14
19. September 2011
Jeder Geburtstag wird mit Kerzenschein eingeleuchtet. Früh morgens, vor der Schule.
14 Kerzen für jedes Lebensjahr und die eine, dicke in der Mitte zum Älterwerden.

Geschenke wurden ausgepackt

und der Schaummausdekoration hinzugefügt.

Die Farbe in diesem Jahr ist rot!
(Hi Specialty Cinnabar, falls Sie es genau wissen wollen)

Der Wunschkuchen schmeckte ganz ausgezeichnet und auf dem Baiser haben sich goldgelbe Siruptröpfchen gebildet. Wunderschön! Frühling im Herbst.

Die Geburtstagstochter wird von ihrem Großvater auf Händen getragen, das tut er jedes Jahr. (“Wenn ich dich nicht mehr schaffe, musst du mich tragen!”, sagt er dann, der Opa.)

Ein wunderschöner, fröhlicher Geburtstag war das und eine glückliche Tochter geht freiwillig ins Bett. Immerhin gab´s eine Menge neuen Lesestoff.
Bittersüß.
18. September 2011
Morgen wird in der Grünen Villa gefeiert, denn die Tochter hat Geburtstag. 14 Kerzen werden brennen und eine zum Älterwerden. Wie jedes Jahr wird es den Lieblingskuchen geben: Rharbarberkuchen mit Baisser, jedes Jahr im Frühling friere ich Rharbarber ein, für den Geburtstag des Herbstkindes. Den gewünschten Käsekuchen haben wir heute schon mit Herrn Skizzenblog und Mme Ouvrage verspeist, aber es wird auch noch einen Chocolate Fudge Cake geben und hungrig bleibt sowieso keiner.
Wir werden gemeinsam am Tisch sitzen, nachmittags. Die Patentante humpelt mit operiertem Fuß aus Wiesbaden nach Nierstein, Oma Eis kommt mit Lebenspartner und sehr, sehr coolem Geburtstagsgeschenk. Und der Opa ist natürlich auch da.
*****
Der 19. September letztes Jahr.
Dieser bunte, fröhliche, dramatische, blutige und schreckliche 19. September. Der wird auch da sein.
*****
Wir werden morgen feiern und lachen, die Tochter hochleben lassen und reich beschenken. Der große Sohn wird seine Narbe am Arm zeigen und wir werden uns erinnern, wie die Wunde dort klaffte und welches Glück im Unglück es war, dass wir zufällig dort im Hof saßen, als der Unfall passierte. Und wir werden uns erinnern, dass die ganze Familie am Abend bei Oma und Opa im Wohnzimmer saß und wie sanft und golden die Abendsonne ins Zimmer schien. Und dass alle sich von Oma verabschiedeten, ihre Hände streichelten und ihr ein Lächeln entlockten. Eine Stunde bevor sie starb. Welches Glück, dass wir alle dort waren.
So viel Unglück für einen Tag, der uns vor vierzehn Jahren so viel Glück brachte. Aber vielleicht ist es wie beim süßen Kuchen, der schmeckt auch erst richtig gut, wenn eine Prise Salz dabei ist.
Jugendsprech, komisches
24. August 2011
Die Sprache der Jugend ist schon eine merkwürdige. Und damit meine ich nicht mal die angebliche Sprache, für die man sogar ein Wörterbuch braucht. (noch nie habe ich einen Jugendlichen so komische Formulierungen benutzen hören. Allerdings sind wir hier ja auch auf dem Land und möglicherweise hinterher …)
Die Rede ist auch nicht von “sry” oder “hdgdl” und wie sie alle heißen, die putzigen Abkürzungen aus facebook oder SMS.
Ich habe Probleme mit der deutlichen Aussprache, der Sprachmodulation oder, um hier mal Klartext zu sprechen: es nervt mich ungemein, dass meine Kindelein nuscheln. Die Zähne nicht auseinander kriegen. Dafür sehr schnell sprechen. Und wenn ich “wie bitte?!” frage, nuscheln sie schnell lauter. Oder beißen noch mal rasch ins Brot, um dann mit vollem Mund zu antworten. Aber das ist ein eher individuelles Ding.
