Hilfe!

14. August 2008

sagte Frau … äh … Mutti am Telefon, „Ich brauche einen Rettungsschnitt!“
„Na, dann kommen sie doch mal gleich vorbei“, sagte die Frisörin, mit der Frau … äh … Mutti sonst immer sehr zufrieden war. (ach, fragen Sie nicht, warum ich dann dringend eine andere Frisörin ausprobieren wollte … )

Eine Viertelstunde später stand Frau … äh … Mutti im Frisörsalon.

„Oh.“, sagte die Frisörin. Mehr nicht, aber das war auch genug.
„Das kriege ich hin!“, sagte sie ausserdem und führte Frau … äh … Mutti liebevoll zum Frisörstuhl, kippte sie ins Waschbecken, rubbelte, schrubbelte, schnippelte, zupfte und zwischendurch lächelte sie aufmunternd.
„Wollen sie einen Kaffee?“, fragte sie und Frau … äh … Mutti wollte.
„Übrigens“, sagte sie, „ich mache demnächst meinen Colour-Master. Falls sie experimentieren wollen.“
„Sooo“, sagte sie, „jetzt sind sie wieder gerade, die Haare. Aber ein gutes Stück musste ab.“
„Dafür müssen sie aber lange Zeit nicht mehr kommen“, tröstete sie, „der Schnitt ist ideal zum Wachsen lassen.“

„Danke, danke, danke!“, stammelte Frau … äh … Mutti und verließ mit glückseligem Lächeln den Frisörsalon.

Bilder?

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Schwarz.

14. August 2008

letzter Ausweg: schwarz, als logische Konsequenz für das Krähennest, das Frau … äh … Mutti auf dem Kopf trägt.

Heiliger Schwur: nie wieder Dorffrisörin. (die Frisörinnenfrisur hätte mich misstrauisch machen müssen)

Losen, wie gelost wird

13. August 2008

Unser Haushalt beherbergt ja bekanntermaßen außer Menschen und drei Katern auch noch Fische (neun Neons, drei Albinowelse) und acht Achatschnecken. Das Füttern der Katertiere ist kein Problem, denn das ist ja auch zu niedlich, wie gerade die jungen Kater zur Futterschüssel rasen, sowie die Schranktür klappt.
Die Fische hingegen … naja. Die schwimmen da halt so rum und und schnuffeln auf dem Boden rum oder schnappen sich Futterflocken von der Wasseroberfläche. Alles weitestgehend unspannend.
Eine fressende Achatschnecke zu beobachten ist ganz spannend. Allerdings muss das Futter für die Schnecken im Garten gesucht werden. Löwenzahn für acht Schnecken pflücken oder womöglich Gurken schälen … eine echte Kinderquälerei, behaupten die hinreissenden Bestien und vergessen das Füttern.
Und so lautet ein täglicher Satz von Frau … äh … Mutti: „Habt ihr die Fische und die Schnecken gefüttert?“
Und die stereotype Antwort darauf: „Ich hab gestern, heute muss … und überhaupt gibt es im Garten keinen Löwenzahn mehr.
Woraufhin Frau … äh … Mutti mit spöttisch in die Höhe gezogenen Augenbrauen (kein Löwenzahn …? Ha!) spitze Bemerkungen bezüglich Verantwortung und verhungernden Schnecken fallen lässt. Emotionale Erpressung irgendwie schon, ja, und irgendein Kind rennt dann los.

Heute hatte Frau … äh … Mutti nach einem erneuten Geschwisterkampf, wer wann wie oft die Schnecken gefüttert hat, die Faxen dicke und pfiff die Bande in die Küche. Dort wurde ein Futter- und Putzplan erstellt, der letztlich nichts anderes besagt, als dass wöchentlich wechselnd EIN Kind für Schnecken und Fische verantwortlich ist. Samstags reinigt der Große das Aquarium und jedes Kind seinen Schneckenkübel. Ohne Widerworte.
„Ja, Mama, so machen wir das!“, sagten die Kindelein schicksalsergeben, nachdem Frau … äh … Mutti gedroht hatte, auch das Putzen der Katzenklos auf die Liste zu setzen, „Aber wer fängt denn an?“
„Wir losen aus!“, schlug die Mittlere vor.
„Aber was schreiben wir auf die Lose?“, warf der Große ein.
„Unsere Namen?“, vermutete der Jüngste.
Nur die Namen, das ist zu einfach, zumal dann womöglich der Große mit Absicht die Mittlere zöge, man weiß ja, wie so was läuft. Auf ein Los „SCHNECKEN!“ zu schreiben, wäre vielleicht eine Lösung, allerdings sei dann ja nur eine Woche geregelt, weswegen es sinnvoll sei, drei Lose mit je „Schnecke1“, „Schnecke2“ und „Schnecke3“ zu beschriften, die Numerierung gebe dann die Reihenfolge an. Aha.
Doch wer darf die Lose schreiben? Denn die Schrift des Großen ist für die Augen der Mittleren wirklich unerträglich, ausserdem sind die Zettel unterschiedlich groß und aus welchem Gefäß wird denn gezogen? Das Gefäß muss immerhin groß genug sein, damit drei Kinder auf ein Kommando hin (auf das man sich noch einigen muss) gleichzeitig reingreifen können.

