kurz und knapp
7. Dezember 2009
– Bis halb zwei an der Nähmaschine gesessen, weil ich dringend diese Tasche für mich wollte. Und viermal komplett auftrennen musste. Und abschneiden musste. Und wieder dranfrickeln musste. Jetzt ist das Ding schief, aber hübsch, ich werde bestimmt noch mit einem Bild prahlen.
– mit schlechtem Gewissen, weil es so spät war, ins Bett gegangen. Zur Strafe nicht schlafen können und unruhig im Bett herumgewälzt.
– rasch zum Orthopäden geflitzt, erfahren, dass nicht er, sondern der Kollege operiert. Darüber etwas gefrustet sein.
– das Rezept für Unterarmgehstützen dankend abgelehnt, weil ich hab ja schon drei Paar. Obwohl mir ein Paar gelbe Stützen in der Sammlung noch gefielen.
– das Rezept für die blöden Thrombosespritzen zähneknirschend in Empfang genommen.
– das Rezept für Ibuprofen 600 zu den Unterlagen gepackt.
– das Rezept für die Bewegungsschiene (die Wii-Knie, Sie erinnern sich) wurde vorbereitet und bei Bedarf ausgestellt.
– das Rezept für sechsmal Krankengymnastik zu den Unterlagen gepackt.
– den Orthopäden gefragt, ob es ein OP-Bonusheft gibt und ob man nach fünf Operationen beispielsweise eine Nasenkorrektur bekommt. Vom Orthopäden gehört, dass ich das doch nicht nötig habe. Nun bin ich aber nicht sicher, ob er die Korrektur meinte oder eine fünfte Knie-OP.
Ausserdem vom Orthopäden ans Knie gefasst bekommen. Aber das war mehr so freundschaftlich.
– mit dem besten Vater meiner Kinder gewettet, dass der Meniskus rausgenommen wird, weil das mit dem Reprieren nicht klappen wird. Würde bedeuten, dass ich schon nach einer Woche statt erst nach sechs Wochen wieder laufen kann.
– nebenbei einen Kaffee runtergestürzt, die Unterlagen für die Tagesklinik zusammengerafft und jetzt los: Anästhesiegespräch. (immerhin hab ich den Bogen schon komplett ausgefüllt, das sollte also schnell gehen)
– Die Kindelein bei den Großeltern eingemietet und nach dem Gespräch: Extrem-Stadtbummeling.
– (to-do-Liste schrumpft)
Vögel, die abends feiern,
6. Dezember 2009
frisst morgens die Katz´.
Bittere Erkenntnis für sechs halbwüchsige Jungs, die die Nacht zum Tag machten und erst gegen halb sieben einschliefen. Denn drei der Nachteulen mussten bereits um neun das Haus verlassen, die Generalprobe des Weihnachtsballs stand an. Eine Nachteule sollte um halb zehn daheim sein, weil die Familie einen Ausflug zu Freunden plant. Die fünfte Nachteule beschloss, im eigenen Bett weiterzuschlafen und die sechste Nachteule, meine Nachteule, kroch gerade eben aus den Federn, sehr zerknautscht. Und bei der Information, dass heute noch Englisch und Latein auf dem Programm stehen, wich das letzte bißchen Farbe aus den fahlen, übernächtigten Wangen.
„Gefeiert“ haben die Jungs übrigens mit Bruce Willis, den sie erst langsam, dann noch langsamer und dann erst recht sterben ließen. Und den vierten Teil gab es wohl auch noch, ich gestehe, da schlief ich schon selig.
Verspeist haben sie siebzig Pizzabrötchen. Zwei Klappboxen voll Zutaten (Pilze, Schinken, Salami, Käse, passierte Tomaten und Brötchen) schleppte der beste Vater meiner Kinder in die Grüne Villa. Die Boxen sind leer und der Rekord waren einundzwanzig Pizzabrötchen (= halbiertes Brötchen mit Belag) hintereinander weg ohen Übelkeit oder Völlegefühl. Diese Jungs sind so groß oder größer als ich, wiegen aber etwa die Hälfte. Wo essen die das hin?
Ein Kasten überzuckerter Limonade verschwand genauso in den unersättlichen Mägen, wie zwei sehr große Schüsseln Popcorn. Sie sehen mich beeindruckt.
Große Jungs freuen sich übrigens genauso über gefüllte Schuhe, wie kleine Jungs.