Das unverständliche Schnellnuscheln (sagen Sie doch bitte dreimal hintereinander schnellnuscheln OHNE zu nuscheln) scheint mir da doch eher ein verbreitetes Problem zu sein. Vor zwei Jahren oder so bemerkte ich es am großen Sohn der Freundin, die nie Zeit hat. Der ist immerhin zweieinhalb Jahre älter als mein großer Sohn und die Prophezeiung der Freundin, die nie Zeit hat, traf wirklich zu. Sie sagte: “Warte mal ab, deine Kinder machen das auch noch”, als ich sie nach dem Grund des Nuschelns fragte. (einen Grund wusste sie nicht, weil es wahrscheinlich gar keinen gibt. Oder gibt es die pubertäre Zungenschlappheit?) Kurze Zeit später erwischte es ihre Tochter, die so alt wie mein ältester Sohn ist. Und dann schwappte es zu uns.
“schweissnich” statt “ich weiß es nicht”.
“smirgal” ist kein Elbennamen sondern ist mir egal.
Gebräuchliche Phrasen kann ich mir mittlerweile recht gut zusammenreimen. Schwierig wird es dann bei Worten, die nicht ständig fallen und die deshalb manchmal bis zur Unkenntlichkeit vernuschelt sind. Ich frage einmal, zweimal nach und ernte letztlich empört- genervtes Überartikulieren.
Sie da draußen wissen bestimmt, dass auch das nur eine dieser berühmten Phasen ist, die sich mit dem allzeit-bereit Mütter-Mantra “alles wird gut!” überstehen lässt. Oder? ODER?! Immerhin haben wir die lustige “ich häng einfach an alles ein i”- Phase überstanden und ganz früher auch die “Sesamstraßen-Phase” (wieso, weshalb, warum? wer nicht fragt usw.)
Ich jedenfalls erschrecke mittlerweile nicht jedesmal, wenn ich etwas nicht verstehe und hypochondre beginnende Schwerhörigkeit. Wir hatten ja früher so was nicht. Wir haben allerhöchstens mal ganz leise *geil* gesagt. Oder *SAU* in den Schnee auf der Autoscheibe geschrieben. Das schlimmste Schimpfwort war *Arschloch*, aber selbst das wurde so deutlich gesprochen, dass nur die doofsten Kinder das “r” beim Schreiben vergaßen. Jaja, früher war eben alles besser. (außer die Mode)
Kinderkram.
16. August 2011
“Wir haben heute einen Vokabeltest geschrieben”, sprach der Jüngste neulich beim Mittagessen, “und man konnte sich aussuschen, ob man die Note haben will.”
“UUUND? Was haste?”, fragte Frau … äh … Mutti, nur leicht angespannt, denn wir haben ja schon die gesamte Notenbreite durch.
“Eine zwei …”, erwiderte das Kind und Frau … äh … Mutti brach in ungehemmtes Freudengeheul aus, “… aber ich hab sie nicht gewollt.”
“…?!!”, fassungsloses Schweigen am Mittagstisch, auch bei den größeren Geschwistern.
Er habe sich eben gegen die zwei im Englischvokalbtest entschieden. Basta.
(nach einem kurzen Gespräch war er zu überzeugen, dass man eine zwei IMMER mitnehmen muss, für schlechte Zeiten halt.)
(der Lehrer hatte sie ihm bereits eingetragen, erfuhren wir einen Tag später.)
(dass ich noch nicht schlohweiß auf dem Kopf bin, das wundert mich doch sehr.)
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Der Große hat theoretisch als Oberstufenschuler auch nachmittags Unterricht. Praktisch sieht es derzeit so aus, dass er maximal fünf Stunden Unterricht am Tag, der Rest fällt aus. Er frohlockt, mir schwant Übles, denn der Stoff muss ja irgendwann aufgearbeitet werden.
