ey klar, du

9. Januar 2007

Es entbehrt jeder Logik, dass Frau … äh … Mutti, ihres Zeichens stolze Besitzerin einer phantastischen, neuen Nähmaschine und einem Stapel höchst spannender Schnittmuster … nur noch mit der Hand näht.

Blumen, viele, viele bunte Blumen.

Frühling?

9. Januar 2007

Was mich zwei Monate später sicher in laute Entzückensrufe ausbrechen lassen würde, stimmt mich jetzt doch eher traurig: Tulpen, Osterglocken und Schachbrettblumen lunsen schon ein gutes Stück weit aus der Erde heraus. Die Akeleien treiben frisches Grün und die Löwenmäulchen haben erst gar nicht mit dem Blühen aufgehört. Ringelblumen und Jungfer im Grünen sind aufgekeimt, die Ranunkeln werden bereits jetzt von Schnecken vertilgt.

Wenn tatsächlich noch so etwas wie Winter (Eis! Frost! Schnee! Klirrende Kälte!) kommt, wird die Wildnis im Frühling nicht blühen.
Wenn kein Winter mehr kommt, wird die Wildnis im Sommer zum Ödland, weil dann mit vielen Plagen zu rechnen ist: Läuse, Kartoffelkäfer, Schnecken. Obendrein werden Zecken und Stechmücken den Aufenthalt draußen verleiden. Die unerwünschten Wildkräuter sind nicht erfroren und der Kampf gegen sie ist dann jetzt schon verloren.

Ich bin kein großer Fan des Winters, mag ihn nur dann, wenn ich unter vielen warmen Decken auf dem Sofa nach draußen sehe. Oder wenn mindestens zehn Zentimeter Schnee die Landschaft verzaubern, unter einem blauen Himmel mit strahlendem Sonnenschein und einer Temperatur, die den Kindern rote Wangen und Nasen ins Gesicht küsst.

Das Wetter jetzt, mit seinen verwaschenen 16°C (!) zermürbt mich und die so gut überstandene Novemberdepression holt mich ein.

ach, früher.

9. Januar 2007

Früher betrat Frau … äh … Mutti das Fotogeschäft ihres Vertrauens und wurde freundlich und mit Namen begrüßt. Dem Fotohändler hinter der Theke drückte sie ihre drei Filmröllchen in die Hand, ließ sich kurz über aktuelle Angebote beraten und bestellte, wie immer, 10×13, matt.
Drei Tage später betrat sie erneut den Laden, voller Spannung, wieviele der eingereichten 72 Bilder tatsächlich etwas geworden waren. Und was sie eigentlich fotografiert hatte.
Der Fotohändler reichte drei gelbe Tüten über die Theke und bot Frau … äh … Mutti einen Stuhl in einer ruhigen Ecke des Ladens an. „Schauen Sie sich die Bilder in Ruhe an und sortieren sie die schlechten aus.“
Frau … äh … Mutti hat nie etwas Schlechtes aussortiert, denn selbst völlig unscharfe Bilder erinnerten ja an genau diesen Moment, der so toll, spannend, erinnerungswürdig war.
Die Bilder wurden bezahlt, drei neue Filme gekauft und der Gutschein zur kostenlosen Entwicklung von drei bis zehn Bildern eingeheimst. Auf ein Neues.

Heute ist das ganz anders.
Frau … äh … Mutti knippst ein Bild nach dem anderen, lädt die Bilder von der Kamera auf den Rechner und wählt die allerschönsten aus. Mit der Bildbearbeitungssoftware wird Störendes weggeschnitten, aufgehellt, der Kontrast vertieft und die Farbbalance optimiert. Danach werden die Bilder online zu einem der diversen Entwickler geschickt und vier Tage später abgeholt. Keine Überraschung mehr, keine Spannung.

Spannend wäre allenfalls die Tatsache, dass meine Bilder, die ich am 2. Januar zur Entwicklung schickte und die am 4. Januar in die Drogeriefiliale am Bahnpfad geschickt wurden, noch immer nicht dort angekommen sind. „Vielleicht morgen?“, versucht die Verkäuferin Frau … äh … Mutti zu beruhigen. Die lässt sich allerdings nicht beruhigen, sondern schickt nun umgehend eine Anfrage los.

Früher war alles viel besser. Bestimmt.

Das Wochenende verbrachte Frau … äh … Mutti weitestgehend an der Nähmaschine. (das bißchen Haushalt lief ja nicht weg und wartete heute morgen freudig auf sie in Form von etlichen gebombten Zimmern und vielen, vielen Körben Wäsche).
Die hinreissenden Bestien stritten sich um die alte Nähmaschine, an der sie, unter allerstrengster Anleitung versteht sich, die ersten Nähstücke zusammenratterten. Zwei hübsche Taschen sind das Ergebnis.

Frau … äh … Mutti nähte an der neuen Maschine. Drei Vorhänge wurden gekürzt, eine Tasche mit Zierstich verschönt und dann kam der „kann ich auch Mini-Fuzzel-Kram nähen?“-Test. Ich kann:

Aus Stoffresten, mit gefilzten Beinen, Miniperlen-Augen und einen hinreissenden Grinsen entstand Konstanze, die Spinne.
Herr von Sauerstein stellte sich gerne als Fotomodell zur Verfügung, zumal er Konstanze auch wirklich sympathisch fand:

„Böser Kater!“, schimpfte Frau … äh … Mutti und versuchte dem bösen Kater seine Beute zu entreissen. Der böse Kater ergriff daraufhin mit Konstanze im Maul die Flucht unter das Sofa.

Konstanze und Kater sind wieder aufgetaucht; Konstanzes rechtes Vorderbein ist nun zwei Zentimeter kürzer, was sie aber nichts an Charme einbüßen lässt.
Der böse Kater ist vorsichtshalber zum Mäuse jagen in den Garten gerannt.

Lieblingsorte-Stöckchen

7. Januar 2007

gefangen von Rinaa:

Lieblingsortein der und rund um die Grüne Villa herum:

 

Frau … äh … Mutti ist bekennende Stubenhockerin. Mag nicht allzu weit weg von daheim, und wenn, dann wenigstens nicht allzu lang.
Hier der Lieblingsort drinnen, wenn es grau und trüb ist, kalt und fies: mein Eckchen auf dem Sofa, mit Rosen- und Pferdekissen, Rechner und Tee in Reichweite.

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