pimp my bag

19. März 2007

Da war dieses grüne Täschchen, vielleicht erinnern Sie sich. Das zweite Täschchen, das ich je genäht habe. Eigentlich recht hübsch, einigermaßen sauber gearbeitet, aber – langweilig.

Und dann musste ich zufällig in den örtlichen Bastelladen und da gab es komische, stark reduzierte Halsketten, die sich gut zerschneiden ließen:

Und diese da gab es ja auch noch, teils aus dem Bastelgeschäft, teils aus dem großen Internet-Auktionshaus:

Und den hier hatte ich auch schon lange auf dem Regal sitzen:

Seit einem Jahr liegen die Röschen rum und warten auf ihren Einsatz:

Von jedem ein bißchen und jetzt gefällt sie mir richtig gut:

Das Wunderbare ist: hier liegen noch zwei eher langweilige Täschchen rum. (Wenn die Post endlich kommt, bringt sie weitere 75 Perlen mit, der Tag ist gerettet. Und die langweiligen Taschen auch.)

Hurra! Ein Stock

16. März 2007

Rinaa wirft mir ein Stöckchen über, das irgendwie leicht sozialpädagogisch angehaucht ist und in mir den Wunsch erweckt, meine Sätze mit „Du, sorry, du …“ zu beginnen und meinem Gegenüber ein Loch in den Ärmel zu streicheln. Aber bitte, hier isses:

*Erzähl uns darüber, womit Du die meiste Zeit im Leben verbringst.

Mit Schlafen und das ist nicht mal unnormal. Danach kommt wahrscheinlich der ganz normale Alltag mit Kindern und Haushalt (und Garten im Frühling/Sommer/Herbst).

*Welchen Stellenwert nimmt in diesem Kontext Dein Blog ein?

Du, sorry, du, das ist jetzt echt schwer, du. Ich blogge wenn ich Zeit und Lust habe. Manchmal habe ich Lust und keine Zeit und manchmal ist es andersrum. Ist wie mit Sex bei frischgebackenen Elternpaaren. (nein, fragen Sie nicht, warum sich dieser Vergleich über meiner Finger schlich)

*Würdest Du auch bloggen wenn Deine Inhalte von niemandem gelesen würden?

Ich blogge nur Inhalte, die von anderen gelesen werden dürfen. Würden meine Inhalte nicht gelesen werden dürfen, dann könnte ich Tagebuch schreiben, mit rosa Tinte mit Erdbeerduft. Würde ich bloggen und niemand läse meine Inhalte (Was ist das für eine Formulierung? Hallo? Haben Sie eigentlich heute schon meine INHALTE gelesen?), dann schrübe ich wohl nicht spannend/gut/interessant/was weiß ich wie. Könnte ich es auch lassen. Fakt ist: ich liebe es, wenn mein Blog gelesen wird. (und es viele Kommentare gibt, die ich nur sooo selten beantworte)

*Spielt Geld eine Rolle, wenn du Dein Blog pflegst?

Aus reiner Bequemlichkeit zahle ich schon, ich könnte ja auch selbst mit einer Blogsoftware rumbasteln. Und, um wieder so hübsch konditional zu werden, würde ich Geld für´s Boggen bekommen, schriebe ich nicht anders als bisher, nur mit sehr viel mehr Druck. (Hab so das Gefühl, dass ich knapp an der komischen Frage vorbei geantwortet habe)

*Verbesserst Du unsere Welt mit dem was Du in Deinem Blog schreibst?

Aber sicher! Menschen lachen und erfreuen sich an hübschen Bildern. Meine auf die Tränendrüse drückenden Einträge bringen Tausende von Menschen dazu, ihr künftiges Tun und Handeln zu überdenken, ihr Leben komplett umzukrempeln und fortan einfach nur gut zu sein.

*Wie lange möchtest Du noch bloggen?

Bis es mir keinen Spaß mehr macht.

*Erbringst du innerhalb oder ausserhalb der Blogosphäre ein soziales Engagement für unsere Gesellschaft?

ja.

*Was bedeutet für dich der Beginn eines neuen Tages?

Kaffee, viel Kaffee. Und derzeit freue ich mich abends, wenn ich zu Bett gehe, auf das Aufstehen am nächsten Morgen. Ja, ehrlich. Liegt am Frühling. Der Beginn eines neuen Tages ist die Chance viele spannende Sachen zu erleben, du, sorry, du.

*Was nimmst Du wahr, wenn Du Dich im Wald aufhältst?

Weicher Waldboden unter den Füßen, leichter Modergeruch in der Nase, Blätterrauschen und Ästeknacken und Vogelgezwitscher in den Ohren und, wenn ich Glück habe, Walderdbeeren vor Augen und danach direkt im Mund.

*Was denkst Du über Dein eigenes Sterben?

