Nur ein Wort:

22. November 2008

Schnee!

Ich schwanke

21. November 2008

zwischen

wirklich vernünftigen ordentlichen, zeitlosen und aus eigener Erfahrung wissend: super gemütlichen Schnürstiefeln

und

eigentlich wahnsinnig albernen, auf ihre Weise aber einfach großartigen und auch ein bißchen sexy (vor allem zu meinen ganzen kurzen Röcken) aussehenden, 14Eye Boots in sehr rot.

Das ernähte Geld reicht nur für ein Paar. Braucht jemand noch ein Täschchen?

:-)

Ein Plädoyer für die Familie

21. November 2008

Der Begriff Familie erschloss sich mir erst vor kurzem. Irgendwann, abends, mitten im zu-Bett-geh-Wahnsinn fühlte ich mich angekommen, angenommen und glücklich.
„Das ist meine Familie!“, dachte ich.

Er wisse nun, wie wichtig Familie sein, erzählte die Freundin heute beim Freitagmorgen-Kaffeeklatsch. Das habe er erkannt, ihr Vater, als er ein langes Wochenende im Krankenhaus auf den Befund wartete, der viel über die Dauer und die Beschaffenheit seines weiteren Lebens aussagen würde. Seine Kinder und Enkel waren da, seine Schwester, sogar die Exfrau mit dem neuen Mann. Alle bereit abzulenken, zu trösten, aufzufangen.
Wie wunderbar. Und wie beneidenswert. Und wie kostbar.

Familie bedeutete früher für mich: Treffen von vielen Menschen, mit denen man sich eigentlich nicht soviel zu sagen hat. Hektik, Aufräum- und Vorbereitungsstress vorher, gekünsteltes Lachen, blöde Gespräche und der obligatorische Streit. Dicke Luft hinterher.
Mein Vater hat vier Geschwister. Ab und zu besuchten die uns, zusammen mit Ehepartnern oder Lebensgefährten und Kindern. Man saß zusammen, man aß zusammen und dann erzählte man, wie das früher so war. Und dann stritt man sich, wer wessen Kaninchen wann nicht gefüttert hatte. Und dann stand einer beleidigt auf. Ich war noch ein Kind und habe vielleicht eine getrübte Erinnerung an reale Szenen. Doch das Gefühl für diesen „wir sind Geschwister, deshab müssen wir uns mögen“-Zwang und diese Gesprächspausen, die so lang und sehr still waren, weil man sich eben doch nichts zu sagen hatte … das alles ist noch im Kopf. Keine Familie. Ich habe keinen Kontakt mehr und vermisse nichts.
Von der Seite meiner Mutter aus gibt es niemanden. Sie ist einziges Kind wie ich, meine Großeltern sind tot. Es gibt weitläufige Verwandschaft, auch in fernen Ländern, doch keine Sehnsucht nach Kontakten.

Und dann sehe ich die Familie meiner Freundin. Die bei jedem Geburtstag zusammentrifft. Eltern, Stiefmütter, Stiefväter, Zieheltern, Geschwister, Cousinen, Onkel und Tanten. Man sitzt zusammen, man lacht zusammen. Gequetscht ins winzige Wohnzimmer der Freundin oder, wenn es das Wetter nur irgendwie zulässt, draußen, im kleinen Hof. Ich möchte gerne dazugehören. Auch eine solche große Familie haben, so viele Menschen, die mich auffangen, wenn es mir schlecht geht. So viele Menschen, mit denen ich feiern kann, wenn es mir gut geht.

Habe ich nun mal nicht. Und vielleicht ist es wie mit den Kirschen in Nachbars Garten, die bekannterweise immer süßer als die eigenen sind. Vielleicht sind große Familien auch eine Last. Oder nervig.
Genieße ich eben meine kleine Familie und leihe mir ab und zu mal die große der Freundin.

Ihnen ein feines Wochenende mit ihrer Familie. Wir werden diesmal überdurchschnittlich viele sein, da insgesamt fünf pubertierende Halbstarke von Samstag auf Sonntag mit dem Großen dessen Geburtstag feiern. Manchmal sind Freunde so wichtig wie Familie.