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“Komm Tochter, wir bastlen dir mal einen facebook-account, damit du endlich mal technisch und zwischenmenschlich-kommunikativ up-to-date bist!”, quälte Frau … äh … Mutti das Töchterlein ein paar Wochen lang. So lange, bis sie endlich nachgab.
Jetzt hat sie einen account, viele, viele Freunde und ich muss mir überlegen, welche Benutzungsregelung ich einführe, denn Hausaufgaben mit gleichzeitigem chatten will mir nicht so recht gefallen. Selbsteingebrockte Suppe, die ich da auslöffeln muss.
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Der Große fährt mit dem besten Vater meiner Kinder am Wochenende nach Köln zur gamescom. Er freut sich sehr und hat noch nicht realisiert, dass er als noch 15jähriger wohl gar nicht die Spiele ausprobieren kann, die er schon seit einem Jahr spielt. Für das blaue Bändchen sehe ich also schwarz, trotz Elternbegleitung.
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Und nochmal der Große: Wo bekomme ich eine gescheite Jacke für den Knaben her? Wasserdicht muss sie sein, gerne eine 3in1-Jacke, der Preis spielt mittlerweile fast keine Rolle mehr :/ , denn es ist sehr schwer, etwas zu finden. Er ist knapp 1,90m und dünn. Jacken in XL schlackern an ihm herum und die Ärmel sind trotzdem zu kurz. (XXL-Jacken sind nur weiter, die Ärmellänge bleibt gleich) Gegen angehäkelte Ärmelverlängerungen in hübscher Kontrastfarbe wehrt er sich trotzig, aber vielleicht kennen Sie ja das Fachgeschäft für langarmige Menschen?!
So wie immer.
9. August 2011
Seit die Kindelein aus dem Zeltlager zurück sind, ist es aus mit der Ordnung im Haushalt. Der “ich war´s nicht!” verkrümelt wieder den Tisch ohne ihn abzuwischen, der “immer ich!” lässt seine Klamotten im Bad liegen und der “keine Ahnung!” hat sämtliche Regeln im Haus vergessen. Der Kühlschrank ist wieder gestopft voll, genauso wie das Geländer im Wintergärtchen, auf dem sämtliche Duschhandtücher versuchen zu trocknen. Im Flur stehen mindestens zwanzig Paar Schuhe und die Spülmaschine muss wieder zweimal am Tag laufen, statt alle zwei Tage.
Sie sind wieder da und das ist ja auch gut so.
Trotzdem ist es natürlich gar nicht so schlimm, dass ziemlich gleichzeitig mit Ende des Zeltlagers die Schule wieder begonnen hat. Und so wie es aussieht, hat das Töchterlein eine Menge guter Lehrer erwischt und die eine Lehrerin, die lieber singt, statt zu unterrichten, abgeben können. Beim Jüngsten wird es spannend in diesem Jahr, da er durch alle Wahlpflichtfächer, die ab Klassenstufe 7 zu wählen sind, schnuppern wird. Der Hauswirtschaftsteil wird es wohl eher nicht werden, unke ich bereits jetzt bedauernd. Der Große hat seinen prallen Oberstufenplan und ist hochmotiviert, weil er tatsächlich seinen Lieblingslehrer als Kursleiter erwischt hat. Neu ist der Nachmittagsunterricht und mein Mutterherz blutet, weil er heute ohne zusätzliches Futterpaket losgezogen ist. (allerdings klappt das mit dem Einkaufen doch schon seit Jahren verlässlich und sowohl Bäcker, als auch Metzger sind um die Ecke. Schweig still, mein Herz.)
Im Zeltlager sind die Kindelein gewachsen. Ich weiß nicht, wie das geht, aber sie komen wirklich jedes Jahr nach zehn Tagen frischer Luft, wenig Duschwasser und kreativer Ernährung mindestens drei Zentimeter größer nach Hause. Sie ahnen wahrscheinlich auch, worauf ich mich in nächster Zeit freue? Richtig. Klamottenkaufen. Hurra. Töchterlein hat festgestellt, dass ihr wirklich nichts mehr passt (glatt gelogen) oder gefällt (bedenklich, aber scheinbar wahr) und ich habe sie auf den nahenden Geburtstag vertröstet. Der große Sohn hat nur wortlos seine Arme gehoben und demonstriert, was bauchfrei bedeutet. Lediglich der Jüngste sagt “das geht doch noch” und freut sich, dass die knöchellangen Hosen nun wenigstens im Bund sitzen.
