GAU
11. Februar 2008
Die Kaffeemaschine ist kaputt.
Mein Leben ist ein Jammertal.
Backniete? Er doch nicht!
9. Februar 2008
Liebe Frau Barcomi,
DANKE!
Danke für allerleckerste, warme, weiche Schokoladenexplosionen im Mund!
Danke für einen zehn Zentimeter größeren Hüftumfang!
Danke für einen locker-flockigen Schokoladenkuchen, von dem ein einziges Stück reicht. Für viele Stunden.
Sie da draußen, schauen Sie mal:

Dies ist der Chocolate Fudge Cake von Seite 115.
Einzige Abwandlung: das Frosting wurde nicht mit Zartbitterschokolade gemacht, weil die mag ich nicht.

Zwei Schichten, dazwischen ein bißchen was vom Frosting. Das Frosting … Hauptbestandteil: Butter. Geschmacksträger par excellence.

Mein Stück. Umgefallen und umwerfend. Ich bin sehr satt und sehr glücklich.
Gebacken hat übrigens (vorsichtshalber) der beste Vater meiner Kinder.
Sagte ich es schon? Danke, werte Frau Barcomi!
Immer die Ihre,
Frau … äh … Mutti,
Backniete mit Arbeitsvertretung vor Ort
Frau … äh … Mutti hört zu,
8. Februar 2008
diesmal dem Nachbarn.
Ist ja nichts dabei.
Prostata-Operationen sind sicherlich schwerwiegende Eingriffe, droht doch immerhin der Verlust der Blasenkontrolle und des Erektionsvermögens. Da herrscht Redebedarf.
Aber komisch ist es schon, wenn der Nachbar in der Küche steht, von den Vorzügen des Windeltragens berichtet, anschaulich Größe und Verfärbung seines Penis´ nach der Operation schildert (stell dir einen halben Ring Fleischwurst vor) und optimistisch von der Wiedererlangung seiner Manneskraft spricht. Und von den fürchterlichen Blähungen, die ihn kurz nach der Operation quälten.
Frau … äh … Mutti nickt, beschwichtigt, redet gut zu und pustet nicht auf die fies schmerzende Stelle, obwohl dies eventuell im Sinne des Nachbarn gewesen wäre.
Irgendwie sieht man solche Situationen nur in irgendwelchen Serien, gerne unterlegt mit Gelächter vom Tonband.
Gute Besserung, lieber Nachbar. Bis zum nächsten Schwätzchen.
Aller guten Dinge
7. Februar 2008
Frau Antonmann sieht mit dem Dritten besser (sehr warmherzig, übrigens) und Frau IneS kommt ins Grübeln, ob zwei Kinder reichen.
Mir reichten sie nicht.
Unser Lebensplan, so man denn von einem sprechen kann, sah zunächst überhaupt kein Kind vor. Ein angeblich nicht stattgefundener Eisprung machte uns dann aber recht schnell schnell und sehr jung zu Eltern und die Frage, wieviele Kinder es denn so nach und nach werden sollen, kam auf. Ich bin Einzelkind und mochte das nicht, wollte immer mindestens vier Kinder. Der beste Vater meiner Kinder hat immerhin einen Bruder und ließ sich vom Kinderreichtumswunsch seines Weibes anstecken. Es gab zwei Pläne: zwei Kinder gleich, eine Pause von drei, vier, fünf Jahren und dann nochmals zwei Kinder, in kurzem Abstand. Oder drei Kinder direkt hintereinander weg.
Der beste Vater meiner Kinder schrieb seine Diplomarbeit, als unsere Tochter geboren wurde, 22 Monate nach der Geburt unseres Sohnes. Beide Geburten waren leicht, die Schwangerschaften eigentlich auch und ich hätte direkt weitermachen können.
Unsere Wohnung wurde zu klein und wir fanden ein entzückendes Backsteinhäuschen, dem besten Vater meiner Kinder winkte ein Festanstellung und irgendwie … fehlte da nur noch ein weiteres Kind. Wir waren ja so drin, beherrschten das Wickeln, das Stillen klappte großartig, Babykleidung, Kinderwagen – alles vorhanden. Also Plan B, drei hintereinander.
17 Monate nach dieser Entscheidung hielten wir unseren jüngsten Sohn im Arm, übrigens wunderbar gemütlich auf dem Sofa im Backsteinhäuschen entbunden. Kurz vor der Geburt erbte ich eine Menge Geld und wir verabschiedeten uns kurz nach der Geburt vom Backsteinhäuschen, schweren Herzens zwar, aber – HEY! – die Grüne Villa wartete.