(Oh, und auf diesem Wege, weil er es bestimmt liest: Gute Besserung dem Eineiigen!)

gut zu wissen,

21. November 2008

dass die Kindelein sich alle noch in schützenden Schulhäusern befinden und nicht irgendwo zu Fuß oder mit dem Rad unterwegs sind.
Vielleicht hat sich das, was sich da draußen zusammenbraut in einer Stunde ausgetobt. Hoffentlich.

(es ist dunkel, es stürmt, es ist mir unheimlich)

*****

fünf Minuten später, nach Regen, Schnee und Graupel: strahlender Sonnenschein

Das kann eigentlich nur bedeuten, dass ich den fürchterlichen Winter irgendwie versäumt/überlebt/verschlafen habe und es bereits April ist.

Erst nachdem

21. November 2008

ich nun schon zwei Wochen im neuen Schlafzimmer, dem ehemaligen Zimmer der Nomadentochter (und ganz früher mal in dieser Reihenfolge: Küche, Spielzimmer, Arbeitszimmer, Nähzimmer), schlafe, weiß ich die ruhige Abgeschiedenheit des klammen Kellerraumes, in dem das Schlafzimmer vorher war, zu schätzen.
Gegenüber des Schlafzimmers ist nämlich die Kindergarderobe, an der sich jeden Morgen drei Kinder fröhlich mehr oder weniger laut vor sich hinschwätzend Schuhe und Jacke anziehen. Heute morgen weckte mich ein „Wer hat Angst vor´m schwarzen Mann?!“ und gerade wollte ich zaghaft „ich“ unter dem Deckbett hervormurmeln, als schallendes Gelächter und ein „weißt du noch, das haben wir früher immer im Leichtathletik gespielt!“ hinterher kam. Ein Kater kratze an der Tür und verlangte Einlass und ein Kind sprach: „Psssscht Matze! Mach nicht solch einen Lärm, die Mama schläft doch noch!“ Tat sie nicht.
Kurz darauf knallte die Haustür ins Schloß. Da die Tür zum neuen Schlafkämmerchen einen Glasscheibeneinsatz hat und eher alt und ausgeleiert in ihren Angeln hängt, ist dies jeden Morgen ein hübscher kleiner Adrenalinstoß, denn das Knallen der Haustür lässt die Glasscheibe scheppern und ich sehe sie in tausend Scherben fliegen.
Nach der Haustür rummste das Hallentor. Zum ersten Mal. Denn es ist so: zuerst verlässt das jüngste Kind das Haus durch die Haustür. Danach fährt die Mittlere mit dem Rad los, durch die Halle. Fünf Minuten später folgt ihr der Große. Der muss allerdings erst im Flur mit seinem Vater ein paar wichtige Dinge klären, ihm zum Beispiel erzählen, was damals in der dritten Klasse dieses Mädchen aus der anderen Klasse gesagt hat, als … wasweißich. Jeden Morgen. Mittags ist er eher maulfaul, aber das ist ein anderes Thema.

Als alle Kinder das Haus verlassen hatten und die Katerlinge das Maunzen und „lass-uns-rein-unsere-Pfoten-sind-beinahe-sauber“-Jammern aufgegeben hatten, orderte ich eine Kaffee beim Roomservice und schwelgte in alten Schlafzimmererinnerungen. Scheinbar habe ich ein Umräum-Hormon. So wie es das „ach, Schwangerschaft, Geburt und die ersten siebzehen Lebensjahre waren doch gar nicht so schlimm, lass uns noch ein Kind machen“-Hormon gibt, das für gnädige Amnesie sorgt. Ich muss mir zum Beispiel dringend in Erinnerung rufen, dass ein nicht unerheblicher Grund zum Zimmertausch der war, dass die Bettwäsche immer ein wenig klamm war. Oder dass ich nachts lieber nur mit zweibeinigen haarigen Lebewesen kuschele und die achtbeinigen gerne draußen bleiben dürfen. Und dass es für die Kindelein nun viel leichter ist, uns am Wochenende zu wecken und Kaffee ans Bett zu bringen. Vor allem das Wecken ist viel leichter geworden.

Doch das habe ich, glaube ich, schon erwähnt.