Hausfrauen-Freuden im Schachtelsatz
5. November 2007
Mit leicht schlechtem Gewissen heute morgen bei Feinkost Albrecht das große Kind mit wärmenden Hüllen für die anstehende Skifreizeit versorgt, den eigenen Hals auch nicht vergessen und ein entzückend-pinkfarbenes Buff erstanden, einen Kaffee mit dem urlaubenden besten Vater meiner Kinder getrunken und quasi schon im Garten, um in der wundervollen Herbstsonne die erfrorenen Kapuzinerkressen, Paprikas und Tomaten auszugraben.
Nähmaschine heute nachmittag.
Sollte der Winter
4. November 2007
tatsächlich kalt werden, dann lächeln wir nur milde. Denn heute nachmittag haben die hinreissenden Bestien einen halben Kubikmeter Holz in den Bus geladen, wieder ausgeladen, in die Halle geschleppt, in den Garten geschleppt, zu ordentlichen Scheiten gespalten und diese unterm Schuppendach gestapelt.
Jetzt kann der Ofen in der Halle mächtig heizen, der Tischkicker und die Dartscheibe wieder genutzt werden und, was wirklich großartig ist, Frau … äh … Muttis anstehender Geburtstag gemütlich in der Halle und wildromantisch draußen am Lagerfeuer gefeiert werden. (Na? Lockt das?)
Die Kindelein haben rote Wangen und sind gründlich müde geschafft. Und ich bin mächtig stolz auf meine fleissige Meute.
Gesteigertes Vergnügen
3. November 2007
ist es, nach der Kreativ Messe mit der allerliebsten Freundin rasch zur IKEA zu fahren, um für sie eine Kommode und einen Küchenunterschrank zu kaufen.
Es ist Monatsanfang, es gab Weihnachtsgeld und daraus resultierend eine einstündige Wartezeit an der Kasse.
Erfreulicherweise war meine Rechnung deutlich niedriger als die der allerliebsten Freundin und das Stoffregal ist nun wieder bis obenhin befüllt.
Unerfreulich war die halbe Stunde im Restaurant mit der Familie am Nebentisch, die gemeinsam (drei Erwachsene) und lautstark ein etwa dreieinhalb Jahre junges Mädchen „erzog“. Erst nachdem es die letzten vier Pommes vom Teller gemümmelt hatte, durfte es ein Eis essen. Das Softeis bekam zur Untermalung eine Beschwerde der Mutter bei den anderen beiden Erwachsenen über die Verhaltensfehltritte der Kleinen in den letzten fünf Wochen. Die Kleine wurde immer kleiner, die Mutter immer lauter und letztlich mussten wir die Szene des Erziehungsgrauens verlassen. Kurz war ich in Versuchung, die Mutter zu bitten, etwas freundlicher zu sein und nicht zu vergessen, dass es sich um IHR Kind handelt, über das sie sich im herablassendsten Ton äusserte. Aber dies hätte wohl nur mir „Luft machend“ geholfen und dem Kind eine neue Tirade „siehste, es fällt sogar fremden Menschen auf, wie schlecht du dich benimmst“ eingebracht. Schauderhaft.
IKEA dekoriert Weihnachten übrigens lila-grün-glitzernd, was ebenfalls schauderhaft ist.
müde Beine, müde gesehen
2. November 2007
Es ist sinnvoll, zu einer Kreativ-Messe nicht mehr als 50,- Euro mitzunehmen. Und zu ignorieren, dass manche Stände tatsächlich eine EC-Karten-Zahlung zulassen. Noch sinnvoller ist es, die Messe nach Ausgeben der 50,- Euro dann auch zu verlassen, weil es einfach genug war.
Patchwork und Quilten liegt voll im Trend und mit wehem Herzen habe ich zugesehen, wie allerfeinster Stoff in handliche Quadrate zerschnippselt wurde. Mal ehrlich, das kann man dem Stoff doch nicht antun? Meterware gab es auch, an den Patchwork – und Quilt-Ständen, doch der Preis der Meterware erklärt, warum der Stoff nur quadratzentimeterweise verkauft wird.
Ebenfalls im Trend ist Patchworken und Quilten mit Papier, nur heißt es da anders, auch was Englisches/Amerikanisches. Papier (wunderschönes Papier, nebenbei bemerkt) wird zerschnitten und wieder zusammengeklebt und beglitzert und gelocht und gestempelt. Und das Ergebnis ist eine hübsche Karte.
Perlen gab es in allen Farben und Formen, gefilzt wurde, gestrickt, gehäkelt, gestickt, Glasmosaike geklebt und die Frauenmassen drängelten sich im Schnäppchenmarkt, um goldbesprühte Tortenspitze, Plastikscheren und merkwürdigen Kram zum Sonderpreis zu ergattern.
Wobei wir dann auch schon beim Thema wären: Frauen auf einer Messe.
Nun bin ich ja selbst eine Frau und werde mir wahrscheinlich den Hass sämtlicher Frauen die hier lesen zuziehen, doch ich muss es aussprechen: Frauen auf einem Haufen sind anstrengend. Viele Frauen auf einem Haufen auf einer Kreativ-Messe sind un-er-träg-lich. Es beginnt damit, dass sich an der Garderobe über horrende Garderobenpreise beschwert wird, geht über Schieben, Schubbsen, Drängeln und böse Blicke zuwerfen an den Ständen und endet Schnäppchen geiernd und Sachen-aus-der-Hand-reissen-weil-selber-haben-wollend.
Man sollte meinen, dass sich nur Schwestern im Geiste = kreative Frauen auf einer solchen Messe befinden. Frauen, die selbst mit Phantasie und ihren Händen arbeiten, die kreative Arbeit schätzen können. Und trotzdem ist es immer wieder zu beobachten: ein Objekt in die Hand nehmen, es der Freundin zeigen, entzückt sein, nach dem Preis fragen, das Objekt zurückWERFEN und mit der Freundin, empört ob der hohen Preise tuschelnd (oder laut keifend), von dannen ziehen.
Es gab viel Schund. Doch auch Schund hat Freunde. Es gab die Versteigerung einer Patchworkdecke zugunsten der Organisation Unicef, die sich gegen Kinderarbeit ausspricht. Ironischerweise verkaufte der erste Stand am Eingang bezaubernde Lavendelbärchen, Made in China, das Stück 2,50 Euro. Bleibt keine Frage offen, wer die wohl genäht hat.
Mein Fazit ist: Ich habe viel gesehen, einige Anregungen bekommen, hübsche Stoffe und Bänder gekauft und bin in meinem Vorurteil viele Frauen = viel Generve bestätigt worden.
Muss ich nicht noch mal machen.
besondere Merkmale: hasst Lavendel
1. November 2007
Der Kotzfrosch.