Und hier so?
22. Februar 2016
Alles gut.
Die Urlaubsplanung ist abgeschlossen, heute kam dann auch noch die letzte fehlende Übernachtungszusage, die mich vor einer sicherlich schlaflosen Nacht in einem Schlafsaal (letzte Option) bewahrt. Da wir sogar nach der Wanderung noch drei Tage Zeit für Dublin haben, freue ich mich sehr über voll geheime Insidertipps!
Berlin im Mai ist auch gebucht. Der beste Vater meiner Kinder hat eine gigantische Frühbuchersuperermäßigung bei der Bahn geschossen, wir reisen für 14,25 € von Mainz nach Berlin, da gönnen wir uns sogar eine Sitzplatzreservierung :) Eine Unterkunft in Berlin zu finden war dann ein klitzekleines Bißchen komplizierter, da sehr viele Menschen gerne ein langes Wochenende in Berlin sind. Trotzdem. Auch ein Hotel ist gebucht und wir können die lange Wartezeit bis zum Irland-Juni mit einer Woche Berlin im Mai überbrücken.
Und sonst so?
Die Tochter hat morgen ihren letzten, echten Schultag, sogar noch mit Hausaufgaben und Nachmittagsunterricht. Danach holt sie „nur“ noch am Donnerstag ihr Zeugnis mit den Noten der Abiturarbeiten ab und tanzt Anfang März zur mündlichen Prüfung in Religion an. Dann ist Schluss und alle unsere Kinder haben diese Schulsache abgeschlossen. (Berufsschule ist ja etwas anderes) Yeah und Luftsprung!
Dem Jüngsten geht es prima, dazu schreibe ich demnächst etwas länger. Und der Große leidet unter seinen strengen Eltern, die ihn sehr unnachgiebig zum Nestrand schieben, indem sie es ihm daheim etwas unkomfortabler machen. Er hat derzeit Semesterferien von seinem Studium, das lediglich zur Überbrückung bis September dient, bis er seine Ausbildung beginnt. Heißt im Klartext: sein Leben ist derzeit nicht allzu anstrengend. Er hört sich halt zum Spaß ein paar Vorlesungen an. Das sei ihm von Herzen gegönnt und Bildung ist immer super, doch die viele restliche Zeit die er hat, darf er mit uns und unserem renovierungsbedürftigen Flur teilen. Er hat schon sehr viele Schichten Tapete abgekratzt, jede Menge Putz abgeklopft und wird sich demnächst noch mit der tapezierten Decke amüsieren.Danach müssen Türrahmen abgeschliffen und Löcher zugespachtelt werden, Grundierung aufgetragen und neuer Putz aufgebracht werden. Er schimpft und flucht, arbeitet aber fleißig. (Und lernt eine dabei eine Menge Sachen,die ihm später sicherlich nützen)
Kater und Hund sind gesund und munter, der Garten erwacht und wird ignoriert und mein Tag dürfte länger sein, denn es gibt immer mehr Menschen, die Sprachunterricht brauchen. Mit meinem jüngsten Sprachschüler macht es derzeit am allermeisten Spaß! Vor einem halben Jahr kam er ohne ein Wort Deutsch zu sprechen, heute haben wir zum ersten Mal zusammen über einen Witz lachen können. Seine Fortschritte sind enorm und seine Motivation groß. Der Wunsch sich mit mir auszutauschen ist ein großer Teil seines Antriebs. Das macht mich sehr stolz und verflixt, der Kerl ist mir echt ans Herz gewachsen. 16 Jahre jung und die Augen eines alten Mannes.
Fünfmal habe ich angesetzt, um etwas zu Clausnitz oder Bautzen zu schreiben, doch das Pendant zu „Ich kann nichts sagen, es schnürt mir die Kehle zu“ ließ die Worte in mir nicht bis zu den Tasten kommen. Was eigentlich ganz prima ist, denn viele dieser Worte würde ich sowieso niemals laut aussprechen. Alles andere ist mittlerweile gesagt, ändern wird sich wohl nichts.
Doch nicht alles gut.
