Mit dem Dritten sieht man besser*
24. Februar 2008
Ohne unser drittes Kind hätte ich einen Berg Wäsche weniger.
Wahrscheinlich auch etliche graue Haar weniger, wobei ich das nicht so genau weiß, da das Gebamsel auf dem Kopf gefärbt wird.
Ich hätte das größte und schönste Zimmer des Hauses zur Verfügung und könnte mich dort mit meinen Stoffen, Nähmaschinen und Schnickeldi-Sammlungen breitmachen.
Mein Nervenkostüm hätte kleinere Löcher und ich müsste mich nicht demnächst mit der Grundschulrektorin auseinandersetzen.
Abgetragene Kleidung könnte sogar noch verkauft werden, da Hosen keine Löcher in den Knien hätten und Pullis keine ausgeleierten Bündchen.
Auf meinem Küchentresen lägen keine Tabletten, an meinem Küchentisch stünde kein TrippTrapp mehr und an der Kindergarderobe wäre viel mehr Platz.
Ich würde keine Kinderpsychologen kennen, hätte nie etwas von Dyslalie und Dyskalkulie gehört, ADS als echte Diagnose hätte ich weiterhin sanft belächelt und langhaarige Jungs in Star Wars T-Shirts wären potentielle Kandidaten für den Jugendstrafvollzug.
Hätte man mir erzählt, dass der nun mehr neunjährige Sohn immer wieder einnässt und -kotet, hätte ich haarscharf und laienpsychologisch auf Vernachlässigung getippt, mit Nachdruck, aber Hallo! Was soll es sonst sein? Schließlich ist man durch´s Privatfernsehen gebildet.
Kurz – ich hätte mehr Platz und weniger Arbeit und eine Menge schräger Ansichten.
Auf der anderen Seite der Waagschale liegt mein jüngstes Kind.
Heute feiert es seinen neunten Geburtstag. Sein allersehnlichster Wunsch waren Tintenpatronen für den Füller, den erfüllten wir gerne. Einen Schreibtischstuhl und Bettwäsche gab es, einen Schleich-Ritter von den Geschwistern und nachmittag bringen die Großeltern zwei Packungen Lego.
Mir hat er einen neuen Blickwinkel auf das Leben geschenkt. Hat mir so manches vorschnelle Urteil abgewöhnt, mich dünnhäutig und manchmal auch verzweifelt gemacht. Er hat mich Hoffen und Bangen gelehrt und die Kunst, in Scheiße Gold zu finden. Er hat den Fundus unsere liebgewonnen Familiengeschichten erweitert, ohne ihn gäbe es keine ´öwen´ ahn´urzeln oder ´affee´ückchen und ohne ihn wüsste ich nicht, dass man Kartoffeln in der Spülmaschine garen kann. (kann man, muss man aber nicht) Dank ihm schreibe ich, wie jedes Jahr, rührseligen Kram zusammen und schäme mich kein bißchen dafür.
Herzlichen Glückwunsch, großer Jüngster.
*Frau Antonmann, ich brauchte diese Überschrift und hoffe, dass sie das genehmigen.
passt nicht zusammen:
23. Februar 2008
Strahlender Sonnenschein, Frühlingswärme und ein fiebriges Kind.
Kleine Freuden am Abend
22. Februar 2008
Den nächsten auf der Klassenliste anrufen, der mürrischen Stimme am Telefon sagen, dass der Bus um zwanzig nach sechs ankommt und dann zu hören, wie sich die Stimme am anderen Ende der Leitung schlagartig verändert: „Echt? Zwanzig nach sechs? DANKE für den Anruf! Ich rufe den nächsten an.“
Das Gepolter, das vor einer halben Stunde wahrscheinlich die ganze Welt erschütterte, war das Gebirge, dass Frau … äh … Mutti vom Herzen krachte. Der Große kommt heim. Alles ist gut.
