Albernheiten

8. September 2010

Wenn es im Nähzimmer nicht rund läuft, wenn Fäden reissen, Nadeln brechen und nie das richtige Grün im Haus ist, wenn Stickvliese plötzlich verschwunden sind, wenn Aufträge im Genick sitzen und die Lust am Tun langsam aber sicher den Bach runter geht, geht es den Schweinen an den Kragen. Oder so.

Drei Ferkel aus so einem Stofftiersammelsurium aus dem blaugelben Möbelhaus. Und eine Sicherheitsnadel. Gute Laune wieder da.

Neulich daran gedacht: die Selbsthilfegruppe der ABK, die anonymen Bloggerkinder.

So in etwa zwanzig Jahren wird es sie wohl geben, diese Selbsthilfegruppen, in denen man sich austauscht darüber, wie es einem heute so geht, als ehemaliges Kind von bloggenden Müttern. Wie es sich mit der Tatsache leben lässt, dass jede Begebenheit des Lebens ins Netz gestellt und von Müller, Meier, Hinz oder auch Kunz kommentiert wurde. Dass Geburtsgewicht und -größe genauso publiziert wurden, wie der erste Stuhlgang, der breiige Stuhlgang, der ausgebliebene Stuhlgang und die Farbe des Stuhlgangs nach dem ersten Möhrchenglas. Manches dieser ABKs hat seine öffentliche Laufbahn mit einem positiven Schwangerschaftstest begonnen, einige davon wurden schon bei der Zeugung begleitet. Erste Zähne, erste Schritte, erste Worte und die erste Regelblutung, Trotzphasen und Pubertätskrisen, ein Kind braucht ein ganzes Dorf zur Erziehung, heute ist es eben Kleinbloggersdorf; morgen tut´s einem womöglich leid, dass man Privates breitlatscht und -tratscht.

Lachende Babys, weinende Babys, schafende Babys und manchmal auch nackte Babys. Später natürlich bekleidete Kleinkinder, Kinder und Jugendliche. Hübsch sind sie alle und man ist stolz. Zeigt sie gerne, liest gerne einen freundlichen Kommentar und löscht die bissigen, mahnenden oder arschlochigen Kommentare. Die Kinder werden größer und beschweren sich über gezeigte Bilder. Oder wollen nicht, dass manches Thema ins Blog gezerrt wird. Oder Gleichaltrige finden den Weg ins mütterliche Blog und machen sich lustig über das, was da so zu lesen ist, weil das ist ja mehr, als man womöglich vom ABK selbst erfahren würde.

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Es ist so wirr , was da in meinem Kopf herumschwappt.

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Es berührt mich peinlich, wenn ich irgendwo etwas über mich selbst lese, egal ob freundlich oder nicht. Wenn jemand über Frau … äh … Mutti schreibt. Oder gar über Pia. Oder wenn ich glaube, mich in Andeutungen und Kryptik wieder zu finden. Ich kann keinen Einfluss darauf nehmen.

Weil ich mich unangenehm berührt fühle, muss ich davon ausgehen, dass es meinen Kindern wohl ähnlich gehen könnte, wenn ich über sie schreibe. Sie sind ja auch groß, die Kindelein. Ab wann ist ein Kind “zu groß”, als dass man noch hemmungslos “über es” schreiben kann?

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Lange Zeit schrieb ich mit dem Wissen, dass es da draußen viele Mütter gibt, die erfreut “JAAA! Noch eine, die auf dem Zahnfleisch geht/der es genauso geht/die mit mir fühlt” jubelten. Die mir signalisierten, dass ich nicht alleine bin und denen ich Gleiches zurückgeben konnte. Doch wie ist es, wenn die Kinder lesen, was über sie gechrieben wird, wenn das beschriebene Thema für sie womöglich hochnotpeinlich ist? Ihnen ist es egal, ob zwanzig Mütter antworteten, dass sie heilfroh sind, dass ich mal offen über dieses Thema schreibe.

Und wie ist es für ein Kind, dass in zehn Jahren die monatliche Liebeserklärung der Mutter an sich liest? Diese Liebeserklärungen sind zauberhaft, unbestritten. Sie treiben mir oft Tränen der Rührung in die Augen. Doch gleichermaßen geben sie mir auch das Gefühl, ich läse im geheimen Tagebuch anderer Mütter, läse Inhalte, die so zart und intim sind, dass sie mich genau NIX angehen.

