da wollnwa alle fleissig sein.

Genug der Dichtkunst.

Die Kindelein waren wider Erwarten sehr begeistert von der Aussicht, sich durch die Halle zu wühlen, statt auf ein schnödes, ödes Ritterfest zu fahren (wo es eh nur regnet und stürmt und gewittert).

Frau Miest, Sie werden es nicht glauben und Sie haben die Halle ja gesehen … da ist jetzt Platz! Der alte Küchentisch samt Bank wartet auf Bastel- oder Partyeinsätze, Regale und Schränke sind ordentlich aufgeräumt, leere Kartons gefaltet.
Der alte Erbstück-Küchenschrank steht nun in der Küche, die anderen Küchenschränke stattdessen in der Halle. Weiterführende Pläne sind die baldige Anschaffung eines neuen (größeren, besseren, cooleren) Schlafzimmerschranks, um die beiden ach so alten in die Halle zu stellen, wir brauchen Stauraum.
Ein weiterer Teil des Hallenbodens ist gestrichen, sogar ein paar Maschinen Wäsche liefen nebenbei.
Das Familienschatz in Form eines silbernen Teeservice ist aufgetaucht, sowie zwölf wirklich hübsche Gläser, die wir dringend brauchen. Noch suchen wir die Goldbarren, die wir bestimmt, garantiert, was sonst, damals beim Einzug in der Halle verstaut hatten, aber da unten wird es auch ohne die richtig klasse. Vielleicht bauen wir eine Sauna in die hintere Ecke, wenn wir genug gespart haben. Vorher kommt aber garantiert ein gescheiter Kicker, vielleicht als Weihnachtsgeschenk für die ganze Familie.

Ansonsten ist das Wochenende verflogen, genauso wie die Sommerferien. Morgen ist der erste Schultag. Einerseits ist es höchste Zeit, dass es wieder losgeht, die Kinder sind eindeutig unterfordert. Andererseits ist es natürlich herrlich, ein Ferienlotterleben ohne Zeitmanagement zu führen. Und noch mal andererseits ist die Aussicht auf kinderfreie Vormittage auch nicht die Schlimmste. Langweilig wird es sowieso nicht.