(dünnhäutige Mütter drücken dann gerne ein heimliches Tränchen, obwohl sie doch gerade Paprika für die Pizza schneiden und die Zwiebel noch im Schrank liegt)
Er kommt heim, das reicht für heute.
Das Geheimnis glücklicher Eltern
22. Februar 2008
Der allwöchentliche Kaffeeklatsch am Freitagmorgen führt zu einer wundervollen Erkenntnis: es gibt nix zu meckern
Die Kindelein sind klug, aufgeweckt, liebenswert, höflich, hilfsbereit und bringen wunderbare Noten aus der Schule mit nach Hause.
Was will ich mehr?
Kleinere (pubertäre) Ausfälle gehören dazu, Meinungsverschiedenheiten erweitern den Blickwinkel und Streitereien reinigen die Luft. Ich bin eine glückliche Mutter.
Noch glücklicher allerdings werde ich sein, wenn das große Kind heute abend wohlbehalten nach einer Woche Skifreizeit daheim angekommen ist. Dann sind wir endlich wieder komplett.
reiner Frauen-Content
15. Februar 2008
Frau … äh … Mutti ist ein eher skeptischer Mensch.
Wenn auf dem Beipackzettel eines Medikaments „es kann zu Erstverschlimmerungen kommen“ steht, dann möchte sie schon ganz gerne wissen, warum das so ist. Und warum ein solches Medikament überhaupt eingenommen werden soll und warum da so wenig lustige chemische Namen stehen, sondern nur ein paar nette lateinische Pflanzennamen.
Homöopathie ist so gar nicht meins (keine Prügel, keine Überzeugungsversuche, keine Schwüre auf die Wirksamkeit bitte), Pulsatilla-Kügelchen, die entweder den Muttermund öffnen oder schließen sollten, taten weder das eine noch das andere, die Arnika-Kügelchen nach einem Unfall ließen die Armwunde auch nicht rascher oder narbenfreier heilen (behaupte ich mal).
Pflanzliche Wirkstoffe … daran glaube ich ein bißchen. Meine Kinder bekamen bei beginnender MOE Zwiebelsaft ins Ohr getropft, das konnte manchmal das Antibiotikum verhindern. Ein Tee aus Holunderblüten wirkt schweißtreibend und Lavendel beruhigt tatsächlich. Alles ohne Erstverschlimmerung.
Ich nahm also die von der Gynäkologin verschriebenen Tabletten, morgens und abends je eine, ganz brav. Und glaubte nicht dran. Pflanzlich – Pah! Erstverschlimmerung – HaHA! Kann nix taugen.
Der Eisprung kam und er vergaß, das Spannen in den Brüsten mit zu bringen. Nichts. Kein Schmerz, kein Druck, kein Reissen. Hüpfen ohne BH und auf dem Bauch schlafen möglich.
Zufall.
Kann ja vorkommen, dachte ich. Kommen schon noch, die Schmerzen, sie kommen ja immer, dachte ich.
Sie kamen nicht.
Was nach 23 Tagen auch nicht kam, war die Regelblutung. Das war – irritierend.
Um es kurz zu machen: der Zyklus hat sich auf 28 Tage verlängert. Ohne Schmerzen.
Mein Gesicht sieht aus wie ein etwas älterer Streuselkuchen und meine Gemütsverfassung war nicht die beste. Schuld war nicht unbedingt das klassische PMS, sondern einfach dieses merkwürdige Gefühl, dass diesmal alles anders ist. Plötzlich schmerzfrei.
Ich werde die Tabletten weiterhin einnehmen. Ich werde weiterhin nicht wirklich von der Wirksamkeit überzeugt sein. Vielleicht in drei, vier Monaten .. sollte alles einfach nur GUT bleiben.
Frau Zickenterror, ich denke mal … es ist einen Versuch wert.
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Nachtrag für die interessierten Damen: Das Medikament heißt Mastodynon.