Achatina fulica

17. Oktober 2009

oder die gemeine Achatschnecke. Neun Stück davon leben bei uns. Und eigentlich sind die Kindelein für deren Wohlergehen verantwortlich.

„Habt ihr schon die Schnecken gefüttert?“

„Die Schnecken haben Eier gelegt, wer macht die raus?“

„Die Schnecken brauchen frische Erde, wer macht sauber?“

Manchmal bin ich dieser Ermahnerei ein wenig überdrüssig und erwäge folgende Lösung:

(Spässchen, liebe Tierschützer und Schneckenliebhaber. Nur ein geschmackloses Spässchen.)

Erleichterung

17. Oktober 2009

Ich träumte, das Töchterlein habe sich die Haare sehr kurz geschnitten und dunkelrot gefärbt. Ausserdem habe sie von der Patentante ein gar grauseligen Pulli gestrickt bekommen und ich solle diesen und die neue Frisur loben.

Ein kurzes Telefonat mit der Tochter, die sich just in diesem Moment auf der langen Heimreise von Frankreich hierher befindet, brachte immerhin große Erleichterung bezüglich der Frisur. Tochter ist weiterhin hellblond-langhaarig.

Von einem komischen Strickpulli erzählte sie nicht, nur dass sie sich sehr auf daheim freut. Ihre erste Frage galt im Übrigen weder dem Befinden ihrer Eltern oder gar dem ihrer Brüder, sondern lediglich dem der herzallerliebsten Calcaratas. Sie weiß eben Prioritäten zu setzen.

(ihre Brüder aber, die vermissen sie schmerzlich. Und diese stimmt wiederum mich sehr froh, denn es  gab auch schon Zeiten hier, da sich die Kindelein der Reihe nach bei mir beschwerten, weswegen sie kein Einzelkind sein dürfen.)

Irgendwann, am späten Abend heute, ist die Familie wieder komplett. Gut so.

Das feudale Frühstück ist als absolut gelungen und sehr sättigend zu bezeichnen. Da ich ja eigentlich nie frühstücke, war ich nach zwei Brötchen (einmal mit verschiedenem Fisch, einmal mit verschiedenen Käsesorten und Quittengelee), einem klitzkleinen Nußnougatcroissant und einem Schüsselchen Obstsalat (für die Figur) leider schon satt. Beinahe bereute ich, keine große Tupperdose mitgenommen zu haben, denn was passiert denn in der Gastronomie mit den ganzen Lebensmitteln?

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Als wahre Bloggerin hatte ich natürlich –natürlich –  die Kamera dabei. Das Leben und jedes noch so banale Ereignis muss ja dokumentiert und veröffentlich werden. Und so knippste ich meine Fischauswahl und die Käse schneidende Hand der Freundin, die nie Zeit hat und den bunten Teller der Mutter der besten Tochterfreundin und mein Glas mit Karotten-Orangen-Saft und einige andere festhaltenswerte Dinge mehr. Das Meiste davon in orange.

Zum Essen legte ich die Kamera auf die Fensterbank neben mich und dachte, dass das kein guter Platz für eine Kamera ist, denn dort vergisst man sie garantiert leicht. Natürlich – natürlich –  vergaß ich die Kamera genau dort, auf der Fensterbank und bemerkte dies eine Stunde nachdem ich wieder daheim war. (und ein riesiges Päckchen aus Halle ausgepackt hatte, das vollbepackt mit vielen, vielen tollen Kleinig- und Großigkeiten und  wundervollen selbstgestrickten Socken (angeblich mit Rapporfehler, aber wer weiß schon, was das ist und wie so was aussieht) war und mich sehr, sehr, sehr erfreute. Danke, liebe Frau mit dem wunderbaren Nachnamen!) Ein kurzer Anruf in Oppenheim stellte immerhin klar, dass die einsame Kamera auf der Fensterbank die meinige, bzw. die des besten Vaters meiner Kinder, ist und dass die Kamera ordentlich weggeschlossen wird, bis ich sie auslösen komme.

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Frühstücken mit Freundinnen ist übrigens eine wunderbare Sache, die leider nur viel zu selten zustande kommt. Das tut natürlich – natürlich – unseren Hüften und Geldbeuteln gut. Ich wünsche mir manchmal, dass irgendein ein Fotograf ganz heimlich, vielleicht hinter einer Säule hervor, eine ganze Menge Aufnahme macht. Drei Frauen am Tisch, fröhlich essend und schwätzend, ganz entspannt und ohne Alltagssorgen. Vielleicht muss er nicht unbedingt fotografieren, wie sich die eine, deren Blog Sie gerade lesen, mit Frischkäse am Finger an der  Stirn, direkt am Haaransatz, kratzt, aber vielleicht gelänge es ihm, die Stimmung einzufangen. Denn diese Stimmung könnte ich mir dann anschauen, wenn die Alltagswogen wieder über mir zusammenschlagen. Eine kleine Rettungsinsel, sozusagen.

