abends, im Sonnenuntergang,

16. August 2008

draußen zu sitzen, wird einem ein bißchen durch diese Touristen verleidet. Die lassen sich nämlich auf von Traktoren gezogenen Hängern durch die Weinberge ziehen und machen dabei Weinprobe.
Weinprobe bedeutet in diesem Fall: „Mal schaun, obsch dieschmal beim Geschaukel dasch Glasch treffe. Proscht.“

Auf die Weinberge haben wir einen malerischen Blick, da hinten im Garten. Doch Hänger hinter Hänger schaukelt durch die Gegend, voll mit gröhlenden Menschen, die gar lustige Liedchen singen. Immer diese Touristen.

(Weinbergsrundfahrten sind eigentlich wundervoll. Man sitzt auf einer schrecklich harten Bank auf einem „Kernsche“, so der Fachbegriff für den Anhänger. Man sitzt sich gegenüber, getrennt von einem schmalen Tisch, in den vor jedem Platz ein Loch gesägt ist. In dieses Loch passt genau ein Weinprobiergläschen. Das Kernsche ist überdacht, oft mit buntem Plastikweinlaubgeschmückt, manchmal auch mit einer Lichterkette. Wenn man Glück hat, ist der Traktorfahrer der Onkel des besten Vaters meiner Kinder. Der fährt nämlich manchmal sehr abenteuerliche Schleifen und Schlenker und ziemlich nahe am Abgrund entlang. Ausserdem weiß er eine Menge über Weinlagen und -sorten zu erzählen und die dicke, rote Nase in seinem Gesicht zeugt von großer Fachkenntnis. Ich habe mittlerweile einige Weinbergsrundfahrten miterleben dürfen, bei jeder Witterung und mit verschiedenstem Publikum. Kinder finden es meist großartig, von einem Traktor durch die Gegend geschaukelt zu werden, ausserdem gibt es immer „Weck unn Worscht“, also Brötchen und Fleischwurst. Und das Fleischwurststück ist oft größer als das Brötchen. Manche Erwachsene denken zuerst: „Naja, das ist halt so ein Brauch bei den Einheimischen, spielen wir eben mit.“ Die sind dann am Ende sturzbetrunken und begeistert. Die Einheimischen fahren immer wieder mit, weil es einfach toll ist, mit einem guten Tropfen durch die Gegend zu fahren und einen großartigen Blick über eine wirklich beeindruckende Gegend zu haben. Ich spiele mit dem Gedanken, nächstes Jahr, am Tag nach der Gartenparty, für die „Längerbleiber“, eine kleine Fahrt zu organisieren. Oder am Tag vorher.)

((somit habe ich eben quasi offiziell die nächste Gartenparty angekündigt. Wenn auch noch ohne Datum, Mitte Mai halt, dann, wenn es hier nicht regnet)

Jubel, Händegeklapper,

16. August 2008

werft die Kindelein in die Luft!

Es ist ein … SCHNECKENBABY!

Yuri, Muri, Luise, Lotte, Lecki, Schnecki, Tupfi und Lilli sind stolze Eltern geworden.
Noch lebt das Minischneckchen völlig namenlos in einem Marmeladenglas, doch schon in ca. sechs Monaten wird es sich rege am Fortpflanzungsgeschäft beteiligen.

(heute ein neues Eigelege ausgehoben und noch immer kein köstliches Rezept für Schneckenkaviar gefunden)

Hilfe!

14. August 2008

sagte Frau … äh … Mutti am Telefon, „Ich brauche einen Rettungsschnitt!“
„Na, dann kommen sie doch mal gleich vorbei“, sagte die Frisörin, mit der Frau … äh … Mutti sonst immer sehr zufrieden war. (ach, fragen Sie nicht, warum ich dann dringend eine andere Frisörin ausprobieren wollte … )

Eine Viertelstunde später stand Frau … äh … Mutti im Frisörsalon.

„Oh.“, sagte die Frisörin. Mehr nicht, aber das war auch genug.
„Das kriege ich hin!“, sagte sie ausserdem und führte Frau … äh … Mutti liebevoll zum Frisörstuhl, kippte sie ins Waschbecken, rubbelte, schrubbelte, schnippelte, zupfte und zwischendurch lächelte sie aufmunternd.
„Wollen sie einen Kaffee?“, fragte sie und Frau … äh … Mutti wollte.
„Übrigens“, sagte sie, „ich mache demnächst meinen Colour-Master. Falls sie experimentieren wollen.“
„Sooo“, sagte sie, „jetzt sind sie wieder gerade, die Haare. Aber ein gutes Stück musste ab.“
„Dafür müssen sie aber lange Zeit nicht mehr kommen“, tröstete sie, „der Schnitt ist ideal zum Wachsen lassen.“

„Danke, danke, danke!“, stammelte Frau … äh … Mutti und verließ mit glückseligem Lächeln den Frisörsalon.

Bilder?

