heute dann doch grün
10. Juni 2010
(und ein bißchen bunt)
Es ist viel zu leicht, im Jammertal zu versinken.
Ein bißchen schwerer ist es dann doch, sich zu überwinden und das Loch zu verlassen. Das allerverwildertste Beet habe ich gejätet und danach bin ich durch den Garten und habe mir die Ecken gesucht, die genau deshalb schön sind, weil sie nicht perfekt sind.
Bilder schauen?
heute eher grau
10. Juni 2010
„Wenn´s Wetter vunn überm Rhoi kimmt, werd´s bees.“*
So spricht der Einheimische und er hat recht. Das Gewitter gestern abend hat ein paar Blümchen gefetzt und die Grüne Villa schwer gebeutelt. Durch die großen Terrassenscheiben, bzw. durch die Dichtung der derselben, regnet es rein. Das ist sehr schade, denn ich mag Regen nur draußen für den Garten und bestimme obendrein gerne selbst, wann ich putze. (selten und wenn, dann mürrisch)
Das sind die Momente, in denen ich neidisch ins Neubauviertel schiele: lauter niegelnagelneue Häuser ohne Löcher und kaputte Dichtungen. Mit klitzekleinen Gärtchen, die man innerhalb von zweit Stunden gejätet, gehackt und aufgehübscht hat, in frischgepflasterten Tempo30-Zonen, ganz ohne Bagger.
Es ist mal wieder so weit, Frau … äh … Mutti hadert damit, dass sie sich in die Grüne Villa verliebt hat. In das Faß ohne Boden, in die Ruine. In das Haus mit dem gewissen Charme, in die Bruchbude. Inmitten von der stets wuchernden und nie in den Griff zu bekommenden Wildnis.
Manchmal wächst es mir über den Kopf.
*Wenn das Wetter über den Rhein/von der hessischen Seite kommt, wird es böse.
33,5°C
9. Juni 2010

Das Fleckchen auf der Terrasse unter dem Sonnensegel ist jetzt verwaist,

aber was heute morgen begonnen wurde, ist fertig.
(Sommer ist ja schon toll!)
Nächtens schwül,
9. Juni 2010
unruhiger Schlaf und wilde Träume.
Und so machte ich dann heute nacht im Traum eine bahnbrechende Erfindung, die sämtliche finanziellen Engpässe wegzaubern und uns fortan ein sorgenfreies Leben bescheren würde. Doch wie das so ist, am Morgen ist da nur noch ein Hauch, ein Schimmer, ein Zipfelchen des Traumes, das sich immer weiter entzieht, je intensiver man danach heischt. Es war etwas Technisches, das ich erfand und allen DAS ist schon revolutionär; gehöre ich doch zu den eher technikfernen Menschen, die zum Beispiel bis heute nicht alle Funktionen ihres Handys kennen. (und das Handy obendrein ständig verlegen und deshalb SMSse wenig zeitnah lesen, obwohl es da um gelbe Baissers geht. Verzeihung.)
Erfunden habe ich ein Kästchen, mit zwei Output- und einer Input-Leitung und das war eine ganz großartige, wichtige, bahnbrechende, weltproblemelösende und weltfriedenschaffende Erfindung, in weiß mit lilafarbenem Logo. Sollten Sie demnächst im Elektronikfachmarkt etwas Ähnliches sehen, informieren Sie mich bitte umgehend, denn dann hat mir jemand Traumcontent geklaut.
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Die Sache mit dem unruhigen Schlaf hängt nicht nur mit der Schwüle zusammen, sondern auch mit der Tatsache, dass mich kleinste Geräusche aus dem Schlaf reißen. (es gibt so Phasen) Wenn eine Katze draußen jault oder der dicke Martin eine quietschende Spitzmaus durch den Flur trägt, wenn der beste Vater meiner Kinder laut atmet (=schnarcht) oder wenn mein Wecker plötzlich den Tick-Rhythmus ändert, weil die Batterie beinahe leer ist. Klitzekleine Geräusche lassen mich hochschrecken und ich liege wach. „Muss schnell wieder einschlafen“, denke ich dann und das ist natürlich kontraproduktiv. So liege ich dann wach, wälze einige Gedanken, die im Dunkeln immer größer und bedeutungsschwerer und belastender werden, bis ich irgendwann wieder einschlafe und das nächste Geräusch … und so weiter.