(es dauert höchstens noch zwei Jahre, dann bin ich die Kleinste in der Familie und das ist eine sehr merkwürdige Vorstellung, da ich mit beinahe 1,80m meistens bei den Größten bin. Schluck.)
Bisher passiert hier nicht mehr, was mich sicherlich nicht davon abhalten wird, darüber zu berichten. Morgen oder so.
Die Glucke ist zufrieden,
4. Juli 2011
denn alle Küken sind wieder im Nest.
Töchterlein kam ohne Stimme und mit äusserst kleinen, müden Augen aus der Freizeit zurück. Diesmal war sie als Betreuerin dabei, nicht als Teilnehmerin. Verantwortung übernehmen, heimwehkranke Kinder trösten und Programm machen – das erschöpft. Doch die Begeisterung blitzt durch und es steht fest: nächstes Jahr wieder.
(Ich bin wirklich eine Glucke und auch wenn ich weiß, dass keine Nachrichten gute Nachrichten sind und dass das Töchterlein gut aufgehoben ist – ich habe ganz fürchterliche Dinge geträumt und habe heute gespürt, wie mir eine Last von den Schultern fiel, als ich sie wieder in die Arme schließen konnte. Und durfte!)
Ferien. (und Zeugnisse)
22. Juni 2011
Endlich. Vorbei. Dieses sehr kurze Schuljahr hat uns alle äusserst angestrengt, die langen Ferien sind verdient. Laut Vorhersage soll auch das Wetter wieder in Ferienstimmung kommen und das haben wir irgendwie auch verdient :)
Die Zeugnisse sind gut bis sehr gut, manche Noten waren so nicht erwartet, denn warum der Jüngste ausgerechnet in Religion die einzige vier hat … weiß keiner, interessiert aber auch in den nächsten sechs Wochen niemanden.
Einen bangen Blick habe ich auf Töchterleins künftigen Unterricht geworfen, der sich Dank brillanter rheinland-pfälzischer Bildungspolitik vor allem durch Ausfälle und Kürzungen auszeichnen wird. Noch sechs Wochen Zeit, um Stellen mit Vertretungslehrern zu besetzen.
Doch jetzt haben unsere Ferien begonnen, die traditionelle Zeugnis-Pizza gibt’s heute abend nach dem letzten call des besten Vaters meiner Kinder.
Töchterlein reist am Montag in die eine Richtung ab, der Jüngste, Mme Ouvrage samt liebreizender Söhne und Frau … äh … Mutti in die andere. Daheim bleiben der beste Vater meiner Kinder, weil der hat noch keinen Urlaub und der Große, der sich auf sturmfreie Bude und unbegrenzte Computerzeit freut (und noch nicht ahnt, dass seine fiese Mutter im Kopf bereits eine recht lange to-do-Liste für ihn ausgearbeitet hat, damit er wenigstens eine Stunde am Tag den Kopf aus seiner Höhle strecken muss)
Irgendwann kommen die römischen Cousins (oder nicht oder doch oder nicht), ich lasse ein bißchen an mir rumschnippeln, der Urlaub des besten Vaters meiner Kinder beginnt, wir verreisen für etwa drei Tage und schicken in den letzten beiden Wochen alle Kinder ins Zeltlager. Ferien vorbei, Schule ahoi. In weiter Ferne.
Das Bloggen wird sicher unregelmäßig oder gar nicht stattfinden oder vielleicht auch unverhältnismäßig viel werden, je nach Zeit, Lust und Laune. Verkauft wird nix, aber die Regale werden sich hoffentlich füllen.
