Seit 21 Jahren hat dieser Tag keine Chance ein grauer, trister, trauriger Tag zu sein.

Vor 21 Jahren erwachte ich um vier Uhr morgens, weil ich geträumt hatte, man habe mir in den Bauch getreten. Fünf Minuten später kam der Schmerz erneut, ohne Traum, ohne Tritt. Wir fuhren ins Krankenhaus und drei Stunden später hielten wir den Großen in den Armen. Und Frau … äh … Mutti war geboren, weil die Hebamme, die sich meinen Namen nicht merken konnte, kurzerhand auf diese Bezeichnung umschwenkte.

Ich begann den Tag heute sehr früh. Zwar nicht um vier wie damals, aber es war gerade erst fünf Uhr, als der gar nicht mehr so kleine Hund vor mein Bett kotzte.Und weil der Wecker sowieso bald klingeln würde, blieb ich gleich wach. Aber wie gesagt, der 14. November kann nicht schlecht werden, keine Chance.

Um halb sechs entzündete ich die 21 Kerzen (und die eine zum Älterwerden) und konnte kurz darauf meinen knapp zwei Meter großen Geburtstagssohn in die Arme schließen. Meine Güte, das war doch erst gestern, dass er anderthalb Meter kleiner und 80 Kilo leichter war?

Er packte zwei seiner drei Geschenke aus, eines hob er sich für den Mittag auf. Dann gab es Geburtstagswunschkuchen (Splitterkuchen und Käsekuchen), die Tochter schickte Glückwünsche per whatsapp und schon mussten die Jungs los zum Zug zur Berufsschule.

Der beste Vater meiner Kinder, der gar nicht mehr so kleine Hund und ich knuffelten uns aufs Sofa, bis halb acht noch ein bißchen die Augen ausruhen. Der Kater gesellte sich zu uns und ach, das war schon sehr gemütlich.

Der beste Vater meiner Kinder verschwand später im Home Office, ich zerrte den unwilligen Hund zur Hunderunde. (zu einer sehr tollen Hunderunde, bei der die Sonne den Reif glitzern ließ).

Als wir wieder daheim waren, gab es ein zweites Frühstück für mich und danach setzte ich die Fleischsoße für das Geburtstagswunschessen – Lasagne – auf. Die Soße brodelte, die Küche war wieder ordentlich, das Bad geputzt, der Rest des Hauses gesaugt, als der Jüngste heimkam. Ich war geduscht und ordentlich angezogen, der Tisch gedeckt und der Große auch schon wieder daheim, als die Gäste eintrudelten.

Familie und Freunde gemischt, bei Kaffee und Kuchen, später bei Lasagne. Gelächter und Leben an unserem Küchentisch. Ein Glas Rotwein unter dem großen Vollmond auf der Terrasse. Und ein Kuss zwischen den alten Menschen, die vor 21 Jahren Eltern wurden.

Wunderbar.

3 Kommentare zu “14.11. – gegen das Novembergrau”

  1. sandra sagt:

    aaaach schön!! Mir wirds am 10.12 so gehen wenn mein knapp 2 Meter Sohn 22 Jahre wird ;-)

    Danke für den lieben Beitrag, hat mich berührt <3

    LG
    Sandra

  2. Anna sagt:

    Danke für die Novembergrau-Beiträge, diese machen den grauen November erträglicher.

    Könntest du bitte noch das Splitterkuchen-Rezept verraten?

    Danke

    LG Anna

  3. Brigitte sagt:

    Was hat denn der große Sohn zum Umzugskarton gesagt? Die Idee fand ich hinreißend. Hier mailt die Tochter Bilder von Babyklamotten, die sie geshopt hat.😊