Nächtens schwül,

9. Juni 2010

unruhiger Schlaf und wilde Träume.

Und so machte ich dann heute nacht im Traum eine bahnbrechende Erfindung, die sämtliche finanziellen Engpässe wegzaubern und uns fortan ein sorgenfreies Leben bescheren würde. Doch wie das so ist, am Morgen ist da nur noch ein Hauch, ein Schimmer, ein Zipfelchen des Traumes, das sich immer weiter entzieht, je intensiver man danach heischt. Es war etwas Technisches, das ich erfand und allen DAS ist schon revolutionär; gehöre ich doch zu den eher technikfernen Menschen, die zum Beispiel bis heute nicht alle Funktionen ihres Handys kennen. (und das Handy obendrein ständig verlegen und deshalb SMSse wenig zeitnah lesen, obwohl es da um gelbe Baissers geht. Verzeihung.)

Erfunden habe ich ein Kästchen, mit zwei Output- und einer Input-Leitung und das war eine ganz großartige, wichtige, bahnbrechende, weltproblemelösende und weltfriedenschaffende Erfindung, in weiß mit lilafarbenem Logo. Sollten Sie demnächst im Elektronikfachmarkt etwas Ähnliches sehen, informieren Sie mich bitte umgehend, denn dann hat mir jemand Traumcontent geklaut.

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Die Sache mit dem unruhigen Schlaf  hängt nicht nur mit der Schwüle zusammen,  sondern auch mit der Tatsache, dass mich kleinste Geräusche aus dem Schlaf reißen. (es gibt so Phasen) Wenn eine Katze draußen jault oder der dicke Martin eine quietschende Spitzmaus durch den Flur trägt, wenn der beste Vater meiner Kinder laut atmet (=schnarcht) oder wenn mein Wecker plötzlich den Tick-Rhythmus ändert, weil die Batterie beinahe leer ist. Klitzekleine Geräusche lassen mich hochschrecken und ich liege wach. „Muss schnell wieder einschlafen“, denke ich dann und das ist natürlich kontraproduktiv. So liege ich dann wach, wälze einige Gedanken, die im Dunkeln immer größer und bedeutungsschwerer und belastender werden, bis ich irgendwann wieder einschlafe und das nächste Geräusch … und so weiter.

Deshalb  beschloss ich gestern abend, dass nun die Zeit gekommen ist, mit Ohrenstöpseln zu schlafen. Ich darf die Verantwortung für das Hören von wirklich wichtigen Geräuschen wie zum Beispiel „Mama/Papa, ich habe ins Bett gebrochen“ abgeben, muss nichts hören.

Der beste Vater meiner Kinder kramte mir komische gelbe Pöppelchen aus der Werkstatt und demonstrierte kurz, wie man die Dinger zwischen den Fingerspitzen schmal rollt. Schmal rollen konnte ich prima, ich besitze ja eine Menge Fingerspitzengefühlfertigkeit. Doch das schmal gerollte Pöppelchen wollte nicht in den Gehörgang. Stattdessen ploppte es knisternd und kitzelnd in der Ohrmuschel auf,  um dann leise kichernd aus dem Ohr zu hüpfen und zwischen Laken und Kopfkissen zu verschwinden. Es brauchte viele Anläufe, bis beide Ohrstöpsel so saßen, dass ich die Stimme des besten Vaters meiner Kinder nur noch gedämpft, dafür meine eigene Stimme sehr laut im Kopf hörte. Zeit zu schweigen und zu schlafen, dachte ich und versuchte Selbiges.

