Nie wieder
30. Mai 2008
tönte Frau … äh … Mutti vor einigen Wochen, „gehe ich in einen Hager&Mager-Laden! Dort ist alles vollgeramscht, die Schlangen vor den Umkleidekabinen endlos, die Beleuchtung IN den Kabinen grausam und an der Kasse steht immer die Frau, die nicht weiß, wie stornieren geht. Ausserdem sind die Klamotten schäbig verarbeitet, werden in China von Kindern genäht und riechen so wie es im Baumarkt in der Abteilung „Farben und Lacke“ stinkt.
Gute Vorsätze sind dazu da gebrochen zu werden, auch wenn sie nicht an Silvester gefasst wurden. Und so fand sich Frau … äh … Mutti heute unversehens doch wieder in diesem Laden, vor einem Drehständer voller Shorts. Shorts sind gut, Shorts sind praktisch, manche Shorts waren sogar weder schreiend-gelb, noch smaragdgrün oder kobaltblau. Sondern einfach khakifarben. Beinahe outdoor.
Mit einem sehr großen Eiskaffee (mit Sahne) im Bauch griff Frau … äh … Mutti vorsichtshalber zur „40“, insgeheim völlig sicher, dass diese um die grazilen Hüften schlabbern würde. Eine Umkleidekabine, die innerhalb der nächsten 37 Minuten benutzbar sein würde, war nicht in diesem Laden zu finden, weswegen sich Frau … äh … Mutti verschämt in ein Eckchen zurückzog und ziemlich umständlich unter den schmalen Rock (eine „38“, nebenbei bemerkt) in die Shorts kletterte. Auf Hüfthöhe wurde es etwas eng und der Knopf wollte einen eingezogenen, luftleeren Bauch. Doch die Beine waren ansprechen betont und das khakigrün gefiel so sehr, deshalb kletterte Frau … äh … Mutti aus der Vierziger und sprang in die Zweiundvierziger, die entschieden lässiger über die Hüften glitt. Und im Taillenbereich deutlich Platz lässt. Für 9,90 und ziemlich schlechtem Gewissen, weil tatsächlich „Made in China“ nahm ich die Shorts mit. In Größe 42.
Die Geschichte hat weder Pointe noch Moral, sollten Sie da draußen auf so etwas hoffen. Sie ist reine Selbst-Therapie, um das Trauma, innerhalb eines Tages um zwei Konfektionsgrößen gewachsen zu sein, zu überwinden. Zumal ich mich morgens vor dem eigenen Spiegel doch recht wohlgeformt und knackig fand. Und vielleicht geschrieben, um mir in Erinnerung zu rufen, dass ich nicht mehr in diesen Laden gehen wollte. (Höchstens dann, wenn ich mal ein schlichtes Shirt brauche.)
Hager&Mager macht dick.
Friss, Herr Gugel, friss:
29. Mai 2008
Statistik-Blogging:
29. Mai 2008
29. Mai, hitzefrei.
(das jüngste Kind, die anderen müssen schwitzen)
Schwarzer Holunder
29. Mai 2008
(Sambucus nigra), im Volksmund auch Holder, Holler, Hollerbusch
In „heidnischen“ Zeiten war der Holunder der Erdgöttin Holla geweiht. Viele Jahrhunderte lang sah man in ihm den Wohnsitz der guten Hausgeister – deshalb galt er auch als Glücksbringer und bot Schutz vor Dämonen und Hexen. Kein Wunder, dass man es für gefährlich hielt, den Hollerbusch umzuhacken. Auch verbrennen durfte man das Holz nicht, wollte man dadurch nicht Unglück im Stall heraufbeschwören. (…) Und ein alter Bauernspruch lautet: „Vor dem Holler sollst Du den Hut abnehmen.“
Quelle: „Malve, Mangold und Melisse“, Christine Widmayr
In meiner Wildnis wachsen vier stattliche Hollerbüsche, somit muss unser Glück einfach unermesslich sein. Ist es ja auch, dies aber nur nebenbei.
Der größte Holunderbusch eignet sich hervorragend zum Klettern, weil die Kinder einige Querbretter in die Astgabeln geklemmt haben. Zwei weitere Holunderbüsche geben unseren Hängematten Halt und spenden gleichzeitig wunderbar grünflirrenden Schatten in der größten Sommerhitze. Ein Hollerbusch ganz hinten in der Wildnis, da wo die Wildnis noch echte Wildnis ist, ist Nistplatz für viele Vögel und beschützt die Igel tagsüber beim Schlafen.
Dieses Jahr sitzen die Läuse dicht an dicht an den Holunderzweigen. Grüne und schwarze, sogar ein paar braune Läuse habe ich entdeckt. Und bisher noch sehr wenig Marienkäfer oder -larven. Der Holunder steht in voller Blüte und es gibt für mich keine schöneren Blütendolden als die des Holunders. Tausende von winzigen, weißen Blüten mit gelben Staubgefäßen, die beim Schütteln oder wenn der Wind durchfährt der Alptraum eines jeden Autolack-muss-glänzen-Befürwortes sind.
Der Duft ist unbeschreiblich. An manchen Tagen laufe ich mit gerümpfter Nase rasch am Holunder vorbei, denn dann stinkt er nach Katzenpisse. An anderen Tagen liegt ein süßer Honigduft in der Luft, mit dieser ganz typischen Holundernote, ein bißchen herb, ein bißchen bitter. Sommerduft.
Diesen Sommerduft kann man sich ganz leicht in den Winter holen:
Sehnsucht
28. Mai 2008
Ich möchte, bitte-danke, jetzt sofort genau da hin:
Vor vielen, vielen Jahren war ich schon mal dort und seit vielen, vielen Jahren will ich wieder hin.
(Kann er nicht tolle Bilder machen, der Vater der Mutter der allerliebsten Tochterfreundin? Großartig, lieber Volkmar!)
((mich hat er auch mal fotografiert, das sah aber nicht perfekt aus))
(((was NICHT am Modell lag)))