Das dürfte die gestern am häufigsten gestellte Frage gewesen sein.

Frau … äh … Mutti, die Freundin, die nie Zeit hat und die Freitagsfreundin hatten  tatsächlich (und doch schon) einen Termin gefunden, um die unzähligen Bilder unseres viertägigen Hamburgurlaubs zu bewundern. Und weil uns jeder Anlass zum Feiern recht ist, feierten wir ein kleines „Weisst du noch“-Fest. Der beste Vater meiner Kinder buk Franzbrötchen, den Sekt gab es, ganz Hamburg-traditionell und zum Entsetzen der nicht dabeigewesenen Gatten, aus Wackelpuddingbechern, die zum allergrößten Vergnügen der hinreissenden Bestien – genau wie damals ins Hamburg – ohne Löffel geleert werden mussten. Die Bilder gab es dann weitestgehend doppelt, denn die Freitagsfreundin und ich standen oft nebeneinander, da in Hamburg. Zum Abendessen hatten wir alles an Nordseekrabben aufgekauft, was es in unseren Gefilden zu erstehen gab, um ein ähnlich beladenes Krabbenbrötchen wie „Weisst du noch, damals in Hamburg“ zu basteln. Es gelang uns auch beinahe.

 

*****

 

Zum Abschluss des wunderbaren Hamburgfestes klickten wir uns durch sehr, sehr, sehr viele Bilder der vergangen Gartenpartys und ich wurde ein bißchen wehmütig. Und beinahe übermütig. Aber nein, es wird keine Gartenparty mit meinen besten 600 Freunden von Facebook geben. Die Erinnerung ist mir zu verdächtig rosa gefärbt. Es ist wohl wie mit dem „Hach, diese niedlichen Babys, wie sie duften und die schlafen ja auch den ganzen Tag“-Erinnerungen. Zuviel Verdrängung dabei.

 

*****

 

Das Wochenende war insgesamt ein ausgesprochen hübsches, voll Leckereien und amüsanten Gesprächen.

Am Freitag abend lösten wir eine Einladung zum Essen ein, die der beste Vater meiner Kinder und sein holdes Weib jeweils zum Geburtstag geschenkt bekommen hatten. (von der Freundin, die nie Zeit hat und ihrem Mann, der eigentlich noch weniger Zeit hat)

Nach Ingelheim, ins Brauhaus „Goldener Engel“ ging es. Zugegeben, die Logo-Gestaltung lässt zunächst an ein Energiesparmodell denken, aber das Restaurant dahinter ist eine Empfehlung wert. Hausmannskost und ein paar ausgefallenere Speisen, dazu selbstgebrautes Bier -> prima!

Wie es sich für eine ordentliche Bloggerin gehört: Futterknippsen!

In den Gläschen von links nach rechts: eingelegte Champignons (und Paprika obendrauf), Tomatenbutter, Zucchini-Tartar. Dazu köstliches Brot. Und ein Dunkles.

Zum Nachtisch wieder Gläschen, denn mit Essen in Gläschen kann man mich wirklich glücklich machen. So glücklich, dass das Futterknippsen beinahe vergessen wurde.

In den Gläschen von links nach rechts: Haselnusscreme, gewürzte Orange, warmer Schokoladenkuchen

Hätte nicht eine Migräne in meinem Kopf gewummert, wäre der Abend noch vergnüglicher gewesen.

 

Die Migräne hatte sich dann am nächsten Tag beinahe verzogen, geblieben war nur ein „wundes Gefühl“ im Schädel, deshalb war der Samstag Abend ein gemütlicher, obwohl die spontan kinderlosen Herr Skizzenblog und Mme Ouvrage vergnügungssüchtig waren. Aber alte Menschen vergnügen sich auch vor dem Feuer auf dem Sofa. (das regionale Vergnügungsprogramm beschränkt sich derzeit sowieso eher auf Fastnachtssitzungen und diverse Ü-Partys)

 

*****

 

Die Tochter ist überglücklich und fiebert dem Austausch entgegen. 24 Tage Wisconsin und Chicago, einen Tag nach ihrem Geburtstag im Herbst geht es los. Die Kosten für den Flug sind so hoch, dass sich die Geburtstagsgeschenke für die nächsten zehn Jahre auch erledigt haben.  Der Gegenaustausch findet nächstes Jahr im Juni statt und wenn der jüngste Sohn bis dahin beschlossen hat, sein Zimmer gegen mein Nähzimmer zu tauschen, wird das Gastkind auch gut untergebracht werden können. (sollte er nicht tauschen wollen, werden wir den Nähtisch in das Zimmer des Großen räumen und das Schlafsofa in die entstandene Lücke schieben. Wird schon, passt schon)

 

*****

 

Der beste Vater meiner Kinder kränkelt und ich hoffe sehr, dass es nicht an einer in Marokko gepuhlten Nordseekrabbe aus dem Niersteiner Supermarkt liegt.