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Schwarz.

14. August 2008

letzter Ausweg: schwarz, als logische Konsequenz für das Krähennest, das Frau … äh … Mutti auf dem Kopf trägt.

Heiliger Schwur: nie wieder Dorffrisörin. (die Frisörinnenfrisur hätte mich misstrauisch machen müssen)

Losen, wie gelost wird

13. August 2008

Unser Haushalt beherbergt ja bekanntermaßen außer Menschen und drei Katern auch noch Fische (neun Neons, drei Albinowelse) und acht Achatschnecken. Das Füttern der Katertiere ist kein Problem, denn das ist ja auch zu niedlich, wie gerade die jungen Kater zur Futterschüssel rasen, sowie die Schranktür klappt.
Die Fische hingegen … naja. Die schwimmen da halt so rum und und schnuffeln auf dem Boden rum oder schnappen sich Futterflocken von der Wasseroberfläche. Alles weitestgehend unspannend.
Eine fressende Achatschnecke zu beobachten ist ganz spannend. Allerdings muss das Futter für die Schnecken im Garten gesucht werden. Löwenzahn für acht Schnecken pflücken oder womöglich Gurken schälen … eine echte Kinderquälerei, behaupten die hinreissenden Bestien und vergessen das Füttern.
Und so lautet ein täglicher Satz von Frau … äh … Mutti: „Habt ihr die Fische und die Schnecken gefüttert?“
Und die stereotype Antwort darauf: „Ich hab gestern, heute muss … und überhaupt gibt es im Garten keinen Löwenzahn mehr.
Woraufhin Frau … äh … Mutti mit spöttisch in die Höhe gezogenen Augenbrauen (kein Löwenzahn …? Ha!) spitze Bemerkungen bezüglich Verantwortung und verhungernden Schnecken fallen lässt. Emotionale Erpressung irgendwie schon, ja, und irgendein Kind rennt dann los.

Heute hatte Frau … äh … Mutti nach einem erneuten Geschwisterkampf, wer wann wie oft die Schnecken gefüttert hat, die Faxen dicke und pfiff die Bande in die Küche. Dort wurde ein Futter- und Putzplan erstellt, der letztlich nichts anderes besagt, als dass wöchentlich wechselnd EIN Kind für Schnecken und Fische verantwortlich ist. Samstags reinigt der Große das Aquarium und jedes Kind seinen Schneckenkübel. Ohne Widerworte.
„Ja, Mama, so machen wir das!“, sagten die Kindelein schicksalsergeben, nachdem Frau … äh … Mutti gedroht hatte, auch das Putzen der Katzenklos auf die Liste zu setzen, „Aber wer fängt denn an?“
„Wir losen aus!“, schlug die Mittlere vor.
„Aber was schreiben wir auf die Lose?“, warf der Große ein.
„Unsere Namen?“, vermutete der Jüngste.
Nur die Namen, das ist zu einfach, zumal dann womöglich der Große mit Absicht die Mittlere zöge, man weiß ja, wie so was läuft. Auf ein Los „SCHNECKEN!“ zu schreiben, wäre vielleicht eine Lösung, allerdings sei dann ja nur eine Woche geregelt, weswegen es sinnvoll sei, drei Lose mit je „Schnecke1“, „Schnecke2“ und „Schnecke3“ zu beschriften, die Numerierung gebe dann die Reihenfolge an. Aha.
Doch wer darf die Lose schreiben? Denn die Schrift des Großen ist für die Augen der Mittleren wirklich unerträglich, ausserdem sind die Zettel unterschiedlich groß und aus welchem Gefäß wird denn gezogen? Das Gefäß muss immerhin groß genug sein, damit drei Kinder auf ein Kommando hin (auf das man sich noch einigen muss) gleichzeitig reingreifen können.

Ich kann Ihnen nicht beschreiben, wie und worauf sich die hinreissenden Bestien geeinigt haben, denn ich begab mich mit breitem Grinsen an den Rechner. Doch man ist zu einer Einigung gekommen. Nächster Streitpunkt allerdings ist, wer das Ergebnis in den Kalender einträgt, denn die Schrift des Großen … siehe oben. Deshalb übernahm Frau … äh … Mutti diese Aufgabe und trug in der Spalte „Sonstiges“ wöchentlich wechselnd die Namen der Schneckenputzer ein. Beginnend mit der Mittleren.

Nun sind sie wieder verschwunden, die Kindelein, doch mit halbem Ohr verfolge ich weitere Diskussionen, die sich darum drehen, was passiert, wenn ein Kind seinen Dienst nicht wahrnehmen kann, weil es zum Beispiel bei einem Freund übernachtet oder krank wird. Und wenn die Geschwister womöglich auch nicht daheim sind. Und Mama keine Zeit hat. Und Papa auch nicht. Wer passt dann auf die Schnecken auf?

Liebe Frau Webschaf, da haben Sie was angeleiert!