Sonntag.

17. März 2013

Frau Brüllen fragt: “Was machst Du eigentlich den ganzen Tag?”

Der Tag begann mit einer großen Erleichterung um vier Uhr morgens, als Franz auf meinem Bett sprang. Da er gestern den ganzen Tag nicht daheim war, hatt ich schon allerfiesestes Kopfkino, was mit ihm hätte passiert sein können.

Fünf Stunden später stand ich auf, denn das SchnickSchnackShopping in Darmstadt stand auf dem Programm. Mme Ouvrage kam pünktlich, musste aber auf mich warten, weil ich noch nagellacktrocknend, die Hände wedelte. (immer auf den letzten Drücker fällt mir ein, dass ich noch rasch, eben, mal kurz, die Nägel lackieren könnte.) SchnickSchnack shoppen ist toll, auch wenn der Geldbeutel leider immer zu schnell leer ist.

Bei juime bin ich schon letzten Herbst schwach geworden, heute musste ein Klemmvögelchen mit Partyhut mit. (vier davon, um genau zu sein)

Und diesmal schaffte ich es nicht, vorbeizugehen, zu liebevoll und detailiert sind diese Tierchen gefilzt! Eine Brosche mit Ziege musste es sein

und als ich zum zweiten Mal am Stand vorbei lief, nahm ich das Vögelchen im Käfig gleich auch noch mit.

An einem anderen Stand fand ich ein hübsches Häkelarmband und beinahe hätte ich mir auch noch ein Portemonnaie mit Fahrrädern drauf von Retrofrieda mitgenommen. (nächstes Mal.)

Um drei war ich wieder daheim, der Rest der Familie war noch kletternd unterwegs. Ich hatte also Zeit und Ruhe, um noch  fünf bestellte Osterhasen zu nähen. Und jetzt ist Schluss damit, ich kann sie nicht mehr sehen. Während die Stickmaschine ratterte, befreite ich das Nähzimmer von gigantischen Staubflusen und räumte auf, morgen ist Montag und Sie wissen ja nun: dann kommt Oma Eis zum Nähen. Da muss es ordentlich sein im Nähzimmer :)

Die Familie kam heim, ohne Knochenbrüche und Abstürzmeldungen.

 

Der beste Vater meiner Kinder zauberte eine Spitzkohltarte, während ich mich um die versprochene Kleinformat-Auslosung kümmerte. Ganz unkreativ bemühte ich random.org und klebe beinahe ien bißchen lieblos (es ist ja auch schon so spät!) die Gewinner hier hin:

„Sophia sagt:
13. März 2013 um 20:10

oh, ich würde auch gerne mal was gewinnen :-) und das Cover macht Lust auf mehr“

„Christina sagt:
13. März 2013 um 16:00

Hallo Frau Mutti,

da will ich doch auch mal mitmachen. Gehört, bzw. gelesen hab ich schon öfter vom Kleinformat, aber irgendwo im Zeitungsladen hab ich es noch nie gesehen und daher auch noch nie einen echt Blick hineingeworfen.

Daher würde ich mich natürlich riesig freuen, wenn ich hier eine gewinnen würde.
Liebe Grüße
Christina“

„nordlicht sagt:
13. März 2013 um 16:50 b

Allez-Hopp … bin gelandet und bleibe da jetzt bis zum Ende der Verlosung drin hocken, jawohl!“

„Corinna sagt:
14. März 2013 um 21:59 b

das versteht sich ja von selbst, dass ich bei meinem lieblingsblog (vielen dank frau mutti für die sehr lesenswerten berichte) mein glück versuche und mit in den lostopf hüpfe (der preis ist aber auch super).

viele grüße
corinna“

„aprikaner sagt:
13. März 2013 um 14:37 b

oh ja ich würde gern gewinnen…kennen schon aber nicht abonniert .

