„Warum nur,“
5. Mai 2011
Frau … äh … Mutti, „Warum tun Sie nicht endlich mal was gegen den Giersch im Garten?“
Na! Deshalb:

Soll ich die etwa verjagen?
Der dicke Martin war übrigens höchst interessiert am grünen Gartenbewohner und fand es gar nicht witzig, dass wir ihn ständig wegscheuchten. Wäre aber gar nicht nötig gewesen, denn das Objekt seiner Begierde wehrte sich mit fiesem Gestank :)
Hoch die Tasse L
5. Mai 2011
Das Tässchen verführt zu darstellerischen Meisterleistungen und hat diesmal eine wirklich ungenießbare (aber sehr jahreszeitliche) Füllung.
Da.
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Nachtrag: das Buch, das mit dem Tässchen reist, ist nun beinahe voll. Ich bitte die Kaffetrinkerin, die keinen Platz zum Eintragen mehr findet, ein neues Buch zu besorgen und mir das volle Buch zu schicken. Die Kosten übernehme ich selbstverständlich.
Logische Konsequenz:
4. Mai 2011
die frühe Joggingrunde mit der Zubereitung von einem Liter Himbeer-Brombeer-Eis zu ergänzen.
(Sonnenschein macht komische Sachen mit mir)
Was man nicht im Kopf hat,
3. Mai 2011
hat man in den Füßen.
Blöder Spruch. Musste ich mir früher oft anhören.
Leider ist er nur allzu wahr, denn da ich leider nicht in der Lage war, mir drei Dinge gleichzeitig zu merken, muss ich nochmal los, um die vom Großen verschmähten Klamotten zurück zu Hager&Mager zu schicken. Immerhin habe ich daran gedacht Tintenpatronen zu kaufen und ein Päckchen einzuwerfen.
Das passiert mir übrigens ständig, dass ich doppelt gehen muss, weil ich etwas vergessen habe. Das Einzige, was dagegen hilft, sind ausführliche Merkzettel, aber die verlege ich. Muss nicht ein Kind, um bei einer dieser Untersuchungen beim Kinderarzt (U7?U6?) bestehen zu können, mehrere Dinge in Folge erledigen können? Nun denn, ich würde dann wohl durchrasseln. :)
„Geh nie mit leeren Händen!“ ist auch so ein Spruch aus meiner Kindheit. Und obendrein ein Spruch, den ich meiner Familie genauso gerne um die Ohren haue, wie man dies früher bei mir tat. Und ich versuche auch wirklich mich selbst daran zu halten. Denn es ist ja auch sinnvoll, wenn man sowieso gerade in den Keller muss, um nach der Waschmaschine zu schauen, den Müll mit runterzunehmen. Und mit dem Wäschekorb gerade noch schnell Toilettenpapier mitzugreifen. Drei Dinge. Müll, Wäsche, Toilettenpapier. Nicht schwer. Und trotzdem würde ich in drei von vier Fällen nochmals nach unten gehen, um nach der Waschmaschine zu sehen. Das, was ich ursprünglich vorhatte und mit Begleitaufgaben eingepackt hatte – ist vergessen.
Einkaufszettel schreibe ich nie, weil ich weiß ja was fehlt. Denke ich. Vor vollen Regalen oder Kühltheken freue ich mich, dass der beste Vater meiner Kinder einen Einkaufszettel geschrieben hat, weil der kann ohne den nicht einkaufen. Ich brauche ja nur deshalb keinen zu schreiben, weil er einen schreibt :) Ausserdem bin ich Impulskäufer. „Hurra, Zitronengras! Ich hab da doch neulich ein Rezept gelesen, für das man Zitronengras brauchte!“ „Und was brauchst du außer Zitronengras dafür?“ „Keine Ahnung, aber ich glaube Ingwer passt prima dazu. Oder schau mal, diese Pilze, sehen die nicht lecker aus?“
Daheim kommt dann die große Herausforderung, aus unterschiedlichsten Lebensmitteln wirklich schmackhafte Mahlzeiten zu zaubern.
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Sie fragten nach Eisrezepten. Ich habe da dieses eine Buch von Frau Barcomi, in dem finden sich einige feine Rezepte. (das Karamelleis ist großartig). Bei den Küchenteufeleien hab ich mir unter anderem die Brause-in-Eis-Inspiration geholt und ansonsten: die üblichen Verdächtigen Rezepteseiten im Netz.
