saure Zeiten

10. Januar 2006

Aufgrund der Tatsache, dass die Kinder der Frau … äh … Mutti jede mögliche Krankheit oder Anomalie an sich reißen, hat die Erwähnte immerhin immer etwas, worüber sie in ihrem Blog jammern kann.
Diesmal allerdings mit lachendem und weinendem Auge.
Das jüngste Kind hat´s mit dem Darm. Der soll sich jetzt erholen und deshalb bekommt das Kind keinen Zucker mehr. Und da Frau … äh … Mutti eine Familie mit hohem Gerechtigkeitssinn ihr eigen nennt, beteiligt sich die ganze Familie solidarisch.

Lachend: die fiesen, bappigen Frühstücks“cerealien“ verschwinden vom Speiseplan.
Weinend: die allerleckersten Kuchen des besten Vaters meiner Kinder ebenfalls.
Lachend: die Speckpolster zittern vor Angst.
Weinend: schon mal überlegt oder nachgesehen, WO ÜBERALL ZUCKER DRIN IST? (es geht aber nur um Monosaccharide, zum Glück!)

Es hätte ja auch eine Zöliakie sein können. Oder eine Milcheiweißunverträglichkeit. Oder, oder. Lachen, Frau… äh … Mutti. Und genieße noch schnell die letzten Gummibärchen für etwa acht Wochen.

Zwischen-Danke,

9. Januar 2006

heute abend geht die spannende Urlaubssuche weiter.

Meine Französischkenntnisse werden eigentlich nur noch von meinen Lateinkenntnissen übertroffen. Ähem.

Interessanterweise sind DIE Vokabeln aus der Schulzeit hängengeblieben, die weder für eine warme Mahlzeit noch für ein Dach über dem Kopf sorgen. Ich kann wunderhübsch formulieren, dass le pneu geplatzt ist und ich könnte dem flic meine permit de conduire zeigen, die ich allerdings gar nicht habe und auch nie haben werde.
Die anderen Vokabeln kommen ohne Rücksicht auf Grammatik mit dem Aufenthalt im Land. Letzten Sommer suchte ich verzweifelt nach dem französischen Ausdruck für „sauglatt und rutschig“.  Mittels ausdrucksstarker Gestik und Mimik und einigen unterstreichenden Lauten  war eine Verständigung jedoch möglich und der Franzose nahm sein jüngstes Kind vorsichtshalber auf die Schultern, bevor er mit seinen abgelatschten Turnschuhen durch die frischberegnete Col de la Schlucht stakste. Offensichtlich hatte er meine Bemühungen als Warnung vor kinderfressenden Schlangen interpretiert. Wer weiß.

Sprachliche Barrieren sehe ich nicht. Und ich werde auch bestimmt nicht ungehalten reagieren, wenn ich mir eine wunderhübsche Essensbestellung mit allen sprachlichen Finessen aus den Rippen leiere und der freundliche garcon (das c mit Häkchen bitte denken) freundlich nickt und sich zum nächsten Gast umdreht, den er in einwandfreiem Deutsch begrüßt und bedient. Gnarf.

Schlimmer als die fehlenden Vokabeln und Grammatikkenntnisse sind aber die Hemmungen überhaupt zu sprechen. Wir werden den Bus mit allem was wir für eine Woche benötigen beladen, damit wir in der ersten Zeit nicht verhungern.  :-)

genauer der Urlaubsplanung ist gar nicht so leicht.
Und das, obwohl Frau … äh … Mutti diesmal ganz genau weiß, was sie will:
Sonne, Strand, Meer, billig, Berge, Wald, Ruhe, billig, hübsche Städtchen, die eine oder andere Burgruine oder sonstige Sehenswürdigkeit, billig, nicht zu weit weg und billig sollte der Urlaub sein.
Diese kleinen Wünsche dem Herrn Gugel zum Fraß vorgeworfen führt zu keiner aussagekräftigen Empfehlung – leider.
Nach vielen Stunden suchenderweise am Rechner steht nun wenigstens die Richtung fest: Frankreichs Atlantikküste. Wo genau allerdings? Vielleicht hat jemand DEN ultimativenTipp? (Wir sind übrigens stehts mit zwei Zelten unterwegs und müssen nicht unbedingt FKK-Zelten :-)

Wo genau kann ich Sonne buchen?

ist allein auf die Tatsache zurück zu führen, das die allerliebste Freundin ein besonderes Weihnachtsgeschenk für Frau … äh … Mutti und dem besten Vater meiner Kinder hatte:

Schotts Sammelsurium

Wussten Sie eigentlich, dass am 16. Januar 1757 in Bonn ein Foltertarif veröffentlicht wurde, in dem 55 Zahlungen für Hinrichtungen, Folter, die dafür nötigen Ausrüstungen und die damit verbunden Ausgaben aufgelistet sind? Wussten Sie etwa nicht? Macht nix: Verbrennen bei lebendigem Leib nur 4 Reichsthaler!
Nennen Sie mir den viktorianischen Zeitplan der Familientrauer! Oder lesen Sie auf Seite 90 nach. Um den Ehemann trauert man gerne 2-3 Jahre, die Ehefrau hingegen ist nach 3 Monaten abgetrauert.
Statt das böse Sch…-Wort zu verwenden oder gar noch Schlimmere, bemühen Sie doch ganz einfach Shakespearesche Beleidigungen wie: „Ich wollte, es juckte dich von Kopf bis zu den Füßen und ich müsste dich kratzen; ich wollte dich zum schäbigsten Scheusal in Griechenland machen.“
Abschließend sollte nicht unerwähnt bleiben, dass Trinidad und Tobaga etwas kleiner als Delaware sind, dass burmesische Könige kein gutes Verhältnis zu Elefanten haben, dass der rechte Arm der Freiheitsstatue 12,80 m lang ist und dass dieser fürchterliche Borborygmus, unter dem ich gerade leide, ganz einfach mit einer großen Schüssel Müslis zu bekämpfen ist.

Feines Buch!

mangels Sonnenlicht

7. Januar 2006

mache ich jetzt einfach Winterschlaf. Zwei, drei Monate etwa.

(es war mir zu anstrengend,an den passenden Stellen „würde,hätte, täte“ einzubauen)

In Wirklichkeit versuche ich die letzten Lamettastreifen aus den hintersten Ecken zu fischen. Der vermaledeite Sprühschnee klebt noch an den Fenstern und sockig laufen führt zu Tannennadel-Reflexzonen-Akkupunktur.
Ich freue mich jedes Jahr auf´s Neue, wenn ich die große Weihnachtskiste mit den herrlich-glitzerig-verkitschten Sachen öffnen kann. Und empfinde es jedesmal als große Erleichterung, wenn ich sie im Januar endlich wieder füllen und zukleben kann. Komisch das.

Jetzt aber Mittagschläfchen, nachdem der eine Besuch weg ist und der andere noch nicht da. In meinem früheren Leben war ich ein Siebenschläfer, ich weiß es ganz genau.