Liebe Grüße
anja“

Herzlichen Glückwunsch an die Gewinner und die anderen mögen nicht verzagen, vielleicht kann ich im Mai schon wieder eine Verlosung starten. (die Gewinner mögen mir bitte eine Mail mit ihrer Adresse zukommen lassen, meine Mailadresse findet sich im Impressum.)

*****

Auch dieser Tag endet auf dem Sofa, mit Tee und einem schnurrenden Kater auf den Füßen. Unspektakulär, aber gemütlich. Mein Dank gilt an dieser Stelle Frau Brüllen, die mich mit ihrer Tagebuchbloggen-Aktion motiviert hat, wieder täglich zu bloggen. Dabei fiel mir auf, wie leicht es mir doch fällt, einfach vor mich hin zu schwafeln. Denn mal ehrlich: sehr ereignisreich geht es in meinem Leben dann doch nicht zu. Ich glaube, ich mache das noch ein bißchen weiter, das Tagebuch-Schwafelbloggen ;)

Samstag.

16. März 2013

Frau Brüllen fragt: “Was machst Du eigentlich den ganzen Tag?”

Der Abschlussball der Tochter steht bevor und eine äußerst strenge Kleiderordnung muss befolgt werden. Davon hatten wir nichts im Schrank liegen, deshalb fuhren wir nach Mainz zum Einkaufen. Ich hasse einkaufen. Viele Menschen in engen Geschäften, mit warmer Winterjacke in überheizten Räumen, belästigt von Musikbeschallung und völlig reizüberflutet von Farben und Gerüchen. Am Liebsten bestelle ich. Da die Tochter aber noch niemals in einem Abschlussballkleid steckte, mussten wir wenigsten schauen, ob sie solche Kleider überhaupt mag.

Schon im ersten Geschäft wurden wir für die Tochter fündig und ich erlaubte mir leisen Optimismus, was die fehlende Kleidung für den besten Vater meiner Kinder und sein holdes Weib anbelangte.

Im nächsten Geschäft fanden wir für die Söhne gewünschte Kapuzenpullis. Die Söhne begleiten die Tochter nicht zum Abschlussball, bekommen aber trotzdem was Hübsches zum Anziehen :) Die Tochter und ich stöberten weiter, während der beste Vater meiner Kinder und unsere Söhne sich in den Elektronikfachmarkt verzogen, um sich an Kabeln, Steckern und Speicherkarten zu erfreuen. Und Computerspiele zu kaufen. Die Tochter und ich gaben noch ein bißchen Geld für Socken (braucht man immer), Trägerhemdchen (der Sommer steht vor der Tür) und einfarbige Shirts (wollen gepimpt werden) aus. Wir trafen uns wieder und zogen ins nächste Geschäft auf der Suche nach Hemd und Jackett für den Gatten. Eine Fliege hatten wir bereits ausgesucht.

Nach einer Stunde verließen wir den Laden mit einem Jackett und immerhin einer Vorstellung, wie DAS Hemd aussehen könnte, das zu Jackett und Fliege passt. Suchen wollten wir danach erstmal nicht, denn der Hunger trieb uns in die Altstadt, in ein hübsches indisches Restaurant. Wir futterten uns durch drei Vorspeisen und verschiedene Hauptgerichte und verabschiedeten danach die hinreissenden Bestien. Deren Stadtbedarf war gedeckt, sie fuhren mit dem Zug heim (und versprachen, dort ein bißchen den Wochenendputz zu übernehmen).

