Heute morgen

11. Februar 2009

von einem alten Mann mit Kippe im Mundwinkel zwanzig Minuten auf dem Kopf herumgefummelt bekommen. Zwei weitere alte Männer haben dabei zugesehen. Auf dem Boden türmten sich eine Menge grauer, gekräuselter Haare. Vor mir, direkt unter dem fleckigen Spiegel, lag ein Nasenhaarschneider.

Neun Euro bezahlt.

Und jetzt bin ich chic für Düsseldorf.

LingLingLiebe

10. Februar 2009

„Mööönsch Frau … äh … Mutti!“, sprachen die beiden Missen, „Es ist doch noch nicht Sommer, kannst uns doch nicht so nackt rumlaufen lassen“

(und so ein Halsband stützt ja auch nur wacklige Hälslein und wärmt nicht)

„Okeee.“, sagte Frau … äh … Mutti und machte mal.

Rosa. Weil es ist ja auch bald Frühling. Und rosa passt toll zu grünen Miss Linglings, die rosa Ohren haben. (und manche Mädchen mögen rosa und sind vielleicht traurig, wenn sie grüne Miss LingLings kriegen, auch wenn sie jetzt noch garnicht wissen, dass sie Miss LingLings kriegen)

„Viel besser!“, sagen die grünen Missen

Und von hinten auch nicht pfui.

(zeitraubend, aber spassig.)

Miss LingLing Design von der wunderbaren Frau Maki, digitale Umsetzung von der ebenso wunderbaren Frau Kunterbunt.

Grüner Samt aus dem blaugelben Möbelhaus, rosa karierte und gepunktete uralte Rosalifetzen, auch vom Schweden. Rosa Punkte-Schrägband von Frau Tulpe.

ok.

9. Februar 2009

Ich schreib das jetzt und wahrscheinlich schäme ich mich irgendwann dafür oder Sie da draußen knüppeln mich nieder oder drohen mit dem Jugendamt. Ich tu´s trotzdem.

Ich habe keine Lust mehr. Ich habe die Faxen so dicke!

Jeden Mittag hänge ich eine Stunde am Küchentisch und mache mit dem jüngsten Kind Hausaufgaben. Jeden Mittag korrigiere ich, mahne ich, ermutige ich, lobe ich, beschwichtige ich, erkläre ich, bringe ich bei und säusele in süßesten Tönen, um dem Kind nicht die Freude am Lernen zu verderben.

Am Liebsten allerdings möchte ich schreien und toben. Und das Kind an der Schulter packen und ein bißchen schütteln, damit es sich doch ENDLICH mal konzentriert. Und ein BISSCHEN mitdenkt. Und schneller arbeitet. Und sich auch für die nächste und übernächste Aufgabe mal merkt, was ich da gerade erklärt habe. Und mal LOGISCH denkt. Und sich nicht dauernd ablenken lässt. Und überhaupt: was tut der Kerl denn morgens in der Schule? Dann, wenn alle anderen Kinder die Aufgaben erklärt bekommen? In der Nase bohren? Warum ist diese doofe Lehrerin nicht aufmerksamer und erklärt ihm, was er nicht kann? SIE kriegt Geld dafür, ich nur graue Haare.

Weia. Ich hab solch einen Brass.

Gut, dass ich´s mal geschrieben habe. Jetzt habe ich wieder Luft für die letzten zehn Rechenaufgaben.

*****

Mit Abstand, Milchkaffee und Keks.

Es ist so wie es ist. Das jüngste Kind bekommt, trotz medikamentöser Unterstützung, nicht den ganzen Unterrichtsstoff mit. Noch nicht.

Bis zum Sommer letzten Jahres ging er in eine Klasse mit acht Kindern, die von zwei Fachkräften unterrichtet wurde. Jetzt geht er in eine Klasse mit 25 Kindern und einer Lehrerin, jeden Freitag arbeitet er in einer Kleingruppe mit einer Förderlehrerin.

