Vorbilder

6. August 2008

Töchterlein soll das Bild ihres Vorbildes mit in die Schule nehmen.
„Ich habe kein Vorbild“, sagt sie. Beschließt dann aber, dass sie ein Bild ihrer Mutter mitnehmen will und das ist ein wundervolles Kompliment für mich.
Und eine kleine Bestätigung, dass das doch nicht so wahnsinnig falsch sein kann, was ich da mit meinen Kindern veranstalte. (Selbstverständlich ist das so, so lästern die bösen Zungen, die Kinder kennen es auch nicht anders. Kinder lieben auch die Eltern, die sie misshandeln. Schweigt still, ihr Stimmen)

Ich selbst würde mich nicht unbedingt als Vorbild wählen. Ich nehme stattdessen die Mutter des Freundes des großen Kindes, die ihren bettlägerigen Schwiegervater pflegt, dessen und ihren Haushalt wuppt, einen großen Garten wunderbar und ertragreich in Schuss hält, zwei klugen, pubertierenden Kindern die Freude und den Ehrgeiz am und zum Lernen erhält, jeden Tag frisch und gesund (mit Gemüse aus dem Garten) kocht und dabei immer lächelt. Und mir heute spontan einen großen Strauß Dahlien gebracht hat, denn „unsere Männer schenken uns ja keine Blumen“. Wir kennen uns kaum, der gemeinsame Kaffee wird verschoben und verschoben. Aber mein Herz ging heute weit auf und ein bißchen Heldenverehrung schlich sich ein.
Wie macht sie das? Wo nimmt sie die Kraft her? Und die Motivation? Tolle Frau. So möchte ich werden wenn ich groß bin.

Schnippsel

5. August 2008

Wohliges im Bauch, beim Blick ins Zimmer des jüngsten Kindes, das mit tiefroten Wangen und hochkonzentriert an seinen Hausaufgaben sitzt. Wie schön, wieder etwas mehr an seinem Leben teilhaben zu können, wie gut, dass die Ganztagsschulzeit vorbei ist.

Und (cat content muss sein) die Katerlinge prügeln sich noch immer zischend und fauchend durch die Wohnung. Wobei gestern abend Matze quasi aus Versehen dam schlafenden Martin die Ohren leckte. Es wird. Bestimmt.

„Der arme Lehrer!“, sagte das Töchterlein gestern und meinte es auch so. Der arme Lehrer hat nämlich von München nach Oppenheim gewechselt und kam so in den erholsamen Genuss von genau einem Tag Sommerferien.

Das große Kind amüsiert sich über zweideutige Aussagen und erzählt sie mir („Mama, der Musiklehrer hat gesagt, dass alle ohne Ständer hochgehen und sich einen runterholen sollen. MUAAHAAAHAAA!“). NOCH erzählt er mir das und das macht mich froh.

Frau Jette hat einen Award für mich. Das ist sehr freundlich. Wie immer stelle ich mich aber stur im Weiterreichen, denn es gäbe so viele. Und irgendwie haben wir uns ja alle schrecklich lieb. (Frau Jette, trauen Sie sich überhaupt noch her, jetzt wo das Haus verkatert ist?!)

Für die nächste Gartenparty werden Nummern vorbereitet. Vorsichtshalber.

Wenn …

4. August 2008

irgendjemand bereit wäre, mir 14 Millionen Dollar für einen 19seitigen Bericht mit Bildern über meine Kindelein zu zahlen … würde ich das dann tun? Würden Sie?

(Mal davon abgesehen, dass ich selbst neun Jahre nach der letzten Entbindung nicht so entspannt und huldvoll lächele, dass der beste Vater meiner Kinder keine blonden Strähnchen hat und dass wir die völlig unspektakuläre Anzahl von nur drei Kindern haben und die haben sogar alle die gleiche Hautfarbe. Und langweiige Namen.)

14 Millionen Dollar! Würde ich auch was von spenden, ehrlich.

Vor zwei Jahren fragte mal einer der privaten Sender an, ob wir nicht Interesse hätten, unsere tolle Familie in einer tollen Nachmittagssendung vorzustellen. „Nein!“, sagten die Kindelein, „Nein!“, sagten die Eltern. Die Gage stimmte aber auch nicht.

Erster Schultag

4. August 2008

und noch zwei Monate bis zu den Herbstferien.

Sicherlich hätte der erste Schultags-Nachmittag etwas ruhiger gestaltet werden können, wenn von den sechs Wochen Sommerferien zwei Stunden zum Einkauf von fehlenden Heften, Blöcken, Zeichenkastenpöttchen, Pinseln, Patronen und sonstiger Kleinkram wie neue Hallenschuhe für drei Kinder geopfert worden wären.

Irgendwie klappt es nur so: Weihnachtsgeschenke eine Woche vor dem großen Fest und fehlender Schulkram in der ersten Schulwoche. Und zwischen Heften, Umschlägen, Schnellheftern, Stundenplänen und Merkzetteln von der Schule zwei rasende Katerlinge, die dafür sorgen, dass noch ein bißchen mehr Durcheinander ins Gewusel kommt.

(Ich müsste jetzt lang und breit und lustig schreiben, dass ich das ganz gut so finde, aber ehrlich gesagt ärgere ich mich zimlich über mich und meine Unstrukturiertheit, die mir jetzt Stress und Magenschmerzen macht. Mpf.)

Danke

4. August 2008

für den Regen.
Der Garten jubelt. Die Luft ist kühl und duftet.

Leider nur draußen. Lüften ist ein wenig schwierig, mit den Katerlingen. Die sind nämlich neugierig und würden wirklich gerne raus in den Garten flitzen. Dürfen sie nicht. In vier Wochen ist die nächste Impfung fällig: Tollwut. Vorher geht es auf gar keinen Fall in den Garten (und von dort ins Ried und von dort in die Weinberge …).

Vier Wochen. Das sollten wir schaffen. Zum Lüften müssen wir die Katertiere eben immer in ein Zimmer sperren. Man wird einfallsreich.

Übrigens war diese Nacht deutlich besser als die letzte. Sie endete erst um kurz vor sechs und die Katerlinge schliefen durch. Perfekt. Gestern abend wagte sich sogar das Tigertatzikatzi ins Wohnzimmer auf sein Kissen. Eigentlich sah er nicht ängstlich aus, der große Kater, er wirkte vielmehr … resigniert: „Schon wieder“ oder „Immer ich“ oder „Könnt ihr nicht mal einen anderen Erzieher suchen?“
Die M&Ms produzierten sich mit Gefauche und geplusterten Schwänzen, doch ein Kater mit Aufzuchterfahrung lässt sich davon nicht beeindrucken. Müssen sie sich eben gegenseitig durch die Bude prügeln. Hach. So niedlich.

(und auch hier gilt das Mantra: Es ist nur eine Phase!)