Oder einfach wild drauf losmixen. So bekamen wir nämlich das große Glas „Samba dark „leer, das selbst uns Schokosüchtlingen zu mächtig war. Zusammen mit Sahne und gerösteten Haselnüssen ergab sich nämlich ein Eis, das beinahe so schmeckte, wie das Bacio-Eis beim Eismann unten am Rhein. Nur besser.
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Ist das bei Ihnen auch so, dass in letzter Zeit ständig ein heftiger Wind weht? Ich bilde mir ein, dass das seit etwa zwei Jahren so ist und dass es früher niemals so windig war. Ich kann mich gut an diese schwülen Tage erinnern, an denen kein Lüftchen sich bewegte und man Wasser zu atmen schien. Letzten Sommer gab es, glaube ich, keinen einzigen dieser Tage. Ist das der Klimawandel? Oder nur das „früher war eben immer alles besser“-Syndrom? Ehrlich gesagt wäre mir Letzteres lieber, denn zusammen mit dem Wind und dem fehlenden Regen verwandelt sich mein Garten wahrscheinlich demnächst in eine Steppe. (in der selbstverständlich trotzdem Brennnesseln und Giersch gedeihen)
Hallo Alltag,
2. Mai 2011
geh weg.
Osterferien sind doch so viel besser und das finden nicht nur die Kindelein. Jetzt nur noch ein paar Wöchelchen bis zu den Sommerferien überstehen. (und die werden hart, denn in allen Fächern stehen noch Leistungsüberprüfungen an, die Konfirmation der Tochter wird dazwischen gequetscht und unser Kalender füllt sich mit vielen Terminen)
Während der Osterferien hat der Jüngste auf Medikamente verzichtet. Das ging eine Woche lang ganz prima. In der zweiten Woche erwischten wir uns, dass wir ihn ständig ermahnten, nicht so zu zappeln, nicht so nervig zu sein, nicht richtig aufzupassen, nicht richtig „da“ zu sein. Am Ende der zweiten Woche wurde uns klar, dass wir ungerecht sind, weil das Kind gar nicht anders konnte. Und wir kamen auf die Idee nachzufragen, wie er sich denn fühlt. „Hippelig“ und „zappelig“ und „unruhig“ sprach er und er möchte die Medikamente weiter nehmen, denn dann ist das anders.
Heute, am ersten Schultag, hat er seine gewohnte Dosis bekommen und er erzählte mir heute mittag, er habe sich gut gefühlt, habe konzentriert mitarbeiten können. „Ich will die Medikamente weiternehmen“, sagt er und somit stellen wir die Weichen wieder zurück. Wenn es ihm unter medikamentöser Behandlung besser geht, wie könnten wir die dann aussetzen? Ein Termin beim Arzt muss her, die Dosis muss evtl. angepasst werden und wir klären, ob wir erneut längere Phasen „ohne“ einplanen, um zu überprüfen, ob eine Notwendigkeit besteht.
Im Rückblick auf unsere Erfahrungen während der Osterferien wundere ich mich, dass mir nicht früher aufgefallen ist, wie sehr unserem Sohn die Unterstützung durch Medikamente fehlte. Er suchte viel Nähe, wollte regelrecht festgehalten werden, von uns, von seinen Geschwistern. Ich empfand das als „anstrengend“, empfahl ihm, sich mit irgendwas zu beschäftigen und merkte einfach nicht, dass er da allein gar nicht hinkriegt. Und nicht in der Lage war, uns dies zu erklären. (schlechtes Gewissen, hallo. Hab dich nicht vermisst)
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Die Kindelein tragen einmal im Monat zusammen 900 Zeitungen aus. Für das Zustellergehalt haben sie eine weitere Eisschüssel für unsere Küchenmaschine gekauft, damit wir endlich zwei Eissorten an einem Tag zusammenrühren können. Sehr aufmerksam von den Kindelein. Meine Hüften danken artig, denn bis jetzt sind mir beinahe nur Eisrezepte über den Weg gelaufen, deren Hauptzutat viel Sahne und noch ein bißchen mehr Sahne war. Lecker, ganz unbestritten, denn über Fett als Geschmacksträger erzählt uns niemand mehr was Neues. Und das Gerücht, das Kalorien Minusgrade nicht überleben ist eben auch nur ein Gerücht. (genauso wie das, dass weiße Lebensmittel keine Kalorien enthalten)
Falls Sie jetzt aber glauben, ich würde Ihnen vehement von der Anschaffung einer Eismaschine (welcher Sorte auch immer) abraten: falsch. Kaufen Sie sich eine, denn bei Eisbällchenpreisen von 80 Cent hier in der Provinz (in der Stadt sicher deutlich höher), haben Sie die Maschine schnell wieder raus. Und das das selbstgemachte Eis ist wahrlich ein Gedicht. Sie werden nie wieder Vanilleeis aus der Packung essen wollen , wenn Sie wissen, dass die angeblichen Vanillepunkte darin nur gemahlene Kirschkerne sind, wenn sie zum ersten Mal ihre Vanilleeis mit dem Mark aus Vanilleschoten gerührt haben.