Mein rechtes Ohr begann zu pochen. Und das linke Ohr fühlte sich an, als sei eine Menge Wasser darin. Ich gähnte versuchsweise, denn das hilft ja bekanntermaßen gegen zugefallene Ohren. Nur diesmal nicht. Bevor ich aus dem Bett klettern und auf einem Bein hüpfend das Wasser im Ohr bekämpfen konnte, fiel mir das Pöppelchen ein. Das störte. Und das Pochen im rechten Ohr hatte jetzt etwas Dringliches, als wolle mein hysterisches Ohr mir sagen: „EEEYY! Isch krieg keine Luft!“ (mein Ohr hat einen lustigen Dialekt)

Was soll ich lange schreiben: Ohrenstöpsel und ich kamen nicht zusammen.

Dafür erwachte ich irgendwann heute nacht, als der Jüngste sich schwungvoll in seinem Bett drehte und dieses dabei an die Wand rummste. Ich erwachte, als der dicke Martin heimkam, ohne Maus, aber sich daran erinnernd, dass er mal eine hinter meinen Schuhen verloren hatte (musste er rasch meine Schuhe unter dem Schrank hervorzerren und dabei Krach machen). Ich wurde wach, als die Zeitung in den Briefkasten gesteckt wurde. Und ich wurde wach, als die Badezimmertür ins Schloss geknallt wurde, aber da war es auch schon Zeit zum Aufstehen.

Positiv betrachtet: würde ich tief und fest schlafen, hätte ich nicht all die wunderbaren bunten Träume. Und nächste Nacht träume ich vielleicht noch mal von der tollen Erfindung, ohne sie zu vergessen. Weiß, mit lila Logo.

Buntgemischtes

8. Juni 2010

Gestern habe ich ein Erdbeereis zusammengerührt, das eine Sünde wert ist. Oder zwei Sünden. (750g Erdbeeren püriert, Zucker bis es lecker war und 300ml geschlagene Sahne, in die laufende Eismaschine kippen, 20 Minuten rühren und vor dem finalen Eingefrieren genug zum Ausschlecken in der Schüssel lassen)

Bis jetzt war der Eisbereiteraufsatz für die Küchenmaschine jeden Cent wert. Und ich liebäugele sehr, sehr mit einer zweiten Einfrier-Schüssel.

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Ich gehe auf kalten Chips-Entzug. Unterstützt werde ich dabei von den wahrhaft köstlichen Pocketgellys.  Weil so ganz ohne sinnloses Futter geht es ja auch nicht. Dieses ist wenigstens noch bio und fair. Und ohne Geschmacksverstärker. Ich empfehle Ingwer, uneingeschränkt.

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Hübsches Video und fröhliche Musik, gefunden bei der Photographin Conny Wenk.

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Die Freundin, die nie Zeit hat, hat Zeit für einen Kaffee! Einen kleinen Kaffee. Bin weg. Kurz :)

bittersüß

7. Juni 2010

Zart ist sie geworden, die Schwiegermutter. Klein und zart. Das Abnehmen geht weiter, unaufhaltsam, trotz energiereicher Spezialkost.

„Das Brot haben wir aufgegeben“, erzählt der Schwiegervater, „aber Pudding geht immer. Ich hab Erdbeeren dazu getan, aber die hat sie wegschütten wollen. Erst war ich sauer, die guten Erdbeeren! Naja. Ich hatte sie komplett versalzen.“

Wir lachen und das Lachen scheucht die Krankheit in eine Ecke. Es geht ja noch.

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7. Juni 2010

„Man muss nur die Schule überleben …“, sagt Georg in irgendeiner GA-Staffel.

Stimmt.

Wenn die Kindelein klein sind, zeigt man ihnen, dass es ganz großartig ist, dass sie so sind, wie sie sind. Man bekräftigt und ermutigt, verstärkt positiv und fördert nach Interessen und Begabung.

Während der Schulzeit dann muss das Kind eine kurze Auszeit von Individualität und Eigenart nehmen, denn der angepasste, unauffällige mainstream-Schüler macht das Rennen. Bei Lehrern und Schülern gleichermaßen beliebt, gekleidet nach dem, was der H&M-Katalog zeigt  und abfahrend auf Super-Modell,-Star,-Sänger,-Verarsche-Shows.

