es sind die kleinen Dinge

29. Januar 2009

Manchmal reicht es aus, nach draußen zu sehen, um ein bißchen glücklich zu sein: im Kirschbaum sitzt ein Pärchen Eichelhäher und am Holunder, ganz oben an den Spitzen, entfalten sich die ersten Blätter.

Und im Garten spitzen die Zwiebelpflanzen aus der Erde. Da ich, wie jeden Herbst, relativ planlos, aber sehr eifrig,  Zwiebeln in die Wühlmausgänge Erde gesteckt und umgehend vergessen habe, was ich wohin gepackt habe, ist der Frühling auch immer ein Überraschungspaket.

Ausserdem schafft es die Nachmitagssonne beinahe schon, das Wintergärtchen aufzuheizen, was natürlich ein enormer Ansporn ist, dasselbe etwas aufzuhübschen. Das muss allerdings warten, bis ich brav die Pflichten der Hausfrau erledigt habe. Denn mit der Putzfrau wird es wieder nix, weil ich dummerweise vergessen habe, Lotto zu spielen. Nun denn, auf in den Kampf, Kühlschrank putzen. Wussten Sie eigentlich, dass der Kühlschrank in den meisten Haushalten seltener geputzt wird, als das Klo? Also bei uns trifft das zu und ich schäme mich.

*****

Kühlschrank sauber und leer. Entsorgt wurden eine ca. 400 Jahre alte Erdnußsauce, ein Becher Sahne, nicht mehr flüssig, dafür grün und der Fehlkauf: pfeffrige Mangosauce.

Interessant, dass ein bißchen strukturieren und ordentlich in „Themen-Fächern“ stapeln zu einem nahezu leeren Kühlschrank führen. Noch interessanter ist es zu beobachten, in welchem Tempo der Kühlschrank wieder zumüllen wird. (müssen diese kleinen Männchen sein, die auch immer das Licht im Kühlschrank anschalten, wenn man die Tür öffnet.)

Und jetzt? Spüle entkalken. Auch ein spaßiges Unternehmen.

(falls Sie sich wundern: der Laptop steht auf dem Tresen in der Küche und ich nehme jede eingehende mail und jeden Kommentar als willkommenen Vorwand, um mal eben zu unterbrechen.)

*****

Ich hatte mal ein dolles Schleudertrauma, deswegen gönnte mir die Krankenkasse eine Haushaltshilfe. Das war ganz schön kompliziert, denn ich musste mir ständig überlegen, was die Dame denn nun putzen könnte. Die konnte das nämlich richtig gut und war obendrein irrsinnig schnell. Während ich sie noch im Bad beschäftigt wähnte, wischte sie bereits die Treppe runter. Seitdem war mein Haus nie wieder so sauber. Dafür bin ich seitdem entspannt, was den Putz-Ehrgeiz anbelangt: man muss dafür talentiert sein. Oder eine gute Bezahlung kriegen.

(jetzt aber. Hintern hoch, Mutti)

22 Kommentare zu “es sind die kleinen Dinge”

  1. Janine sagt:

    Hier sieht es so garnicht frühlingshaft aus :-(

    Und im Übrigen bewahre ich in meinem Kühlschrank eher keine Fäkalien auf, weshalb ich den auch nicht so oft putze wie das Klo. Ohne mich dafür zu schämen. ;-)

  2. fraumutti sagt:

    Janine, mir pinkelt auch keiner ins Gemüsefach, doch ich fische immer mal wieder interessante, pelzige Dinge aus den Tiefen des Kühlschranks, OHNE danach zum Putzschwamm zu greifen. Eigentlich eklig.

  3. monika sagt:

    An Frühlingsblüher ist hier in München noch gar nicht zu denken.
    Noch gibt es allerdings den Lottojackpot, 35 Millionen sollten dann auch für eine Putzfrau reichen, oder?

  4. fraumutti sagt:

    Oh! Monika, dann kaufe ich mir einfach immer ein neues Haus, wenn das alte dreckig ist :-)

  5. Brassica oleracea convar sagt:

    oh, ja!
    Bei solchen Aktionen findet man/Frau auch oft Joghurt der kurz vorm Sprechen lernen steht. Ich schäme mich auch (ein bisschen);)

  6. fraumutti sagt:

    Frau Rotkraut, bei mir sind´s immer die Sahnebecher oder so verschrumpelte Möhren. Und die Ausrede, es handele sich um ein Experimt für das Max-Planck-Institut zieht irgendwie nicht.

