Küchenbilderstock
24. April 2007
Ach, Frau Brüllen, ich weiß ja nicht, was Sie da erwartet haben, als Sie mich baten, Ihnen die Aussicht aus meinem Küchenfenster zu zeigen. Weil – die ist nicht doll:
Der Blick aus meinem Küchenfenster führt direkt auf das abenteuerlich gefärbte Nachbarhaus. Das Fenster gegenüber ist das Schlafzimmerfenster der Nachbarn und leider habe ich nur allzu oft einen eher unschönen Blick auf leichtbekleidete Nachbarn.
Einen Blick nach unten kann ich Ihnen auch nicht zeigen, da die Nachbarn gerade halbnackt im Hof liegen. Und das wollen Sie nicht sehen. Ehrlich.
Deshalb der Blick aus dem zweiten Fenster:
Immerhin – ein Hauch von Grün. Ansonsten wäre ein noch detailierterer Blick in den Nachbarhof.
Drehen wir uns lieber um und schauen zur Terrassentür raus:
Viel besser, finde ich.
Und nun? Frau Jette? Darf ich mal Ihren Blick sehen?
Gärtnerfrage:
23. April 2007
Trotz Durchwälzens eines guten Meters Gartenfachliteratur finde ich keine Antwort auf folgende Frage, deren Beantwortung erheblichen Einfluß auf die Gestaltung meines Gemüsegartens haben wird: (Weia, lassen Sie sich von diesem Satz bitte nicht verunsichern, ich tue es auch nicht)
Werden Kartoffeln und Stangenbohnen in unmittelbarer Nachbarschaft groß und stark und glücklich?
Desweiteren wüsste ich gerne, ob es sehr leichtsinnig ist, die Tomaten jetzt schon rauszusetzen, obwohl die kalte Sophie noch kommt? (die Tomaten springen aus ihren Töpfen, die wollen Freiheit!)
Zu guter Letzt bin ich in Versuchung anzukündigen, dass es hier nun ein wenig ruhiger wird, da a) das Wetter so wunderbar ist, b) der Garten nicht so wunderbar ist und c) sage und schreibe 15 Meter Stoff darauf warten, vernäht zu werden. (Frau Susanne, Ihre Tasche ist fertig, aber noch nicht gepimpt. Alle anderen Wartenden: bald. Sehr bald. Ich muss doch noch zwei Tischdecken für die schnöden Biertischgarnituren zaubern. Und eine Polsterauflage für die Hollywoodschaukel. Und vielleicht neue Vorhänge. Und einen Rock für mich. Und ein Hemdchen. Und ein paar Stuhlkissenbezüge.
Ja, und dann ist das Wetter so wunderbar, dass sich krustige Gartenhände idealerweise beim Filzen reinigen lassen, dafür muss auch noch Zeit bleiben. Und der dämliche Haushaltskram. Wussten Sie schon, dass ein Haus auch dann eindreckt, wenn man sich gar nicht drin aufhält? Phänomenal.)
Doch ich weiß, dass die Ankündigung einer Blogpause zu enormen Schreibschüben führt und deshalb lasse ich diese Ankündigung. (Aber falls es weniger wird, wissen Sie Bescheid.)
Bin im Garten. Und sehr glücklich.
Wochenend – Gejammer (auf hohem Niveau)
22. April 2007
Kreuz- und flügellahm bin ich.
Und Zehweh hab ich, weil da war dieser Baumstamm, der aus dem Hinterhalt an meinen kleinen Zeh sprang.
Auf der Stirn unter dem Haarsatz prangt ein breiter weißer Streifen ungebräunte Haut, weil das originelle Kopftuch zwar die Haare aus dem Gesicht, aber auch die Sonne von der Haut hält.
Meine Fingernägel sind ruiniert.
Der untere Teil des Rückens, so ein Stück über dem verlängerten Rücken (die Familie sagt liebevoll: am Ober-Arsch) bin ich blau gefleckt.
Gestern abend ist mir ein Funke vom Lagerfeuer ans Schienbein geflogen.
Eine Himbeerranke zerkratzte meine Hand, eine Brennnessel verbrannte meinen Fuß.
Die rechte Schulter hat einen Tick zuviel Sonne bekommen.
Ich müsste jetzt dringend duschen (sehr dringend), will aber lieber Quo Vadis (Oooh, lodernde Feuer ….) schauen.
Ein wundervolles Wochenende.
Wenn Ihres nur halb so schön war wie meines, dann hatten Sie Glück.
(ich kann auch schon wieder beinahe auf der verstürzten Seite schlafen)
Wahre Freundschaft ist,
20. April 2007
sich ebenfalls die Treppe hinunter zu stürzen. Letzten Freitag erwischte es die Freundin mit samt ihrem Wäschekorb. Heute erwischte es mich, ganz ohne Wäschekorb.
