Ein ungeschriebenes Gesetz sagt, dass es unweigerlich dann klingelt, wenn Frau … äh … Mutti unter der Dusche steht.

Was Stoff für einen hinreissend-kitschigen Hollywood-Schinken böte (sie öffnet klatschnass unter dem Bademantel die Tür, er entschuldigt sich vielmals für die Störung, stellt sich als neuer Nachbar vor, dem ein Schraubenzieher zum Aufbau der Möbel fehlt. Abends lädt er sie zum Dank zu einem phantastischen, selbstgekochten Essen mit schwerem Rotwein aus glänzenden Kelchen ein. Nach dem Mahl sind beide unsterblich ineinander verliebt, verbringen die heisseste Liebesnacht der Welt in seinem neu aufgebauten Schlafzimmer und nach einigen Verwicklungen reiten sie glücklich in den Sonnenuntergang, im Gepäck eine lustige Geschichte, wie alles begann), ist im wirklichen Leben mehr als peinlich.

Auch hier wirft sich die Duschende einen Bademantel über, wickelt ein Handtuch übers frisch eingeschäumte Haar und glitscht, nasse Spuren auf den Fliesen hinterlassend, zur Tür. Vor dem Öffnen derselben wird der korrekte Sitz des Bademantels überprüft, der Knoten erneut festgezurrt, die Füße frieren auf dem kalten Boden.
„Wehe, es ist nichts Wichtiges!“, knurrt Frau … äh … Mutti beim Öffnen der Tür.

„Und was ist, wenn es wirklich nichts Wichtiges ist?“, mag der ahnungsvolle Leser denken. Nichts ist dann, es ist einfach eine haltlose Drohung.

Es war nichts Wichtiges. Zwei pickelig-pubertierende Jünglinge (Hallo?! Müssen die nicht in die Schule?!), die obendrein noch tief ob des wahrhaft erotischen Anblicks der schaumverschmierten Frau im Frotteebademantel erröteten, baten Frau … äh … Mutti um eine kleine Spende für die Jugendfeuerwehr. Die Bitte wurde ihnen gewährt, Frau … äh … Mutti holte ihren Geldbeutel und überreicht großzügig einen 5-Euro-Schein.

Danke, auf Wiedersehen und durch die geschlossene Tür hörte Frau … äh … Mutti das Kichern der Pubertierlinge: „In dem Alter nutzt Duschen auch nix mehr, kicher, kicher!“

Vielleicht

17. November 2005

sollte ich eine neue Rubrik einrichten: „besonders dämlich“ oder ähnlich.

Denn anders als dämlich kann man es nicht nennen, wenn man sich morgens mit vollem Schwung eine Packung Katzenfutter in den Schuh kippt.
Oder wenn man den Tee in den Kaffeefilter schaufelt und den Kaffee in den Teebeutel. (Den Irrtum aber noch rechtzeitig bemerkt, also nur halbdämlich)

Ich stelle wieder einmal fest: ich funktioniere morgens nur bedingt.

Morgenimpressionen

16. November 2005

Es ist kurz nach acht:

Der Kater hat auf den Boden gekotzt.
Der andere Kater hat mit dem Futter gekleckert. Ach was, geschmiert!
In der Dusche saß die Mutter aller Spinnen.
Der Lack an meinem frischlackierten Schrank ist bereits zerkratzt.
In meinem Tee schwimmen zwei Obstfliegen.
Mein Kaffee ist kalt.

Es kann nur besser werden.

ich habe es getan

15. November 2005

Liebster meiner Ehemänner, ich konnte der Versuchung nicht widerstehen. Ich weiß, ich hatte Dir versprochen die Finger davon zu lassen. Es ging nicht.

Ich habe die gesamte Tafel Lindt Vollmilch extrafein aufgegessen. Innerhalb von zehn Minuten, nur ein Stückchen. Hmmm, noch ein Stückchen. Und noch eins … und noch … noch, noch. Und die Krümel mit dem angeleckten Finger aus der Alufolie picken.
Mir ist weder übel, noch hält mich ein schlechtes Gewissen in den spitzen Krallen. Nur ein wohliges Gefühl im Bauch, ein breites Grinsen im Gesicht und geschmolzene Schokolade im Mundwinkel.

Nicht böse sein.

Liebe Grüße und Küsse von den Vieren in der grünen Villa ins ferne Beaverton!

zweistellig

14. November 2005

Heute haben ganz besondere Menschen Geburtstag:

An erster Stelle für mich natürlich er:

Ganz genau jetzt, um 7:03 Uhr erblickte er vor zehn Jahren das Licht der Welt und machte aus einem Paar Eltern, aus einer Pädagogiktheoretikerin eine ahnungslose und ewig übende Praktikerin, aus langen Partynächten lange „Baby-schreit-und-muss-getragen-werden“ -Nächte und aus eine Konfektionsgröße 36/38 (vorrübergehend) eine 42. Auf die anfänglichen 53 Zentimeter hat er nun ziemlich genau einen Meter draufgepackt und mein Herz gehört ihm immer noch.
Als er geboren wurde, vergaß die Hebamme meinen Namen und taufte mich stattdessen auf den, der im Header zu lesen ist. Er nennt mich Mama und ganz selten sagt er zu mir blöde Mama, eigentlich nur dann, wenn ich ihn „vorpubertärer Rotzlöffel“ nenne.
Zehn Jahre sind ziemlich schnell vorrüber gegangen und eine leise Wehmut packt mich wenn ich daran denke, dass er die Hälfte zur Volljährigkeit bereits überschritten hat.
Herzlichen Glückwunsch, mein Großer!Heute haben übrigens auch Leopold Mozart, Astrid Lindgren und das Miest Geburtstag.