nochmal Kitsch

25. August 2006

Es lässt mir ja doch keine Ruhe und ich denke schon den ganzen Morgen am Thema Kitsch herum.
Was ist Kitsch überhaupt?
Spontan würde ich sagen: irgendwelche Porzellanfigürchen, die genau keinen Zweck erfüllen. Genauso spontan fällt mir dann eine Porzellanfigur ein, die meine Großmutter im Schrank stehen hatte: eine grazile Tänzerin in einem langen, blauen Kleid, die Arme elegant über dem Kopf verschränkt, feines Porzellan. Als der Haushalt meiner Großeltern aufgelöst wurde, habe ich sie nicht mitgenommen, weil der rechte Arm abgebrochen und wieder angeklebt war. Nicht makellos. Und ich war damals zu jung um zu erkennen, dass ich ein Stückchen Kindheitserinnerung in Händen hielt und wegwarf, weil die Figur, an der diese Erinnerung hängt, beschädigt war. Ausserdem hatte ich damals eine fürchterliche Angst davor, zu verramschen, mich mit Ballast zu beschweren und womöglich von irgendjemanden wegen diesem Kitsch verspottet zu werden. (mangelndes Selbstbewusstsein lässt grüßen)
(Ich träumte von weißen Räumen, lichtdurchflutet, mit langen, luftigen, weißen Vorhängen, die leicht auf dem weißgebeizten Holzboden aufliegen. Minimalistisch eingerichtet mit weißem Mobiliar. Räume für bunte Gedanken und Träume. Reizarm. Manchmal träume ich heute noch von solchen Räumen und weiß doch genau: die wird es für mich nie geben. Um einen Raum konsequent so klar zu halten, müsste ich zuerst einmal alle Bücher weiß einbinden …)
Mittlerweile lebe ich bunt. Das bringt wohl auch ein Leben mit Kindern mit sich. Aber diese Ausrede lässt sich nicht immer vorschieben, denn ich mag Farben. Und ich liebe es, irgendwelche Sachen zu dekorieren, zu arrangieren und hin und her zu schieben. Irgendwelche Sachen, das sind Dinge, die ich mag. Das sind alte Sachen aus meiner Kindheit, Geerbtes, Angeheiratetes oder Gefundenes. Ich mag Muscheln in Gläsern, weil sie mich an einen Strandtag erinnern. Ich mag kaputte Schneckenhäuser, weil halt. Ich mag pinkfarbene Vasen, weil sie so fröhlich sind und weil orangefarbene Ringelblumen so knallig darin leuchten. Ich mag den Elfen-Schnickschnack, weil ich latent romantisch bin und Märchen mag. Ich mag Glitzerndes, weil es eben glitzert und funkelt und das Auge festhält. Ich mag die uralten Tassen mit dem Goldrand und der allerliebsten Aufschrift “Mann ärgere deine Frau nicht”, bzw. “Frau ärgere deinen Mann nicht”, weil das sollte ja auch so sein. Ich mag die drei pastellfarbigen, absolut zweckfreien quadratischen Keramikschälchen, Original 60er Jahre, weil ich die schon als Kind mochte. Ich mag Blümchenmuster und Herzen und Spitzenborten im Geschirrschrank.
Ich mag auch Chrom und Glas. Und schwarzes Leder. Aber wohnen kann ich darin und damit nicht. Ich kann aber auch nicht im sogenannten Landhausstil wohnen, ich würde mir keine Blumentopffiguren oder Kochlöffelmänchen auf die Fensterbank stellen. Es sei denn, die Kinder hätten sie mir gebastelt. Und da ist sie, die Crux: der allergrößte Kitsch wird zum geliebten Kunstwerk, wenn es die Kinder überreichen. Und so zog und zieht er ein, der Kitsch, in die Grüne Villa. Und er macht, dass ich mich wohlfühle und in jeder Ecke irgendeine Erinnerung an irgendetwas Besonders habe. Das mag ich nicht missen.
Selbstgekaufter Kitsch ist Kram, der mich anspricht. Der sagt: “Hallo, ich bin eine nette Idee, ich habe hübsche Farben, ich habe eine aussergewöhnliche Form und ich weiß genau, dass ich hervorragend in dein kunterbuntes Haus passe. Nimm mich mit.”
Und das tue ich dann auch. Mittlerweile selbstbewusst genug, um zu diesem Krempel zu stehen.

“Liebe Kinder, wir fahren nicht auf´s mittelalterliche Fest, weil Regen, Sturm und sibirische Kälte gemeldet sind. Stattdessen wollen wir die Halle aufräumen! Freut ihr euch?”

oder

“Liebe Kinder, wollt ihr nicht auch wissen, was hinten links in der Halle gestapelt ist? Spannend, nicht wahr? Morgen finden wir es heraus … weil wir fahren nicht nach Manderscheid. Da regnet es sowieso.”

oder

“Liebe Kinder, das Wetter ist doof, alles ist doof, deswegen müssen wir daheimbleiben und die Halle aufräumen!”

oder

“Liebe Kinder, wer hilft morgen mit, beim Aufräumen der Halle? Wie? …  mittelalterlicher Markt und Zelten? Es ist doch schlechtes Wetter gemeldet, lest ihr denn keine Zeitung?”

mistmistmist. Ich würde ja auch lieber nach Manderscheid fahren.

Kitsch as Kitsch can

24. August 2006

Frau Jette ist entsetzt: Frau … äh … Mutti steht auf Kitsch.

Aber mal ehrlich, wer noch?
Zeigen Sie mal her, Ihr kitschigstes Teil. Und schreiben Sie, warum Sie es mögen.
Ist wohl so ´ne Art Stöckchen und deshalb werfe ich das mal ganz dreist zur Frau Hofgeschnatter, zur Frau Miest und zur Frau Brüllen.

Und wer mag noch?

so pink

24. August 2006

und rosa
Sprach ich von Gartenmüdigkeit?

