Mogelquilt.

8. Januar 2017

Den größten Teil des Tages habe ich heute im Nähzimmer verbracht, denn als wir am Samstag das alte Sofa wieder ins Wohnzimmer stellten, fand ich plötzlich die alten Decken farblich nicht mehr stimmig und weil mich so etwas ziemlich ärgern kann, schuf ich heute Abhilfe. Es steht sogar auf meiner Jahres-to-do-Liste, die vielen Fleecedecken die es im Haus gibt und die vom vielen Waschen knuddelig sind, mit hübschen Stoffen zu verhüllen. Obendrein muss ich jetzt wirklich, ehrlich und in ehecht das Stofflager verkleinern, denn wenn hier demnächst vier Zimmer getauscht werden, wird sich das Nähzimmer und dessen Stauraum verkleinern. (jaja, ich weiß. SCHON WIEDER Zimmer umräumen, doch es ist halt so: neue Bedürfnisse fordern das. Später irgendwann mehr dazu.)

Zurück zur Decke. Das Nähen ist die geringste Arbeit. Aber schon beim Auswählen der Stoffe kann ich zwei Stunden vertrödeln. Nebeneinanderlegen, streicheln, einen Schritt zurücktreten, neu kombinieren, im Schrank wühlen, erneut nebeneinanderlegen und irgendwann zufrieden sein. Selten mit der ursprünglich gedachten Kombination.

Einen Mogelquilt wollte ich nennen. „Mogel“ deshalb, weil ich einfach nur verschieden breite Stoffstreifen aneinander nähe, ganz ohne aufwändiges Muster. Das Quilten besteht einfach in kerzengeraden Linien über die Deckenbreite, damit Oberteil, Fülldecke und Unterteil hübsch zusammenhalten.

Stoffstreifen aneinandernähen ist eine sehr entspannende Arbeit, das Bügeln vorher mag ich auch sehr gerne. Nach nicht allzu langer Zeit hielt ich das fertige Oberteil in der Hand und war sehr zufrieden mit meiner Stoffauswahl:


Das alte Sofa ist ein dunkelrotes Ledersofa, die Decke wird wunderbar dazu passen.

Das Unterteil des Mogelquilts nähte ich aus einem alten Deckbettbezug, der mit zwei Stoffstreifen verbreitert werden musste.

Wirklich knifflig ist es dann, Oberteil, Decke und Unterteil faltenfrei und ordentlich zusammenzustecken. Das benötigt sehr viele Stecknadeln und natürlich hat auch diese Quiltdecke Blutflecken, weil Stecknadeln sind fies und hinterlistig.

Nach einer Stunde waren Oberteil, Decke und Unterteil verbunden, einzig das Binding (= die Umrandung der Decke) fehlte noch.


Dafür blieb aber keine Zeit mehr, weil das Bad noch rasch geputzt werden wollte und das Schlafzimmer in Staub und Flusen versank. Danach gab es Abendessen und eine Dusche.

Jetzt sitze ich im Nähzimmer und schreibe auf was noch zu tun ist, statt Stoffstreifen für das benötigte Schrägband für das Binding zuzuschneiden.

Also Schluss jetzt. Binding anbringen, Quiltdecke waschen und trocknen und dann zeige ich sie nochmal.

3 Kommentare zu “Mogelquilt.”

  1. Needle little Balance sagt:

    Vielleicht etwas für die nächsten Quilts: ich verwende für meine Quilts anstatt des Zusammensteckens mit Nadeln ein Klebespray. (basting spray googeln) Das geht schnell, hält, verhindert, dass die Lagen beim Quilten verrutschen und wäscht sich wieder raus. Viel Freude weiterhin beim Umräumen und Umgestalten!

  2. Contadina sagt:

    Oh ja, die fiesen Nadeln kenne ich auch…

    Wie im oberen Kommentar erwähnt, verwende ich auch das Spray, um die Lagen zusammenzuhalten.
    Weil ich der Sache aber doch nicht hunderprozentig traue, kommen auch die Nadeln wieder zum Einsatz und damit einher geht immer ein gewisser Blutverlust.

    Aber der Quilt ist sehr schön geworden und wird sich bestimmt hervorragend auf der Couch machen.

    Und ich wünsche mir dann noch ein Foto vom nicht mehr ganz so kleinen Hund und dem Ringelfranz wie sie einträchtig die Decke einweihen. ;-)

    Liebe Grüße
    und eine erfolgreiche Woche

    Sabine

  3. annilu sagt:

    Bitte kein Schrägband als Binding!!! Es sei denn Ihr Quilt hat irgendwelche Rundungen entlang seiner Kanten!
    Sehr schöne Stoffe – die haben nur drauf gewartet, endlich ein Quilt werden zu dürfen.

    annilu