Schlüsselgewalt!
22. November 2011

Nach 12jähriger Babypause zurück in Amt und Würden. Jeden Dienstag von 9:30 – 12:30 Uhr Dienst im Weltladen. (An der Kaiserlinde 6 in Nierstein, gegenüber vom Hotel, falls Sie mich mal besuchen wollen)
Das Schaufenster, bzw. die Gestaltung desselben liegt ebenfalls in meinen Händen. Weil mich besonders Letzteres sehr glücklich macht, ist es nicht auszuschließen, dass ich Sie in Zukunft öfter mit Neuigkeiten aus der Weltladenszene konfrontieren werde :)
(heute abend gibt´s noch ein bißchen Bett-Cat-Content, weil was anderes wollen Sie ja eh nicht sehen hier)
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kurzer Nachtrag, weil gerade surfenderweise entdeckt und höchst misstrauisch draufgeclickt, weil kann es noch andere Muttis neben mir geben? Es kann, sogar sehr witzige! Muttis Hausfrauenblog zum Beispiel.
Kurzgeplänkel
21. November 2011
Meine Tage sind klar strukturiert derzeit: aufstehen, Frühstück im Nähzimmer, Mittagessen wärmen, da am Vorabend bereits gekocht wurde, mit den Kindelein essen/quatschen/amüsieren, kurze Mittagspause mit Powernap und dann zurück ins Nähzimmer. Bis irgendwann. Bis ich nur noch schiefe Nähte produziere oder die falsche Seite vom Stoff besticke. Dann wieder hoch, Haushalt wuppen, Essen für den nächsten Tag vorbereiten, auf dem Sofa zusammenbrechen, um halb zwölf ins Bett und am nächsten Morgen wieder von vorne.
Klingt enorm stressig und möglicherweise ist es das auch, aber ich freue mich wirklich sehr auf den Weihnachtsmarkt und da es im September und Oktober doch nicht hinhaute, die Sache mit dem „ich arbeite schon für den Weihnachtsmarkt“, mache ich es eben wie immer: auf den letzten Drücker und dann wird es gut. Noch anderthalb Wochen to go und ich gedenke meinen Fundus zu verdoppeln.
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Noch ein bißchen ekligen CatContent? Aber gerne doch.
Vorgeschichte eins: Der Ringelfranz hat Durchfall seit wir ihn haben, egal was er in welchen Mengen frisst. Derzeit wird er entwurmt, vielleicht ist es der Spuk dann vorbei.
Vorgeschichte zwei: Der Ringelfranz verbringt die Nächte nach wie vor bei uns im Schlafzimmer, damit wir Martin nachts die Katzenklappe nach draußen öffenen können. Diese ist tagsüber geschlossen, bzw. auf „nur Reinkommen“ gestellt, damit der Ringelfranz nicht ausbüxen kann. Martin wird durch´s Nähzimmerfenster oder die Terrassentüren nach Bedarf ins Freie gelassen. (Martin raus, Martin läuft eine Runde, kommt rein und kratzt an der Tür, um erneut rausgelassen zu werden. Lieblingsspiel.)
Vorgeschichte drei: Natürlich haben wir deshalb ein Katzenklo im Schlafzimmer stehen, weil Katzenbabys haben eine rege Verdauung.
Wenn man davon absieht, dass die wabernden Dämpfe aus einem frischbenutzen Katzenklo jede erotische Stimmung im wahrsten Sinne des Wortes ersticken (und ein kleiner Kater, der in jedes sich bewegende Körperteil mit Wonne hineinbeisst sowieso), so ist ein Katzenklo in unmittelbarer Nähe eines Bettes auch eine wirklich dämliche Sache. Denn je größer der Abstand von Klo zu Bett, desto größer die Möglichkeit für das Katerbaby, verkackte Katzenstreukrümel zu verlieren, BEVOR sie im Bett landen. Sie sehen, das ist eine eklige Angelegenheit. Noch ekliger allerdings wird es, wenn das arme Ringelfränzchen den Dünnschiss an den