(für alle, die neu hier lesen und immer noch nicht im Archiv blättern können: das jüngste Kind leidet an einer auditiven Wahrnehmungsstörung. Dies bedeutet, dass er ungefiltert die gesamte Geräuschkulisse um sich herum aufnimmt und nur unter größter Anstrengun die relevanten Geräusche wie Sprache, insbesondere die der Lehrerin, herausfiltern kann. Das ist jetzt ein Fluch, kann aber später ein Segen sein, wenn er mit ´nem Freund in der Küche beim Kaffee sitzt und trotzdem hört, was im Zimmer nebenan passiert. Weiß ich aus eigener Erfahrung. Dies ist EIN Aspekt, der ihm den Schulalltag etwas schwerer macht. Obendrein ist er ADSler, ein Träumerchen. Ausserdem ist er entwicklungsverzögert und Legastheniker.)

Die Hausaufgaben sind eine Möglichkeit, in Ruhe den Unterrichtsstoff zu wiederholen. Das kann er aber nicht alleine, da er oft Erklärungen braucht, weil er morgens im Unterricht etwas versäumt hat. Wenn ein neues Thema begonnen hat, müssen wir bis zum „klick!“ üben. Das „klick!“ kann ich beinahe hören, aber auf jeden Fall in seinen Augen blitzen sehen. Und von da an läuft es dann wie geschmiert. An manchen Tagen kommt das „klick!“ nicht. Oder sehr spät. Oder ich tue nicht genug dafür, um es herauszukitzeln, weil ich selbst lustlos bin. Solche Tage sind Mist und es tut mir immer wahnsinnig leid für das Kind, das doch eigentlich nichts dafür kann.

Ich habe keine Ahnung, wie lange ich mit ihm gemeinsam Hausaufgaben machen muss. Noch ist es für ihn kein Problem, Erklärungen von mir anzunehmen. Wir arbeiten gut zusammen. Doch manchmal macht es mich müde, traurig und mutlos, wenn ich kein Ende absehen kann. Dann kocht die Wut auf irgendwen/irgendwas hoch. Unproduktive Wut. Sinnlose Wut. (früher bin ich eine rauchen gegangen, jetzt schreibe ich Blogartikel)

Wissen Sie, was so richtig toll ist?

Egal wie nervig und anstrengend die Hausaufgaben waren, wie frustierend und zermürbend … das Kind setzt sich am nächsten Tag wieder voller Eifer und Elan an die nächsten Aufgaben. Und er liebt die Schule.

Das baut dann irgendwie wieder auf.

Ungleichgewicht

9. Februar 2009

Der Eisenwert hat eine ganz annehmbare Höhe erreicht, was mir ungeahnte Energie verleiht. Statt müde, mit brennenden Augen, auf dem Sofa vor mich hin zu vegetieren, bin ich voller Tatendrang.

Unglücklicherweise haben die letzten Wochen „gemäßigter Bewegung“ dazu geführt, dass meine Muskeln gar keine Lust mehr auf Tatendrang haben. Einen Wäschekorb in die Halle zu tragen ist eine Art work-out, den Staubsauger durch die Küche zu schieben ist vergleichbar mit zehn Minuten auf der Rudermaschine.

Und das nervt.

Ich WILL ja wuseln. Ich kann´s nur nicht in dem Maße, wie ich´s will. Und das liest sich jetzt wir die dämlichste Ausrede der Welt.

und obendrein bringe ich meine innere und äußere Schönheit in Einklang. Nach dreieinhalb Stunden an der Stickmaschine, in denen mehrere Sachen gründlich schief gingen, ist es mit der inneren Schönheit nicht so weit her. Hoffentlich passt sich die äußere Schönheit nicht zu sehr an, sonst krieg ich Warzen mit dicken schwarzen Haaren drauf. Ich riskiere dennoch eine Dusche.

Bisher habe ich mich immer  mit Wildrosen verwöhnt, mit Sanddorn vitalisiert oder mit Citrus erfrischt. Heute also Ausgeglichenheit. Ohm.

(Hallo liebe Weledamenschen, ich mach hier Werbung und habe obendrein am Samstag 75,- Euro für Cremes, Lotions, Öle und Duschgels ausgegeben. Schmeisst mal ein paar Pröbchen rüber!)