Deshalb beschloss ich gestern abend, dass nun die Zeit gekommen ist, mit Ohrenstöpseln zu schlafen. Ich darf die Verantwortung für das Hören von wirklich wichtigen Geräuschen wie zum Beispiel „Mama/Papa, ich habe ins Bett gebrochen“ abgeben, muss nichts hören.
Der beste Vater meiner Kinder kramte mir komische gelbe Pöppelchen aus der Werkstatt und demonstrierte kurz, wie man die Dinger zwischen den Fingerspitzen schmal rollt. Schmal rollen konnte ich prima, ich besitze ja eine Menge Fingerspitzengefühlfertigkeit. Doch das schmal gerollte Pöppelchen wollte nicht in den Gehörgang. Stattdessen ploppte es knisternd und kitzelnd in der Ohrmuschel auf, um dann leise kichernd aus dem Ohr zu hüpfen und zwischen Laken und Kopfkissen zu verschwinden. Es brauchte viele Anläufe, bis beide Ohrstöpsel so saßen, dass ich die Stimme des besten Vaters meiner Kinder nur noch gedämpft, dafür meine eigene Stimme sehr laut im Kopf hörte. Zeit zu schweigen und zu schlafen, dachte ich und versuchte Selbiges.
Mein rechtes Ohr begann zu pochen. Und das linke Ohr fühlte sich an, als sei eine Menge Wasser darin. Ich gähnte versuchsweise, denn das hilft ja bekanntermaßen gegen zugefallene Ohren. Nur diesmal nicht. Bevor ich aus dem Bett klettern und auf einem Bein hüpfend das Wasser im Ohr bekämpfen konnte, fiel mir das Pöppelchen ein. Das störte. Und das Pochen im rechten Ohr hatte jetzt etwas Dringliches, als wolle mein hysterisches Ohr mir sagen: „EEEYY! Isch krieg keine Luft!“ (mein Ohr hat einen lustigen Dialekt)
Was soll ich lange schreiben: Ohrenstöpsel und ich kamen nicht zusammen.
Dafür erwachte ich irgendwann heute nacht, als der Jüngste sich schwungvoll in seinem Bett drehte und dieses dabei an die Wand rummste. Ich erwachte, als der dicke Martin heimkam, ohne Maus, aber sich daran erinnernd, dass er mal eine hinter meinen Schuhen verloren hatte (musste er rasch meine Schuhe unter dem Schrank hervorzerren und dabei Krach machen). Ich wurde wach, als die Zeitung in den Briefkasten gesteckt wurde. Und ich wurde wach, als die Badezimmertür ins Schloss geknallt wurde, aber da war es auch schon Zeit zum Aufstehen.
Positiv betrachtet: würde ich tief und fest schlafen, hätte ich nicht all die wunderbaren bunten Träume. Und nächste Nacht träume ich vielleicht noch mal von der tollen Erfindung, ohne sie zu vergessen. Weiß, mit lila Logo.
Buntgemischtes
8. Juni 2010
Gestern habe ich ein Erdbeereis zusammengerührt, das eine Sünde wert ist. Oder zwei Sünden. (750g Erdbeeren püriert, Zucker bis es lecker war und 300ml geschlagene Sahne, in die laufende Eismaschine kippen, 20 Minuten rühren und vor dem finalen Eingefrieren genug zum Ausschlecken in der Schüssel lassen)
Bis jetzt war der Eisbereiteraufsatz für die Küchenmaschine jeden Cent wert. Und ich liebäugele sehr, sehr mit einer zweiten Einfrier-Schüssel.
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Ich gehe auf kalten Chips-Entzug. Unterstützt werde ich dabei von den wahrhaft köstlichen Pocketgellys. Weil so ganz ohne sinnloses Futter geht es ja auch nicht. Dieses ist wenigstens noch bio und fair. Und ohne Geschmacksverstärker. Ich empfehle Ingwer, uneingeschränkt.
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Hübsches Video und fröhliche Musik, gefunden bei der Photographin Conny Wenk.
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Die Freundin, die nie Zeit hat, hat Zeit für einen Kaffee! Einen kleinen Kaffee. Bin weg. Kurz :)