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Pizzabrötchen
20 Baguettebrötchen (zum Aufbacken)
200g Salami
200g Schinken
200g Käse
1 Packung passierte Tomaten
frische Champignons nach Lust und Laune
1 Becher Sahne
Kräuter der Provence, evtl. Salz, Pfeffer (muss meistens nicht, weil Salami und Schinken würzig genug sind)
alle Zutaten sehr fein schneiden, bzw. den Käse reiben, miteinander vermengen. Die Brötchen halbieren und die Pampe draufkleistern. Bei 180° Ober/Unterhitze für ca. 25 Minuten in den Ofen.
(lassen sich gebacken eingefrieren und dann wieder aufbacken)
Hätte ich
4. Dezember 2009
nicht bereits den ersten Kaffee getrunken, als die Arzthelferin meines Orthopäden anrief, um mir den OP-Termin mitzuteilen, könnte ich jetzt beim Hausarzt sein, um aktuelle Blutwerte nehmen und ein EKG schreiben zu lassen. StattdessenTermin: Dienstag morgen, nüchtern bitte.
OP-Vorgespräch und Anästhesieaufklärung am Montag, zuerst in Oppenheim, dann in Mainz. Hinterher ein keiner Bummel, zu Ablenkung und auch weil da dieses Fest vor der Tür steht.
Daheim: gründlich durchputzen, eine Fuhre Spritzgebäck backen, die Weihnachtsgeschenke, die für genäht werden sollen, fertigmachen (Blödsinn, schaff ich nicht, zu viele Idee für wirklich zu wenig Zeit), Weihnachtskarten (oder wenigstens die Adressen) heraussuchen, ein paar Mahlzeiten für betreuungsschlechte Tage vorkochen, das letzte Weihnachtsschnickeldi in die Zimmer werfen, mit dem Jüngsten für Mathe, mit der Mittleren für Französisch lernen und den Großen mit Englisch- und Lateinvokabeln quälen, den Geburtstag des Großen feiern, eine Menge Schuhe mit Nikoläusen füllen (was müssen die Kumpel auch von Samstag auf Sonntag hier übernachten? SEHR raffiniert von den Eltern :-)), ein bißchen Wäsche waschen, mit der Mutter der allerbesten Freundin und der Freundin, die nie Zeit hat am Samstag nachmittag Geburtstagskaffee trinken und über aktuelle alte-Frauen-Gebrechen jammern, Lesestoff und ablenkendes Filmmaterial besorgen und sich freuen, dass vor lauter Hektik erst gar keine Angst vor der OP aufkommen kann. Apropos OP: die ist am Donnerstag. Und ich möchte meinen Orthopäden küssen dafür, dass er es so schnell möglich gemacht hat.
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Der Weihnachtsmarkt allerdings ist für mich gestrichen. Oma Eis muss alleine frieren.
Auch das traditionelle Weihnachtsblasen mit Glühwein am 23. Dezember findet wohl eher ohne mich statt.
Wer das Essen an Heiligabend zubereitet, ist schon beinahe geklärt, da die allerliebste Freundin mit Serviettenknödeln experimentieren will. Und Oma Eis eine Rehkeule versprochen bekam. Der Rest – findet sich.
Silvester werde ich eher nicht tanzen, aber optimistisch für´s kommende Jahr mein Glas heben.
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Angesichts der langen to-do-Liste da oben, werde ich nun meinen Kaffee in Ruhe leeren und mich ins Vergnügen stürzen.
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Für die Menschen vom Fach: auf der Überweisung steht: Außenmeniskusläsion rechts(wahrscheinlich passiert, als ich da neulich, noch mit Krücken unterwegs, auf nassen Fliesen ausrutschte und mit dem fast frischoperierten Knie schrägundkomisch abbremste. Tat sehr, sehr weh.), Innenmeniskushinterhornläsion rechts (das ist dieser Riss quer durch, den die gute Hausfrau gerne mit Buttercreme füllen würde, weil der Orthopäde dauernd von dem Meniskus, der die Form eines Kuchenstücks hat, sprach) und ausserdem, ganz neu für mich Patellakompressionssyndrom rechts. Patella ist die Kniescheibe, so viel ist klar. Kompression ist Druck, denke ich. Wo drückt die Kniescheibe und wieso weiß das der Orthopäde und ich nicht? Und was ist es genau? Wissen Sie es oder muss ich meinen Fragenkatalog bis Montag um eine weitere Frage verlängern?