Pfoten kleben hat und auf direktem Wege, sprich ohne Streukrümmel ins Bett schmiert. Gestern abend fing ihn der beste Vater meiner Kinder beim Sprung ins Bett und trug ihn mit spitzen Fingern zu mir ins Bad. Mit vereinten Kräften und sehr viel lauwarmen Wasser wuschen wir Hinterbeine, alle vier Pfoten und einen verklebten Katzenhintern. Ausgesprochen stoisch ließ er diese Prozedur über sich ergehen, aber danach war er fit. Was bedeutete, dass an Schlaf für uns zunächst nicht zu denken war, weil eine rote Ratte über unser Bett raste, Zehen, Knie und Ohren fing oder sich aufdringlich schnurrend auf Hälse legte. Ich erwog heute morgen eine Wadenwaschung mit lauwarmen Wasser, in der Hoffnung, dann ebensolche Energieschübe wie die Katze zu erfahren, verwarf die Idee dann aber zugunsten einer weiteren Tasse Kaffee.
In zwei Wochen darf er raus, der Ringelfranz. Dann gehört das Schlafzimmer wieder uns allein. Ich kann´s aus vielerlei Gründen kaum abwarten.
(kaum sind die Kinder aus dem Gröbsten raus, schon schafft man sich ein Vieh an, dem man den Hintern abwischen muss. Ist das nicht völlig bescheuert?)
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Seit kurzem sind wir stolze Besitzer einer Kaffee-Pad-Maschine. Dass das meinen wiedererwachten Kaffeekonsum nicht reduzieren würde war klar, aber dass das Ding solche Folgekosten haben würde, das hatte ich nicht bedacht. Nicht die Pads. Kaffee ist teuer, die Pads ein Stückchen mehr sogar, aber es gibt sie im Weltladen und das ist auch in Ordnung, im Café würde ich trotzdem ein Vielfaches mehr zahlen.
Teuer ist die Anschaffung neuer Tassen, die unter das Gerät passen. Ich trinke nämlich den herzhaftwürzigsaustarken Kaffee aus dem Weltladen, in dem ich ein Pad mit der Menge von zwei Tassen überbrühe. Schmeckt mir eben genau so. Die Menge für zwei Tassen muss aber in eine passen und die darf nicht zu hoch sein, weil sonst verklemmt sie sich und Milch muss auch noch rein. Kurze Zeit trank ich aus Müslischalen und fühlte mich sehr französisch. Aber die Schalen waren dann doch zu groß und der Kaffee kühlte zu schnell aus. Jetzt habe ich zwei Milchkaffeetassen gekauft. Folgekosten! Und für die Pads hübsche Dosen, damit wir die Sorten sauber trennen können. Folgekosten! Das sind die wahren Probleme in meinem Leben. Folgekosten.
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Zurück zur Nähmaschine. Ich weiß übrigens schon, was ich mir von dem Erlös des Weihnachtsgeschäfts kaufen werden: eine kleine Reise nach Berlin im Januar, spätestens Februar. Vielleicht treffe ich Sie dann.
Sonntagsfranz
20. November 2011
Weils zu viel und doch zu wenig zum Erzählen gibt, weils Franzbrötchen (nach diesem mittlerweile sehr bewährtem Rezept) zum Frühstück und gleich noch mal mit Herrn Skizzenblog, Mme Ouvrage und den bezaubernden Kindelein gibt und weil Sie immer wieder nachfragen: Bilder vom Franz
Setz dich mal hin, mach Männchen und schau possierlich.
Sei niedlich, mach keinen Quatsch und tu mir nicht weh.
Franz! Franziiii! Franzilein!!
Da hilft nix mehr, das Katertier ist voller Energie und Ideen. Ausserdem hat er ein Lieblingsspielzeug in den niedlichen Krallen: eine Papierüte vom Bäcker. Was braucht es Plüschmäuse mit Glöckchen, ein Papierknäuel ist das beste Spielzeug.
Wenn es nur nicht immer unter den Schrank kullern würde.