Ihnen da draußen einen guten Endspurt, schimpfen Sie Ihre Kinder nicht für schlechte Noten und erholen Sie sich!
Bis neulich und Sie wissen ja: immer die Ihre.
Großer Sohn
17. Juni 2011
Als die Kindelein noch klein genug waren, damit ich auch jeden Monat solch einen hübschen Entwicklungsbericht hätte schreiben können, gab´s das wunderbare Bloggen noch nicht. Und mittlerweile geht die Entwicklung nun doch nicht mehr so rasant, als dass da monatlich etwas Gravierendes passieren könnte. Laufen können sie alle, sprechen auch, das Durchschlafen ist auch kein Thema mehr. Und zumindest der Große hat alle bleibenden Zähne bis auf die Weisheitszähne.
Um aber trotzdem mal so eine Art Entwicklungsbericht zu schreiben, erzähle ich Ihnen heute, wie das mit dem großen Sohn so ist. Der ist fünfzehneinhalb, überragt mich lässig um zehn Zentimeter und kann einen Laib Brot samt einem Ring Fleischwurst als Abendessen vertilgen, ohne satt zu sein oder dick zu werden. Seine Füße haben Schuhgröße 45 erreicht und es scheint so, als bliebe es dabei. Beim Längenwachstum geht noch was, wieviel erfahren wir beim nächsten Termin beim Kiefernorthopäde. Der hat nämlich die Handwurzelknochen geröngt, um den Überblick zu behalten, wie lange die feste Spange noch wichtig ist. Allzuviel sollte es nicht mehr werden, doch die 190cm schafft er garantiert noch.
Wenn er bei mir in der Küche ist, dann ist es mittlerweile zur Selbstverständlichkeit geworden, dass er mit anpackt. Er lernt kochen, weil ich finde, dass das sehr wichtig ist. Die Ravioli-Phase – wenn er mal ausgezogen ist – kann ich ihm vielleicht damit ersparen. Ausserdem ist es höchst praktisch, einen Halbstarken, der auf jeden Fall stärker als eine olle Mutti ist, als Küchenhilfe zu haben. Sämtlich aufzuschraubenden Gläser und Tuben reiche ich weiter und lasse schrauben. Seitdem habe ich viel weniger Verletzungen durch Messer, die unter dem Deckelrand herausrutschten, statt ihn zu “entplöppen”.
Es macht Spaß sich mit ihm zu unterhalten, denn sein Wissen ist groß. Politik ist sein Ding und jeden Montag verschlingt er den Spiegel. Er liest ihn von vorne nach hinten, erst dann darf ich ran und bekomme obendrein Leseempfehlungen :)
Mit der Schule ist das so eine Sache. Bestünde sein Unterricht nur aus Stunden in Chemie, Sozialkunde, Geschichte, Erdkunde, Physik und Deutsch, dann wäre das sehr großartig. Für diese Fächer lernt er. Nein, falsch. Für diese Fächer lernt er eben nicht, das interessiert ihn, das inhaliert er. Für die anderen Fächer bräuchte es ein bißchen Initiative, um exzellente Noten zu bringen. Doch dort reicht ihm das Mittelmaß, egal welch motivierende Reden seine Eltern schwingen. Sacken die Note ab, tut er etwas für´s gefährdete Fach, erreicht tolle Noten und lässt es dann wieder dümpeln. Ich tröste mich mit dem Wissen, dass mein Sohn nur ein leidlich gutes Abi braucht, um dann genau das lernen zu dürfen, was er mag. Chemie mag er vielleicht studieren oder vielleicht doch Sozialkunde auf Lehramt, aber erstmal ein freiwilliges soziale Jahr. Und auf jeden Fall will er in die Politik. Ich traue es ihm zu.
Sport ist nicht sein Ding. Der Schulsport jedenfalls. Er fährt aber nach wie vor bei jedem Wetter mit dem Rad zur Schule und klettert einmal in der Woche an den Wänden der Kletterhalle herum. Und seit Neuestem geht er Joggen, denn beim letzten Wachstumsschub haben sich die Beine in Stöcke mit vielen Knien verwandelt, das gefällt ihm wohl nicht.