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Wegen des Hüftgejammers im Absatz obendrüber: Frau .. äh … Mutti wandert immer noch brav zweimal in der Woche zum Spocht. Nun gut. In den Osterferien nur einmal in der Woche, aber dafür einmal mit dem Rad. Und joggen war ich auch. Oder so was Ähnliches. Mehr so ein schnelleres Gehen und ausgiebiges Keuchen. Hat aber Spaß gemacht. Jedenfalls mehr Spaß, als auf dem Crosstrainer herumzuhampeln.
Heute waren wir etwas später als sonst beim Spocht und das war doof, denn es wurde voll. Und dann muss man manchmal an den Geräten warten, bis man endlich drankommt. Es gibt nämlich die Gattung der „Gerätewarmhalter“. Gerätewarmhalter sprinten energiegeladen zu irgendeinem Gerät, werfen ihr Handtuch auf den Sitz, schwingen sich in Position und verharren. Minutenlang. Meditieren womöglich. Oder besprechen ihre Muskulatur, damit diese höchst effizient mitarbeitet. Keine Ahnung. Irgendwann viel später wird mit konzentrierter Miene der erste Übungsblock, bestehend aus fünfzehn oder gar zwanzig Wiederholungen absolviert. Danach verharrt der Gerätewarmhalter erneut. Konzentriert sich, massiert die bewegten Muskeln, starrt versonnen auf den Busen der Frau am Nachbargerät ins Leere, tupft sich den Schweiß von der Stirn, trinkt mehrere Schlucke Wasser und entschliesst sich nach gut zehn Minuten, den nächsten Übungsblock anzugehen. Unter qualvollem Verzerren des Gesichtes, auf dass ein jeder sieht, wie schwer ein Gerätewarmhalter trainiert.
Eine Steigerung des Gerätewarmhalters ist die des schwätzenden Gerätewarmhalters. Diese Gattung wirft ebenfalls schwungvoll ihr Handtuch auf´s Gerät, nimmt Platz und beginnt sich dann ausführlich über das Fußballspiel der Jungs am letzten Samstag mit dem Menschen am Nachbargerät zu unterhalten. Oder man trifft sich am Gerät und schwätzt über die Osterreise, Sonnenbrände und diese hohen Schuhe, in denen doch kein Mensch laufen kann. Dann absolviert man rasch einen Übungsblock, um kurz aufzustehen und mit der Bekannten am anderen Ende des Raumes schnell zu klären, wer zum Grillabend Kartoffelsalat mitbringt. Das Handtuch lässt man liegen, denn es gibt ja noch den zweiten Übungsblock.
Lustig und irgendwie auch beeindruckend finde ich die Schufter, die sich schwitzend und stöhnend an den Geräten abrackern und denen man manchmal gar nicht ansieht, wieviel Gewicht sie da so durch die Gegend bewegen. Aber wenn man nach einem Schufter ans Gerät kommt und dann die Gewichte von sechzig Kilo auf niedliche zwanzig umsteckt, dann ist das doch sehr beeindruckend. Oder wenn man nach einem der unzähligen Rentner aufs Gerät klettert und feststellt, dass der ungefähr doppelt so alte Mensch auch ungefähr doppelt so hohe Gewichte stemmt, dann ist das noch beeindruckender.
Ach ja. Es macht immer noch Spaß, wenn ich den Schweinehund in die Ecke getreten habe. Dass ich ohne den Spocht nicht mehr leben könnte … das wäre sehr weit aus dem Fenster gelehnt. Aber dass sich Winkfleisch an den Armen verabschiedet hat und der Bauch unter dem Speck schön fest ist und dass mein Knie wieder stabil in Muskeln steckt – das möchte ich nicht missen.