Vorletztes Jahr war es – glaube ich – als Frau Mierau auf der re:publica einen sehr eindringlichen und mitreissenden Vortrag darüber hielt, wie wichtig die Vernetzung von Eltern untereinander ist, wieviel Kraft und Wissen man aus dieser Vernetzung schöpfen kann und dass das Bloggen für Mütter einfach eine prima Sache ist. (Verzeihung, ich bekomme den Vortrag nicht mehr wortwörtlich zusammen, aber ich glaube, ich habe die Grundaussage erwischt). Ich habe den Vortrag gerne abgenickt, das alte, weise Bloggroßmütterchen in mir, das immerhin schon seit 14 Jahren bloggt*, hatte da aber ein paar Einwände. Und weil Frau Brüllen ähnliche Einwände hatten, gab es die vage Idee, einen „ergänzenden“ Vortrag im Folgejahr zu halten. Grob zusammengefasst dachten wir uns das so: Bloggen ist prima, aber wer neu in Kleinbloggersdorf ankommt, soll sich bitte darauf gefasst machen, dass es eigentlich nicht nur rosig und harmonisch zugeht, dass viele Themen nur dann angeschnitten werden sollen, wenn man sich gerade in sehr stabiler geistiger Verfassung befindet und dass die viel gepriesenen Ratschläge oftmals nur dazu führen, dass man ob gegensätzlicher Empfehlung letztlich vollends ratlos ist. Um das völlig langweilige Thema ein bißchen aufzupeppen, hatten wir ein Kommentar-Bullshit-Bingo geplant, in dem sich vermutlich jede/r Elternblogger/in wiedergefunden hätte. (dieser Vortrag wurde nie eingereicht, weil wir beide vermuteten, dass Kleinbloggersdorf geballt über uns herfallen würde, weil wir uns evtl. die eine oder andere leicht missverständliche Spitze nicht hätten nehmen lassen. Kleinbloggersdorf, und damit meine ich nur das Dorf, in dem die Elternblogger wohnen, ist nämlich sehr leicht umzupusten und durcheinander zu wirbeln.
Kleiner Schwenk.
Obwohl ich es doch (besser) wissen sollte, war ich voller Begeisterung und voll motivierender Worte, als meine Tochter das Vorhaben äusserte, vielleicht auch ein Blog zu schreiben. Darüber, was sie in Afrika erlebt und vielleicht auch schon darüber, was sie bis zu ihrer großen Reise plant und tut. „Mach das! Das ist super, das ist interessant!“, jubelte ich ihr so lange pompomschwingend vor, bis ihr Blog online ging.
Wer jemals ein Blog eröffnet hat, kann sich vielleicht daran erinnern, mit welchem Herzklopfen der erste Artikel abgeschickt wird. Wie oft man den umschreibt, ergänzt, verwirft, um dann irgendwann tatsächlich auf „senden“ zu drücken. Und danach minütlich zu aktualisieren oder die Mails abzurufen, ob da vielleicht ein Kommentar geschrieben wurde. Können Sie sich an den ersten Kommentar in Ihrem Blog erinnern? Ich kann es, ich bin fast geplatzt vor Stolz.
Es hat nur sechs freundliche Kommentare lang gedauert, bis die Tochter per Kommentar darauf hingewiesen wurde, dass ihre Zeichensetzung nicht dem entspräche, was eine Abiturientin können müsse. Sie hat diesen Kommentar verständlicherweise nicht freigeschaltet, denn wir alle wissen ja: mein Haus, meine Regeln. Was ich nicht mag, muss ich nicht aushalten. Wie diese kleine Episode weiterging können Sie sich vorstellen, haben Sie vermutlich selbst erlebt und wäre ganz sicher ein Feld im Bullshit-Bingo gewesen: der Folgekommentar, der erneut und sehr viel eindringlicher auf das Unvermögen hinweist, gepaart mit patzigem Löschen = kein Niveau-Vergleich, kam.
Das Töchterlein lernte also heute, dass das Internet gar nicht so freundlich ist. Sie lernte außerdem von mir, dass sie nicht auf diesen Kommentar antworten darf, denn dann wird eine Diskussion losgetreten, die genauso fruchtlos und nicht hilfreich ist, wie der Hinweis auf mangelnde Kommaregelkenntnisse. Sie hat gelernt, dass sie ein dickes Fell braucht, denn sie wird es niemals allen recht machen, selbst wenn sie nur über das Wetter schreibt. Sie hat auch gelernt, wie warm und wohlig man sich fühlt, wenn andere freundliche, verteidigende Worte schreiben, dass aber dieser eine, doofe Kommentar nachhängen wird. Und dass er sie bei jedem Artikel, den sie künftig schreiben wird, begleitet und hemmt.