Verboten! Streng verboten! Krallen weg vom Sessel. Immerhin klappt meistens ein schuldbewusster Blick.

Der große Sohn schmiss das Papierknäuel, gerade als Franz sehr süß da saß.

Kater+Papiertüte

ebenfalls Kater + Papiertüte + Schrank

Unter dem Schrank liegen sämtliche Plüschmäuse, Gummibälle, drei Wäscheklammern, zwei Korken und mindestens vier verschleppte Socken. Vielleicht auch ein Schuh, denn es gibt nichts größeres, als Schuhe am Schnürsenkel zu packen und sie hinter sich herzuzerren. Der Kater, der eigentlich ein Hund ist.
Er ist hinreissend, der Ringefranz. Und das ist auch gut so, denn er ist ein wilder Watz und kaum zu bändigen. Geht nach wie vor über Tische und Bänke (wenn wir nicht hinschauen), klaut Spekulatius, Brotscheiben und Apfelstückchen. Vermöbelt den dicken Martin, lässt sich vom dicken Martin vermöbeln und schnurrt so laut, dass man ihn im Nachbarzimmer hört. Er lässt sich wie ein Baby herumschleppen und schläft am Liebsten auf dem Arm ein, schunkeln ist nicht zwingend nötig, aber der Babyautomatismus setzt da ein. Er frisst für vier, rennt für fünf und pünktlich morgens um Viertel nach sechs stuppst er seine Pfote in schlafende Menschengesichter: aufstehen, Futter machen.
Ausserdem pinkelt er auf Plastiktüten, wischt sich die Pfoten nicht ab, wenn er aus dem Katzenklo kommt und fängt an, nach Kater zu riechen. Er wiegt 1,5 Kilo und wenn er sich zum Einschlafen zusammenrollt, möchte ich ihn abschlecken, so süß sieht er dann aus.
Möglicherweise wird er ja irgendwann ruhiger und es gelingt mir, mal wieder ein nettes Bild von ihm zu knippsen :)
(und Martin ist großartig. Ruhig, gelassen und manchmal ein bißchen resigniert, wenn der rote Wirbelwind um die Ecke saust. Alles gut.)
Kleinigkeiten
16. November 2011
Immer dieser kleine Rest in der Milchpackung, kein Teelöffel voll. Zu wenig für den Kaffee, aber eben zu viel zum Wegschütten.
Immer im Kühlschrank, wenn ich Milch brauche. Und keine neue Packung mehr da.
Immer eine faule Zwiebel oder Kartoffel im Netz, egal wie gründlich man von außen alles abtastet. (und immer hat der Lieblings-Obst-und Gemüseladen zu, wenn Obst oder Gemüse fehlen)
Immer kackt der Kater, wenn das Katzenklo ganz frisch gesäubert ist. Immer kackt er kurz vorm Schlafengehen. Immer liegt er in meinem Bett, immer in meiner Armbeuge. Und immer hackt er mir nachts die Krallen ins Fleisch, wenn ich ihm die Bettdecke wegziehe.
Immer ist das Toilettenpapier all, die Taschentuchpackung leer und nur noch ein halbes Blatt auf der Küchenpapierrolle. In der Tamponkiste liegen immer nur noch leere Verpackungen und in der Süßigkeitenschublade immer die Gummibärchen, die keiner will, weil sie seit etwa hundert Jahren neben den Kaugummis liegen und jetzt nach Minze schmecken. Und hart sind.
Immer regnet es, wenn man die Fenster geputzt hat, immer haben die Kinder Schlamm an den Schuhen, wenn die Treppe gekehrt ist.
Immer klingelt das Telefon, wenn ich meine Ruhe will; immer klingelt es an der Tür, wenn ich immer gerade nicht weiß, was ich anziehen soll und deshalb nackt vor dem Schrank bibbere.
Immer gibt es die tollen Schuhe nicht mehr in der eigenen Größe, die reduzierte Hose in der Wunschfarbe und den dicken Wollpulli im Winter, weil dann ist er schon längst ausverkauft.
Immer bin ich an allem schuld, immer muss ich alles machen, immer ich.
Ab und zu wird man ja mal jammern dürfen.
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Es weihnachtet im Nähzimmer. Beinahe jedenfalls.