Ich weiß, so oft ist schon darüber geschrieben und diskutiert worden, gestritten worden, ob man Bilder zeigen darf und wenn ja, ob vielleicht doch lieber nur mit Passwortschutz? Mittlerweile sehe ich wenige Bilder, die meine Zehennägel zum Kräuseln bringen, nackte, niedliche Babypopos blitzen nur noch hinter Passwortschutz (wobei das ja auch keine Garantie ist … jaja.)

Doch wie ist es mit den Texten? Ich krieg keine Klarheit, keine Antwort.  Nur immer wieder diese Fragen: Ab wann ist ein Kind zu alt für detailierte Beschreibungen seines gesamten Daseins. Oder anders herum: ist es jemals jung genug?

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Bitte verstehen Sie diese Gedankensammlung nicht als Provokation oder Angriff, liebe Windelbloggerinnen! Ich kann es so unendlich gut nachvollziehen, wie warm und wohlig es ist, jederzeit Ansprechpartnerinnen und Rückmeldungen zu bekommen, Lob und Verständnis, Ermutigung und Ratschläge. Meine Internetkarriere begann im Forum der Zeitschrift Eltern, ich stellte die gleichen Fragen wie Sie und schrieb ähnliche Texte. Und musste mir irgendwann klarmachen, dass nicht nur die zwanzig Menschen, die mir eifrig Antworten schrieben, in diesem Forum lasen, sondern tausende. Und mit den Blogs ist es nicht anders.

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Ich lerne gerade die Gratwanderung zwischen unterhaltender Erzählung und Bloßstellen.

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Ist nicht leicht.

Geburtshilfe

7. September 2010

Das Beinchen hängt in der Hülle des Eies fest. Ganz vorsichtig habe ich die Eischale zerdrückt und das Bein befreit.

Bisher: fünf quicklebendige Mini-Calcaratas.

Ich empfinde eine Art mütterlichen Stolzes, obwohl so gar kein Kindchenschema vorhanden ist :)

Heute morgen

7. September 2010

mal wieder so alt gefühlt, wie ich wirklich demnächst bin.

Ketzerische Zwischenfrage,

6. September 2010

weil´s mir heute mal wieder so auffiel:

Ist es der neue Trend, nur noch türkis eingefärbte oder irgendwie auf alt getrimmte Bilder in die Blogs zu kleben?

Vor ewiger Zeit fiel mir das zum ersten Mal bei Frau Pimpinella auf und da fand und finde ich es auch klasse. Mittlerweile nimmt dieser Stil aber echt überhand und wirklich jedes Motiv, sei es Kuchen, Kind oder Genähtes wird mit Bildbearbeitung überfrachtet.

Warum?

(das ist irgendwie so schade, denn Bilder in Blogs schaue ich mir so gerne an, Berichte von Urlaubsreisen oder irgendwelchen kreativen Sachen oder von Geburtstagsfeiern oder ganz normale Schnappschüsse aus der Hüfte. Aber wenn die plötzlich alle “gleich” aussehen, ist das Motiv auch austauschbar geworden)

Nachwuchs!

6. September 2010

Hurra, Hurra!

Erinnern Sie sich noch an das “Rätsel“?

Sie sind geschlüpft! Zwei Calcaratababys verstecken sich unter frischen Himbeerblättern. Ich bin gespannt, wieviele noch schlüpfen, ca.25 Eier liegen noch im Pöttchen.

Hach, spannend!

22,5 Kilometer

5. September 2010

und wahrscheinlich ist das gar nicht mal so wahnsinnig viel.

Frau … äh … Mutti allerdings fühlt sich, als habe sie mit bleischweren Nudelsieben gegen den reissenden Strom gepaddelt.

Mein ursprünglicher Plan war, mich gemütlich unter einem Sonnenschirmchen über die Lahn paddeln zu lassen, dabei malerisch die Hand durch´s Wasser gleiten zu lasssen. Für´s Photo wurde diese Szene kurz nachgestellt, den Sonnenschirm möge man sich dazu denken.

Statt Schirmchen gab´s aber ein Eis und einen Milchkaffee und morgen wahrscheinlich den weltgrößten Muskelkater. Ich fühle mich auch schon viel straffer, so im Brustmuskelbereich :)