Voran, voran!
13. Januar 2020
Voran schreitet die Genesung! Und wäre da nicht die strenge Mahnung, die Füße noch ein bißchen still, am Besten sogar hochzulegen, es gäbe kein Halten mehr.
Meine Hunderunden fehlen mir, Bewegung überhaupt fehlt mir, es müsste gar kein Hund dabei sein. Ob ich morgen vielleicht ein bißchen aufs Laufband gehe? Nein, ich bleibe eine super-brave Patientin, ernähre mich auch weiterhin von Suppe, Brei, Joghurt und Zwieback. Als kleine Geschmacksvariation gab es den Haferschleim heute mit Salz. Der Gatte schwört auf eine Prise Salz, doch seine Prise Salz ist viel größer als meine. Doch egal, Salz statt Zucker war in Ordnung und Salz braucht der Körper ja auch. Außerdem wurde der Naturjoghurt mit einem Esslöffel Apfelmus verrührt und ja, das behalte ich bei, das ist äußerst lecker. Nicht unbedingt als kulinarischen Höhepunkt aber durchaus als „haaaach! Lecker.“ gingen die acht butterweich gekochten Spaghetti durch, die ich mir zur Abendsuppe erbettelte. Lieber hätte ich köstlich durchgeschmurgelte Bolognese zu den Spaghetti gegessen, aber nein, ich bin ja eine super brave Patientin.
Als solche gammele ich also den ganzen Tag im Bett herum, nicht mal schlafen will ich mehr. Das ist ja auch ein gutes Zeichen für eine fortschreitende Genesung, nicht mehr nur noch schlafen wollen. Die streaming-Dienste bieten mir nix, was mich fesseln würde, sie leisten mir halt Gesellschaft, während Gatte und Söhne den Haushalt schmeißen, Wäsche waschen und Suppe oder Brei kochen. Der Luxuslevel ist echt hoch, ich habe schon mit dem Gedanken gespielt, eine Gesichtsmaske aufzulegen oder wenigstens die Fingernägel zu lackieren.
Stattdessen widme ich mich aber lieber der Fertigstellung des Fotobuches von unserem Südafrika-Urlaub. Das führt unter Umständen zu ein bißchen Fernweh, aber das ist ja nicht mal annähernd so schlimm wie Bauchweh, damit kann ich prima umgehen.
Nur noch fünf Tage Schonzeit!
Egoistisch und narzistisch, Teil XIII
28. Dezember 2019
Fertig.
26. Januar 2019
Der Jüngste hat dann letztlich die älteren Geschwister doch noch überholt und als Erster eine Ausbildung abgeschlossen. Ab heute ist er ganz offiziell Anlagenmechaniker, für die älteren Menschen unter uns „Installateur“ und für die ganz alten „Klempner“.
Knapp drei Tage dauerte die praktische Prüfung und erst an ihrem Ende erfuhr er, ob er die schriftliche Prüfung, die er schon im Dezember hatte, bestand. Hat alles geklappt und wir feiern neben der bestandenen Gesellenprüfung auch die Übernahme im Ausbildungsbetrieb.
Wenn Sie hier neu sind, dann fragen Sie sich eventuell, wieso ich hier so einen Aufriss um eine bestandene Ausbildung mache, ist ja schließlich keine Doktorarbeit. Ist es für den Jüngsten aber doch, denn sein Weg bis hierhin war kein leichter, von Auffälligkeit zu Auffälligkeit, von Defizit zu Defizit, von Hoffnung bis Ausweglosigkeit und wieder zurück, von grenzenloser Freude bis ins tiefste Jammertal. Lesen Sie dazu gerne mehr im alten Blog (frau-mutti.de) nach, insbesondere immer um den 24. Februar. Oder zusammenfassend den Text vom 18. Geburtstag des Jüngsten: hier.
Es ist schon ein bißchen verrückt. Ich schreibe seit über 18 Jahren Sachen ins Internet und es gibt Menschen, die diese Sachen schon fast genauso lange lesen. Und heute, wo ich vor Glück ein bißchen ausflippen möchte, ist der richtige Zeitpunkt gekommen, um mich bei Ihnen da draußen zu bedanken. Für Ihre immer offenen Ohren und Herzen, für Ihre freundlichen Rückmeldungen, Ihre wertvollen Ratschläge, für witzigen, ehrlichen, tränentreibenden, zukunftsweisenden, wertvollen Austausch, für Anregungen, Ideen und Inspiration, für Freundschaft über den Bildschirm hinweg.
Es heißt ja, dass es zur Erziehung eines Kindes ein ganzes Dorf braucht. Vermutlich geht es dem Kind auch ohne diese ganzen Menschen prima, doch die Eltern! Die brauchen dieses Dorf, und sei es halt nur Kleinbloggersdorf, ganz dringend. Ohne dieses doofe, anonyme Internet, damals noch in den Foren, danach in den Blosg und jetzt halt kürzer bei Twitter hätte ich die hinreißenden Bestien verkauft, an der Raststätte ausgesetzt oder am kleinen Zeh aus dem Fenster gehängt. Oder wäre einfach weggelaufen, irgendwohin.
Hachjaseufz.