Manchmal möchte ich wissen, wann das ist, damit ich soviel wie möglich in den Rest packen kann. Nur so eine Grobschätzung. Ansonsten hoffe ich, dass man manche Teile von mir vielleicht noch gebrauchen kann. (und sei es nur, um irgendwelchen Studenten irgendwelche orthopädischen Abnormitäten zu demonstrieren) Ausserdem möchte ich bitte-danke keine Trauerfeier sondern ein Fest mit vieen Bildern und Geschichten und auf´s Grab ´ne Platte, damit niemand ein schlechtes Gewissen wegen nicht getaner Grabpflege haben muss. Aber dies führt zu weit gerade.

Ich werfe zur Frau Miest, weil ich gerne ihren sozialpädagogischen Ansatz zu diesen Fragen lesen möchte. Desweiteren zur Mona Lisa, weil ich noch nicht viel über sie weiß (naja, daran wird das Stöckchen auch nicht arg viel ändern) und zum jungen Gemüse, das den Kopf in den Wolken hat.

geschuftet

16. März 2007

Diese hier ist für ganz viele Einkäufe. Insbesondere merkwürdiges, chemisches Zeugs, aus dem sich wundervolle Seifen zaubern lassen. (na gut, ist nicht nur chemischer Kram, aber der Ausdruck ist einfach besser für die Dramaturgie):

(schnüff, nun ist der Vorhangstoffrest aufgebraucht)

Diese hier kreiert einen neuen Trend: das Handtäschchen für den (sehr) jungen Herren:

Und diese hier ist für die Freundin, die morgen zum brasilianischen Sklavenessen geladen hat. Äh. NEIN! Verspeist werden keine brasilianischen Sklaven, sondern ein für brasilianische Sklaven typisches Essen: Fejoada, so eine Art Bohneneintopf in sehr lecker. (mit frischen Orangenscheiben) Um über das karge Essen hinweg zu trösten, werden Caipirinhas gereicht und deshalb ist dies auch ein besonders fröhliches, luftiges Täschlein:

Was die Ostereier anbelangt:

die gibt es erst zu sehen, wenn sie richtig fertig sind. Die Lücke im Text war der (kläglich gescheiterte) Versuch, mittels Lücke im Text einen enormen Spannungsbogen aufzubauen. Nun gut. Eier morgen oder am Sonntag.

Und ausserdem

15. März 2007

habe ich heute Ostereier

genäht.

(und für drei Taschen Stoffe zusammengestellt und mich endlich entschieden, welche Farben das Wohnzimmer sommerlich/frisch/fröhlich zaubern)

Hach. Frühling.

Flurbereinigung II

15. März 2007

Frau … äh … Mutti bloggt weiter über die Gartenarbeit, aber nicht nur.
Eine Flurbereinigung fand heute auch in der Grünen Villa statt. Inklusive Schelte für die ganze verschlamperte Familie, die ihren Kram wo sie geht und steht fallen und liegen läßt. Unter Androhung des totalen Streikes und mit einigen weniger schönen Ausdrücken machte sich Frau … äh … Mutti Luft. Das Ergebnis sind wundervoll aufgeräumte Kinderzimmer und von Kinderkladderadatsch geräumte Wohnzimmer und Küche, eine gekehrte Terrasse und sogar die Turnschläppche liegen nicht mehr im Bad rum. Während die Kinder drinnen für die Versöhnung mit der Mutter sorgten („Ihr braucht erst gar nicht raus zu kommen, bevor ihr diesen Schweinestall aufgeräumt und geputzt habt)!“ und der beste Vater meiner Kinder im HomeOffice brütete, wühlte sich Frau … äh … Mutti durch den künftigen Gemüsegarten. Mit Erfolg, wie hiermit stolz verkündet wird!
– Vier Beete warten darauf, dass das Wetter beständig warm wird, damit sie mit Saatkartoffeln bestückt werden können.
– Die wilden Brombeeren sind ordentlich gestutzt und warten sehnsüchtig auf Stickel und Gertdraht.
– Selbst die blöden, hässlichen Pflanzsteine sind vom Unkraut, Wildkraut, Beikraut befreit und mit wundervoller Gartenerde befüllt. Kapuzinerkresse soll wild und bunt (gelb, orange, pink und tiefrot) Hässliches verstecken.
– Auf dem Anzuchtregal im Wintergärtchen lunsen drei Sorten Tomaten aus den Töpfchen. Die Prunkwinde für Töchterleins Garten hat zwei große Keimblätter und die verschiedenen Kapuzinerkressen sind aus ihren Samenhüllen geplatzt. Nur die Paprikas schlummern noch. Aber sie haben ja auch noch Zeit, im Mai geht es erst nach draußen.
– Derzeit blühen: halbe Osterglocken, jede Menge Krokanten, ein einziges Gänseblümchen, die letzten Veilchen (die Schnecken waren dann doch endlich satt), der Ranunkelstrauch, Traubenhyazinthen, die erste Bergenie, das Blaukissen, die letzten Winterlinge und jede Menge Ehrenpreiß (blühte, wurde zugunsten der künftigen Kartoffeln gerupft) [dieser letzte Punkt dient der persönlichen Gartenstatistik]