Ich habe gelernt, dass ich endlich diese verdammte rosarote Brille abnehmen muss.
(klar schreibt sie weiter! Ich gebe ihr einfach ein paar von meinen Kommata ab, denn ich verwende die immer zu großzügig)
*die frühen Jahre finden Sie nicht in diesem Archiv, die liegen auf Platte.
Nach der Qualifizierung ist vor der Qualifizierung
14. Februar 2016
Gestern erhielt ich zum Abschluss der Schulung zur Sprachmittlerin einen hübschen Ausdruck auf dickerem Papier: ich bin jetzt qualifizierte Sprachmittlerin. Das bedeutet und bringt nichts, aber die Schulung hat mir ganz viele Impulse gebracht und vor allem meine tief vergrabenen Grammatikkenntnisse wieder nach oben geholt. Trotzdem muss ich erneut deutsche Grammatik pauken, denn nur wenn ich diese richtig beherrsche, kann ich sie lehren.
Sehr interessant und nachdenkenswert war das Pausengespräch während der Schulung. Was bedeutet Integration denn nun wirklich? Können wir verlangen, dass sich Flüchtlinge uns und unserer Kultur völlig anpassen? Natürlich nicht, aber wieviel wäre denn „nur ein bißchen anpassen“. Wann endet Integration und wird zu Assimilation? Wir haben heiß diskutiert und nein, es gibt keine allumfassende Antwort, nur viel Denkstoff.
Auch sehr spannend für uns Sprachmittler ist die Überlegung, wie mit Sprachschülern umzugehen ist, die eher unmotiviert sind. Wie schwer es ist, einen oder auch drei Schritte zurückzutreten und zu sehen, warum es da keine Motivation gibt. Die meisten Flüchtlinge sind hier, weil sie in ihrem Land nicht mehr leben können. Sie wollen aber dringend und unbedingt wieder zurück, so schnell wie möglich. Die Motivation Deutsch zu lernen geht da selten über den Wunsch, sich knapp verständigen zu können, hinaus. Nachvollziehbar. Es gibt die Flüchtlinge, die 50+ Jahre alt sind. Die keine Perspektive für sich sehen, in ihrem Beruf vermutlich nicht arbeiten können, weil die Anforderungen hier in Deutschland nun mal anders sind. Auch bei ihnen ist die Bereitschaft sich in eine fremde Sprache zu stürzen eher gering. Einer „meiner“ Schüler ist 32. Er hat Abitur und in Syrien Englische Literatur studiert. Dieses Studium würde er gerne fortsetzen. Das kann er hier aber nur, wenn er nicht nur in Englisch sondern auch in Deutsch die C1-Qualifikation vorweisen kann. Das will er nicht recht einsehen und so steht ihm sein Trotz im Weg. Das gibt es eben auch und da nicht die „die sollen froh sein,dass …“- Keule auszupacken, fordert jede Menge Selbstbeherrschung.
Wir hatten unzählige Beispiele und neben dem „Wie vermittle ich meine Sprache?“ lernten wir eben auch „Wie halte ich die Leute bei der Stange, wenn sie angesichts unregelmäßiger Verben und adverbialer Ergänzungen schlicht verzweifeln wollen?“
Zur Erklärung noch ergänzt: wir nun mehr qualifizierten Sprachmittler ersetzen nicht die Sprachkurse der Volkshochschulen, wir ergänzen und vertiefen diese nur, geben Nachhilfe, helfen bei den Hausaufgaben und üben Aussprache.
Weil mir dieser Kurs sehr viel Spaß gemacht hat und mir sehr viel Stoff zum Nachdenken brachte, schreibe ich mich direkt für den nächsten Kurs ein: Qualifizierung für ehrenamtliche FlüchtlingsbegleiterInnen.
12 von 12 im Februar
12. Februar 2016
Zwölf Bilder am Zwölften jeden Monats.
