Freitage sind die neuen Donnerstag. Die Donnerstage waren früher super, weil die Kindelein nach der Schule die Großeltern besuchten, dort bekocht, verwöhnt und mit Himbeergeleetoasts gemästet wurden.* Abends kamen sie müde, satt und zufrieden heim und trafen auf eine glückliche, erholte Mutter, die entweder brav (und ungestört) den Haushalt gestemmt hatte (manchmal) oder das getan hatte, was sie schon lange aufgeschoben hatte. Lesen, gärtnern, nähen, umräumen, Wände streichen. (öfter)

*was freue ich mich darauf, Enkelkinder zu bekochen, zu verwöhnen und mit Himbeergeleetoasts zu mästen. Ganz ohne Erziehungsauftrag!

Die Donnerstagsbesuche beim Opa finden nach wie vor statt, doch mittlerweile (schon lange) kann ich hier machen was ich will, auch wenn die Kindelein daheim sind. Gegessen wird abends gemeinsam, niemand will „Tempo kleine Schnecke“ oder „Piraten Pit“ spielen, kein Streit muss geschlichtet, keine neue Spielidee in den Raum geworfen werden. Und Hausaufgaben gibt es auch keine mehr, nur noch Aufgaben im Haus.

Mit großen Kindern wurde unser Leben also wieder frei und leicht und deshalb zog der gar nicht mehr so kleine Hund bei uns ein. Mit ihm die tägliche Verpflichtung, zweimal täglich durch die Gegend zu stapfen. Das war womöglich nicht ganz fertig bedacht (von mir), als ich mich in das weiße, wuschelige Fellknäuel verliebte.

Aber die Freitage! Die die neuen Donnerstage sind! Freitags macht der beste Vater meiner Kinder Home Office und beginnt diesen Tag mit einer ausgiebigen Laufrunde, zu der er den Hund mitnimmt! Das bedeutet für mich: ein gemütlicher Kaffee vor dem Ofenfeuer und danach gänzlich ausgeruht (was nach der sonst üblichen acht-Kilometer-Runde am Morgen halt doch nicht mehr ist) machen, was gerade ansteht. Zur Zeit wären das drei bis vierzig Sachen im Nähzimmer für den Weihnachtsmarkt, ich erwähnte dies bereits beiläufig.

Trotz bester Voraussetzungen saß ich heute dann doch nicht an der Nähmaschine, sondern lag mit der müde gerannten Lola auf dem Bett im Nähzimmer. Die Kopfschmerzen jagten in immer heftigeren Wellen durch meinen Kopf und da half nichts mehr.

Gegen nachmittag wurden sie schwächer, nach der Hunderunde wallten sie aber erneut auf. Der laue Wind da draußen scheint schuld zu sein. Oder was auch immer.

Morgen brauche ich einen klaren Kopf, drei große Schaufenster warten darauf, mit Weihnachtsschnickeldi befüllt zu werden. Das wird bunt! Und glitzerig! Und entschädigt für den Kopfschmerztag.

2 Kommentare zu “18.11. – gegen das Novembergrau”

  1. Kerstin sagt:

    Ich hasse Kopfschmerztage. Noch schlimmer sind allerdings Kopfschmerznächte finde ich. Da hat man das Gefühl, das man der einzige Mensch auf der Welt ist, dem es schlecht geht. Aber Das Gefühl, wenn die allmählich weniger werden, ist toll. Da könnte man dann die ganze Welt umarmen. Bis zum nächstenmal jedenfalls.

  2. Kirsten sagt:

    „Tempo, kleine Schnecke“ – da ist man doch wirklich froh, dass es vorbei ist. Danke für diese Erinnerung :-)