Der beste Vater meiner Kinder und sein holdes Weib zogen erneut los, auf der Suche nach einem Hemd und vielleicht einem Kleid für mich. Wir landeten in der Stoffabteilung des Karstadts und ich beschloss, das sich mir notfalls einfach ein Kleid selbst nähe, denn hübsche Stoffe fand ich genug. Schon im dritten Geschäft fanden wir ein Hemd und ich kletterte in ein Kleid. Dunkelblau mit weißen Punkten. Klingt wie eine gute Idee, war es aber nicht, weil es für eine Frau mit geringerer Körperlänge geschnitten war. Oder mit weniger Brustumfang. Oder was weiß ich. Das nächste Kleid war braun mit weißen Punkten, mit einem neonfarbenem Gürtel. Saß gut, sah … mitelprächtig aus. Ich wurde leicht ungehalten. Enge Umkleidekabinen mit schlechter Luft und schlechtem Licht, indiskreten Spiegeln, die jedes Fettpölsterchen enthüllen und die nach  miesen Parfüm und Verzweiflung müffeln. Ein grünes Kleid, Etuikleid. Schick und mit hoochgezogenem Reißverschluss war ich zwanzig Jahre älter. „Wenn ich hier ein paar YoYos dran nähe oder Häkelblümchen und da noch ein hübsches Bändchen und vielleicht den Saum fünf Zentimeter Kürze, dann …“, dachte ich. Und wir ließen es hängen, weil vielleicht gibt es ja noch ein Kleid, das man nicht ändern muss. Und für das ich nicht hundert Euro ausgeben muss, um es dann komplett zu ändern.

Es war bereits nach sechs, wir waren müde. Stadtsatt. Der Wochenendeinkauf stand noch an und der Abschlussball ist ja doch erst im Mai. Zeit genug, um ein Kleid für mich, Schuhe dazu und welche für die Tochter zu finden. Schuhe mit „Klackersohlen“. Habe ich auch nicht. Chucks sind nicht erlaubt, leider.

Wir fuhren heim, der beste Vater meiner Kinder übernahm den Einkauf und ich setzte mich an en Rechner. Suchte, fand und bestellte drei Kleider. Sie dürfen mir jetzt die Daumen drücken, dass wenigstens eines der wirklich entzückenden Kleider passt und mich nicht wie eine alte Presswurst mit Schwabbel aussehen lässt. Und natürlich gibt es dann auch irgendwann Bilder :)

Den Abend lassen wir ausklingen, in dem die Tochter und ich vor dem Fernseher versacken (Kill Bill Vol. 1) und die Söhne mit dem Gatten eine LAN-Party feiern.
Anstrengender Tag. Morgen wird es besser.

Freitag.

15. März 2013

Frau Brüllen fragt: “Was machst Du eigentlich den ganzen Tag?”

Und wieder beginne ich damit, wie es früher war: der Freitag morgen gehörte der Freitagsfreundin und mir. Gegen neun Uhr klingelte es jeden Freitag in der Grünen Villa und die Freitagsfreundin stand an der Tür, meistens noch frühstückend = Banane essend. („Sie essen viel Bananen!“, merkte die aufmerksame, ältere Nachbarin neulich an). Wir tranken jeder zwei Kaffees, tauschten die Neuigkeiten der Woche und Freud oder Leid mit den Kindelein aus. Nach knapp zwei Stunden brachen wir zum gemeinsamen Einkauf auf: Obst- und Gemüselädchen, Metzger, Weltladen. Ich begleitete sie nach Hause und im Sommer blieb ich oft noch auf einen Kaffee bei ihr hängen bevor ich heimging, um das Mittagessen vorzubereiten. Ein Freitagsritual, eine echte Tradition, gepflegt über zehn Jahre. Sie fehlte mir heute morgen, die Freitagsfreundin, die nun freitags arbeiten muss.

Meinen Kaffee trank ich alleine, dabei Rechnungen schreiben, Schnickeldi in Päckchen packend und diese hoffentlich ausreichend frankierend. Die Sonne ließ den letzten Schnee glitzern und ich ging los, um das Ergebnis meines Kreatinintests bei Dottore abzuholen. Und die Päckchen bei der Post abzugeben. Perfekte Werte, perfektes Wetter und an der einzigen vereisten Stelle meines Weges fiel ich auf meinen zum Glück gut gepolsterten Hintern.

