Herbst!

18. Oktober 2010

Zeit des „Und mach die TÜR ZU!!“-Brüllens.

Oh Romeo,

18. Oktober 2010

oh Julia.

Man kann tatsächlich auch traurig sein, wenn Insekten sterben.

(der Nachwuchs der beiden zeigt sich wenig beeindruckt und tut das, was Calcarata-Kinder tun: fressen, kacken, aus der alten Haut platzen)

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Der ganz normale Alltag umarmt mich. Ein gebombte Küche, ein Wäscheberg und die ewige Frage: Was soll ich kochen?
Wegen der vielen, vielen Falläpfel ganz klar: Apfelpfannkuchen. Und der Rest erledigt sich so nebenbei.

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Der Große hat den Auftrag, einen Wunschzettel für seinen Geburtstag zu schreiben. Ausser einem Buch und noch mehr Klimperhaken für an den Klettergurt, steht da nix drauf. Wunschlos glücklich, mit beinahe 15. Unglaublich.

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Noch eine ganze Woche Herbstferien.

der Kinder:

60 Meter Seil.

Weil

was man so an einen Klettergurt hängen kann, ist bereits vorhanden.

Aber

um so klettern und

sich so abseilen zu können, fehlt noch ein eigenes Seil.

Alle heil wieder zurück, braun gebrannt, mit ein paar Schrammen und alle mindestens fünf Zentimeter gewachsen.

(und mir reichen der Anblick der Bilder und Schilderungen wie  „beim Vorstieg ist es manchmal ein bißchen unheimlich, wenn man drei, vier Meter ungesichert ist und es schwer und wackelig ist, sich wieder einzuklicken.“)

Schachtelsatz, der

15. Oktober 2010

Der Zwiebelkuchen, den ich mit Oma Eis zum Mittagessen genoss, sorgt jetzt dafür, dass sich mein Bauch anfühlt, als knote ein Luftballonmagier einen komischen  Pudel aus meinen Darmschlingen. (merkwürdiges Quietschen inklusive)

dachte ich. Vor allem dann, wenn sie die unleidlich fiepende Thermoskanne so fest zugeschraubt hat, dass diese sich nicht mehr öffnen läßt. Wenn man nämlich mit heißem Kram befüllt Thermoskannen besonders fest zuschraubt, dann glauben die (die Kannen), dass der Inhalt besonders beschützenswert ist und beißen das Gewinde zusammen. Oder so ähnlich.
Solches geschah am Montag. Die Kanne fiepte und Frau … äh … Mutti schraubte fester. Um das Dreckding nicht mehr aufzukriegen, als Stunden später der Durst kam.
Am Dienstag ließ sich die Kanne noch immer nicht öffnen.
Auch nicht am Mittwoch.
Gestern versuchte Oma Eis ihr Glück – und scheiterte. Auch die spontan zum Frühstück hereingeschneite Frau Rotschopf hatte kein Glück, obwohl sie ein Geschirrhandtuch zu Hilfe nahm. Langsam begann ich darüber nachzudenken, in welcher Mülltonne die Kanne ihre letzte Ruhestätte bekommen würde.
Bis die Mutter der allerbesten Tochterfreundin klingelte. Sie brachte eine Rosinenschnecke, Kaffeedurst und unbändige Kräfte mit. Mit einem lässigen Dreh aus dem Handgelenk löste sich der Deckel der Kanne und ich bin mir sicher, dass ich das noch jahrelang bei passender und unpassender Gelegenheit auf´s Brot geschmiert bekommen werde: „Weisst du noch, als du nicht die Thermoskanne aufschrauben konntest und ich einfach nur so …“ Ja, dafür hat man Freunde.
Und der Mann hätte die Thermoskanne natürlich schon am Montag direkt wieder aufgeschraubt. Aber genauso hämisch gegrinst.

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Lena hat ein allerliebstes Zitat kommentiert und das will ich rasch noch mal hier hin kleben, denn ich finde es wirklich toll und passend. Und endlich mal nicht schwülstig oder tränendrüsendrückend:

„Ein Kind betritt deine Wohnung und macht in den folgenden zwanzig Jahren so viel Lärm, dass du es kaum aushalten kannst. Dann geht das Kind weg und lässt das Haus stumm zurück, dass du denkst, du wirst verrückt.“

– John Andrew Holmes

Großartig. Danke Lena!

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Auch wenn es noch weit hin ist, dennoch freue ich mich schon mal darauf: es scheint so, als würde ich auch im nächsten Frühjahr ein paar Tage in die große Stadt fahren können. Toll, toll!

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Weil Sie fragten: Der Weihnachtsmarkt findet am zweiten Adventswochenende, 4. und 5. Dezember, im Niersteiner Gemeindepark statt. Er ist weder besonders groß, noch schmeckt der Glühwein aussergewöhnlich gut. Dafür ist es im Gemeindepark, unter diesen großen Bäumen, sehr, sehr schön. Und die Wege werden, wegen zuviel Wintermatsch, mit Tannenzweigen bedeckt, so dass es die ganze Zeit riecht, als nähme man ein Bad mit Latschenkieferzusatz. Vielleicht wird es sogar kalt sein. Auf Schnee hoffe ich nicht, das ist zu unwahrscheinlich.
Ich stehe mit Oma Eis und Mme Ouvrage gemeinsam in einem liebevoll dekorierten Ständchen und freue mich auf Ihren Besuch.