Garten – Stichworte

24. August 2006

- die Tomaten haben die Braunfäule und wurden mit Stumpf, Stiel und Wurzeln entsorgt.
- drei grüne Tomaten ohne Fäuleflecken liegen zum Nachreifen auf der Fensterbank
- die Birnen haben komische Punkte und eine verhärtete Schale
- ein gutes Dutzend perfekter Birnen liegen zum Verzehr in der Obstschale
- fröhliche Würmer winken aus den Äpfeln, ich weiß nicht wohin mit dem Fallobst
- wir werden uns von Apfelmus ernähren, die nächsten zwei Jahre
- es ist ein Apfeljahr, nächste Jahr wird es kaum welche geben (zum Glück)
- Kermesbeeren haben einen ganz eigenen Charme
- mein Garten ist somit ziemlich charmant (gewesen), vier Säcke voll Kermesbeerenschnitt
- Wer braucht Holunder? Ich lade hiermit zum Pflücken. Kaffee und Apfelkuchen werden gestellt, einen Entsafter hätte ich auch.
- Wer braucht Nacktschnecken? Hübsche, gesunde Exemplare von aussergewöhnlich leuchtender Färbung, bis zu zwanzig Zentimeter lang. Selbstsammeln ist Bedingung.
- Ich mag Maulwürfe. Nur nicht bei den Paprikas.
- es regnet immer dann, wenn ich mich warm geschafft habe. Dann aber heftig.
- die Nachbarin glaubt, dass meine Kindelein unterernährt sind. Sie legte mir Mangold für eine zehnköpfige Familie auf´s Mäuerchen. (die Kinder mögen Mangold nicht)
- die Pfefferminze und der Oregano blühen wunderschön.
- leider haben Regen und Sturm beides platt auf den Boden gedrückt, was die Bienen und Hummeln aber nicht weiters stört, nur das ästhetische Befinden der Gärtnerin dreht sich angewidert zur Seite.
- im Grunde genommen werden japanische Steingärten, in deren Kiesböden man wunderschöne Muster harken kann, völlig unterschätzt
- auch gerade Betonflächen sind ungemein praktisch
- ich bin ein wenig, wie soll ich sagen, gartenmüde.

ok.

23. August 2006

danke.
es reicht jetzt.

Da sitzt eine Fliege an der Wand und Frau … äh … Mutti heult.

uff. Noch schätzungsweise zwanzig Jahre.

Schwätzchen am Gartenzaun

23. August 2006

“Wissen Sie, Frau … äh … Mutti”, sagt die über 80jährige Nachbarin, “ich verstehe die Leute nicht mehr. Schauen Sie mal, ich habe so viel zu ernten und weiß nicht wohin damit. Aber wenn ich etwas verschenken will, dann lehnen die Leute ab. Gehen in den Supermarkt und kaufen Mangold, von dem ich hier ein großes Beet habe. Warum sind die Menschen so? Warum nimmt niemand mehr ein Geschenk an?”

“Hm”, sagt Frau … äh … Mutti, “vielleicht hat das etwas damit zu tun, dass man sich sofort verpflichtet fühlt, eine Gabe zu vergelten. Sie haben mir gerade 20 Erdbeerpflanzen geschenkt. Ich weiß, dass Sie sie sowieso ausrupfen mussten, aber dennoch könnte ich mich verpflichtet fühlen, Ihnen im Gegenzug etwas dafür aus meinem Garten zu geben.”

“Ach!”, winkt sie ab, “Wenn ich etwas gebe, dann will ich doch nichts zurück! Ich will doch nur, dass ich es nicht wegwerfen muss! Heute morgen habe ich anderthalb Kilo Himbeeren geerntet, zum Glück hatte ich noch Gelierzucker. Nur – ich mag keine Marmelade und die Kinder wohnen so weit weg und wollen auch keine. Oder schauen Sie mal meine Spargel an. Im Frühjahr weiß ich nicht wohin damit, ich mag ja selbst gar keine!”

“Dann reissen Sie die Spargel doch raus”, schlägt Frau … äh … Mutti vor.

“Wissen Sie, Spargel machen kaum Arbeit. Die schneide ich im Herbst zurück und sehe zu, dass der Boden drunter sauber bleibt. Ich kann ja auch nicht mehr so, wie ich will. Schauen Sie sich doch um, es wuchert zu.”