Ich kann Ihnen nicht beschreiben, wie und worauf sich die hinreissenden Bestien geeinigt haben, denn ich begab mich mit breitem Grinsen an den Rechner. Doch man ist zu einer Einigung gekommen. Nächster Streitpunkt allerdings ist, wer das Ergebnis in den Kalender einträgt, denn die Schrift des Großen … siehe oben. Deshalb übernahm Frau … äh … Mutti diese Aufgabe und trug in der Spalte „Sonstiges“ wöchentlich wechselnd die Namen der Schneckenputzer ein. Beginnend mit der Mittleren.

Nun sind sie wieder verschwunden, die Kindelein, doch mit halbem Ohr verfolge ich weitere Diskussionen, die sich darum drehen, was passiert, wenn ein Kind seinen Dienst nicht wahrnehmen kann, weil es zum Beispiel bei einem Freund übernachtet oder krank wird. Und wenn die Geschwister womöglich auch nicht daheim sind. Und Mama keine Zeit hat. Und Papa auch nicht. Wer passt dann auf die Schnecken auf?

Liebe Frau Webschaf, da haben Sie was angeleiert!

müde.

13. August 2008

Wenn ich groß bin, möchte ich Dornröschen sein.

(schlafen geht jetzt nicht, das große Kind lernt Gitarre spielen)

Mobbing, Teil III

12. August 2008

Vorneweg: ein Schulwechsel käme nicht in Frage, weil das große Kind seine Schule sehr liebt. Er will das nicht, es wäre auch zu früh. Allenfalls ein Klassenwechsel würde angedacht.

So.

Das große Kind kam strahlend aus der Schule. Der „Täter“ habe aufgehört. Er habe erzählt, dass er von seiner Mutter mächtig den Kopf gewaschen bekommen habe und dass seine Mutter ihm gedroht habe: „wenn ich noch mal was höre, gehe ich zum Direktor und lasse dir einen Tadel geben“ und das sei sehr schlimm, weil der „Täter“ schon zwei Tadel auf dem Konto habe. „Schlagen werde ich dich nicht mehr“, habe der „Täter“ gesagt, „Aber ärgern ist doch ok?!“

Aha.

„Die ganzen Jungs bis auf zwei sind noch gegen mich“, sagt das große Kind mit einem Schulterzucken, „weil ich angeblich Schuld daran bin, dass der „Täter“ jetzt von der Schule fliegt. Die beruhigen sich wohl wieder.“ Komisch sei nur, dass er sein T-Shirt heute nach dem Sportunterricht aus dem Müll habe fischen müssen. „Keine Ahnung, wer das war“, sagt das große Kind, „ich war ja bei den ersten, die die Halle verlassen haben.“
Und während des Abwurfspiels beim Sportunterricht, sei er vom „Täter“ etwas härter getroffen worden, aber das sei seine eigene Schuld, weil er (das große Kind) ausgerutscht und hingefallen sei.

Sie dürfen mir glauben, mein Herz bleibt schwer. Das Kind ist fröhlich und erleichtert und alles scheint gut. Für mich klingt das gar nicht gut. ÜBERHAUPT nicht gut. Ich weiß nicht, ob ich da viel zu viel reininterpretiere, viel zu schwarz sehe. Ich habe dem großen Kind empfohlen, dem „Täter“ ganz klar zu sagen, dass auch „ärgern“ nicht in Ordnung ist und ich hoffe, dass er das tut.
Am Mittwoch abend folgt ein weiteres Telefonat mit der Klassenlehrerin. Ich bin gespannt. Angespannt.

(zu allem Überfluss oder weil immer alles zusammenkommt, hat das jüngste Kind einige Anlaufschwierigkeiten in der Regelschule, die Mittlere kämpft mit einem gut gefüllten Stundenplan und einer neuen Fremdsprache, der beste Vater meiner Kinder macht Urlaubsvertretung, es regnet wie aus Kübeln, der eine Kater hat neben das Klo gepinkelt und ich habe mir mein Essen nochmal durch den Kopf gehen lassen, durch den Kopf, der schmerzt und viel zu voll ist. Perfekt. Mein Leben ist perfekt*.)

*ja, ich darf mal jammern.