Freitags Fisch

2. Juli 2010

Mehr davon bei Frau Rieger.

Dier hier stammt aus Frau Riegers Feder und er schwimmt auf einer Taschenklappe.

Heute: Rausschmiss.

2. Juli 2010

Mit Pauken und Trompeten, Trommeln und Tröten werden die Viertklässer der Grundschule verabschiedet. Die Klassen eins bis drei bilden ein langes Spalier, kreischen, jubeln, machen Krach und die Vierten müssen da durch laufen.

Am Ende des Spaliers stehen die Eltern, um ihre Kinder in Empfang zu nehmen. Da fließen Tränen. Auf beiden Seiten. Man hat auch schon Lehrerinnen gesehen, die verdächtig rot im Augenweiß schimmerten.

Heute also zum letzten Mal. Ich warte am Ende des Spaliers auf mein Kind. In der Hand garantiert ein zerknülltes Taschentuch, in der anderen den Photo, den ich aber sowieso in diesem Moment vergesse.

Wie soll ich das nur ohne die Mutter der allerbesten Tochterfreundin durchstehen? Unsere beiden großen Söhne haben wir vor fünf Jahren dort abgeholt, die Töchter vor drei Jahren. Sie hat es leider versäumt ein vom Alter her passendes Kind nachzulegen und schon nach zweien aufgegeben :)

Komisch wird das sein. Und der beste Vater meiner Kinder, der sich als Ersatz angeboten hat, ist eben kein richtiger Ersatz, denn so richtig schön hysterisch-sentimental-wehmütg kann man eben doch nur mit einer Freundin sein.

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Die Abschlussfeier der Vierten gestern abend war überwältigend. Ein wunderbares Programm war auf die Füße gestellt worden, voller Tanz und Gesang, Akrobatik und Ballkunst. Ich hab´s genossen, obwohl doch das Thema “ Fußball und Safari“ so gar nicht meins ist. Das jüngste Kind allerdings war ein hinreissendes Erdmännchen (meiner Meinung nach das talentierteste Erdmännchen, allenfalls übertroffen von echten Erdmännchen), trommelte und tanzte ganz wunderbar im Takt und manchmal glaubte ich sein typisches Singbrummen herauszuhören. Bei neunzig Kinder aber doch eher Wunschdenken, fürchte ich.

„Warum schaust du so ernst, Kind?“, fragte Frau … äh … Mutti.

„Ich hab´ vergessen, dass wir alle lachen sollen.“, sprach das Kind.

Mindestens ein Tränchen ist mir ganz heimlich über die Wange gerollt, aber das hätte man auch für einen Schweißtropfen halten können, dort in der überfüllten, ungelüfteten Turnhalle.

Ach. Neun Jahre Grundschule. Vorbei.

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Blick nach vorne, jetzt.

# Die Kirschen, die man am Rande des Wingerts gepflückt hat, sind bewohnt. Waren sie auch gestern schon, als wir sie quasi vom Baum wegnaschten.

# Das, was sich gestern abend so weich, plüschig und dennoch irgenwie wabbelig unter meinem Fuß anfühlte. (Szene für Sie nach kurzem Entsetzensschrei nachgestellt)

# „Mama!“, jubelte der große Sohn, „Wir sind die große Steig mit 67 Stundenkilometern runtergerast!“

(Mit dem Fahrrad. In der Dämmerung. Kopfsteinpflaster und landwirtschaftlicher Verkehr, der große Erdklumpen und Steine auf dem Weg verteilt. Uach.)

# „Ich weiß genau, dass ich mein neues T-Shirt in meine Tasche gesteckt habe. Keine Ahnung, wo das jetzt ist!!“

(Es lag im Fahrradkörbchen und wurde heute morgen entdeckt. Muss irgendjemand aus der Tasche herausgenommen und  dort hin gelegt haben.)

# Ein Einsatz des Rettungshubschraubers kostet 1005,- Euro. Aber die Krankenkasse übernimmt alles bis auf 10,- Euro.

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# Und worüber man sich mächtig freuen sollte: heute ist der vorletzte Schultag, samt Abschiedsfeier für den Jüngsten.

so oder so.

30. Juni 2010

Gerade der Tochter geholfen, es den Calcaratas wieder ein bißchen gemütlich zu machen. Ich schwanke ja schon immer, ob ich sie nun wirklich toll finde. Oder ein bißchen gruselig.

Faszinierend aber auf jeden Fall.

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Rosenduft in der Luft

30. Juni 2010

Als ich heute morgen so durch Nierstein lustwandelte, fiel mich beinahe an jeder Ecke ein anderer Rosenduft an. Sehr fein!  Ist das bei Ihnen auch so?

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Durch Nierstein lustwandeln tat ich, weil zur Post musste, Taschen wegschicken und danach zur Grundschule, gewaschene, geflickte Sitzpolster zurückbringen. Die Klassenlehrerin des Jüngsten saß mit einer Kollegin  unter dem großen Baum im Schulhof, die Kindlein rannten munter herum und das „bald sind Ferien“-Gefühl war nahezu greifbar. Die Ratzfatz-Tasche, die ich der Klassenlehrerin zum Abschied genäht hatte, fand im Kollegium reges Interesse. Ob ich ein Kärtchen hätte, welches ich dort auslegen könne? Man wolle auch Taschen haben.

Klar hab´ich Kärtchen. Ich lege zum Beispiel immer eins mit in die Taschen, die ich verschicke. Und ich habe immer zwei, drei dabei, falls ich mal für´s Blog werben will. Aber das sind eben Frau … äh … Mutti-Kärtchen und keine pompadura-Kärtchen. Und sie verweisen nun mal auf dieses Blog, in dem pompaduras tatsächlich nur eine kleine Nebenrolle spielen. (ausser im Moment vielleicht, weil ich bin ja im Nähwahn)

Ich erwäge also, das pompadura-Thema auszulagern, quasi zu verselbständigen. Ob´s passiert, weiß ich noch nicht genau, aber wenn´s passiert, sage ich natürlich Bescheid.

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Und weil Sie so nett nachgefragt hatten: hier der Artikel aus dem „Frauen wie wir“-Magazin, in dem erstaunlich wenig Kochrezepte stehen, auch wenn´s beinahe so klingt, als müssten eine Menge drinstehen. Über den Rahn-Hof gibt´s übrigens auch einen Artikel. (und sollten Sie jemals die Gelegenheit haben, diesen Garten besichtigen zu können: tun sie es. Machen Sie nix anderes, gehen Sie sofort dahin, gehen Sie nicht über Los, ziehen keine 200 ein. Und gehen sie latent neidisch, aber voll guter Vorsätze und Ideen im Gepäck wieder heim.)

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Ein Bausachverständiger hat sich angekündigt. Er will unser Haus sehen, von außen UND von innen, will evtl. bestehende Schäden aufnehmen. Das tut er, weil unsere Straße rundumerneuert wird, samt Leitungen und Kanälen, mit allerschwerstem Gerät und einer Wucht, die die Gläser in den Schränken klirren lässt. Dabei könnte es auch zu Gebäudeschäden kommen. Damit aber niemand auf die Idee kommt, zu behaupten, die abgebröckelte Fassade sei vorher makellos gewesen, gibt es eben diese Bestandaufnahme.

Schade.

Aber wahrscheinlich wären wir eh nicht durchgekommen mit: „Vorher hatten wir ein tolles Ziegeldach und jetzt plötzlich sind es nur noch olle Eternitplatten!“