Liebe Lateiner!

28. Mai 2008

Würden Sie mir bitte folgende Verben ins Lateinische übersetzen:

bestechen
bedrohen
erpressen

(die Grundlagen der Erziehung für´s Familienwappen)

isse, die Mutti.

„Ach Frau … äh … Mutti!“, jubelt die Tuppertante und nimmt mich in den Arm, „Das machen wir wieder bei ihnen in der großen Halle, da ist es doch schön!“

Machen wir.
Am Freitag, den 23. Januar 2009, um 19:30 Uhr: Tupperparty in der Halle der Grünen Villa. Kommen Sie alle und zahlreich. Aber kaufen Sie nicht zuviel, denn meistens bekommt die Gastgeberin dann fürchterliche Geschenke für die vielen Sterne. Die Gastgeberin gestern abend, die Mutter der allerliebsten Tochterfreundin, hatte Glück, denn beinahe hätte sie den ultimativen Chipsmacher (Mr. Crispy!) in ihren Schränken verstauen müssen.

Ich werde rechtzeitig nochmal an die anstehende Tupperparty erinnern, rechne aber ganz fest mit Alke (btw. grandioser Header, junge Frau!) und IneS. (Ausreden werden nicht akzeptiert)

können wir wenigstens über´s Wetter reden.

Unseres sagt: 30°C, ab und zu eine Brise, die die feuchte Suppe durchwirbelt und nur so tut, als sei sie erfrischend. Die Sonne kommt ab und zu mal durch die Wolken, dann wird es ungefähr drei Grad wärmer, aber das ist auch schon egal.
Da wir noch immer keine Isolierung auf dem Dach haben, beträgt die Temperatur in der Küche 27°C. Da kam es nicht mehr drauf an, den Backofen noch zwanzig Minuten dazu heizen zu lassen.
Und als fehlendes i-Tüpfelchen haben wir wieder ein kleines Schmeissfliegen-Problem. Wahrscheinlich hat das Tigertatzikatzi eine halbe Maus in den Gewölbekeller gekotzt. Ich kann nicht nachsehen, obwohl es dort unten wunderbar kühl ist. Ich befürchte aber, dass eine madenwimmelnde Maus meinem muckenden Magen, der solches Wetter hasst, den Rest geben wird. (Hallo Frau Brüllen, ich auch. Und garantiert nicht schwanger.)

Mein Bedarf an Sommerschwüle wäre nun gedeckt. Danke.

(Manchmal im Winter, wenn es fürchterlich grau, trüb und obendrein schlotterig kalt ist, stelle ich mich auf die Terrasse, schließe die Augen und versuche mich zu erinnern, wie sich Hitze anfühlt, wie unangenehm das sein kann. Heute ist ein Tag zum im-Winter-dran-erinnern.)

Und?

27. Mai 2008

Was hast du heute schon gemacht, Frau … äh … Mutti?

Naja, ich bin aufgestanden, habe mich angezogen, einen zweiten Kaffee getrunken und dann wollte ich in den Garten gehen. Vorher wollte ich aber rasch noch die Schneckenviecher füttern. Habe ich auch. Und da ich gestern abend gelesen habe, dass die Schnecken gerne baden, habe ich sie gebadet. Das geht ganz einfach: lauwarmes Wasser ein  bißchen laufen lassen, die Schnecke auf die Hand setzen und die Hand unter den Wasserstrahl halten. Die Schnecke plantscht dann sehr vergnügt auf der Hand herum.
Leider haben wir mittlerweile acht Schnecken, weil die zukünftigen Schneckenherbergen noch nicht bezugsfertig sind. Acht Schnecken vergnügt auf einer Hand herumplantschen zu lassen dauert etwa eineinhalb Stunden. In der Zwischenzeit kam der Schreinerfreund mit Helfer um die Biertischgarnituren abzuholen und um Kaffee zu trinken. Und um zuzusehen, wie frischgebadete Schnecken Gurken fressen.

Mittlerweile ist es zwanzig vor elf, ausser frischgebadeten Schnecken habe ich nichts Sauberes im Haus vorzuweisen. Und gleich kommt die Freundin, die sonst nie Zeit hat. Zum Kaffee. (ich werde die frischgebadeten Schnecken zur Ablenkung von den Schmutzecken auf den Tisch stellen)

Das milde Rheintal,

26. Mai 2008

in dem der Frühling immer drei Wochen früher beginnt, der Winter meistens ohne Schnee vorüber geht und der allerleckerste Wein gedeiht … ist ein unerträgliches Loch. Jedenfalls heute.
Man hat das Gefühl, mit jedem tiefen Atemzug zu Ertrinken. Kleidung ist klamm, Bettwäsche ist klamm, Haare sind klamm und kräuseln sich zu lustigen Frisuren.
„Schwül“ beschreibt es nur sehr unzutreffend. Es ist schwülkühl, ohne ein erlösendes Lüftchen. Der Schweiß weiß nicht wohin, obwohl er bei kleinster Bewegung reichlich fließt. Selbst die Farben sind verschleiert. Das Grün der Bäume wirkt grau, der Mohn versucht zu leuchten und resigniert. Der Himmel ist schmutzigweiß und die Erde sieht aus wie Zement. (und fühlt sich auch so an)

Alle Fenster und Türen im Haus sind weit geöffnet und es riecht ganz wunderbar nach Holunder, aber auf Erfrischung oder gar Durchzug wartet man vergebens. Die Vorstellung, mich gleich ein Stündchen an den Herd stellen zu müssen, ist wenig erbaulich. Bei solchem Wetter geht gar nichts, weder vorwärts noch rückwärts.

Ich sehne das erlösende Gewitter herbei, selbst wenn dieses garantiert mit Sturm und Hagel über meinen Garten hereinbricht. Die klare Luft und die satten Farben entschädigen für alles. Kann mir jemand eine Stricknadel leihen, damit ich mal kräftig in den Himmel pieken kann?