12 von 12 (nachgereicht)

13. Januar 2017

An jedem Zwölften eines Monats werden zwölf Bilder gemacht und ein bißchen was dazu geschrieben. Caro Kännchen sammelt die vielen Beiträge.


Mein Tag beginnt meistens mit einem Kaffee im Bett, am Zwölften mache ich halt ein Bild davon. Ich finde es übrigens sehr erfreulich, dass es morgens früher hell wird und auch wenn ich weiß, dass es noch ein bißchen dauert (und Winter ja auch toll ist), vorfreue ich mich auf den Frühling. Wenn mich nämlich Vogelgezwitscher weckt und nicht das Schaben des Eiskratzers auf einer Autoscheibe.


Meine allertreuesten Begleiter: das Hundeviech (natürlich) und meine Wanderschuhe. Fast 150 Kilometer haben sie mich durch Irland getragen, in Deutschland noch viele, viele Kilometer mehr. Gestern morgen waren sie leider noch nass vom Abend vorher, weil irgendein energiesparendes Familienmitglied die Heizung, unter der sie zum Trocknen standen, abgedreht hatte.


Die Hunderunde war sehr herausfordernd. Der Schneematsch vom Abend zuvor war über Nacht zu einer zentimeterdicken Eisschicht gefroren. Ich erwäge mittlerweile ernsthaft den Kauf von anschnallbaren Spikes, denn kilometerweit durch die Gegend zu schlittern macht wirklich keine Freude. Lola war vom Eis gänzlich unbeeindruckt. Sie fand es interessant, dass ihre Pfoten in verschiedene Richtungen wegrutschte. Danach sprang sie einfach in den Wingert und rannte in den Zeilen.


Nach der Hunderunde war ich durchgefroren und sehr hungrig. Wie gut, dass da noch ein Rest Spaghetti mit Tomatensoße vom Abendessen des Tages zuvor stand! Heiß und salzig und gut, besser und sättigender als es jedes Stück Kuchen hätte sein können.


Ich habe in den letzten Tagen Einiges im Nähzimmer ausprobiert und Vieles gelernt. Dementsprechend sah es dann auch aus: Kisten und Kästen mit Stoffen und Filz auf ziemlich jeder ebenen Fläche, auf dem Boden ein kuscheliger Belag aus Fäden, Stoffschnippseln und Hundhaaren. Allerhöchste Zeit für einen klärenden Rundumschlag.


Das war dann rasch erledigt und direkt mit dem ordentlichen Zimmer kam die Lust, darin zu arbeiten.

Und so bekamen die kleinen und etwas größeren Kissen auf dem Sofa zur neuen Quiltdecke passende Bezüge. Der Kater war nicht Willens, adrett zu posieren. Aber für alle Zweifler: es gibt ihn noch, er ist der Chef im Haus und er wiegt derzeit etwa 6,5 Kilo. (und ist ausgesprochen plüschig, Winterfell sei Dank.)


Dieses Wetter ist schon sehr herausfordernd. Glatt war es nicht mehr, dafür nieselte es und die beinahe trocken Wanderschuhe schmatzten durch den Schlamm. Der Hund lief ein bißchen kreuz und quer, ohne rechte Lust zu rennen.

Deshalb bogen wir aus dem Feld ab Richtung Ortsmitte …


… und besuchten Oma Eis in Weltladen. Wir tauschten uns rasch über den neuesten Klatsch und Tratsch aus und ich erfuhr, dass die Frau meines ehemaligen Arztes aus dem Weingut stammt, in dem wir am Abend essen wollten. Alla.

Sie fragten neulich nach, ob es für diese Tierchen Anleitungen gibt. Gibt es. Alle drei sind aus dem Buch „Schmusemonster“ (so ein dämlicher Titel) aus dem Tandem Verlag. Erst auf der siebten Seite erfährt man, wer die Autorin ist: Clémentine Collinet. Man kann wohl einzelne Schnittmuster von ihr im Internet kaufen, das Buch habe ich vom Discounter-Krabbeltisch und bis auf den Titel finde ich es entzückend und sehr inspirierend.

Ein weiteres Bild von einer Mahlzeit, das macht man so bei 12von12. Es ist leider etwas unscharf, denn ich war einfach zu hungrig. Pfefferrahmschnitzel mit Bratkartoffeln, den kleinen Beilagensalat hatte ich schon verspeist. Die ehemalige Freitagsfreundin und der Schreinerfreund hatten uns nämlich zum Essen eingeladen. Hier. Und da das Weingut in meiner Heimatstadt Osthofen liegt, konnte ich mich mit dem selbst kochenden Winzer ganz prima über die guten, alten Zeiten austauschen. Es war sehr lustig und die verschiedenen Weine die er zum Kosten auf den Tisch stellte, waren fast alle lecker. Ein wunderbarer Abend und ich hatte dann so ein bißchen sentimentales Heimweh nach der Vergangenheit und meiner Jugend.


Lag aber sicher nur am Wein, weil ich würde gar nicht mehr tauschen wollen.

5 Kommentare zu “12 von 12 (nachgereicht)”

  1. aprikaner sagt:

    das letzte Bild ist ganz besonders schön! danke für´s teilhaben lassen!
    liebe Grüsse
    anja

  2. Kleiderschmiede sagt:

    Sehr schön!
    Wieso sollte jemand daran zweifeln, dass es Franz noch gibt? Er ist ein richtiger Prachtkater!

  3. weiderella sagt:

    Anschnallbare Spikes kann ich nur empfehlen. Habe mir kürzlich sowas zugelegt (zur Erheiterung des Mannes), aber in unserem höher gelegenen Vorort von Zürich mit zappeligem Junghund hat mich das in den letzten Tagen vor diversen Stürzen bewart!

  4. Barbara sagt:

    Das Letzte ist das Schönste! :)

    Liebe Grüße!

  5. katerstimmungskanone sagt:

    Ich kann die Spikes echt empfehlen, ich hab die mal im Discounter gekauft und bei dem Eisregen letztens und vor ein paar Jahren, haben die mich echt gerettet, wenn ich mit nem Hund raus müsste, würde ich sie bestimmt noch viel öfter benutzen.