eingefeuert wird

13. Januar 2007

Der neue Trend im Freundeskreis: das Aufstellen eines Ofens, richtig hübsch mit Holz zu befeuern, gemütliche Wärme und einen leisen Lagerfeuerduft verbreitend.
Gestern abend durften wir den Ofen des einen Freundespaares bewundern (und bei 12°C Außentemperatur ein wenig schwitzen), am Sonntag wird der Ofen beim anderen Freundespaar eingeweiht.

„Ich will auch einen Ofen!“, sagte der beste Vater meiner Kinder und vereinbarte einen Termin zur Ofenerstberatung.
Frau … äh … Mutti, sein holdes Weib, sprach sich eher gegen einen Ofen im Wohnzimmer ist, denn dieses ist nicht allzu groß und ausserdem müsste dann ihr Schreibtisch weichen. Wohin auch immer, es gibt keinen freien Platz für das letzte Stückchen „Alles MEINS auf diesem Tisch!“ in der Grünen Villa.

„Wir haben doch ´nen Heizkörper im Wohnzimmer!“, mault Frau … äh … Mutti, „da bräuchten wir eher einen Ofen in der Halle, weil da isses im Winter, wenn es mal Winter wird, bitter kalt und man kann garnicht kickern.“

In Ordnung, kürzen wir ab. Der Schornsteinfeger entdeckte, dass unser Schornstein zweizügig ist, es in der Halle einen Zugang zu eben diesem Schornstein gibt und tatsächlich ein zugeschmiertes Ofenrohrabzugloch in der Wand vorhanden ist. Offensichtlich scheinen wir auch einmal richtig Glück mit der Grünen Villa zu haben.
Die Familie ist nun auf der Suche nach einem Ofen, der die entsprechende Heizleistung für eine 80qm große Halle bringt, optisch einigermaßen ansprechend ist und vor allem nicht die Jahresurlaube der nächsten zehn Jahre frisst. Gerade im Punkt Optik klaffen die Vorstellungen doch weit auseinander. Den hinreissenden Bestien schwebt ein offener Kamin mit Marmorumrandung (samt Bärenfell davor) in Ausmaßen, die sich hübsch in einem Rittersaal machen würden, vor. Der beste Vater meiner Kinder liebäugelt mit einer etwas moderneren Variante mit gebogener Scheibe vor den Flammen und Frau … äh … Mutti schwankt zwischen traditionellem Kachelofen mit Sitzbank oder einem urigen Ofen samt Kochplatte (für die vielen, tollen Suppen, die es an den vielen, tollen Partys in der warmen Halle geben wird).
Letztlich wird der Preis entscheiden. (weil wenn was übrig bleibt, könnte man ja mal nachfragen, ob sich eine Sauna mit dem Ofen befeuern lassen würde undundund)

Hach, ich freue mich.

Blümchen

12. Januar 2007

Ich liebe die Stoffrestebeutel aus dem blaugelben Möbelhaus. Neun Euro für einen Sack voll kunterbunter Ideen.
Aber in jedem Beutel ist auch immer ein recht großes Stück von diesem glitzerigen Vorhangstoff:

Bisher wusste ich nie so recht, was ich damit anfangen soll. Töchterlein hat an ihrem Zimmer Halbgardinchen aus weißem Glitzerstoff und das sah ein bißchen langweilig aus. Demnächst wird der Vorhang ein bißchen bunter:

Das Nähen dieser Blümchen geht rasch so nebenbei von der Hand und auch mit „echtem“ Stoff gefallen sie mir gut:

Dieses Blümchen ziert jetzt meine Nähtasche für unterwegs:

Und demnächst brauche ich ganz dringend neue Stoffreste.

Meditatives Stricken

12. Januar 2007

Töchterlein hat das Stricken für sich entdeckt.
Vor allem abends, im Bett sitzend, lässt sie die Nadeln klappern. Sie kriegt das ganz gut hin, allerdings hat sie dabei ein Problem:

„Ich weiß nie, was ich beim Stricken denken soll.“

Hm. Da kann ich ihr auch nicht weiterhelfen.

(Macht Stricken doof oder hilft es, den Kopf zu leeren? Sollte ich etwa doch Stricken lernen?)

Bei Kartoffeln, Kohlrabi und Rührei läßt es sich wunderbar über Sinn und Zweck des Geldes diskutieren, wobei die Frage, ob ein Dienstleistungstausch der finanziellen Entschädigung vorzuziehen sei, nicht hinreichend geklärt wurde.
Immerhin diente diese Diskussion der Ablenkung von Frau … äh … Mutti, denn während diese über die Weltwirtschaft im Allgemeinen dozierte, versteckten die hinreissenden Bestien die Kohlrabistücke unter den Kartoffeln, schichteten Rührei zur Tarnung drüber und waren satt.
Zum Abschluss der gehaltvollen Mahlzeit wurden die letzten beiden Schokonikoläuse mit Hilfe des Limettenstampfers zertrümmert. Interessanterweise zerbrachen beide Schokoläuse in fast identische Stücke, besonders um den Kopf herum, was die Kindelein zu neuen, wilden Spekulationen über industrielle Fertigung von Schokohohlkörpern mit Sollbruchstelle anregte. Zum Glück entsann sich Frau … äh … Mutti eines allseits beliebten Erziehungspruches und so steckte sie den Kindern rasch ein Stück Schokolade in den Mund und ermahnte sie, nicht mit vollem Mund zu sprechen. Ausserdem ermahnte sie zum Teilen und als auch ihr Mund wieder leer war, wurden die Kindelein zum Händewaschen und Erledigen der Hausaufgaben geschickt.

(Hände waschen ist zwar eine Verschwendung lebensnotwendiger Ressourcen und insbesondere im Zuge der globalen Erwärmung muß jeder Einsparungen vornehmen, aber manchmal zeigt sich Frau … äh … Mutti auch wahrhaft schlagkräftigen und wohlformulierten Argumenten gegenüber … äh … resistent.)

Und heute

10. Januar 2007

habe ich das erste blühende Krokus im Garten entdeckt. Hübsch versteckt unter dem Oregano, hellgelb.

Ausserdem wurden zwei Grünschnittsäcke voll und tatsächlich scheinen alle im Herbst gesteckten Blumenzwiebeln auszutreiben. Ich tu jetzt mal so, als sei es März.

(im August hatte es übrigens auch nur 17°C, ich kann wieder barfuß laufen)