Freitag morgen muss ich erstmal nicht aufstehen. Der beste Vater meiner Kinder sitzt dann im Home Office und übernimmt zum Arbeitstageinstieg die Hunderunde. Für mich bedeutet das, dass ich in Ruhe einen Kaffee im Bett trinken und noch ein paar Zeilen lesen kann.
Weil wir uns nun aber für einen Sommerurlaub entschieden haben, musste ich die ausgefallene Hunderunde auf dem Laufband nachholen. Der beste Vater meiner Kinder und sein holdes Weib fliegen nämlich nach Irland und laufen dort den Wicklow Way. Kinder, Kater und Hund lassen wir daheim, wir nehmen nur die nötigsten Klamotten und die am Besten eingelaufenen Wanderschuhe mit. Und hoffen darauf, dass die Information, der Juni sei der regenärmste Monat in Irland, stimmt. Ich joggte also ein halbes Stündchen prustend und schnaufend vor mich hin und freute mich vor.
Das Rumgehoppse auf dem Laufband ist ja nicht nur als Training für den Fernwanderweg gedacht, sondern auch ein „Kampf dem Weihnachtsbauch“, der sich hier kein bißchen kaschieren lässt. Und bevor es jetzt hier wilde Aufschreie gibt: meine Röcke kneifen, dieser Zustand gefällt mir nicht, mein Bauch muss weg, basta.
Nach dem Duschen kochte ich mir meinen allmorgenlichen Haferschleim, diesmal wurde er mit selbstgemachtem Granola und geröstetem Sesam gepimpt. Die Tochter und ich fasten nämlich Süßkram und da fallen auch eben auch Nußnougatcreme und Konfitüren drunter. Das Cranola ist allerdings mit Honig gesüßt, aber wir wollen jetzt ja mal nicht päpstlicher als der Papst sein.
Die Post brachte wunderbare Arbeitsmaterialien. Das Buch über die Deutsche Grammatik hat es in sich. Ich bin froh, dass ich Deutsch nicht als Fremdsprache lernen muss. Uff. Die „Willkommen“-Heftchen vom Goethe Institut sind eine wunderbare Hilfe in den Einstieg in die Sprache und eine Hilfestellung bei wichtigen Fragen. Das erste Heft habe ich heute direkt weitergeben können.
Später brachte der Paketdienst ein gespendetes Laptop für das Internetcafé. Für Bücher, Hefte und Laptop (und die vielen Beigaben) erstmal an dieser Stelle herzlichen Dank!
Als letzte Vorbereitung für´s Wochenende rührte ich rasch ein Hummus zusammen, das Geheimrezept hatten mir „meine Syrer“ verraten: fertiges Kichererbsenpürree aus der Dose (500ml, im türkischen Supermarkt) und dazu soviel Tahina, bis es schmeckt. Olivenöl drüber und wenn im Haus, jede Menge gehackte Petersilie. Notfalls geht es auch ohne. Knoblauch ist optional. Schmeckt prima und ist eben schnell gemacht, wenn für dieses Rezept die Zeit fehlt. (was schade ist, denn das Hummus ist sehr lecker, notfalls auch mit Kichererbsenhäutchen)
Mittagessen! Zum Hummus hatte ich „so ähnlich wie Naanbrot“ gebacken und eine Tomaten-Kokos-Suppe gekocht. Letzteres klingt etwas merkwürdig, schmeckt aber wirklich ganz hervorragend und überhaupt ist diese ganze Zusaammenstellung ein Familienlieblingsessen. Sie sehen hier übrigens eines der Bilder, die ich in letzter Zeit regelmäßig auf Instagram unter den Hashtags #Küchentisch #ungeschönt #geschnappschusst zeige. Ich möchte zeigen, wie es in einer normalen Familie zugeht und unser Küchentisch ist das Zentrum des Familiengeschehens. Es ist mal mehr und mal weniger Küche drumherum zu sehen, mal ist es ordentlich, dann wieder völlig verrumpelt. Wie im echten Leben halt. Und immer sitzt da dieses riesige Insekt an der Lampe und sorgt für viel Rätselraten und Grusel.