Daheim angekommen blieb noch Zeit, die Küche aufzuräumen, bevor die Kocherei losging. Normalerweise kocht freitags der beste Vater meiner Kinder, weil er soweiso daheim ist. Diesen Freitag nicht, weil der Schnee ihn diese Woche bereits zwei Tage im Home Office gefesselt hatte. Ab und zu muss er sich in der Firma blicken lassen.

Ricottatortellini mit Spinat vermengt und mit Parmesan überbacken ist ein Lieblingsessen und obendrein rasch gekocht, die ursprünglich geplante Spitzkohlquiche mit Ziegenkäse  ist auf Sonntag verschoben, sehr zur Freude der Kindelein. Wir saßen lange am Mittagstisch und schwätzten. Die Tochter berichtete von neuesten Noten (erfreulich), der große Sohn erzählte, dass er im neuen Jahrbuch gleich zweimal zu finden sei, einmal sogar als Schülersprecher. (ist er nicht, er ist Kurssprecher) und der jüngste Sohn informierte, dass der Englischlehrer nach diesem Schuljahr aufhört. Wir sitzen oft noch lange zusammen und haben eine Menge zu lachen, unmöglich dies hier wiederzugeben, familieninterner Humor eben. Heute zum Beispiel beschwerte sich der große Sohn, dass er milieugeschädigt sei, weil er eine Erziehung genossen hat, die von Ironie und Sarkasmus bestimmt war. Und Zynismus. Wir sind uns aber einig, dass er ganz gut gelungen ist. Trotz oder wegen.

Die Söhne zogen eine Etage tiefer Richtung Hausaufgaben, die Tochter überzeugte mich, dass eine gemeinsame Mittagspause auf dem Sofa mit McDreamy und Meredith unser beider Verhältnis positiv beeinflussen würde. Ich schlief dann ein halbes Stündchen (nach dem mir in der Nacht einige Stunden Schlaf wegen eines hyperaktiven roten Katers abhanden gekommen waren). Verpasst habe ich nichts, wir sind in Staffel eins.

Die Söhne verabschiedeten sich und gingen zur Jungschar, der beste Vater meiner Kinder hatte den geplanten frühen Feierabend geschafft und wir genossen einen gemeinsamen Kaffee im Wintergärtchen. Die Tochter brach zur Tanzstunde auf und da die Sonne den Schnee nochimmer glitzern ließ, spazierten der beste Vater meiner Kinder und sein holdes Weib eine große Runde durch´s Ried.

 

Wieder daheim bestickte ich rasch ein schwarzes Shirt mit neonfarbenen Kringeln. Wir aßen gemeinsam zu Abend, die Söhne planten ein gemeinsames Computerspiel, die Tochter gesellte sich zu ihren Eltern auf´s Sofa.

Ein herrlich unaufgeregter Tag. Nicht eigens erwähnt habe ich, was ich so im Haushalt tue. Betten machen, Staub saugen, Wäsche, Staub wischen, Katzenpisse vom Boden wischen. Und den dicken Martin fangen, um ihm sein Antibiotikum spritzen zu können. Was er gänzlich blöd findet. Ich auch. Und falls Sie nachfragen wollen: ich bin mir nicht sicher wie es ihm geht. Gesund ist er auf gar keinen Fall. Wir warten ab.

Für morgen haben wir ein für mich äußerst gruseliges Programm: eine Fahrt in die große Stadt. Das ist schon doof genug. Um das Ganze aber noch ein bißchen mit Grusel zu würzen: wir werden angemessene Kleidung für den Abschlussball der Tochter suchen, hoffentlich finden und kaufen. Kleider für sie und mich, Schuhe für sie und mich und für den Gatten Hemd, Jackett und Fliege. Die Kleiderordnung ist streng, der Inhalt meines Kleider- und Schuhschrankes entspricht ihr nicht. Schon beim Gedanken an drängelnde Menschenmassen an einem Samstag morgen in der Stadt will ich weglaufen. Ich werde dann wohl morgen berichten.

Donnerstag.

14. März 2013

Frau Brüllen fragt: “Was machst Du eigentlich den ganzen Tag?”