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Noch sind allerdings keine Alltagssorgen in Sicht, denn die Söhne haben sich selbständig um ausreichende Ernährung gekümmert und obendrein in einem Anflug von „Mama ist nicht da und wir machen was ganz Verrücktes“ das Zimmer ihrer Schwester komplett aufgeräumt und geputzt, damit die morgen gerne wieder heimkommt.

(Töchterlein hat übrigens ganz brav eine Ansichtskarte geschrieben. Seitdem ist der große Sohn etwas unleidlich, weil er auch dringend an Felsen klettern muss. Sonst wird er nie mehr glücklich sein können.)

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Ich hatte es bereits erwähnt, tue es aber gerne wieder, mit reinem Gewissen:

Liebe Eltern mit sehr kleinen oder halbkleinen Kindern, Sie, die Sie gerade mal wieder so müde sind, weil Sie Schlaf nur noch aus Büchern kennen oder Sie, die Sie nicht mehr ein noch aus wissen, weil das Kind mit nichts mehr zufrieden zu sein scheint und auch Sie, die Sie nicht mehr wissen, wie Sie mit Kind und Job und dem ersten Herbstschnupfen samt Fieber jonglieren sollen!

Halten Sie durch! Alles wird gut. Es kommt eine Zeit, da Sie wieder das Haus ohne Kinder verlassen können, ohne vorher Babysitter anzuheuern. Die Zeit der ständigen Infekte ist auf einmal vorbei, es wird Ihnen allerdings erst dann auffallen, wenn im Zeugnis bei „Fehltage: keiner“ steht. Irgendwann werden Sie morgens aufstehen und denken: „Irgendwas ist anders?!“ Keine Sorge, das ist nur das Gefühl, das man hat, wenn man acht Stunden am Stück geschlafen hat und einfach ausgeschlafen ist. Das kommt wieder, ehrlich! Sie werden irgendwann für Ihre Erziehungsmühen in den ersten … sagen wir sechs Jahren … belohnt. Es lohnt sich, diese ganze blöde Hausarbeit mit den Kindern zusammen zu machen, denn dabei lernen die, wie das geht und können es irgendwann. Können Staub wischen, Staub saugen und klebrige Tische abwischen. Notfalls auch ein Klo putzen. Sie können kochen und hinterher ihren Kram wegräumen. Irgendwann werden Sie, so wie ich gerade, mit einem Tässchen Kaffee, das Ihnen ihre beinahe 14jähriger angereicht hat, dasitzen und denken: „Wow. Hab ich irgendwie gut gemacht.“

Ehrlich. Versprochen. Dranbleiben!

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Liebe Eltern von Kindern in der Pubertät!

Durchhalten. Die machen das nur, um uns ins Sicherheit zu wiegen und damit wir ihnen den Bockmist von neulich verzeihen. Angeblich wird es nach der Pubertät besser. Habe ich gehört. Von einer die eine kennt, die das irgendwo gelesen hat.

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Schönes Wochenende Ihnen da draußen.

kann nur besser werden

16. Oktober 2009

Heute nacht von toten Babys in Plastikwannen geträumt und von dicken Männern, die als Korken in der Wand steckten, bevor sie mit einer gewaltigen Wasserfontaine herausploppen. Ich bin mir nicht sicher, was mein Unterbewusstsein mir mitteilen wollte. Evtl. will ich es gar nicht wissen.

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Habe den gestrigen Abend im Nähzimmer verbracht. Der beste Vater meiner Kinder leistete mir Filme schneidend Gesellschaft, während ich ein gar allerfeinstes Täschchen, das ein „Danke!Danke!Danke!“ ist, zuschnitt und beinahe fertig nähte. Gleichzeitig dudelte der Fernseher und ich hörte mit halbem Ohr, wie zwei sehr junge Mädchen im Rahmen einer Castingshow die amerikanische Nationalhymne misshandelten. Und war sehr froh, dass Mr. Obama ein friedlicher Mensch ist. Der Vorgänger hätte solch eine Quälerie bestimmt geahndet.

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In einer halben Stunde kommen die Mutter der besten Tochterfreundin und die Freundin, die nie Zeit hat und holen mich ab. Zu einem feudalen Frühstück luden sie mich. Letztes Jahr, zu meinem Geburtstag. Jetzt habe ich fast schon wieder Geburtstag und es wird Zeit, Gutscheine einzulösen. (liebste Lakritzefrau, wir haben da auch noch eine Rechnung offen)

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Der beste Vater meiner Kinder hat heute seinen letzten Arbeitstag vor dem Urlaub, morgen kommt die Tochter nach Hause und die Hälfte der Herbstferien ist irgendwie schon wieder verflogen. Zeit. Ach Zeit.

Welcome back?

15. Oktober 2009

Das Knie ist so dick, dass ich zwei draus schnitzen könnte.

Ich wollte sie ja in Rente schicken, die Frau Knie, oder wenigstens dorthin, wo der Pfeffer wächst. Stattdessen trage ich sie morgen zum netten Orthopäden mit der langen Nadel. Glauben Sie mir, mir ist zum Heulen.

(dick trotz minimalster Belastung, ich verstehe es nicht.)