Tag in Stichworten

6. April 2007

– 17 Kilometer (! SIEBZEHN! KILOMETER!) mit den hinreissenden Bestien durch den entzückenden Rheingau geschleppt.
– Zwei Blasen an der Ferse, weil die Wanderschuhe schon so lange in der Halle standen.
– Rote Wangen, leichte Bräune, glänzende Augen und nie hat man genug Wanderproviant dabei.
– Auch das stärkste Deo versagt beim ständigen Auf und Ab.
– Die Regenerationsfähigkeit der Kindelein ist beeindruckend, eine kurze Autofahrt reicht. (Während die Eltern und die allerliebste Freundin nun sehr müde auf dem Sofa sitzen, hüpfen die Kindelein durch´s Haus und verlangen Spiel und Spaß)

Ansonsten bleibt zu sagen:

Frau Ringel, ich schicke Ihnen noch eine mail (morgen, wenn ich wieder klar denken kann), Ihr Vorschlag klingt doch sehr fein.
Liebe Annette aus München, Sie stricken doch so hübsch :-)
Frau Antonmann, Danke für das Angebot, aber ich werde wohl Frau Ringel bemühen, obwohl wir dann noch ein wenig länger darben müssen.
Gleiches gilt dann für alle weiteren Angebote, Danke!

Jetzt: essen, sitzen, irgendeinen völlig sinnentleerten Film schauen und ein Bier (bringt verbrauchte Kalorien sofort zurück).

Dramatisches Schicksal!

5. April 2007

Der heißgeliebte Schokosirup von Hershey´s ist all. Und dies nun seit mittlerweile vier langen Wochen!
Vanilleeis OHNE Schokosirup.
Milchreis OHNE Schokosirup.
Griesbrei OHNE Schokosirup.

Das Leben ist nicht mehr lebenswert ohne Schokosirup, sagen die Kindelein.

Dann kaufen Sie doch einfach neuen Schokosirup, Frau … äh … Mutti, werden SIE da draußen jetzt vielleicht sagen.
Nun, das würde ich, doch es gibt keinen. Die hübschen „American Food“-Ecken in den Supermärkten sind geräumt, derzeit sind diese Ecken eher italienisch angehaucht, das passt besser zum Frühling. (Mozarella ist weiß und macht schlank)

Sollte Ihnen ein Fläschchen Hershey´s Schokoladensirup über den Weg laufen, dann fangen Sie es bitte ein und schicken Sie es den hinreissenden Bestien. Die Mutter der Bestien kommt für die Unkosten auf. Versprochen.

Kommen Sie doch mal mit,

4. April 2007

in meinen Garten, den ich so heiß und innig liebe. (vor allem im Frühling, wenn er noch nicht zugewuchert ist)

Werfen wir mal einen Blick in das obere Gartenstück. Hinten links ist die Feuerstelle, vor dem Häuschen des Großen, das nur noch ein paar Steine und ein richtiges Dach braucht. (und noch ein paar Kleinigkeiten). Die Schaukel ist etwas morsch, doch Ersatz liegt schon in der Halle. Was hier so hübsch auf dem Boden grünt ist nicht etwa Gras, sondern Giersch. Macht aber nix, Gras hätte hier sowieso keine Chance. Im Hintergrund ist der Geräte/Gerümpelschuppen – und ja, da hängt eine Bettpfanne. Einfach so.

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Nehmen Sie doch Platz,

4. April 2007

am Küchentisch in der Grünen Villa, und beobachten Sie, wie das jüngste Kind der Familie seine Ferien-Hausaufgaben erledigt, während die Mutter ein kalorienbewusstes Essen zubereitet (es ist mir bewusst, dass Bratwurst viele Kalorien hat).

Das jüngste Kind soll auf einem linierten Din A4-Blatt je eine Reihe „Au“, „au“, „aus“, „auf“, „Haus“, „Maus“ und „Mauer“ schreiben. Na, das ist doch garnix, mag manche Mutter denken, die das Hausaufgabenpensum von, sagen wir mal, Sechstklässern kennt. Oder eine Mutter, die nicht unser jüngstes Kind hat.

