The best Muttertag ever
11. Mai 2008
ist es, wenn frau ganz hinten im Garten vor sich hinwurschtelt, ganz alleine, unterbrochen nur von einem netten Schwätzchen mit der Nachbarin.
(und der beste Vater meiner Kinder selbstgebackenen Rhabarberkuchen zum Frühstück kredenzt und gerade Pizza backend in der Küche steht.)
((das jüngste Kind sprach ein Gedicht, das mittlere Kind hatte Bauchschmerzen und das große Kind einen akuten Anfall von „ihr seid immer alle gegen mich“))
(((meine Muttertagsblumen habe ich mir selbst gekauft und sie in die Kästen auf der Terrasse und in den Garten gepflanzt)))
Neuer Rhythmus?
10. Mai 2008
Zu meinem eigenen Erstaunen spielt sich bei mir gerade ein „eleven to seven“-Rhythmus ein. Will heißen: allerspätestens um elf plumpst mir das Buch auf die Nase und um sieben springe ich voller Tatendrang aus dem Bett. Das ist sehr neu. Sehr ungewöhnlich. Aber nicht weiter interessant, eher eine Erklärung, warum Frau … äh … Mutti bereits am Rechner sitzt.
Denn eigentlich, eigentlich, wollte ich ja nur schreiben, dass Spiegel online mittlerweile bis einschließlich Donnerstag nächster Woche wirklich gutes Wetter für die Region meldet und ich nun sehr zuversichtlich bin, dass die zwei Folgetage ebenfalls großartig werden.
Desweiteren eine Information auf Anregung von Tanja: eine Liste darüber, wo die übernachtenden GPB (Gartenpartybesucher) in Nierstein zu finden sind.
Julianenhof:
– Frau Traumberg samt Familie
Friedrichshof: der Rest :-)
– Daniela mit Baby
– Carina ohne Blog, dafür mit Freund und Mut
– Familie Brüllen
– Teresa von weit, weit weg
Beim „Alten Vater Rhein“ (das kitschigste Haus mit allerfeinster Küche):
– Tante Liesbet
Frau IneS mit Familie übernachtet auch irgendwo in Nierstein, wahrscheinlich nicht unter einer Brücke. Vielleicht verrät sie es ja noch.
Die andere Tanja übernachtet mit Mann in Gau-Odernheim. (Warum … das muss sie Ihnen selbst erzählen)
Andrea mit ihren drei Männern übernachtet im gelben Haus gegenüber von der Tochterfreundinfamilie, was ziemlich auf dem Weg vom Julianenhof zur Grünen Villa ist. (und vom Friedrichshof nur ein kleiner Schlenker)
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Wer ganz große Lust hat, darf gerne am Sonntag nochmals zum Aufräumen und Reste vertilgen anrücken. Es ist nämlich so, dass der beste Vater meiner Kinder mit allergrößter Wahrscheinlichkeit am Sonntag morgen vor den anstehenden Aufräumarbeiten ins Ausland flüchten wird. Heißt: er verdrückt sich nach San José (der Schuft!) und Mutti darf nur hinterher winken :-)
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Ihnen da draußen ein wunderschönes Wochenende. Meines wird großartig, denn die Sonne lacht ja jetzt schon. (und die allerliebste Freundin kommt endlich mal wieder)
chen
9. Mai 2008
Blümchen, Bienchen, Kätzchen, Spargelchen, Weinchen, Kartöffelchen.
Müdchen.
Wenn …
7. Mai 2008
die Sonne jetzt ununterbrochen so weiterscheint (und die Spiegel-Wetterkarte zeigt NUR strahlende Sonnen bis einschließlich Montag, samt steigender Temperaturen) – kann es dann passieren, dass sich das schöne Wetter irgendwie aufbraucht und am übernächsten Wochenende (Sie wissen schon, DAS Wochenende) dann logischerweise allerübelstes Wetter samt Regen, Sturm und Hagel über uns hereinbricht?
Wer sich durch diesen Satz gekämpft hat, kann mir sicherlich virtuell beruhigend auf die Schulter klopfen, etliche Pro-gutes-Wetter-Argumente liefern oder wenigstens: „Also ICH komme auch bei schlechtem Wetter!“ sagen oder das Mütter-Mantra „Es gibt kein schlechtes Wetter, nur schlechte Kleidug für mich beten.
