit wieder +30 bis +35 grad angesagt sein werden und die fast genauso unangenehm sein werden? :-)

  8. Nicole sagt:

    wem sagste das….hab das wochenende wasser-vom-brunnen-schleppend-und-sitzofen-einheizend verbracht. tztztz…
    aschenbrödel lässt grüssen
    ;o)

  9. Mary Blue sagt:

    Ich mag es auch sehr mir Fotos anzusehen und in Erinnerungen zu schwelgen. Als ich von dem warmen Schokoladenkuchen gelesen habe, war meine Aufmerksamkeit futsch-ich brauch jetzt dringend was süßes! LG

  10. Marlene´s Mom sagt:

    Viel Spaß beim Tauschexperiment!
    Als ich noch jung und unerfahren war, hab ich das auch gemacht. Find´s großartig!
    Und wenns beruhigt: Irgendwo auf dieser Welt ist es noch kälter :-)

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