Später irgendwann … darf das, was dem Kleinkind beigebracht, wieder aktiviert werden, denn dann wird der Herausragende gesucht. Der Besondere. Der Individualist.

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Ja, ja, ich weiß. Polemisch. Und nicht ganz ausgereift. Und voller Vorurteile, haltloser Anschuldigungen und nicht jedes Kind ist so und nicht jede Schule und es gibt viele Lehrer, die ganz anders sind und überhaupt, Frau … äh … Mutti, trinken Sie mal einen Kaffee und kommen Sie wieder runter.

Trotzdem. Irgendwie werde ich das Gefühl nicht los, doch recht zu haben. Und gerade heute macht mich das wieder wahnsinnig traurig.

Warum fällt es mir so leicht früh aufzustehen, wenn ich es nicht muss?

Warum  kann ich zu jeder Tageszeit Chips essen. Und warum habe ich nie die Nase voll von Chips?

Warum schaffe ich es nicht, die ollen Aldiblättchen zu verstehen? Eigentlich wollte ich heute Flipflops für die Kindelein kaufen. Uneigentlich gibt´s die erst am Donnerstag. Oder nächsten Montag.

Warum macht es mich ein bißchen wehmütig, wenn ich dem Großen Nasenspitze an Nasenspitze gegenüber stehe?

Warum sieht der Kühlschrank immer so aus, als sei etwas darin explodiert? Und warum finde ich immer in einer Kühlschrankecke eine seit längerem verstorbene angebrochene Sahne, egal ob süß oder sauer oder Joghurt oder Buttermilch? Egal wie oft ich diesen Kühlschrank aufräume oder auswische, der Inhalt macht was er will. (feiert wahrscheinlich nachts Partys, schaltet heimlich das Licht an und  sät Schimmelrasen in die Sahne)

Warum wachsen heute dort, wo ich vorgestern ungefähr eine Million davon ausgerupft habe,  Trillionen von Kermesbeeren? Ich mag Kermesbeeren. In ein paar Gartenecken und an strategisch günstigen Stellen, zum Beispiel um den Kompost zu verstecken/beschatten. Aber nicht um die Feuerstelle.

Warum vertrocknen meine Himbeeren? Die Ruten sehen aus, als seien sie abgeknickt, die Blätter verdörren und die Himbeeren leider auch. Schädling? Wühlmaus? (Wühlmäuse sind eh an allem schuld) Die vielen Blattläuse? Oder gar die ganzen heimischen und chinesischen Marienkäfer, die Läusegemetzel veranstalten? (die Läuse sitzen nicht auf den Himbeeren, sondern auf dem Baldrian, der urplötzlich zwischen den Himbeeren wuchs) Warum welken meine Frühen Himbeeren? Die späten daneben wachsen und sehen ausgesprochen (beinahe angeberisch) grün und gesund aus.

Warum sieht mein Bad aus, als habe sich darin eine Fußballmannschaft  ausgekleidet und geduscht (nach einem Spiel mit Verlängerung und Elf-Meter-Schießen auf schlammigen Rasenplatz)?

Und warum sind unsere Nachbarn so große Fußball-Fans? Alles ist für viele, große Public Viewing Partys gerüstet und dieser blinde Fleck in meinem Gedächtnis wird farbig: vor zwei Jahren gab´s ne Menge Fußballpartys dort. Hatte ich komplett verdrängt. Naja, vielleicht fliegen die Deutschen ja bald raus. (bitte sehr: knüppeln Sie auf mich ein! Frau … äh … Mutti findet Satellite UND Fußball doof. Pfui.)

Warum fliegt eigentlich die Zeit so? Und warum wächst die Haut immer weiter, wenn man älter wird? (weil wo kommen denn sonst die Falten her?)

Warum schreibe ich hier lieber Kram, statt loszulegen? Tststs. Los jetzt. Erdbeereis rühren :)