Nach dem Mittagessen schien die Sonne so verlockend, dass ich mich mit meinem Kaffee in eine geschützte Ecke auf der Terrasse stellte und schon ein bißchen Frühling spürte. (was ich völlig beknackt finde, lieber stünde ich im Schnee, meinetwegen auch barfuß)
Der Jüngste kam hungrig, dreckig und müde von der Arbeit heim und stürzte sich auf das Mittagessen. Und weil ich heute gefragt wurde: der neue Ausbildungsplatz gefällt und tut ihm gut. Er arbeitet in einem etwas größeren Betrieb, der viel auf Großbaustellen beschäftigt ist. Neulich half er eine Woche lang beim Einbau von Badewannen. Immer wieder die gleichen Arbeitsschritte bis sie sitzen, so lernt er am Besten. Das wird, bestimmt. (verhaltener Optimismus)
Mein kleines Internetcafé öffnete. Heute kam nur ein Besucher: ein Syrer, der sich mit großem Fleiß und Ehrgeiz ans Lernen macht, er möchte hier studieren. Heute hat er Dativ und Genetiv zu unterscheiden und nutzen gelernt und ja, damit ist er fitter als viele Deutsche.
Er verabschiedete sich, der beste Vater meiner Kinder beendete den letzten Call des Tages und der gar nicht mehr so kleine Hund konnte es kaum abwarten, zur abendlichen Hunderunde aufzubrechen. (wie unschwer zu erkennen ist)
Bei der Hunderunde verschwanden dann auch die letzten Reste des Spannungskopfschmerzes, den ich drei Tage mit mir herumschleppte. Lola läuft in der Abenddämmerung immer an der Schleppleine, weil so viele Rehe unterwegs sind. Sie sieht Rehe nicht als Beute, aber als tolle Spielgefährten, mit denen man prima durch die Zeilen flitzen kann. Die Rehe interpretieren das aber anders und reagieren eher panisch. Das muss ja nicht sein, deshalb: Hund an die Leine. Bei der Morgenrunde darf sie immer frei rennen.
Symbolbild für Feierabend, auf dem Sofa sitzen. Im Bild, für sie aber zum Glück nicht nachvollziehbar: der äußerst aromatische Geruch des gar nicht mehr so kleinen Hundes, der sich wohl in irgendwas gewälzt hat, was nur für Hundenasen super riecht. Ebenfalls nicht im Bild der rote Kater, der gerade sehr geschimpft wurde, weil er zuerst auf den Tisch (streng verboten!) und danach in das Spülbecken sprang (um das Einweichwasser des Suppentopfes zu schlürfen, er bekommt ja hier nichts, der Ärmste.) Demnächst auch wieder ein Ringelfranzbild für die Fans und die besorgten Leser, versprochen.
Das war der unspektakuläre Tag der Frau Mutti. Morgen geht die Sprachmittlerschulung weiter, ich freue mich drauf.
Weitere „12 von 12“ gibt es bei Frau Kännchen.
Nach dem Verkauf
9. Februar 2016
ist vor dem Packen.
So sehr mich diese Schaufensterverkauferei begeistert (Danke! Es ist nahezu ausverkauft!), so sehr nervt mich das, was danach kommt: Rechnungen schreiben, sortieren, verpacken, Adressen schreiben.
Heute morgen fing ich sehr enthusiastisch an. Ich schleppte das ganze Schnickeldi und meinen Rechner auf den Küchentisch, schickte den großen Sohn mit dem gar nicht mehr so kleinen Hund los, schickte die Tochter zu ihrem Schminkkurs und schickte den Jüngsten mit einer langen Verpackungskram-Einkaufsliste zur Post. Und begann mit dem Schreiben der Rechnungen. Ausdrucken immer zweimal, einmal für meine Buchhaltung, einmal für die Kundschaft. Ausdrucken klappt nicht immer, zwischendurch musste ich zum Drucker, der sich unglücklicherweise unten bei den Söhnen befindet, rennen. Doch es ist ja auch gesund, nicht ständig gebeugt über dem Rechner zu sitzen, sondern zwischendurch ein paarmal die Wendeltreppe runter und wieder hoch zu hetzen. Nach einer Stunde und zwanzig Rechnungen hatte ich mir ein Stück Kuchen sehr verdient. Zum Glück hatte die Tochter dem Großen einen Kuchen für geleistete Chauffeuerdienste gebacken und zum Glück hatte der Große diesen Kuchen großzügig für alle freigegeben.
