Wussten Sie bereits,
5. Februar 2006
dass eine Lehrerin nur ein halbes Jahr braucht, um drei früher lernbegeisterten Mädchen die Freude an der Schule komplett zu verderben?
Geschafft hat sie dies mit Hilfe von „Blubb-Lesen“ (fragen Sie nicht!), Junge/Mädchen-Sitzordnung zur Schaffung eines ruhigen Arbeitsklimas, Gruppen-Vorlesen (fragen Sie HIER bitte auch nicht!) und eines höchst individuellen Bewertungssystems (derjenige, der am meisten zum Thema weiß, bildet den Bewertungsmaßstab, eine feste zu erreichende Punktzahl bestimmt dieser Beste. Jaha, so ist das)
Desweiteren sitzen die drei Mädchen (mit der gesamten Klasse natürlich) in einem Klassenzimmer, welches noch immer den Saalschmuck der Vorgängerklasse (Stufe 1+2, jetzt aber 3) trägt. Manchmal dürfen sie pünktlich in die Pause, manchmal werden sie in der Schule vergessen, immer müssen sie sich nach der Pause aufstellen wie die ganz Kleinen und immer werden sie dann zu spät abgeholt.
Ein lange, lange Liste haben wir heute zusammengestellt. Hoffentlich reicht die Zeit des Elternabends zur Klärung der allerwichtigsten Punkte.
Überzeugungsarbeit
3. Februar 2006
Großer Sohn betritt das Wohnzimmer und baut sich mit ernster Miene vor seiner Mutter auf. Mutter rechnet mit dem nächsten versiebten Englischtest, einer Läuseepidemie in der Schulklasse oder *worst case* einsetzen. Aber es folgte nur ein gut fünfminütiger Monolog, der hier, leicht zusammengefasst, wiedergegeben wird:
„Mama! Die Sache mit den Computerspielen – nein, ich will jetzt nicht spielen, nur so allgemein. Ich bin ja erst zehn. Und deshalb darf ich ja Spiele, die ab 12 sind gar nicht spielen, ich weiß. Ja. Wer entscheidet eigentlich, welche Spiele von wem gespielt werden? Ist ja nicht so wichtig. Es ist nur so … ich habe ja zwei Spiele, die sind ab 12 und die finde ich halt richtig gut, weil man da logisch denken muss. Auch wenn ich die selten spielen darf. Die Spiele ab 16, das sind ja nur Kampfspiele, die sind nicht so spannend. Also nicht RICHTIG spannend. Ich dürfte ja jetzt auch keine Spiele ab 12 spielen … darf ich denn mit 14 Spiele ab 16 spielen? Ich meine, es ist halt so, ich will halt irgendwie nicht hinter meinen Klassenkameraden zurückbleiben. Die sind ja auch älter als ich. Und die spielen fast nur Sachen ab 12, manchmal sogar diese Ballerspiele ab 16, die ich ja doof finde. Ich mein halt nur.“
Sprach´s und verschwand.
Frau … äh … Mutti wird nun folgendermaßen erzieherisch tätig:
( ) sie wirft das laptop des Großen ins Aquarium und sagt: „Mit mir nicht, Freundchen!“
( ) sie nimmt ihren großen Sohn liebevoll in die Arme und sagt: „ja, das Leben ist grausam!“
( ) sie kauft umgehend DOOM I +II, schließlich soll ihr Sohn den anderen stets voraus sein
( ) sie erklärt, wie FSK funktioniert und sagt „das ist halt so“, wenn der Große darauf hinweist, das „Fluch der Piraten“ ab sechs ist, während „Age of Empire“ erst ab 12
( ) sie erinnert sich daran, dass es für Computer-PingPong daaaamals keine FSK gab
( ) sie überdenkt die festgesetzten „elektronische Medien“-Zeiten auf Aktualität
( ) sie schlägt ihrem Großen vor, mal mit einem Freund eine Nacht vor dem Rechner zu versacken – spielenderweise, versteht sich.
( ) sie erklärt, dass er das NICHT heimlich tun könne, da immerhin SIE den Vorschlag gemacht hat.
( ) sie räumt die Übernachtungsmatratze für den Kumpel ins Zimmer und hofft, dass ihr hochgeschätzter Pädagogiklehrer von daaaamals nicht mitliest. (ebenso wie diverse Lehrkräfte der Kinder, Großeltern und andere Menschen, die missbilligend den Kopf schütteln)
zu Hülf!
2. Februar 2006
Frau … äh … Mutti hat ja doch ab und an ein paar spitze Bemerkungen in Richtung der wirklich mittlerweile unzähligen Strickblogs (Mädels! Ehrlich, es sind so viele!) von sich gegeben.
Es wäre nun der richtige Zeitpunkt gekommen, um sich dafür in aller Form zu entschuldigen. Nicht ganz uneigennützig, versteht sich.
Ähem. *räusper*
Entschuldigung.
und jetzt:
Das jüngste Kind, der Revoluzzer, äusserte heute seine Wünsche zu seinem demnächst anstehenden siebten (7!) Geburtstag. Neben Pfannkuchen, einer Ritterburg, noch mehr Pfannkuchen, einem Pferd, ein paar Ihr-ratet-es-nicht Pfannkuchen und einem Taschenmesser … wünscht er sich: Rittersocken
Frau … äh … Mutti ist immer noch nicht in der Lage mal eben beim Fernsehen ihre Familie mit Socken einzustricken und deshalb sendet sie einen Hilferuf in die wahrlich kreative Welt der Sockenstrickerinnen: wer traut sich zu, klar gegen Bares, meinem liebsten, jüngsten Kind eine echte Freude zu stricken? Ich glaube nicht, dass die Socken aus Draht oder so gestrickt werden müssen (wegen Ritter halt), kann mir aber auch nicht richtig vorstellen, WIE Rittersocken eigentlich aussehen.
Tragt meinen Hilferuf in die wolligen Tiefen der Strickblogs und meldet Euch hier in den Kommentaren. Das Kind hat Schuhgröße 32 und ist am 24.02. ziemlich genau um 0:40 Uhr geboren. Und er isst gerne Pfannkuchen, aber dies ist, glaube ich, mittlerweile bekannt und nicht wichtig für Euch zu wissen.
Und denkt immer daran: Ihr könnt einen kleinen Jungen wirklich glücklich machen!
Nachtrag:
Bitte vortreten:
2. Februar 2006
die Familienbeziehungsexperten. Beziehunsweise die Leute, die zu jeder Tages- und Nachtzeit eine ausführliche Definition des Wortes Schwippschwager geben können.
Frage:
Wenn meine Tochter ihre beste Freundin heiratet, ist dann meine Freundin, die Mutter meine zukünftigen Schwiegertochter, meine Schwiegerschwester?
Manchmal
2. Februar 2006
möchte man wahlweise den Kindern mit dem Matheheft auf´s Hirn hauen oder sagen: „gib mal her, ich mach das“
Beides nicht zu empfehlen.
Aber dran denken wird ja wohl erlaubt sein. Gnarf.