Stickdatei von Frau Rieger.
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Heute abend ist der Infoabend zum Weihnachtsmarkt. Halten Sie mir die Däumchen, dass wir wieder diesen großartigen Platz für unseren Stand bekommen!
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Zurück zur Stickmaschine, Weihnachtshasen, -schweine und -wichtel sticken.
Der Dienstag, der kein Montag ist.
15. November 2011
Obwohl er das hartnäckig behauptet.
Familienfeiern zwischendurch bringen mein Zeitgefühl, das sowieso nur rudimentär vorhanden ist, komplett aus dem Gefuge. Gut, dass bis zur nächsten Familienfeier noch zweieinhalb Wochen zum Erholen verstreichen. (mein Geburtstag, liebe Leser und betrachten Sie dies auf gar keinen Fall als wie auch immer gearteter Wink, denn schließlich werde ich alt.)
Das mit den Geburtstagen der eigenen Kinder ist ein faszinierende Sache.
Zwischendurch konnte ich mir einbilden, irgendwo zwischen 25 und 35 stehengeblieben zu sein, meistens von der Tagesform abhängig. An den Geburtstagen der Kinder, insbesondere aber an dem des ältesten Kindes, wurde ich aber nachdrücklich in die Realität zurückbefördert. Denn es gab solche „Meilensteine“. „Wenn der Große fünf wird, werde ich dreissig.“ war so einer.
Jetzt ist er 16 und ich nur noch manchmal gefühlte dreissig. Manchmal eher doppelt so alt. Ich hadere nicht oder denke über operative Raffungen und Straffungen nach. Aber ich bin äusserst erstaunt, wie die Zeit dahin galoppiert und ich habe das Gefühl, die Hälfte zu verpassen, weil ich den Zeitraffer-Knopf verloren habe.
Sei es wie es ist. Es geht mir gut. Ich bin glücklich.
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Und apropos glücklich!
Sie erinnern sich an meine Mehlmottenplage? In der Küche bin ich sie los! Und die im Nähzimmer auch!
„Im Nähzimmer?“, fragen Sie zurecht etwas verwirrt, denn ich vernähe weder staubige Mehlsäcke, noch klebe ich entzückende Gewürzbilder oder fädele zauberhafte Nudelketten. Im Nähzimmer lagern Stoffe, die metermäßig mehrfach zur Sonne reichen, diverse Garne und Schnickeldi-Zubehör. Alles ungenießbar.Trotzdem krochen ständig Maden an der Decke oder Motten flatterten durch die Gegend.
Das Tauschen von Nähzimmer und Zimmer des großen Sohnes und das damit einhergehende gründliche Putzen schien zu helfen, zumal ich eine potenzielle Brutstätte in Form eines genähten Schnickeldis, das ich wegen des tollen Geruchs mit Tee gefüllt hatte, entdeckt und entsorgt hatte. (es wimmelte nur ein bißchen darin) Etwa eine Woche hatte ich Ruhe und Frieden im neuen Nähkämmerchen, bis die ersten Maden wieder grinsend an der Decke klebten. (das sind die Momente, in denen man sehr traurig wird. Oder an seinem Verstand zweifelt.)
Als ich gestern abend Maden mit dem Taschentuch von der Decke quetschte, fiel mein Blick auf den roten Kickers-Schuhkarton auf dem Schrank. X-Mas habe ich drauf geschrieben und das bedeutet: ich schau da nicht sooo oft rein. Tat ich dann. Anissterne, getrocknete Orangenscheiben, Zimtstangen. Oder das, was davon übrig war. Ich gehe nicht ins Detail, bin mir aber nun sicher, dass ich den Endgegner geknackt habe. Natürliche Weihnachtsdeko wird völlig überbewertet, demnächst gibt´s hier nur noch Plastik. Vielleicht sogar blinkend.
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Der orangefarbene Samtmantel. Sie erinnern sich?
Ich weiß gar nicht, wo ich anfangen soll, denn eigentlich bin ich sehr unglücklich und finde gar keinen Anfang.
Es begann vielleicht mit der ersten Stunde im Nähkurs, als ich merkte: da gehöre ich nicht hin. Mit der Kursleiterin gab´s kein „die Chemie passt“.
Dann kam mir die eigene Überheblichkeit in die Quere. Ich KANN ja nähen, was will ich eigentlich hier? Doof.
Es klappte irgendwie doch, ich schnitt zu, begann Teile zusammenzunähen, war nicht ganz zufrieden, weil es Beulen gab, wo Beulen nicht erwünscht sind und wurde eher … abgewürgt. „Das ist halt so.“
Ich nähte Schnickeldi über die Beule und war nicht richtig glücklich damit.
Das Vorderteil wurde an das Rückenteil gesteckt, ich kletterte zur Probe hinein: sackartig. „Müssen da noch Abnäher irgendwie rein?“ fragte ich und bekam die Anweisung, die Abnäher aus dem Schnitt zu übernehmen, dann „passt das schon.“ Tut es nicht. Die Abnäher sitzen völlig falsch und wer schon mit Samt gearbeitet hat, weiß, was passiert, wenn man Samt vernäht, bügelt und dann wieder auftrennt. Das bleibt. Das sieht man, das ist Murx.
Ich kürze hier mal ab.
Der Samtmantel liegt genauso in der Tüte, wie ich ihn nach dem letzten Nähkurs beinahe heulend hinein gefeuert habe. Nach dem Weihnachtsmarkt packe ich ihn aus, bügele ihn und wurschtele mich alleine durch den Schnitt.
Kein Erfolg, der Nähkurs. Aus vielerei Gründen lief das von Leiterinnen-Seite nicht gut und ich selbst bin möglicherweise eher schwierig mit meinem „ich wills nicht lernen nur können“-Denken. In den letzten Jahren habe ich mir alles Handarbeitliche selbst beigebracht, vielleicht kann ich deshalb nichts mehr annehmen. Oder ich bin am Ende der Fahnenstange anbelangt, was meine Fähigkeiten anbelangt.
Der orangefarbene Samtmantel … wird. Irgenwie.
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Am Kirschbaum hängen nur noch ein paar einsame gelbe Blätter und ich fürchte, die graue Novemberdepression erwischt mich doch noch. Wird Zeit das Weinachtsschnickeldi abzustauben. Zum Glück ist bald der erste Advent. (und ich hab schon rote Kerzen! Jeah, ich bin früh!)