Der Donnerstag ist mein Tag. Seit einigen Jahren, als der „Oma und Opa“-Tag eingeführt wurde, muss ich am Donnerstag nicht kochen, kann schweigen oder lauthals singen, kann beim Essen die Füße auf den Tisch legen oder um elf Uhr morgens ein Mittagsschläfchen machen, wenn es mir danach gelüstet.

Mittlerweile ist es ja leider ein „Opa ohne Oma“-Tag geworden, doch geändert hat sich nichts. Die hinreissenden Bestien schauen nach der Schule kurz in die Grüne Villa, sagen Hallo und geben mir eine kurze Zusammenfassung. Dann verschwinden sie, um bei und mit Opa zu kochen und zu essen. Sie erledigen dort ihre Hausaufgaben und danach gehen sie mit Opa spazieren und lassen sich Schwänke aus Opas Jugend erzählen. Das kann der nämlich gut und je älter die Kinder werden, desto mehr interessieren sie sich dafür, wie Nierstein früher aussah, wann aus der zauberhaften „Käsgass“ eine langweilige Uttrichstraße wurde und wer wie mit wem verwandt ist. Halb Nierstein ist miteinander verwandt. Die andere Hälfte ist zugezogen und hat zum Glück frisches Blut in den Genpool gebracht.

Gegen halb zehn kommen alle drei wieder heim.

Doch ich soll ja berichten, was ich den ganzen Tag mache.

Meistens arbeite ich im Nähzimmer. Heute auch, Taschen wollen genäht werden und fünf Osterhasen gestickt. Während die Maschinen rattern lasse ich mich von irgendeiner Serie berieseln, derzeit ist es „Breaking Bad“, unglücklicherweise schon die fünfte Staffel und ich mag doch gar nicht auf eine Fortsetzung warten! (die Serien dudeln auf dem iPad über watchever, nette Sache, weil auch unterwegs im offline-Modus möglich.)

Begonnen habe ich den Tag heute allerdings beim Hausarzt, der mir ein Röhrchen Blut zur Bestimmung meiner Kreatininwerte abzapfte. Ich mag meinen Hausarzt sehr, denn er regt sich so hübsch über krude Verordnungen auf. Heute zum Beispiel erzählte er mir, dass es Kontrastmittel gäbe, die die Nieren nicht beanspruchen würden. Die seien allerdings teuerer als die anderen, weswegen dann eben dieser Test im Vorfeld verlangt würde, um die billigeren verwenden zu können. Um die Kreatininwerte bestimmen zu können, müsse er einen Ausschluss von Nieren-Insuffizienz beantragen, was natürlich besonders witzig ist, weil ich einfach nur einen Knubbel in der Hand habe. Der Kreatinintest kostet 45 Cent, die Bürokratie drumherum mehr als ein teureres Kontrastmittel. Ich gehe immer grinsend aus der Arztpraxis. (irgendwann, als diese Liste mit den Codierungen der Krankheiten für Krankmeldungen herauskam, erzählte er mir, dass es keine Codierung für „Entfernung der Gallenblase“ gäbe, wohl aber eine für „Zustand nach Enthauptung“.)

 

Morgen kann ich mein Ergebnis abholen und meine Nieren werden wohl in Ordnung sein.

Jetzt sitze ich im Nähzimmer, habe eine Kanne Tee, sehe zögerlichen Schneefall beim Blick aus dem Fenster und eine rote Katze, die eine getigerte Katze belauert, die eine schwarze Katze belauert. Und kein Handy zur Hand, um für #dailycatcontent auf Instagram zu sorgen. Nun denn, lasset das Nähen beginnen.

(Enden wird der Tag auf dem Sofa, zusammen mit lieben Freunden. Unspektakulär, aber schön.)

 

 

 

 

Mittwoch.

13. März 2013

Frau Brüllen fragt: “Was machts Du eigentlich den ganzen Tag?”