Nach der Kuchenpause ging ich gestärkt zurück ans Werk, mittlerweile mit immer stärker flatternden Nerven, denn es könnte ja sein, dass ich etwas zweimal verkauft habe. Und das wäre halt sehr blöd.
Der Jüngste kam nassgeregnet und mit falschen (weil zu großen) Päckchen von der Post zurück, der Große kam sehr nassgeregnet und deshalb etwas mürrisch von der Hunderunde zurück. Der Jüngste verschwand in seinem Zimmer, um seine Schulsachen in vorzeigbaren Zustand zu bringen (heute ist der „Eltern kontrollieren den Schulkram“-Tag!), der Große leistete mir Gesellschaft und übernahm das Zukleben der Päckchen und Umschläge. Genau zweimal musste ich ein Päckchen, bzw. einen Umschlag wieder aufmachen, weil ich mir ganz sicher war, etwas vergessen zu haben. Dem war nicht so, trotzdem bin ich mir ganz sicher, dass ich irgendwo, irgendetwas falsch gepackt habe. Sollte das so sein, melden Sie sich bitte. Ich mach das wieder gut, versprochen!
Mittlerweile war es halb drei, noch hatte ich längst nicht alle Schnickeldis verpackt, die Zeit rannte mir davon. Draußen goss es wie aus Eimern und um drei hatte ich eine Verabredung mit Oma Eis im Weltladen. Rasch ein Schaufenster zum Thema Kuba (das Thema des Weltgebetstages) gestalten. Ich schickte den Jüngsten zur Hunderunde, den Großen zur Post, um weiteres Verpackungsmaterial zu kaufen und flitzte zum Weltladen. Mal rasch ein Schaufenster zu gestalten bedeutet, dass eines der drei Schaufenster ausgeräumt und gesäubert werden muss. Das, was im Schaufenster war, muss wieder ordentlich und gefällig in Regalen verstaut werden, manchmal müssen deshalb fünf, sechs, sieben Regale komplett umgestaltet werden, bis alles wieder passt. Der Weltladen ist eben klein und hat dafür ein sehr großes Sortiment. Während ich räumte, schleppte Oma Eis kistenweise kubanischen Kaffee, Rum und Zucker in den Laden. Außerdem noch Schokolade, Honig, Rumkugeln und Bonbons, die so schmecken wie Lush-Badekugeln riechen. Ich stapelte Honiggläser und baute Kaffeepyramiden im Schaufenster, sie schrieb die Preisschilder dazu. Ein kurzer Kontrollblick von außen in den Laden führte dazu, dass noch ein paar Kleinigkeiten gerichtet werden mussten, dann verabschiedete ich mich schnell. Immerhin wartete daheim noch Schnickeldi auf Verpackung.
Mittlerweile war auch die Tochter samt Freundin wieder daheim, kaum wiederzuerkennen mit neuem, dramatischem Augen-Makeup. Aber für den Abiball muss tief in die Schmink- und Frisierkiste gegriffen werden und HOLLA! Was hab ich für eine schöne Tochter!
Beide Söhne waren erneut bis auf die Haut durchgeregnet, der gar nicht mehr so kleine Hund schüttelte den Regen aus seinem Fell quer durch die Küche, bevor ich ihn abtrocknen konnte. Ich wollte sowieso durchwischen.
Die letzten Schnickeldis wurden verpackt, Umschläge und Päckchen beschriftet und mit dem letzten verklebten Streifen Klebeband kam der beste Vater meiner Kinder nach Haus. Wir buken die Spaghetti von gestern zum Abendessen, servierten Salat dazu und jetzt auf dem Sofa gibt es die letzten beiden Biere. Ab morgen ist Fastenzeit, da gibt es keinen Alkohol. (und keine Süßigkeiten, auch keine Chips, Flips oder Tacos. Mein Leben wird grau und schrecklich sein.)
Morgen schicke ich den Großen zur Post, heute hat das nicht mehr geklappt. Verzeihung.
Die Tochter ist übrigens völlig begeistert von der Tatsache, dass ihr fremde Menschen Geld schicken! Sicherlich wird sie sich noch persönlich dafür bedanken, hier oder eben dort: Afrikaanne











