In der Waschmaschine dreht eine Menge ehemals weißes/helles Zeug die erste Runde. Hoffentlich hole ich in einer Stunde leuchten-türkisfarbene Klamotten und Stoffe aus der Maschine. Der letzte Färbeversuch ist Jahre her, damals waren es Dutzende von weißen Frotteepullis in Größe 50/56 und 62/68.

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Zwanzig Bilderrahmen warten darauf, dass die Sonne auf die Terrasse gewandert ist. weil dann dürfen sie mit raus und werden mit weißem Lack runderneuert.

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Das Aschemonster … Sie haben natürlich recht, Sie alle, die Sie um Ihre Flüge bangen oder Ihre Angehörigen vermissen.  Ich bin da ganz bei Ihnen, das ist elendiger Mist. Mir selbst gönne ich diesen gemeinen Egoismus, den streifenfreien blauen Himmel toll zu finden und draußen auf der Terrasse erzählen zu können, ohne die Stimme heben zu müssen.

(liebe allerbeste Freundin, ich halte weiterhin die Daumen für Barcelona!)

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Mein Garten macht mich glücklich. Obwohl seit letztem Mai fast nichts mehr darin gemacht wurde, ist er in nicht ganz so üblem Zustand, wie ich befürchtet hatte.  Ich rupfe und zupfe wie ein Weltmeister, fülle etliche Grünschnittsäcke und sitze ab und zu einfach auf der Erde, schließe die Augen, lausche dem Gezwitscher und bin einfach nur unsagbar glücklich, dass dieser Fleck Erde mir gehört.

Als ich gestern abend mit dem besten Vater meiner Kinder ganz hinten saß, dort hinter dem Birnbaum, die Füße auf dem Mäuerchen, die letzten Sonnenstrahlen genießend, dachte ich: „fertig, ihr könnt kommen.“

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Wenn es jetzt gleich klingelt, dann ist das die freundliche Frau von der Post, die mir ein hübsches Paket voller wunderbarer Kurzwaren bringt. Ich danke Frau Rieger für den Tipp.

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So. Die Sonne ist auf der Terrasse angekommen. Bin dann mal draußen.

Das Aschemonster

17. April 2010

(Zitat: Bildzeitung)

hat uns einen wunderbar ruhigen Samstag verschafft. Draußen im Garten, unter blauem Himmel ohne Kondensstreifen und ganz ohne Fluglärm.

Bleib gerne noch ein bißchen, Asche. Wir helfen gerne und haben ein Grillfeuer entzündet.

Der Beweis:

16. April 2010

Katzen sind intelligente, lernfähige Tiere.

Es ist dem dicken Martin allerstrengstens verboten, in den frischbepflanzten Kräuterkästen zu liegen:

(click!)

(er sieht eher resigniert aus.)

haarige Wucherungen

15. April 2010

Sehr erstaunt entdeckte ich neulich, dass ich ein paar dunkle Haare an den Beinen habe.

Hatte ich noch nie. Ich bin ja blond, an den Beinen. Und kurzflaumig. Jedenfalls hatte ich noch nie diese Last, mir die Beine rasieren zu müssen.

(und hier jetzt bitte keine Diskussion darüber, ob es frauenfeindlich oder -verachtend ist und die Werbung uns da komische Schönheitsideale vorsetzt und dass früher nie jemand sich die Beine rasiert hat)

Lange Rede, kurzer Sinn: ich habe mir die Beine rasiert. Das ist ja lästig! Und obwohl ich mir eingebildet habe, sehr sorgfältig gearbeitet zu haben: verschieden lange Härchen stehen senkrecht von meinem Bein ab. Das allerdings sieht sehr witzig aus. Punk-Beine. Meine Haut findet gar nix lustig, sie schuppt sich und ich kann gar nicht genug cremen.

Ich werde es lassen. Habe ich halt dunkle Haare an den Beinen. Die bleichen im Sommer bestimmt aus.

Vor ein paar Jahren habe ich mal mit Heißwachs experimentiert. Sie kennen das vielleicht, das Bikinizonenproblem. Eine Freundin hatte ein Töpfchen Heißwachs übrig und ich war gar nicht erst auf die Idee gekommen, weswegen sie welches übrig haben könnte, wenn das doch so toll ist. Klugerweise startete ich den Heißwachstest nicht in der empfindlichen Bikinizone, sondern am Schienbein. Großzügig schmierte ich das in der Mikrowelle erhitzte Wachs auf zwei verschiedene Stellen (HEISS!), klebte das „mit einem Ruck abziehen“-Papier darüber und zog mit einem Ruck ab. Mein Schmerzensschrei ließ einige Spiegel im Haus springen. Den zweiten Streifen wusch ich mit sehr viel Wasser und noch mehr Seife und dann nochmal Wasser und ein wenig Nagellackentferner, ein bißchen Schmiergelpapier und 30%er Salzsäure ab. Haarfrei waren beide Streifen, aber die Bikinizone wurde weiterhin mit der Schere eingekürzt.