Was die Sache mit den Schnecken anbelangt, weil es da eine nicht so nette mail für die nicht so nette Schneckenterminatorin gab: Ich liebe Weinbergschnecken. Und ich mag Schnirkelschnecken. Beide Arten dürfen durch den Garten schleimen, hier mal knabbern und dort mal nagen. Ausserdem dürfen sie den Amselnachwuchs ernähren und es klingt recht hübsch, wenn ein Igel an einem Schneckenhaus herumschlürft. So bleibt alles im Gleichgewicht, denn Weinberg- und Schnirkelschnecken fressen auch ganz gerne Löwenzahn und wenn es zuviele Schnecken werden, werfe ich sie zur Nachbarin rüber oder wir sammeln sie in einem Eimer und setzen sie heimlich in die Weinberge (heimlich, weil die Winzer schimpfen). Weinberg- und Schnirkelschnecken und auch die etwas selteneren Turmschnecken (keine Ahnung wie die heißen, ICH nenne sie so) kann man prima am Häuschen packen und wegsetzen, wenn sie irgendwo knabbern, wo sie nicht dürfen. Und wenn man barfuß drauftritt, tut es ein bißchen weh am Fuß, aber sonst passiert (meistens) nix.
Was die Nacktschnecken anbelangt … es gibt rote, orangefarbene, schwarze und schleimig-weiß-schillernde Schnecken. Die roten/orangefarbenen sind aus China eingeschleppt und haben hier keine natürlichen Feinde. Igel verschmähen sie, Enten verschmähen sie, Amseln piepen angewidert und selbst Herr von Sauerstein, der eigentlich ALLES frisst, schaut beleidigt, wenn man ihm eine anbietet. Die einzigen Feinde der roten Nackschnecke sind:
– andere rote Nacktschnecken (bei Futtermangel überlebt die Schnecke, die am Schnellsten die Konkurrenz aufgefressen hat)
– chinesische Laufenten (die wunderbare Haustiere abgeben und schon längst durch unseren Garten quaken würden, gebe es da nicht diese komische Vogelgrippe und unklare Anweisung hinsichtlich Stallpflicht oder doch nicht oder besser doch oder nicht nötig oder nur für drei Monate oderoderoder.)
– Frau … äh … Mutti mitsamt ihrer spitzen Schaufel.
Stellen Sie sich bitte vor, sie hätten einen 800qm Garten, der viele, viele Jahre brach gelegen hat. Sie stecken irrsinnig viel Arbeit in diesen Garten, düngen mit Blut, Schweiß und Tränen und geben richtig viel Geld für die Bepflanzung aus. Sie graben und hacken und zupfen und gießen und reden mit ihren Pflanzen und am nächsten Morgen wollen Sie einen Kaffee mit ihren Pflanzen auf dem frisch der Wildnis entrungenen Beet trinken – und treffen nur noch ein welkes Gerippe an, das über und über mit Glitzerschleim bedeckt ist. Dann werden Sie traurig sein.
Oder stellen Sie sich vor, sie haben wieder einmal ein Stückchen Land gerodet und haben – zum Beispiel – Radieschen gesät. Ein paar Tage nach dem Säen lunsen zartgrüne Spitzen aus der Erde. Ihr Mutter/Vaterinstinkt wird geweckt werden und sie werden säuselnd zu den grünen Spitzen sprechen, während sie sanft die Erdkrumen beseite streichen und mit sonnenwarmen Regenwasser gießen. Am nächsten Morgen eilen Sie mit dem Lineal zum Radieschenbeet, um das Wachstum Ihrer Sprösslinge zu messen. Leider finden Sie außer glitzerschleimigen Spuren nur noch ein paar traurige, grüne Stielchen in Ihrem Beet. Sie werden ein bißchen wütend sein.
Um das Faß zum Überlaufen zu bringen, müssen sie nur barfuß durch das morgentaunasse Gras laufen. Es ist ein unvergessliches Gefühl, wenn sich eine rote Nacktschnecke zwischen den Zehen nach oben drückt. Und dann ist langsam der Hass da.

Ganz ohne schlechtes Gewissen zermatsche ich jedes Schneckeneigelege, das ich finde, klopfe Babynacktschnecken zu Mus und zerteile ausgewachsene Nacktschnecken mit der spitzen Schaufel. Die roten und die orangefarbenen Nacktschnecken, die gemeinen, fiesen, widerlichen, ekelhaften, gefrässigen. Hey! Dafür wird hier jede Spinne geschont und mit Hilfe von Glas und Papier aus den Zimmern befördert. Wenn ein Ameisenhaufen sich im Beet breitmacht, hacke ich drumherum. Wenn ich beim Jäten eine Puppe ausgrabe, buddele ich sie wieder ein. Wenn eine Raupe in einer ausgerupften Pflanze sitzt, setze ich sie auf eine andere. Aber die roten/orangefarbenen Nacktschnecken – haben bei mir keine Chance. Auch wenn Sie mir böse deswegen sind.