Rumpeleckenbeseitigung

11. September 2008

Die Samstags-Umräum-Aktion endete gestern abend mit dem Anbringen der wundervollen Blümchentapete, die ich vor zwei Jahren beim Sperrmüll fand.
Somit ist die Rumpelecke im Vorraum auch wieder ordentlich, in die Kommode, die ursprünglich in Töchterleins Zimmer stand, passt der ganze Krusch und Krempel, der sonst in einem Regal vor sich hinstaubte.

Das Hängeschränkchen ist ebenfalls ein Sperrmüllfund. Es lag vier Jahre in der Halle und eigentlich wollte ich es abschleifen und neu lackieren, weil da irgendjemand noch schlampiger lackiert hat, als ich es sonst tue. Die Schiebetüren haben Nasen.
Das hebe ich mir auf, falls ich mich mal entsetzlich langweile oder falls ich irgendwann der Kommode auch ein Kleidchen verpassen will.
Am Genialsten finde ich die Haken unter dem Hängeschränkchen, die dafür sorgen, dass unsere Petroleumlämpchen bruchsicher verstaut sind.

Wenn ich mir die Bilder hier so ansehe … ahne ich, dass das Lackieren der Möbel doch nicht so weit nach hinten rutscht. Eierschale mit orange, passend zur Tapete eben :-)

Das große Kind absolviert ab heute ein Gemeindepraktikum im Rahmen des Konfirmandenunterrichts. Er hat sich den Kindergarten ausgesucht, den er selbst besucht hat, früher, damals. Ich bin gespannt, wie und ob ihm der Umgang mit dem Kleingezappel dort gefällt. Seinen Peiniger in der Schule hat er heute nachdrücklich weggestoßen, als dieser ihn erneut attackieren wollte. Das erzählt er sehr gleichmütig und ich spüre, dass es ihn nicht belastet. Da ist eben einer, der nervt. Aber Seele verletzen kann der nicht.
Das klärende Gespräch fand mit seinen Freunden statt, die nahezu nichts von den Quälereien wussten, weil im coolen Pubertisten-Alltag spricht man nicht über Gefühle. Der Große hat dieses Tabu gebrochen und gewonnen. Es ging nicht darum, die Freunde zum Angriff zu formieren und aufzuwiegeln, es ging ums „Loswerden der Sorgen“, um Ansprechpartner zu finden und Rückhalt. Viel Gelächter an meinem Küchentisch und einige gerunzelte Stirnen. Und der Satz: „Ich wusste nicht, dass es so schlimm ist. Scheiße, ey.“ von einem der Freunde. Viel Licht am Horizont, würde ich sagen.

heute

9. September 2008

beinahe von einem Auto überfahren worden
einen Stuhl fast auf die Zehen gekippt
Erleichterung in den Augen meines großen Kindes gesehen

sehr müde, ein bißchen Hoffnung für die Baustellen sehend und der letzte Rest Kürbissuppe ist für mich. Jetzt. Im Schüsselchen mit pinkfarbenem Plastiklöffel.

*****

übrigens schaffen fünf pubertierende Jungs + zwei beinahe pubertierende Mädchen + zwei etwas jüngere Jungs spielend eine große Schüssel Cookies. 250 Gramm Butter ….pfff…weg.

Süßes gegen Saures

9. September 2008

Das große Kind hat sich vier Jungs zu klärenden Gesprächen eingeladen. Geklärt werden muss die Frage, warum man in der Schule Luft ist, in der Freizeit aber gern gesehener Spielkamerad. Das große Kind hat sich vorgenommen, über seine Gefühle zu sprechen und ich finde das einerseits so großartig und unterstützenswert, dass es mir schier den Hals zuschnürt. Andererseits weiß ich, dass er sich damit komplett auszieht. Ich baue auf die Intelligenz der Jungs, die er geladen hat. Und auf Frau Barcomis Chocolate Chip Cookies, vorsichtshalber noch mit ein paar gerösteten Haselnüssen gepimpt. Wegen der essentiellen Fettsäuren.