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Hat jemand da draußen Staffeln von „Friends“ oder „Gilmor Girls“ zum Verleihen? Weil die Ärzteserien habe ich erstmal satt. Ich gehe pfleglich mit geliehenen DVDs um und ein Dankeschön gibt´s bei Rückgabe auch.
Pleeeeeaaaase! *bambieyes*
Danke, Danke, Danke!
Ich bin nun Bestens versorgt und muss mich für ein halbes Jahr lang (ungefähr) nicht um Unterhaltung sorgen :-)
Schmuck und so
3. Dezember 2009
Seit drei Jahren habe ich einen Charlotte-Ring.
Mir gefiel die Idee, einen Ring als Basis für verschiedenstes Schnickeldi zu haben. Dabei ließ ich außer acht, dass dieses Schnickeldi mächtig viel kostet. Nach Weihnachten ergatterte ich einen reduzierten Advenskalender, dessen Inhalt sich als eine Menge Plastikkram entpuppte, nicht ganz schön, aber auch nicht ganz schlecht. Um die Plastiksterne und -blümchen mit dem Ring kombinieren zu können, leistete ich mir einen Einsatz mit Saphir. Und zertrümmerte mir kurz darauf irgendwie den Saphir, so dass der gesamte Aufsatz nur noch hässlich war.
Und so trug ich stets mein Grundmodell, einen breiten Edelstahlring mit Onyxperle.
Zum Geburtstag überrecihte mir der beste Vater meiner Kinder eines dieser verheissungsvoll-kleinen Päckchen und darin fand ich einen Einsatz für meinen Ring mit einem Amethyst. Und weil ich heute so einen Anfall von Kreativität ohne Nählust hatte, kramte ich meine Fimo-Restbestände hervor und knetete.
Erste Ergebnisse kann ich vorzeigen. Fliegenpilz und Spiegelei sind leider zerbrochen, doch ich gebe nicht auf. Ausserdem plane ich so ein paar Sächelchen aus Stoff und vielleicht auch was Gefilztes. (was bedeutet, dass das große Wollepaket, welches am Samstag auf die Reise geht, ein klitzekleines bißchen kleiner ist, liebe Anja).
Hier also Charlotte meets Fimo, erster Versuch:

geht so.
Aber der zweite Versuch gefällt mir arg gut.

Warum ich jetzt nur die ganze Zeit „Lollipop“ vor mich hinsumme und den Zeigefinger aus dem Mundwinkel ploppe, bleibt mir ein Rätsel ;-)
Wenn
3. Dezember 2009
der Orthopäde meines Vertrauens es schafft, das benötigte Equipment (komische Zuckernägel und so) rechtzeitig zu beschaffen, liege ich Mittwoch oder Donnerstag nächster Woche auf dem OP-Tisch, lasse mir den Innenmeniskus zusammennageln und -nähen und den Außenmeniskus glätten.
Das wäre überaus günstig, da der beste Vater meiner Kinder über die Feiertage und auch danach noch Urlaub hat und ich sechs Wochen Krückenlaufen vor mir habe. Krücken und Haushalt passen nicht zusammen.
Sollte das alles nicht klappen, steht der OP-Termin am 24. Januar im Kalender und das ist aus mehreren Gründen äußerst ungünstig, von den Schmerzen, diemich dann etwas länger begleiten noch begleiten mal ganz abgesehen.
Der Orthopäde meines Vetrauens plauderte übrigens aus dem Nähkästchen. Ihm habe man auch versucht den Meniskus zu flicken, doch habe das nicht funktioniert, weil er die „Schonzeit“ nicht eingehalten habe. Vier Wochen nach seiner OP war der Riss wieder da. Sein Meniskus sei jetzt bis auf die Rissbasis entfernt.“ … und Arthrose … naja. Vielleicht gibt es ja in zehn Jahren was, was man sich ins Knie spritzt und daraus wächst dann ein neuer Meniskus“, sprach er.
Das ist natürlich nicht wirklich ermutigend, aufbauend oder gar tröstend. Aber gerade weil er so offen spricht, mein Orthopäde, habe ich Vetrauen, dass er das so gut wie ihm möglich erledigt. Und in zwei Jahren oder so vertraue ich ihm dann mein linkes Knie an. Habe ich ihm vorhin versprochen :-)