Kaffee. Ich brauche einen Kaffee.
back to the roots
6. Mai 2008
Als ich den besten Vater meiner Kinder kennenlernte, rutsche ich in die Szene. Die „3. Weltladen-Szene“, die verdächtige Szene der ewigen Ökos, der Weltverbesserer, der „Jute statt Plastik“-Taschenträger, der langhaarigen Bombenleger, der Batikhosenträger und der ewig betroffenen „Löcher in den Ärmel“-Streichler.
So war das 1991, ehrlich.
Eine Gruppe junger Menschen traf sich in einem Lädchen, das harmonisch mit Korkboden, Holzdecke und Ivarregalen eingerichtet war. Man traf sich einmal im Monat, diskutierte über die Herkunft von Tee und Honig, über das Schicksal von Kaffeekleinbauern und über den Sinn und Zweck von Kurkuma im Gewürzregal (kennt keiner, kauft keiner). In Nacht-und Nebelaktionen wurden Plakatwände mit Dispersionsfarben beschriftet („Kaffee vom Kleinbauern!“ später auch „fairwöhnen“), Einkauftouren zur gepa geplant und keiner von uns vielbeschäftigten Schülern und Studenten hatte Samstag Zeit, um den Ladendienst zu übernehmen.
Etwas später wurde aus dem 3. Weltladen das Fachgeschäft für fairen Handel. Holz und Kork mussten gehen, weiße Fließen zogen ein. Leichte, blaugebeizte Holzregale mit Metallrahmen waren nicht mehr vollgestopft mit angestaubten Waren, sondern präsentierten stolz Kunsthandwerk. Zwei alte kupferne Kaffeeschüten veredelten den Lebensmittelbereich und das Schaufenster wurde häufig provokant: „Dein Genick bricht“ auf dem Plakat von Amnesty International.
Die Weltladen-Mitarbeiter waren eine eingeschworene Truppe. Nach den Mitarbeiterversammlungen ging man Pizza essen, ab und zu mal zusammen ins KUZ oder zu einer gemeinsamen Fortbildung nach Dänemark, weil der eine Mitarbeiter dorthin ausgewandert war.
Der erste hochoffizielle Angestellte des Weltladens arbeitete in Nierstein, ein tolles Büro wurde eingerichtet, überhaupt war der Niersteiner Weltladen eine ziemlich große Sache, Vorbild für viele und mit großartigen Ideen fortschreitend unterwegs.
Es machte sehr viel Spaß dazuzugehören.
Und dann zogen wir, der zukünftige beste Vater meiner Kinder und ich, nach Bingen. Dort studierte er und ich arbeitete in Mainz. Der Kontakt nach Nierstein brach nie ab und der Kontakt zum Weltladen Bingen kam nie richtig zustande. Die Weltladenzeit ging zu Ende und unser erstes Kind wurde geboren.
Vier Monate nach der Geburt zogen wir zurück nach Nierstein. In die Nähe der Großeltern, der Freunde und – ja – des Weltladens. Doch mit jedem weiteren Kind blieb weniger Zeit für eine aktive Mitarbeit, irgendwann kauften wir nur noch unseren Kaffee dort und winkten den vertrauten Gesichtern hinter der Theke.
Seit ca. drei Jahren schiebt unser großes Kind zusammen mit seinem Patenonkel (Weltladen Gründermitglied :-)) Samstags Ladendienst, seit einem Monat schnuppere ich wieder Ladenduft.
Es ist alles anders. Die „Alten“ sind fast alle weg, sind Eltern mit anderen Prioritäten oder haben endlich mal anständig bezahlte Jobs. Zehn hochmotivierte Rentnerinnen sind das neue Rückgrat des Ladens. Der Laden geht ein wenig rückwärts, das Fachgeschäft mit Chrom und Glas verholzt und wirkt insgesamt wieder ziemlich plüschig. Aber er lebt, der Laden. Und ich mag ihn immer noch.
Das erste Schaufenster seit mindestens dreizehn Jahren durfte ich gestalten, ich kann es noch.
Spannend. Sehr spannend das Ganze.
(nächste Woche ein neues Schaufenster, um Ladenhüter zu neuem Glanz erstrahlen zu lassen … Fairlegtes, Fairkanntes, Fairgessenes. Ganz wie früher, aber ohne Dispersionsfarbe auf der Plakatwand)