Und jetzt: Sekt. Virtuell mit Ihnen (selbstverständlich können Sie auch ein alkoholfreies, veganes und/oder zuckerfreies Getränk wählen, Hauptsache: Prost!) und ganz in echt daheim, am Küchentisch mit einem frischgebackenen Klempner.
Freitag
11. Januar 2019
Sturmfreie Bude. Hat mindestens genauso viel Reiz wie zu Teenie-Zeiten. Der Große ist bis Sonntag unterwegs, der Jüngste kommt irgendwann heute nacht heim. Wir feiern das mit einem guten Riesling und Dinkelvollkornnudeln. Opulent.
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Morgen müssen wir in die große Stadt fahren, das neue Besteck, das wir uns zu Weihnachten geschenkt haben, bekommt merkwürdige Schlieren, die müssen wir reklamieren. Immerhin ist es das Besteck eines namhaften Herstellers und teuer war es obendrein. Lästig so etwas. Obendrein formuliere ich schon den ganzen Tag Antworten auf skeptische Verkäuferantworten und steigere mich so systematisch in schlechte Laune hinein.
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Ich habe mir vorgenommen, regelmäßig einen Wochen-Kochplan zu erstellen. Die erste Woche hat nun prima geklappt und tatsächlich dazu geführt, dass ich diese ganze Kocherei sehr entspannt anging. Jetzt ist eine Woche natürlich nix, womit sich angeben ließe, doch motivierend ist es halt schon. Und so habe ich direkt den nächsten Wochenplan erstellt und gleichzeitig die Einkaufsliste aktualisiert. Fühle mich äußerst organisiert und erwachsen.
Geplant ist übrigens, jede Woche ein neues Rezept auszuprobieren. Kommende Woche wird es die Kichererbsensuppe mit geröstetem Sauerkraut aus Tim Mälzers „Greenbox“ sein. Wir sind alle gespannt.
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Das morgendliche Schneechaos in Form von sieben Schneeflocken hat sich im einsetzenden Regen aufgelöst und jetzt schmolle ich. Ich will dringend Schnee!
Gartenrundgang
10. Januar 2019
An einem der letzten warmen Herbsttage schrieb ich mir eine to-do-Liste für den Winter. Weil an einem warmen Herbsttag ist usseliges, kaltes Winterwetter fern und unvorstellbar, allenfalls sind da ein paar vage Bilder eines romantisch-verschneiten Gartens, durch den ich in eine kuschelige Wolljacke gehüllt, natürlich mit passender Mütze und Schal, wandele und vergnügt den verdörrten Zierjohannisbeerstrauch aus der Erde zerre und den wuchernden Holunder aus der Weide schneide. Vergnügt pfeifend, mit roten Wangen und später säßen der Gatte und sein holdes Weib auf Schaffellen am lodernden Feuer im Garten, ein Tasse mit dampfender Flüssigkeit (Kakao oder auch Glühwein) in Händen. Hund und Kater säßen malerisch neben uns und leise fiele der Schnee.
Pffft.
Meine Lust auf Gartenarbeit liegt bei Null, was vermutlich mit dem Matschwetter da draußen zusammenhängt. Trotzdem müssen die verschiedenen Punkte abgearbeitet werden. Insbesondere der Rückschnitt der verschiedenen Gehölze, bevor da wieder irgendwelche Vögel nisten. Außerdem wartet ein Nußbaum in einem großen Blumentopf auf einen Platz im Garten. Am Wochenende dann. Schnee bekommen wir sowieso keinen. (gemein)
Die Bienen habe ich heute auch besucht und ich glaube, da ist Leben in der Beute. Den Deckel habe ich nicht abgehoben, denn die Wärme, die die Bienen erzeugen, ist kostbar und soll nicht entweichen! Aber mein Ohr habe ich an den Kasten gehalten. Gehört habe ich nichts, aber es vibriert. Ich bin nun ziemlich optimistisch, dass Ende Februar, Anfang März Bienen nach draußen krabbeln werden!
Für die Vögel habe ich mit Fettfutter gefüllte Tassen rausgehängt und weil ich wirklich viel Fettfutter zubereitet habe, habe ich ein bißchen davon mit zur Hunderunde genommen und in die Hecken neben den Wingerten gehängt.


Für diese kleinen „Anhänger“ schmelze ich Kokosfett und rühre dann jede Menge Erdnußbruch, Sonnenblumenkerne, Hanfsamen, Hirse und Rosinen hinein. Die Masse fülle ich in Silikon-Muffinförmchen. Ganz wichtig: mit einem Stäbchen ein Loch zu aufhängen puhlen. Wenn die „Anhänger“ ausgekühlt und hart sind, ziehe ich eine Sisalschnur durch das Loch. Knoten drauf, aufhängen. Schnell gemacht, sieht hübsch aus und vermeidet obendrein Müll, weil herkömmliche Meisenknödel meistens in einem Plastiknetz stecken. Welches außerdem eine fiese Fußangel für Vögel werden kann.
Ich habe noch eine große Schüssel mit der Samen/Nuß-Mischung. So viel können die Vögel in unserem Garten gar nicht fressen! Deshalb werde ich die Mischung nach und nach zu „Anhängern“ verarbeiten und bei den verschiedenen Hunderunden verteilen. Guerilla-Fütterung, quasi.