Und für die Seele gibt es, nach Miest´scher Anregung, Kürbissuppe. Hier allerdings mit Croûtons und mehr für mütterliche Seele und Hüfte, denn für die der Kindelein. (es ist heute kein Suppenwetter, Mama, draußen sind 25°C!!) Da ich aber gestern abend ungefähr zwei Zentimeter vor der Flucht nach „irgendwohin, Hauptsache wo anders und haltet alle die Klappe und ich bin doch auch nur ein Mensch“ war, ist mir das auch egal. Heute brauche ich dicke, cremige Supe, im kleinen Schüsselchen mit Plastiklöffel. Ausserdem ist sie magenschonend.

(Die Katerlinge haben keinen Durchfall mehr. Mein Tag ist nicht völlig miserabel.)

Wenn …

8. September 2008

man eine wirkliche ruhige Nacht verbringen will, mit ausreichendem und erholsamen Schlaf, weil man für den nächsten Tag das Lackieren einer Kommode, das Kochen von Apfelmus und das Putzen von mindestens zwei Fenster auf dem Plan stehen hat (neben dem üblichen Gedöhns), …

… dann sollte man es vermeiden, als kleinen Abendsnack etwa zehn Dörrpflaumen zu sich zu nehmen. Die machen nämlich ganz gemeine Sachen im Bauch, vor allem, wenn man zwei Gläser Wein dazu trinkt. Und die Grundlage nur aus Chips besteht.
Die Bauchkrämpfe verschwanden, als die Brühe ablief. Schön war das nicht. Und die Strafe ist, dass die liebreizende Frau … äh … Mutti heute morgen etwas kleinäugig durch die Bude schlurft und nicht so recht motivierbar ist.

Also liebe Leser: alles in Maßen. Auch Dörrpflaumen. (selbst wenn sie lecker sind)

tolle Tochter

7. September 2008

Ich wollte immer einer Tochter.
Als ich mit dem Großen schwanger war, war ich felsenfest davon überzeugt, dass er ein Mädchen ist. So felsenfest überzeugt, dass sein Stubenwagen einen Bezug aus allerfeinstem Rosenstoff bekam und die ganzen geerbten Mini-Baby-Frottee-Nicky-Pullis in rot und orange gefärbt wurden. Und das für ihn ausgesuchte Knuffeltier hatte einen roten Bauch, obwohl es auch eines mit einem blauen Bauch gegeben hätte.
Nun ja. Ich war nicht sehr enttäuscht, nur ein bißchen. Hauptsache gesund und irgendwie war es auch großartig, die Mutter eines Jungen zu sein. (SEHR großartig, nebenbei bemerkt)

Und dann kam es ja, mein Mädchen. Und wie es ja häufig so ist: die Wunschvorstellung deckt sich nicht immer mit der Realität. Mein rosa-weichgezeichnetes Traummädchen entpuppte sich als jeanslatzhosige Motzgöre, gesegnet mit eigenem Verstand und Geschmack und so ganz und gar un-mädchenhaft. Ich durfte keine rosa Kleidchen kaufen, mit Rüschen oder Knöpfchen oder Krägelchen versehene Kleidungsstücke wurden verschmäht, ausgeleierte Sweatshirt mit Ernie und Bert stark bevorzugt. Am Liebsten waren die mit den ausgefransten Bündchen.

Gestern traf ich mein Traummädchen wieder. Die große Tochter, die mit mir so Frauenzeug redet. Die mit mir kichert, mich ein bißchen in ihr Leben schnuppern lässt und die mal eben nebenbei Muffins backt. Es ist nicht leicht, das zu beschreiben, was ich da in meiner Küche erlebte. Es war so ein nettes Nebeneinander. Sie fragte, ich erklärte. Ich fragte, sie erzählte. Oder umgekehrt. Ungemein harmonisch und deswegen ist es wichtig, dass ich das hier festhalte, denn spätestens morgen, wenn ich Löcher mit meinen Schneidezähnen in den Küchentisch stanzen will, weil ich Französischvokabeln abfrage, ist von Harmonie keine Spur mehr.

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