Frau … äh … Mutti schaut sich um und sieht den Garten ihrer Träume. Zwischen den Karotten blüht die Cosmea, Ringelblumen leuchten zwischen Petersilie und Schnittlauch. Die Herbstastern knospen, in den Apfelbäumen hängen dicke, rote Äpfel, das Spargelkraut sieht so fedrig aus und die Beete sind säuberlich mit Feldsteinen begrenzt. Darauf wachsen Moos und Dachwurzen. Jede Ecke blüht oder duftet oder sieht einfach nur zum Anbeissen aus.
“Ich wünschte, mein Garten sähe so aus wie Ihrer!”, seufzt Frau … äh … Mutti.

“Ach was”, winkt die Nachbarin ab, “Sie schaffen das auch noch. Übrigens, wollen Sie ein bißchen Mangold haben? Morgen lege ich Ihnen welchen auf´s Mäuerchen.”

“Gerne!”, sagt Frau … äh … Mutti und beschließt die Nachbarin zu adoptieren.

wird Frau … äh … Mutti gefragt.

Auf dann.

*Was ist dein Lieblingsoutfit?

im Sommer: kurze Röcke, Trägertops, keine Schuhe
oder Flipflops
im Winter: kurze Röcke, T-Shirts mit Jacken oder Pullis, Stiefel

Dazwischen: kurze Röcke, Langarmshirt, Overknees (die aber auch im Winter, wenn´s sehr kalt ist.

Manchmal Hosen. Aber es gibt ja keine, die mir passen. Und Schuhe hab ich auch schon wieder keine mehr.


*Wie würdest du mit 3 Wörtern deinen Style beschreiben?

gemütlich, praktisch, kochfest

(der beste Vater meiner Kinder sagt: Fetzen, Fummel, Teilchen)

*Dein Modemotto

“Mal schauen, ob diesmal was Tragbares dabei ist”
Übrigens: kommen Steghosen wieder? Und wenn ja, warum?

*Lieblingsaccessoire

Meine Eisbrockenkette und der große Rosensilberring von meiner Oma

*Lieblingsdesigner

Würde ich alle Ideen, die ich da habe, endlich mal zu Stoff bringen, dann täte ich darauf ´ne Antwort haben. (was Gaultier im “fünften Element” gemacht hat, finde ich klasse)

*In welche Klamotte hast du richtig viel Geld investiert?

in die heißgeliebten roten Schuhe, 130 Euro, vorletztes Jahr.

Und damals 300 Mark für ein paar Stiefel, aber die ziehe ich seit fünf Jahren an.

Die Wanderschuhe waren auch teuer, die müssen mindestens noch zehn Jahre halten. Der ganze outdoor-Kram ist teuer, aber ich mag ihn.

*Deine größte Modesünde

mit ungefähr 11 Jahren hatte ich einen rosa-weiß gemustern-getupften-gestreiften Rock mit Volants. Der war schon (mode)sündig genug. Ich hab ihn mir immer bis unter die Achseln gezogen und mit einen Gürtel in die Taille gebunden. Ratzfatz hatte ich ein schulterfreies Minikleid. Ja, ich war so in der Schule, ja, es wurde manchmal hinter meinem Rücken gekichert.

*Best angezogenster Star (männlich & weiblich)

uff, ich passe. Ich kann nur lästern.

*Kurz und knapp: was ist für dich in und was out

in: kurze Röcke *g*, Jeans, Cordhosen in geraden Schnitten, Schuhe in allen Farben
out: Neonfarben, Fledermausärmel, Rückenausschnitte, zauberhafte Applikationen wie und wo auch immer

*An welche Blogs wirfst du dieses Stöckchen weiter?nehmt diese Fragen, beantwortet sie und verteilt sie weiter, auf dass ich mal wieder an der Funktionstüchtigkeit meines Newsfeedreaders (ver)zweifeln möge. (Hä? Das hab ich doch EBEN ERST gelesen? Komisch.)

der neue Nachbar. Sich aus dem obersten Fenster gelehnt und kräftig aus dem Fenster gespuckt. Mit einem saftigen Platsch auf den Gehweg vor dem Haus.

Da fallen mir leider nur ganz schlimme Schimpfworte ein.