gehen Sie direkt dorthin, noch besser: lassen Sie sich fahren.

Nachdem das Knie beim Knacken eine neue Lautstärke geschafft hatte und daraufhin schmerzhaft vor sich hin schmollte und knirschte, hatte Frau … äh … Mutti die Faxen dicke. Die da in der Uniklinik hatten´s verbockt, die sollen´s auch wieder richten.

In der Notfallambulanz war nicht viel los und da Frau … äh … Mutti mit schmerzverzerrter Miene zur Anmeldung humpelte UND obendrein noch steif und fest behauptete, sie sei damals im Mai in der Ambulanz operiert worden, nahm die zuständige Schwester die Sache in die Hand. Sie befahl dem besten Vater meiner Kinder mich in einen Rollstuhl zu verfrachten und mich zur Information zu schieben, damit ich mich dort für die Orthopädie anmelden könne. Sie würde in der Zwischenzeit den diensthabenden Orthopäden verständigen. Und das tat sie auch prompt, denn wir rollten nach der Anmeldung direkt ins Behandlungszimmer und ein neuer Orthopäde in meiner Sammlung knickte, drückte, beugte und zerrte an meinem Knie herum.

Bisweilen runzelte er die Stirn, doch im Großen und Ganzen war er um eine optimistische Mimik bemüht.

„Wenn Sie mir jetzt sagen, Frau … äh … Mutti“, sprach er, „dass es überhaupt nicht mehr geht, dann nehme ich Sie als Notfall direkt auf. Der Meniskus ist wohl weiter eingerissen.“

„Oh, ich … äh.“, Frau … äh … Mutti ganz ohne rhetorisches Geschick.

„Noch lieber wäre mir allerdings, wenn Sie mir so rasch wie möglich ein MRT beibringen, damit wir vor der Athroskopie noch mal auf ein Bild schauen können.“

„Äh, ja. Gut … haha.“ Frau … äh … Mutti kann nur noch stammeln.

„Und ich betone nochmals: wir sind 24 Stunden da. Wenn IRGENDETWAS ist, dann kommen Sie SOFORT.“

Vor lauter Schreck vergaß Frau … äh … Mutti sich mit dem Rollstuhl aus dem Behandlungsraum rollen zu lassen. Wahrscheinlich haben alle Patienten im Wartezimmer den Behandlungsraum dieses Arztes gestürmt, denn da muss ja ein „Sie kann wieder gehen“-Wunder geschehen sein. Frau fuhr mit dem Rolli rein und kam wieder rausgelaufen.

Scherz beiseite.

Mir ist ja schon ein bißchen mulmig. Ich hab ein Rezept für Schmerztabletten und ich darf die Krücken wieder zu Hilfe nehmen. Und ich weiß, dass da nochmal Röhrchen in mein Knie gesteckt werden (vielleicht sollte ich mir einen Reissverschluss einbauen lassen). Und dass mich das nochmal mindestens vier Wochen aus der Bahn schmeisst.

Och Mönsch.

Auf dem Heimweg überlegten der beste Vater meiner Kinder und sein holdes Weib, dass es eigentlich ein psychologisch sehr geschickter Zug ist, einem Patienten zu sagen, dass er selbst es in der Hand habe, wann seine Schmerzen unerträglich werden. Denn wer gibt sich schon gerne die Blöße, als Weichei durch die Gegend zu kullern? Verstehen Sie mich nicht falsch, ich finde es ganz großartig, dass man mir das Heft in der Hand lässt. Ich fühle mich ernst genommen, ohne dass man mir die Eigenverantwortung aus der Hand reisst.

(oh Mann, und ein netter Arzt war das! Und attraktiv obendrein.)

Oh sonniger Morgen,

6. August 2009

du bringst mir einen von der Wand abgerückten Schrank im Flur, denn dahinter, im Kabelkanal versteckt sich eine Maus. Die Staubmäuse, die ihr Gesellschaft leisteten, sind im Staubsaugerbeutel gelandet. So kann ich reinen Gewissens behaupten, dass bei mir auch hinter den Schränken geputzt wird.

Martin hat übrigens das Interesse an seiner Beute verloren. Er liegt auf der Terrasse und streckt seinen Bauch in die Sonne. Nun ist es an mir, eher argwöhnische Blicke in den Flur zu werfen, um die Spitzmaus fangen zu können. Katzen sind doof.

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Im Mailfach landete nach langer Zeit mal wieder die Bitte des afrikanischen Geschäftsmannes, ihm umgehend mein gesamtes Vermögen zu überweisen, damit es ihm besser als mir gehen kann. Niedlich.

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Statt der ursprünglich geplanten vier Kinder schlief heute Nacht kein einziges Kind in der Grünen Villa. Sturmfreie Bude sozusagen. Leider sind wir wohl aus dem Alter heraus, um diese Tatsache für ein paar hemmungslose Orgien zu nutzen. Stattdessen der Arztserienmarathon im Fernsehen mit ein paar intensiven Gedanken darüber, ob ein Besuch der Uniklinik angebracht ist, weil das Knie nach einem merkwürdigen, sehr schmerzhaften Knacken sich nur noch eingeschränkt und unter weiteren komischen Knirschgeräuschen biegen ließ. Einzig der Umstand, dass es beinahe Mitternacht und ich viel zu müde für einen längeren Aufenthalt im eitergrünen Uni-Wartezimmer war, brachte uns von der Idee ab. Heute morgen hat sich am Zustand des Knies nicht viel geändert, aber es ist weder dick noch bunt verfärbt, so dass ich mir den Weg und die Zeit sparen kann.