  7. Nicole sagt:

    Sie brauchen sich nicht zu schämen, denn Sie sind ja nicht allein. Ich zum Beispiel schäme mich auch nicht für meinen selten geputzten Kühlschrank. :-)

  8. Peggy sagt:

    Der Jackpot ist nicht geknackt also noch alle Chancen für eine Putzfrau sind da!!!

    Oje, unser Kühlschrank müsste auch mal wieder entkeimt werden… ;(

    LG
    Peggy

  9. steffi sagt:

    gottseidank ging es ihnen mit der haushaltshilfe auch so. kam die letzten beiden monate der schwangerschaft in diesen genuss und es ging so weit, dass die dame mir im februar (bei minustemperaturen) die fenster geputzt hat, weil sie sonst immer alles so schnell fertig hatte. die mädels haben das einfach drauf: anfangen, eins nach dem anderen (ich tendiere immer zu 5 sachen gleichzeitig) und das immer noch mit einem lächeln – fand ich bewundernswert und ich hatte mir fest vorgenommen, das zukünftig auch so zu machen ;-)

  10. lilli marlen sagt:

    Ich hatte heute morgen trotz gefühlter minus zehn Grad und Schmuddelwetter auch plötzlich so ein unerklärliches, bauchkribbelndes Fühlingsvorfreudegefühl. Und wie jedes Jahr plane ich einen hausumfassenden Frühjahrsputz, um dann wahrscheinlich im Juli wieder überrascht festzustellen, dass es nichts geworden ist damit…

  11. fraumutti sagt:

    Lilli Marlen, mit dem Frühjahrsputz habe ich es nicht so, ich fange im Frühling immer an, die Möbel zu lackieren. Statt abstauben oder so :-)

  12. antje sagt:

    ich würde ja die pfeffrige Mangosauce nehmen – bevor Sie Lebensmittel wegwerfen müssen…was wollen Sie zum Tausch?
    Bei mir steht putzen heute abend – nach der Arbeit – auf dem Programm – im 1.Pers-Haushalt, so dass ich niemanden als mich selbst für Schmutz und Unordnung verantwortlich machen kann…

  13. fraumutti sagt:

    Antje, glauben Sie mir, die Soße wollen Sie nicht nehmen. Sie wurde im Sommer letzten Jahres angebrochen und seitdem hat sich der geschmack nicht wesentlich verbessert. Gekauft habe ich sie im Weltladen, falls Sie dringend Mangosauce suchen :-)

    (und es war auch nicht mehr arg viel drin, ehrlich. Lebensmittel wegwerfen finde ich auch ganz fürchterlich.)

  14. Polly Oliver sagt:

    Hmm, Putzen müsste ich eigentlich auch mal wieder. Aber dazu hab ich im Moment keine Zeit (es reicht nur grade eben für einen Kommentar bei Ihnen, ich hab um 13.00 Biochemie Kolloquium… Sieht übel aus bis jetzt, muss aber bestanden werden um ins nächste Semester zu kommen. Und um die Heulerei noch zu vervollständigen: Morgen hab ich Physiologie Testat, Montag Histologiekolloq, Mittwoch Anatomie und dann Donnerstag oder Freitag wieder Physiologie…)
    Ich werd dann nächste Woche am We putzen, wenn das Semester rum ist. Ich hab es mir jedenfalls vorgenommen.
    Aber ich bin ja auch allein (und immer wieder erstaunt wie viel Dreck ein einzelner Mensch machen kann!)

    Frohes Schaffen :)

  15. Susi sagt:

    35 Millionen sind im Jackpot! Es kann also doch noch was mit der Putzfrau werden :-). Liebe Grüße und Frohes Schaffen! Susi

  16. Andrea sagt:

    Ich könnte auch mal wieder nach Kühlschrankleichen fahnden. Bei uns gibt es da leider auch einige von. Mehr als drei jedenfalls mit Sicherheit. Ich mache das so alle paar Wochen mal. Unser Klo wird also ebenfalls öfter geputzt.
    Und überhaupt … die Küchenschränke habens auch mal wieder nötig. Und die Fronten. Und die Kommode im Flur. Ach, es nimmt nie ein Ende mit der Hausarbeit.