Drei Kinder also. Fertig. Oder doch nicht?
Ich war es nicht. Ich wollte vier Kinder, denn wo drei satt werden, wird es auch ein Viertes. Da wo Platz und Liebe für drei ist, passt auch noch ein Viertes. Ich redete und argumentierte, doch der beste Vater meiner Kinder wollte kein weiteres Kind mehr. Schon eine komische Situation und ich war oft unglücklich. nicht dass ich nicht ausreichend ausgelastet war oder mich gar gelangweilt hätte … Kinder kriegen war halt etwas, das ich einfach gut konnte.
Als der Jüngste zwei war, wurde ich schwanger. Ungeplant, selbstverschuldet. In der 10. Woche kam die Fehlgeburt, es waren Zwillinge.
Fehlgeburten hatte ich bereits erlebt, zwischen den anderen, den erfolgreichen Schwangerschaften. Doch da kam nach der Fehlgeburt immer die Gewissheit: wir probieren es nochmal, es wird ein weiteres Kind zu uns wollen.
Diesmal eben nicht, denn der beste Vater meiner Kinder wollte kein weiteres Kind.
Letztlich beschlossen wir entgültige Maßnahmen zur Verhütung, denn eine an den Bettpfosten gehängte Unterhose des Mannes an meiner Seite hätte früher oder später zur nächsten Schwangerschaft geführt. Dieser gnadenlose Schritt stürzte mich in ein Loch, ich war allen vernünftigen Argumenten zugänglich, aber der Bauch, ach der Bauch und das Herz, die litten.
Der Kummer verging.
Heute bin ich sehr froh, dass wir „nur“ unsere drei haben. Das jüngste Kind, unser Sorgenkind, unser Nicht-Norm-Kind, fordert uns. Das älteste Kind, unser Kluger, unser schusseliger und immer wieder antriebsloser Sohn, fordert uns. Unsere Mittlere, unsere Ehrgeizige, unsere oft so verunsicherte Tochter, fordert uns. Oft über meine Kräfte hinaus, denn meine Ansprüche an mich und meine Rolle als Mutter sind hoch.
Das konnte ich damals nicht überblicken, ich war eben, ich schrieb es bereits, „so drin“. Schwanger sein, gebären, stillen. Babys pflegen, betüdeln und meine Nase in ihrem Nacken versenken. Ich sah nichts anderes, glaubte, nichts anderes zu können.
Drei sind prima. Drei können gegen die Eltern zusammenhalten, drei sind nur manchmal einer zuviel, wenn zwei sich gegen einen verbünden.
Ich glaube, dass drei kein finanzielles Problem sind, doch der Kraftaufwand ist erheblich größer. Man kriegt eine gewisse Routine bei den pflegerischen Sachen, man verzichtet auf´s Wiegen nach dem Stillen, weiß, dass das Kind nicht krank wird, wenn es Karottenflecken auf dem Lätzchen hat und horcht nicht alle fünf Minuten nach, ob das Kind noch atmet.
Dafür multiplizieren sich andere Dinge. Drei Kinder mit Kotzerei oder Läusen oder schlichtem Schnupfen können an den Abgrund bringen. Drei Kinder bedeuten später drei unterschiedliche Elternabende, allerdings alle drei an einem Abend. Drei Kinder, die neue Winter/Sommerschuhe brauchen, aber alle drei haben unterschiedliche Geschmäcker und mindestens eins hat komische Füße, an die nur besondere Schuhe passen. Drei Kinder bedeuten noch etwas später drei Pubertierende, die abwechselnd ihre Eltern oder ihre Geschwister hassen. Oder sich selbst.
Liebe IneS,
ich kann nicht raten.
Ich würde es nicht anders machen. Nur manchmal.
Achtung, Durchsage:
5. Februar 2008
Die kleine Pia möchte aus dem Kinderparadies abgeholt werden!
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weil:
Das jüngste Kind liest mir aus dem „Atlas der Vogelwelt“ vor: Schmarotzerraubmöwe, 45 cm, Wanderregenpfeifer, 25 cm …
Die Mittlere bastelt eine Geburtstagskarte und fragt minütlich, ob diese Farbe zu den anderen passt und ob Glitzerband zu Blumen passt.
Das große Kind liest das Lexikon von GEO und seufzt zwischendurch abgrundtief, weil sein Leben so schwer ist.