Ein Epiliergerät liegt hier auch. Warum ich mir einbildete,  das Epilieren weniger schmerzhaft als heißes Wachs sein sollte, diesem Geheimnis gehe ich erst gar nicht auf den Grund.

Apropos schmerzhaft: Augenbrauen zupfen. Damit stehe ich schon seit einigen Jahren auf dem Kriegsfuß.

Donnerstag, viel Zeit.

15. April 2010

Als wir vor über einem Jahr die Diagnose bekamen, nahmen wir uns fest vor, offen und ehrlich zu sein. Mit uns und den Kindern. Nicht schonungslos, aber ungeschönt. Und seit einiger Zeit ist der Donnerstag der Oma-Opa-Tag, der Tag, an dem die Kindelein nach der Schule zu den Großeltern gehen, von Opa bekocht werden und einen langen Nachmittag dort verbringen. Hausaufgaben machen, 11er raus spielen und viel zu viel fernsehen.

Vielleicht, so hoffe ich insgeheim, sind dies die Tage, an die sie sich später gerne zurück erinnern.

Und für mich sind diese Donnerstage auch ganz toll, denn ich muss nicht kochen, kann tun und lassen was ich will und muss nicht reden. Luxustage.

Um den Luxustag heute perfekt zu machen, nahm ich meinem Krankengymnastiktermin wahr. Vorher aber sagte ich an der Anmeldung noch anstehende Termine ab, mein Rücken ist seit dem letzten einrenkenden Krachen in den Osterferien wie neu.

Der Termin heute aber musste sein und weil der Rücken fit ist, widmete sich Herr Physiotherapeut Frau Knie. Eher beiläufig („Und übrigens, GANZ WICHTIG, mein Knie, das zickt!“) hatte ich erwähnt, dass Frau Knie sich ab und an meldet. Ich musste beugen und strecken und Frau Knie schwieg. Kein Knacken, kein Knirschen. Das sind dann die Momente, in denen ich an mir selbst zweifele und mir Hysterie unterstelle.
Dankenswerterweise fanden wir dann doch eine Übung, die Frau Knie ein müdes „kniiiirsch“ entlockte. Laut genug, um den Herrn Physiotherapeuten aufhorchen zu lassen. Nix Dramatisches. Nur fehlende Muskulatur und ein paar unwillige Sehnen und die eine Narbe ist etwas hässlich.

Nichts, was sich nicht unter einem eleganten Band verstecken ließe.

Ein feines Tape, mit dem ich noch besser duschen, baden und saunieren kann. Und föhnen, falls es mir nass zu kalt ist. Diesmal eben in schwarz und ich bin gerne bereit, an seine Wirksamkeit zu glauben.
Ansonsten habe ich beschlossen, Frau Knie erneut zu ignorieren und erst im Winter nachzufragen, wie es ihr geht. Weil jetzt, wo es draußen warm ist, hat sie gefälligst Muskeln zu kriegen und zu funkionieren.

Weil ich hier schon die Leiden der jungen Pia R. ausbreite: Ihren Ratschlag, mal kräftig mit irgendwas auf das Ganglion zu hauen, habe ich indirekt beherzigt, indem ich mir herzhaft die Hand anschlug. Das führte lediglich dazu, dass das Ding jetzt noch größer ist und hübsch schillert. Und ich einen Abend lang mit flauem Gefühl im Magen (weil´s sehr weh tat) auf dem Sofa saß und keinen rechten Spaß an GA und PP hatte. Ich lasse es rausschneiden und einschicken. Scheint mir doch die allerbeste Lösung zu sein.

Und das ultimative Highlight des Tages, wenn Sie sich sowieso schon alt und kaputt fühlen, ist, wenn man Ihnen in der Apothe statt Traubenzuckerbonbons eine Packung Antihornhautcreme schenkt. Da helfen nur noch sehr viele leere Kohlenhydrate und eine Menge böses Fett. Ich brauche eine Pizza.