 

*****

 

(arschkalt. Jaja, ich weiß. Winter muss und Februar ist der kälteste Monat und der Garten und die Landwirtschaft und überhaupt. Ist trotzdem gut jetzt, ich hab nicht genug warme Klamotten und immer in eine Decke wickeln und vor dem Feuer sitzen geht ja auch nicht.)

JIPPIEH!!

1. Februar 2012

Die Tochter reist in die Ferne!

(mein kleines Mädchen, was freu ich mich!)

Die Freundin, die die Niete gezogen hat, hat sehr geweint, wurde aber von den beiden anderen getröstet. Laut eigener Aussage hat Töchterlein zunächst große Erleichterung gespürt, dass es diesmal endlich geklappt hat. Dann kam die große Glückswoge zusammen mit dem Mitleid für die Freundin. Jetzt überwiegt die Freude und Hey! Das ist auch ganz richtig so.

(zur Feier des Tages sitzt das Mädchen kränkelnd auf dem Sofa und futtert Tortilla Chips)

.

31. Januar 2012

Das Töchterlein erfährt morgen nach der ersten großen Pause, ob das mit dem USA-Austausch klappt. Sie ist sozusagen im Re-Re-Re-Call, um es mal für alle verständlich auszudrücken. Drei Mädchen (die, lassen sie mich prahlen, die mit den besten Zeugnissen), drei Freundinnen, unter denen zwei Plätze für den Austausch ausgelost werden. Quasi also zwei Titelblätter auf der Cosmo, die dritte bekommt Trostpostkarten aus den Staaten.
Nun ist mein Mädchen ja ein soziales Kind, das glaubt, es dürfe nicht ungehemmt auf den „Sieg“ hoffen, denn wenn sie gewinnt, dann muss eine Freundin zurückbleiben. Verliert sie allerdings, dann wäre das der vierte Austausch, für den sie sich erfolglos beworben hat. (und ich sach noch, Kind, sach ich, gib nicht immer nur Lesen als Hobby an. Hör auch mal Musik und finde Jungs süß. Und wenn du schon liest, dann lies wenigstens Biss statt Pratchett. Hast du denn gar nix gelernt? Ja, Mama, mach ich Mama. Nerv nicht, Mama.)

Hier herrscht also eine eher gedämpfte Stimmung. Nach dem USA-Austausch gibt es nur noch einen Austausch mit Polen in der Oberstufe. Danach müssten wir selbst initiieren und nachdem ich mal solch ein Austauschprogrammheftchen durchgeblättert habe, weiß ich, dass ich noch sehr viel nähen muss, wenn das Seelenheil der Tochter von einem Austausch abhängt. Da geht es um fünfstellige Beträge. Vor dem Komma, versteht sich.

*****

Der jüngste Sohn feiert demnächst seinen ersten Geburtstag als Teenager. Wow. Schon. Vorgestern, als er noch niedliche zwei Jahre alt war, erfand er eine neue Garmethode für Kartoffeln, in dem er heimlich eine Kartoffel in den Besteckkorb der Spülmaschine stopfte. Heute ist er fast durch den Stimmbruch und wünscht sich zum Geburtstag eigentlich nichts mehr, als endlich auch einen Facebookaccount. (weil alle, alle, wirklich ALLE haben einen, nur er wieder nicht)
Gestern abend hat er einem weiteren Behandlungsblock Logopädie zugestimmt und das freut mich ungemein. Er spricht zwar deutlich und verständlich, aber noch immer anders als die Menschen um ihn herum, Betonung und manche Laute hauen einfach nicht so hin. Vor einem Jahr, als klar war, dass es in der weiterführenden Schule gut läuft, wollten wir bereits den Behandlungsblock starten, doch er wollte nicht. Genug Therapie gehabt, in seinem Leben, der Kerl. Ich konnte es verstehen und zur Logopädie zwingen. Funktioniert eben auch nicht. Der Kinderarzt, der ihn vierteljährlich quercheckt regte nun nochmals an:“Du wirst immer hübscher, die Mädchen schauen nach dir, mit denen willst du dich doch unterhalten?“ ob das nun das zündende Argument war? Egal, ich freue mich, dass er wieder mitmacht.

*****

Unser Sommerurlaub in Irland ist gekippt, da unsere aktiven Kindelein diverse Freizeiten und Aktivitäten quer durch die Sommerferien laufen haben, so dass es einfach kein Stück gemeinsame Zeit gibt, die lange genug für einen Familienurlaub ist.
Alternativ haben wir jetzt Wochenendreisen geplant. Wird garantiert auch nix draus, weil irgendwas ist ja immer.