Sehr zum Leidwesen der Kindelein war heute, trotz der für hiesige Verhältnisse enormen Schneemengen, ein ganz normaler Schultag. Sogar einer mit Kursarbeit in Sozialkunde, Französischtest und Englischarbeit. Die Fahrräder blieben heute in der Halle stehen, die Kindelein fuhren mit dem Zug, die Tochter wegen Unterrichtsausfalls eine Stunde später.

Der beste Vater meiner Kinder beschloss erst gar kein Staurisiko einzugehen und blieb deshalb im Home Office. Was meinen Mittwoch komplett durcheinander bringt, ich habe ungefähre Tagespläne, da bin ich eigen. Und Mittwoch morgen ist die Zeit zum Putzen. Wenn aber der beste Vater meiner Kinder im Haus ist, muss ich Schwätzchen halten im kurzen Rock auf dem Schreibtisch sitzen und mit ihm Kaffeepausen machen. Das Bad putzte ich dennoch und danach blieb noch ein bißchen Zeit vor dem Kochen, die ich im Nähzimmer vor der Stickmaschine verbrachte. Sehr laut fluchend, denn zuerst stickte ich um 45° gedreht, dann ganz auf dem Kopf. Letztendlich hielt ich aber drei hübsche Stickereien in Händen.

Unglücklicherweise hatte sich die Spülmaschine nicht von selbst ausgeräumt und das Gemüse für´s Mittagessen war auch noch nicht geputzt. Rasch in die Küche, damit das Essen pünktlich auf dem Tisch steht. Der Mittwoch ist straff geplant, da die Kindelein nachmittags mit dem Zug nach Mainz zum Klettern fahren, da muss vorher noch Zeit für Hausaufgaben und Lernen sein.

Wie immer kochte mir der Reis über, wie immer war das Curry einen Tick zu scharf. Wie immer polkte die Tochter Wasserkastanien und Lauch aus dem Essen, wie immer schmeckte es dem besten Vater meiner Kinder und seinem holden Weib ganz ausgezeichnet, wie immer verbrannte ich mir die gierige Zunge und wie immer blieb noch genug übrig für ein kaltes Abendessen. (ThaiCurry mit Reis schmeckt mir nämlich kalt ganz ausgezeichnet.)

Nach dem Mittagessen pflanzten sich hausaufgabenlose Kinder zu mir auf´s Sofa, um zuzuschauen, wie ihre Mutter auf Kommentarfang (=Verlosung) ging ;)

Der geplante Kaffee mit der Ex-Freitagsfreundin (die nun nicht mehr die Freitagsfreundin sein kann, wegen neuem Job und neuer Arbeitszeiten) fiel den Viren der Freundin zum Opfer, stattdessen ging ich zurück ins Nähzimmer, verscheuchte den dort arbeitenden Gatten (an den Küchentisch, dort sitzt es sich ja auch ganz gemütlich) und begann die Stickereien zu verarbeiten. Morgen dürfte ich fertig werden.

Zwischendurch gab es noch ein Kaffeepäuschen mit dem Gatten im Schnee, ein Schneespaziergang fiel trotz wunderbarem Sonnenschein aus. Alleine macht es wenig Spaß, doch der beste Vater meiner Kinder hing den ganzen Tag in calls fest.

Und zack – ist der Tag vorbei. Die Kindelein sind aus Mainz heimgekommen, ohne Knochenbrüche, d.h. sie sind nicht abgestürzt. Der beste Vater meiner Kinder und sein holdes Weib lassen den Tag mit einem Abendspaziergang zu Herrn Skizzenblog und Mme Ouvrage ausklingen. Deren Tag mit Sicherheit deutlich gefüllter und anstrenger war, als meiner.

(langweilen Sie sich beim Lesen eigentlich sehr?)

Der dicke Martin pinkelt übrigens nicht mehr in alle Ecken. Nur noch auf die Terrasse. Dort scharrt er aber ordentlich mit Schnee zu, der doofe Kater.