Pubertäre Ausfälle kennen wir mit ihm nicht. Wir diskutieren viel. Durchaus auch kontrovers, doch streiten tun wir selten.
Sein Zimmer ist eine Höhle, bei der ich mir das Recht herausnehme, regelmäßig zu lüften. Immerhin ist diese Höhle in unserem Haus, da sollte kein Schimmel einziehen. Er hat einen Schrank, doch die Klamotten liegen auf sämtlichen freien Plätzen oder am Fußende des Bettes. Die Drohung, dass der Wäscheservice eingestellt wird, führte immerhin dazu, dass Dreckwäsche dort landet, wo sie hingehört. Unsere Ansichten was Ordnung anbelangt klaffen weit auseinander, doch solange es einigermaßen sauber ist … es ist sein Zimmer, ich muss mich dort nicht wohlfühlen.
Wir lachen viel miteinander, wir scherzen und necken uns, die Stilmittel heissen Ironie und Sarkasmus und die beherrscht er lässig. Es macht Spaß mit ihm zu leben und ja, ich bin mächtig stolz auf ihn. WIR sind mächtig stolz. (haben wir gut gemacht)
Und jetzt hoffe ist, dass dieser tolle Kerl einen guten Job macht. Er ist nämlich gerade auf der Einschulungsfeier der neuen Fünftklässer, weil er als Tutor eine Klasse übernimmt. (Ich wäre so gerne dabei, um den langen Kerl zwischen den ganzen aufgeregten Kleinen zu sehen. Es war nämlich erst ungefähr vorgestern, als mein kleiner, aufgeregter Sohn seinem Tutor in den Klassensaal folgte)
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Mööönsch. Das macht schon Spaß, mal so richtig mit seinem Kind zu prahlen :)
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15. Mai 2011

Heute hauptsächlich sie.
Und nächste Woche nochmal.
Opa-Tag
12. Mai 2011
Noch immer, jeden Donnerstag.
Die Kindelein schauen nach der Schule kurz rein und gehen dann direkt weiter, die Straße hoch zum Opa. Töchterlein hat am Donnerstag immer eine Stunde früher aus und das ist ganz prima, denn so kann sie dem Opa beim Kochen helfen. Mittlerweile kann sie besser Schnitzel panieren als ihre Mutter.
Es wird zusammen gegessen, danach gibt´s Nachtisch. Nachtisch beim Opa könnte mehrere volle Mahlzeiten ersetzen und mein Ernährungs-Gewissen hyperventiliert bei dem Gedanken an die Mengen von Kalorien, die sich meine Kindelein da hineinschaufeln. Aber das ist eben so, donnerstags, am Opa-Tag.
Schließlich satt werden Hausaufgaben erledigt und der Opa macht ein Mittagsschläfchen. Wenn die Hausaufgaben schnell erledigt sind und/oder der Opa lange schläft, wird der Fernseher eingeschaltet. Richtig. Das pädagogische Gewissen kollabiert. Aber, ebenfalls richtig: es ist ja Donnerstag, Opa-Tag. Bevorzugtes Programm ist dann übrigens das allerbeste Trash-TV, damit man kichernd daheim davon erzählen kann. Naja.
Nach dem Mittagsschlaf des Opas muss der Notizzettel, denn sich Opa im Laufe der Woche geschrieben hat, abgearbeitet werden. Seit Weihnachten hat er nämlich ein Laptop und viele Fragen dazu. (seit er verstanden hat, wie man mails schreibt, mailen er und Töchterlein sich täglich. Sie ahnen nicht, wie mir das Herz beim Gedanken daran aufgeht!)
Hinterher geht´s raus. Es gibt so viele Flecken hier in der Umgebung, die auch wir nicht kennen. Und eine Menge Geschichten dazu, die wir dann von den Kindern erzählt bekommen.
Irgendwann nach dem Abendessen kommen die Kinder wieder heim.
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Donnerstage sind ganz großartige Tage, für alle.