Die Freundin ist glimpflich mit einigen blauen Flecken weggekommen, ich auch, mit blauen Flecken an ganz ähnlichen Stellen.
Der einzige Gedanke beim Sturz war übrigens: “Mist, ich habe die ganz alte Unterhose an.” Die Freundin weiß es nicht mehr, was sie dachte. Behauptet sie jedenfalls.
Ein verlorener Kampf
20. April 2007
und die Bilder dazu von Renée C. Byer.
2007 Pulitzer Prize Feature Photography
Wundervolle Bilder. Eindringlich. Sprachlos machend. Und weinend.
Mein Tag, hurra.
19. April 2007
Das Haus ist leer, die zweite Tasse Kaffee ebenfalls. Soweit, so gut.
Die Kindelein speisen heute bei den weltbesten Großeltern, ich muss nicht kochen. Prima.
Ich habe eine Tüte Chips im Schrank liegen. Fein.
Und so ein Kribbeln in den Fingern. Spannend.
Ausserdem habe ich leicht erhöhte Temperatur, Halsschmerzen, Ohrenschmerzen und so ein dubioses Ziehen in den Bronchien. Noch schwanke ich zwischen “Ab auf´s Sofa, Tee und Buch” oder “Aspirin rein, Nähmaschine an und später kurz in den Garten”.
Vernunft gegen Spaß. Hurra.
Küss mich, Liebling,
18. April 2007
denn ich schmecke nach Mocha Latte.
Nach Mocha Latte schmeckt man dann, wenn man mir IHR ein Tauschgeschäft aushandelt. In diesem Fall Blumen-pompadura gegen ein Strickwunder:
(“Mama, ich kann dich fotografieren!”, sprach das Töchterlein und köpfte kurzerhand ihre treusorgende Mutter)
Neben diesem wunderschönen Tuch lag noch ein Lippenpflegestift (Mocha Latte – lecker!), ein Kühlschrankmagnet (garantiert kalorienfrei) und eine tortig-kitschige Karte im knittrigen Umschlag. Und eine kleine Wegbeschreibung, falls ich mal in Hamburg bin und Vivi einen Besuch abstatten möchte. Danke Vivi! Ich bin entzückt! Und – herrjeh – meine Lippen sind SCHON WIEDER ganz rauh!
Ein weiteres herzliches Dankeschön geht an Mandy, die mich mit einem Päckchen voller Perlen begeisterte!
Danke Mandy, damit lassen sich eine Menge pompaduras pimpen. Bitte grüße die ältere Dame von mir!
Und wenn ich schon dabei bin … vor einiger Zeit lag ein dicker Briefumschlag im Kasten. Darin war ein großes Stück allerfeinster weinroter Seide. Maria hat der Versuchung eines Stoffmarktes in Shanghai nicht wiederstehen können. Da sie selbst aber kaum näht, gab sie das feine Stöffchen in meine treusorgenden Hände. Liebe Maria, es tut mir leid, das mein Danke so lange auf sich warten ließ, doch es kommt nicht minder von Herzen und demnächst liegt der Stoff unter der Nähmaschine.
Auch im großen internet-Auktionshaus war ich heute schon erfolgreich und das bedeutet, dass demnächst weitere Päckchen hier eintrudeln. Ich liebe Päckchen und dicke Umschläge!
Früher war alles besser
17. April 2007
Oder leichter.
Oder wenigstens anders.
Wenn die Kindelein als zarte Babylein weinten und jammerten, so wusste ich zwar nie genau, was ihnen denn nun eigentlich fehlte (Hunger? Müde? Zähne? Bauchweh? Schub? Vollmond? Fuß am Bein? Knochen im Arm?), doch half es meistens, sie ein bißchen auf den Arm zu nehmen und durch die Gegend zu schaukeln.
Heute weinen und jammern die Kindelein gerne über Matheaufgaben, die sie noch nie, nie, NIE hatten und die so, so, SO schwer sind und garantiert werden sie diese Aufgaben nie, nie, NIE verstehen! Nie. Die Kindelein jetzt auf den Arm zu nehmen ist eine ganz schlechte Idee, denn erstens sind sie für den Fliegergriff zu groß und verschaukeln ist in solchen Situationen zwar verlockend aber nicht ratsam, will man nicht die doofste Mutter der Welt werden.
Zwar weiß ich also jetzt, warum die Kindelein heulen und zetern, doch bin ich noch genauso hilflos wie damals. Mit dem Unterschied, dass ich damals nur angebrüllt wurde. Heute ist das Brüllen doch sehr wortgewaltig.