Sentimentalitis, reloaded

30. Januar 2012

Der große Sohn packte erneut sein Köfferchen, heute jedoch nur für eine Nacht. Auf einen Empfang geht es heute abend, weiß der Geier wer warum empfangen wird, Mütter von 16jährigen erfahren auch nicht mehr alles. Vor allem dann nicht, wenn sie zu beharrlich nachfragen. Jedenfalls wird es spät heute und deshalb übernachtet der Sohn direkt auswärts. „Ist ja praktischer“, sagt er und ich frage mich, warum genau es wichtig war, dass er mein tolles großes Nähzimmer bekam, ein Schrank unter der Treppe hätte es doch auch getan.

„Tschüss Kleiner!“, gab ich ihm zum Abschied mit und er lächelte milde fünfzehn Zentimeter auf mich herab, einen Klecks Rasierschaum am Kinn kleben habend.

Ich bin also Mutter eines fast erwachsenen Sohnes. Nun denn, ist gar nicht so schlecht. Heute morgen hat er zum zweiten Mal gelernt, wie die Waschmaschine funktioniert. Wenn er das verinnerlicht hat, kann er ausziehen. (und ich bringe ihm am Wochenende meine Wäsche)

 

Vor zehn Jahren sah das so aus:

(nach dem click!)

Den Rest des Beitrags lesen »

zusammengefasst.

29. Januar 2012

Mitgebracht aus der großen Stadt (auf speziellen Wunsch der Lieblingsschwester):

Schön bunt, aber eher ungenießbar. (zum Glück gab´s noch Philadelphiatorte und Splitterkuchen, Lieblingskuchen für den heimgekehrten Sohn)

 

*****

Eine volle Handyspeicherkarte voller Bilder und jede Menge Erinnerungen an den ersten Teil des Praktikums. Schade, dass es nur eine Woche dauerte, so der Sohn. (und der Herr Reich-Ranicki hat ihn nachhaltig beeindruckt. Werde ihm mal die Biographie zum Lesen geben)

Morgen und den Rest der Woche ist er im Wahlkreis mit ihm unterwegs.

 

*****

Der Franz? Bitte sehr. Wächst und gedeiht. Ist größer als der dicke Martin, aber schlanker. Und übernächste Woche wird er seiner Männlichkeit beraubt, damit uns keine Alimenteforderungen ins Haus flattern.

 

Ungestüm ist er, frech und völlig furchtlos. Unbelehrbar, verspielt, verschmust und absolut hinreissend.

Das Bild entstand heute abend, als Beweis dafür, dass das Katertier wirklich ausreichend und gut ernährt wird. Hier: Rinderhackfleisch. Mit rundem Bauch wohlig schnurrend lag das Katerchen nach dem Fressen unter der Fleecedecke auf dem Sofa. Und zwei Stunden später jagte ich ihn vom Tisch, wo er die Reste der Lasagne annagte. Nein, Würmer hat er nicht. Er frisst und wächst und frisst und wächst. Und er frisst alles was er kriegen kann, gerne Salat und Äpfel, am Liebsten Käse und Käsekuchen und so bald man sich zudeckt, mit Decke oder Deckbett, zupft und zurrt er so lange an Decke oder Deckbett herum, bis man eine Ecke anhebt und ihn darunterschlüpfen lässt. Nach dreiminütigem Schnurren und Räkeln geht dann das wilde Tier mit ihm durch, was mit Krallen in menschlichem Fleisch endet. Erinnert ein bißchen an die Zeit, als das Sonntagmorgenkuscheln mit den Kindern zum Kampfschmusen mutierte.

Er passt hier ganz wunderbar rein, nicht nur weil ihn seine Fellfarbe so wunderbar auf dem Parkett tarnt.
Der dicke Martin hat beim Tierarzt Blut gelassen, er ist kerngesund. Ausserdem wiegt er stattliche 5,75 Kilo (Franz etwa die Hälfte), was ihn durchaus korpulent wirken lässt, denn er ist ein kleiner Kater. Aber alles im Rahmen, bildhübsch sei er, meint die Tierärztin und das finden wir auch. Und deshalb verziehen wir auch die Panikkacke in der Katzentransportbox auf dem Heimweg. Von beiden Katern, in zwei Boxen. Nase zu und durch.

Mehr CatContent gibt´s nicht, es ist einfach viel zu friedlich hier :)

 

*****

 

Am Samstag wollte ich effizient arbeiten und drei Taschen gleichzeitig, Schritt für Schritt nähen. Etwa zehn Nähschnitte pro Tasche hatte ich geplant. Als ich bei der ersten fast fertigen Tasche zu Schritt zehn ansetzte, stellte ich fest dass ich bei allen drei Taschen Schritt zwei übersprungen hatte.

Heute saß ich drei Stunden im Nähzimmer, um bei drei Taschen etliche Ecken wieder aufzutrennen und mit viel Gefuddel und Verrenkung die fehlenden Nähte einzusetzen.

Das muss ich noch üben, das effiziente Arbeiten. Immerhin habe ich Geduld und Beherrschung trainiert.