    Na, dann schaffen Sie mal weiter!

    (Ich sortiere gerade 378 Unterhosen, 954 Socken und 534 Unterhemden auseinander.)

  17. neurotoxin sagt:

    Ach, dabei ist Kühlschrank aufräumen doch so einfach…vorsichtig die Tür öffnen und laut „buuuuh!“ schreien- alles was dann nach hintenläuft und sich hintern reglosen Gläsern versteckt muß raus. Dem Intelligentesten davon einen Lappen reichen und Kühlschrankasyl gewähren, wenn er dafür im Gegenzug regelmäßig wischt.
    Voilà ;)

  18. Evelyn74 sagt:

    „Denn mit der Putzfrau wird es wieder nix, weil ich dummerweise vergessen habe, Lotto zu spielen…“ Also fraumutti, sie müssten sich einfach für ihre Texte bezahlen lassen!!! So genial und unterhaltsam und seelenbalsamig wie die sind, müsste sich da doch locker eine Putzfrau ausgehn!!! Lg ;-)

  19. susan sagt:

    liebe frau mutti,
    mit dem kühlschrankthema bin ich für dieses jahr durch, ich hab das schon anfang januar hinter mich gebracht.
    dafür wurde im schlafzimmer schon 14 tage nicht gesaugt (übrigens KEIN rekord)…
    stattdessen hab ich im flur schön dekoriert und ein bisschen weihnachtszeug weggeräumt. aber nur ein bisschen *hust*
    mit to-do-liste von hier bis wanne-eickel grüsst
    susan

    ps: bin ich hier eigentlich die einzige, die bei diesen recaptcha-feldern immer nix erkennt und immer mindestens 6 versuche braucht?

  20. claudia sagt:

    Unsere Putzfrau im Kindergarten(nein-nicht privat-Lotto war ohne Erfolg) hat gerade heute den Kühlschrank ausgeputzt. Da fiel mir plötzlich ein,daß man den ja zwischendurch auch mal…..oh, Gott schon ewig her……ich werds tun-demnächst!!!
    Eifrige Grüße, Claudia

  21. pünktchen sagt:

    Ich habe eine Putzfee, und statt für sie aufzuräumen sitze ich heute an meinem F-Tag lieber hier vorm Laptop …

    Ne, im Ernst, normalerweise räume ich am Abend bevor sie kommt, die Zeitungen und dergleichen im Wohnraum weg und im Badezimmer kommt morgens alles was da so rumsteht, in eine Kiste. Und ich bin dann im Büro und komme einmal in der Woche in ein sauber geputztes Haus (praktischer Weise freitags …)

    Kostet ca 120,00 € im Monat und gefühlt spare ich sogar dabei!

    Aber den Kühlschrank mach ich 1x im Monat selber (allerdings kommt in 4 Wochen meine neue Küche und da lohnt es sich ja dieses Jahr nicht mehr …) Aber der neue Kühlschrank wird noch ’ne Nummer größer …

  22. norbert ot sagt:

    Zunächst einmal großes Kompliment für Ihre witzige, flockig-lockere Schreibe, Frau…äh…Mutti. Nicht so prickelnd finde ich Ihr Einstellung zu Hausarbeit im Allgmeinen und zur Putze im Besonderen, der man die Arbeiten schon im Vorhinein zuteilt, damit sie sich ja nicht langweilt – und selbst bekommt man seinen Laden nicht in den Griff. Das erinnert mich an eine Bekannte, deren Zivi wöchentlich die Kelleschächte ausputzen durfte – sie selbst oder ihr Göttergatte haben das in 25 Jahren nicht einmal gemacht (dafür haben sie es zu sieben Kindern gebracht – die ersparte Zeit gut genutzt *gg*)
    Ach ja: Bei uns verwalte ich die Vorräte in Kühlschrank und Keller und habe auch die Reinigung übernommen. Was nur passt IHR nicht daran, dass ich die umfangreichen Vorräte überblicke und deshalb fast keine Lebensmittel mehr verderben? Ich erwarte ja kein Lob und erst recht keine Aerkennung – aber obendrein noch angemeckert zu werden find ich daneben…