(Töchterlein schluchzt über Mathe-Übungsaufaben, der große Sohn hat sich zu einem Freund verzogen und gleich kommt das jüngste Kind, das heute Diktat üben muss. Hat es aber noch nie, nie, NIE gemacht.)
Idee am Morgen
17. April 2007
vertreibt Kummer und Sorgen. Oder so ähnlich.
In knapp einer Stunde wandere ich mit einem etwas dickeren Umschlag zur Post. Und SIE muss dann den Praxistest machen, ob “drei (oder vier) in eins” zu handhaben ist.
Noch drei, vier Worte zum letzten (Frust-)Beitrag:
Natürlich ist das Internet eine Art Selbstbedienungsladen. Menschen sind kreativ und zeigen, was sie können. Andere lassen sich davon inspirieren und versuchen ihr eigenes Können. Ich habe eine Liste von ca. zwanzig bookmarks (Beispiele: hier, hier und hier), die ich absurfe, wenn mir grau und elend ist. Die schlechte Laune verfliegt beim Anblick der Kunstwerke, die da gezeigt werden und ich bekomme unbändige Lust, selbst etwas zu gestalten. Vielleicht mag es manch einem Leser meines Blogs genauso gehen. Ist ja in Ordnung. Rollt Eure Fimoperlchen, das tun viele andere auch. Näht Blumen und Taschen und Kissenbezüge, wie viele, viele da draußen im Netz. Aber gebt fremde Idee nicht als eigene aus und, verdammt noch mal, überlegt Euch gefälligst eigene Texte zu Euren Werken.
Meine Konsequenz aus dieser missmutigen Stimmung, die mich da befallen hat, ist nicht, dass ich das Bloggen an den Nagel hänge. (Hallo? Schneide ich mir ins eigene Fleisch?) Ich werde auch weiterhin Bilder von pompaduras und anderem Schnickschnack zeigen. Doch ich werde keine Anleitungen mehr zusammenstellen und keine Fragen mehr beantworten. Das Feedback darauf ist einfach zu bitter, dieses Blog ist kein Näh- oder Bastelforum und zum mail-support fehlt mir die Zeit.
Mittlerweile habe ich einige Reaktionen auf den letzten Beitrag per mail erhalten, die mich schmunzeln lassen. Natürlich war mein letzter Beitrag kryptisch und gemein, erst neugierig machen und dann auflaufen lassen. Pfui, Frau … äh … Mutti, wie können Sie?
Wer sich angesprochen fühlt, kann ja einfach nachdenken, ob und warum das so sein könnte und gegebenenfalls etwas ändern. Wer ein reines Gewissen hat und sich nur über die Art und Weise, wie ich so etwas schreiben konnte, aufregen möchte, der möge dies tun.
Ich bin nicht nachtragend, doch ich werde keine mail zu diesem Thema beantworten, weil mir das zu sehr ausufert. Mein Statement steht hier, meine Konsequenz ebenfalls. Der Name “pompadura” ist übrigens nicht geschützt, weil schützen lassen eine Stange voll Geld kostet, da müsste ich viel Nähen, um das zu verdienen. Irgendwie glaube ich noch immer an das Gute im Menschen :-)Ich habe nicht vor, das Hobby zum Beruf zu machen und sehe deshalb keine zwingende Eile, diesen Namen schützen zu lassen.
Und nun zurück zum leichten Bloggen mit den letzten kleinen Tipps für alle Nähfreunde da draußen:
1. Im Takt zu Shakiras nie lügenden Hüften auf das Nähpedal zu klopfen, führt zu sehr holprigen Nähten. Dies ist also zu unterlassen.
2. Wenn Sie eine Schere auf den Boden werfen, achten Sie darauf Ihren Fuß rechtzeitig wegzuziehen. Es ist nur ein sehr geringer Trost zu wissen, dass eine größere Macke im Parkett vermieden wurde und der Fuß heilt ja wieder.
3. Man KANN sich das stumpfe Ende einer Nadel in den Finger rammen. Aber es macht keinen Spaß.
Schmeichelhaft?
16. April 2007
In Wort, Bild und Tat nachgeahmt zu werden ist nur auf den ersten Blick schmeichelhaft.
Auf den zweiten Blick ist es lustig.
Aber beim dritten Blick bin ich leicht genervt.
Wer den Unterschied zwischen Anregung holen und Ideen-Klau nicht versteht ist doof.
Wer Formulierungen exakt übernimmt ist faul. Oder doof. Oder beides.
Kann ein bißchen den Spaß am Bloggen verderben.
Nur Luft machen, keine heiße Luft. Drum kein link.