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Der Schwager hat mir aus den Staaten, neben einem allerliebsten quietschgrünen iPödchen, eine Packung Oreos mitgebracht. Das ist gemein. Auf eine liebevolle Art gemein. Ich kann diesen Dingern nämlich nur sehr schwer widerstehen. Dabei habe ich doch heute morgen auf der Waage etwas höchste Erfreuliches gesehen.  Ob ich mir einen einzigen zum Kaffee holen soll … ? Oreos muss man übrigens ganz genauso wie diese Kekse mit der Schokofüllung dazwischen essen, wobei Oreos natürlich besser schmecken. Die Creme ist dabei nicht so wichtig, ich mag die dunklen Kekse. Das wäre also nix für mich, doch die Idee ist nett :-)

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Gestern abend am See das Schwimmpensum veranderthalbfacht (<- gibt es dieses Wort? Kein anderes scheint besser zu passen), wie geplant. Mittlerweile kennt man uns dort am Kiosk. Wir sind die beiden, die immer kurz vor der Strandreinigung und damit „Schließung“ des Sees scheinheilig nachfragen, ob wir noch Parkgebühr entrichten müssen. Darauf bauend, dass wir das nicht müssen, weil sowieso nur noch eine knappe Stunde Schwimmzeit ist. Seit gestern weiß ich wieder, wie dieses Langstreckenschwimmen funktioniert. Das konnte ich früher richtig gut, jetzt erinnern sich die Muskeln wieder daran.

Das Schlimmste am Schwimmen im See ist eigentlich, dass nur die obersten zwanzig Zentimeter des Wasser eine angenehme Temperatur haben. Das Wasser darunter ist so kalt, dass einem gar nichts anderes übrig bleibt, als sich zu bewegen. Und warum manche Stellen des Sees besonders kalt sind, mag ich mir nicht vorstellen. (und habe natürlich dennoch solche Vorstellungen von kilometertiefen Spalten, in denen finstere Seeungeheuer lauern)

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Morgenkaffee getrunken, auf in den Kampf.

Kennen Sie Laura?

5. August 2009

klick!

oh.

5. August 2009

Die Haustür fällt ins Schloss und Frau … äh … Mutti atmet durch. Die Kinder sind zu den Großeltern unterwegs, werden dort bespaßt, bekocht und fahren nachmittags zum Schwimmen.

Der Staubsauger kommt zum Einsatz, es wird geräumt, gewirbelt. Das Mittagessen steht im Backofen, Zucchini mit Kartoffeln, irgendwie geschichtet und garantiert ein kinderunfreundliches Essen, deshalb perfekt für heute, weil ich esse alleine.

Musik wird aufgedreht und als sich plötzlich die Küchentür öffnet, ist das doch eher unerwartet. (und dies ist wirklich sehr beschönigend ausgedrückt, denn in Wahrheit sind zwei Drittel meiner Haare vor Schreck schlohweiß geworden, wähnte ich doch ALLE Kinder außer Haus!)

„Kannst du die Musik bitte leiser machen“, sagt Töchterlein, „Ich schreibe ein Gedicht über den Krieg in der Galaxie und kann mich nicht konzentrieren.“

Watcha wearing Wednesday?

5. August 2009

Spaghettiträgerflatterkleidchen, denn heute wird es heiß.

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Ausserdem trage ich den guten Vorsatz, mich um die Wäscheberge zu kümmern. Und bei der allergrößten Hitze ins Nähzimmer zu flüchten, um mir eine Badetasche zu nähen, ein bißchen größer als diese hier:

Diese hier ist nämlich eine Single-Badetasche. (fragen Sie nicht, warum ich eine Single-Badetasche nähe. Vermutlich hatte ich einen kleinen Aussetzer)

Schick mit der neuen Stickdatei von Frau Rieger, drei Innentaschen, einem Karabiner für den Schlüssel und einer großen Tasche außen für den Strandschmöker. Wer sie haben möchte, darf eine mail schicken (ich zeige dann gerne auch noch ein paar Detailbilder). Der Anhänger mit den Glasperlchen gehört allerdings nicht dazu, den habe ich geschenkt bekommen.

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Zum Thema „Mutti goes fit“: gestern abend bin ich hin und zurück längs über den Pfarrwiesensee geschwommen. Das war schon ein gutes Stück. In der Zeit als ich hin und her paddelte, wurde ich zweimal überholt, von einer Frau, die sich wie Superwoman durch das Wasser pflügte. Angeberin. Pah.

Heute will ich zweieinhalb mal hin- und herschwimmen und keine drei Minuten zum Reintrauen ins eisige Wasser brauchen. (jaja, wenn man erst mal drin ist, dann isses toll. Weiß ich auch.)

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Schwimmen ist für´s Knie übrigens auch nicht so toll. Aber ich bilde mir ein, dass sich die Schenkelchen schon straffer anfühlen. Also ist es gut für´s Ego und das ist ja auch wichtig :-)