„Fang mal an!“, sagt Frau … äh … Mutti in allerbester Pädagoginnen-Art, mit diesem latenten Säuseln in der Stimme.
„Ja-ha. MACH ich doch!“, sagt das jüngste Kind, „Aber ich muss erst noch die Stifte sortieren!“
„In Ordnung. Allerdingst brauchst du nur den Bleistift und einen Radiergummi. Oder?“, sagt Frau … äh … Mutti. (Das fragende „Oder?“ am Ende ist ein pädagogischer Kniff, der dem Kind vermitteln soll, dass es viel schlauer als die doofe Mutter ist, die nicht mal weiß, dass man zum Schreiben IMMER einen Bleistift und einen Radiergummi braucht.)
„WEISS ICH!“, faucht das jüngste Kind und beginnt ein „Au“ zu malen.
„MIST! Jetzt hab ich mich verschrieben!“, schimpft es und radiert.
„Macht ja nix.“, beschwichtigt Frau … äh … Mutti in munterem Tonfall.
Das jüngste Kind beendet die Au-Reihe ohne weitere Zwischenfälle und beginnt die nächtse Reihe.
„MIST! Das wird ja KLEIN geschrieben, das „au“!“, schimpft das jüngste Kind.
„Ja, stimmt. Du musst dich konzentrieren!“, wagt Frau … äh … Mutti zu sagen.
„Ich KONZENTRIERE mich ja auch. DU lenkst mich ab!“, wütet das jüngste Kind.
Frau … äh … Mutti beschwört die Bratwürste, etwas leiser zu brutzeln, denn das Kind muss sich doch konzentieren. Nahezu lautlos stellt sie den Topf mit dem Blumenkohl auf´s Feuer, doch die Salzkörner platschen ohrenbetäubend laut ins Kochwasser und das jüngste Kind ist wieder abgelenkt.
„Das riecht saulecker!“, sagt das jüngste Kind.
„Hm, ja.“, erwidert Frau … äh … Mutti und macht einer auffordernde Geste Richtung Zettel, Bleistift und Kind. Dann müssen die Bratwürste gewendet gewendet werden und die gewünschten Pommes müssen in den Ofen.
Am Küchentisch macht es „Diiiisch!“
„Das ist mein Laserschwert!“, sagt das jüngste Kind und köpft mit seinem Bleistift beinahe eine Tulpe in der Vase.
„Na, dann brenn mal mit dem Laserschwert das Wort „Haus“ auf dein Arbeitsblatt!“, witzelt Frau … äh … Mutti und erntet für diesen netten Versuch nicht mal ein verächtliches Lächeln.
„Öch bön Darth Vader!“, röchelt das jüngste Kind.
„Nein, bist du nicht. Du bist ein Kind, das gleich mächtig Ärger bekommt, weil es seine Hausaufgaben nicht macht!“, Frau … äh … Mutti ist die Pädagogin abhanden gekommen.
„Ich SCHREIB ja. Aber du LENKST MICH AB!“, tobt das jüngste Kind.
„Ok. Ich bringe jetzt den Kompost weg und ich bin echt gespannt, wie weit du bist, wenn ich wieder komme. Ob du es schaffst, mich zu überraschen?“ (Lehrbuch Pädagogik, Rubrik Motivation)
Frau … äh … Mutti trägt die Kompostschüssel nach draußen, leert sie aus, schnuppert an den Traubenhyazinthen, zupft eine Brennnessel aus, beobachten den Erdbeerkater bei der Vogeljagd, beschließt nachmittags den Bux zu pflanzen, schlägt die Zeit tot und betritt nach fünf Minuten wieder die Küche.
„NAAAA? Wie weit bist du?“, fragt Frau … äh … Mutti.
„Ich schreib immer Maurer aber da steht Mauer!“, schluchzt das jüngste Kind und der Blumenkohl ist übergekocht.
Mutter hiflt beim Radieren, beschwichtigt und beruhigt und motiviert und redet und labert und die Fransen am Mund werden immer länger. Das jüngste Kind schreibt zweimal Mauer in die Reihe, extragroß, damit es schneller geht. Da sollte nun eigentlich eingegriffen werden, da sollte ermahnt werden, zum ordentlichen Arbeiten angehalten werden. Aber hey, das Mittagessen war fertig, das jüngste Kind und die Mutter auch. Und ausserdem warten noch einige Arbeitsblätter auf vollen pädagogischen Einsatz.

Seufz.

Feierabend

3. April 2007

(muss dem Erdbeerkater morgen erklären, dass er nicht der Prinz auf der Erbse ist, die Polster sind für die Terrasse)

Der Hase und der Vogel gehen morgen auf die Reise.

Ich geh nirgends mehr hin. (Tacos und ein Glas Wein und ein halber Liter Tee stehen bereit.)